Das Haus in der Dorotheenstraße (Hartmut Lange) - Alles zum Thema | StudySmarter
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Das Haus in der Dorotheenstraße (Hartmut Lange)

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Deutsch

In diesem Artikel erhältst du einen Überblick über die Novelle "Das Haus in der Dorotheenstraße" von Hartmut Lange, verfasst im Jahr 2013. Neben der strukturierten Wiedergabe des Inhalts, erfährst du mehr über die aufgegriffenen Motive, die Charaktere und das Erzählverhalten. Außerdem zeigen wir zuletzt verschiedene Deutungsansätze auf. Schließlich wirst du alles Wichtige über die Novelle in Erfahrung gebracht haben und bist vorbereitet für deine Klausur oder die nächste Deutschstunde


Dieser Artikel gehört zum Fach Deutsch und erweitert das Thema Epik



Worum geht es in "Das Haus in der Dorotheenstraße"?


Überblick des Inhalts
Quelle: Stark Abi - auf einen Blick! Deutsch NRW 2021

 


"Das Haus in der Dorotheenstraße" ist eine Novelle der gleichnamigen Novellensammlung aus dem Jahr 2013, die Geschichten über die großen Wirkungen kleiner Irritationen in der alltäglichen Wahrnehmung normaler Menschen umfasst. Die Novelle handelt von dem Journalisten Gottfried Klausen.


Inhalt der Novelle "Das Haus in der Dorothenstraße"

Im folgenden erhältst du eine Inhaltsangabe der Novelle, um dir einen Überblick darüber zu verschaffen, wovon "Das Haus in der Dorotheenstraße" handelt: 


1. Kapitel: 

Gottfried Klausen lebt mit seiner Ehefrau Xenia in einer Villa in der Dorotheenstraße in Berlin. Als Korrespondent einer überregionalen Tageszeitung erhält er das Angebot, nach London versetzt zu werden, und nimmt dieses an. Xenia soll nachkommen, so bald Gottfried eine größere Wohnung gefunden hat. 


2. Kapitel: 

Nach dem Abschied zum Ende des ersten Kapitels zweifelt Gottfried sechs Wochen später an der Entscheidung, nach London zu gehen, aufgrund der Fernbeziehung und des schlechten Wetters in England. Dennoch bereitet ihm seine journalistische Tätigkeit Freude. Eines Tages besucht er das Theaterstück "The Tragedy of Othello" und ist über die Tat des Othellos erschüttert. Er empfindet  Abneigung dem Stück gegenüber, da Othello seine Frau ermordet, ohne den Verdacht der Untreue kritisch zu hinterfragen. Des Weiteren kann Gottfried seine Frau Xenia telefonisch trotz Absprache nicht erreichen. In der Nacht erwacht er und ist orientierungslos. 


3. Kapitel:

Gottfried wartet am Flughafen auf Xenia, die ihn besuchen wollte, allerdings nicht kommt. Er ruft sie an, doch eine Männerstimme ertönt am anderen Ende der Leitung, woraufhin Gottfried vollkommen verstört ist. Zunächst ist er enttäuscht, sucht dann aber die Schuld bei sich, da er Xenia vermutlich zu einem Kommen gedrängt habe. 


4. Kapitel: 

Als nächstes plant er, Xenia in Berlin zu besuchen, allerdings fällt sein Flug aufgrund eines Vulkanausbruchs in Island aus. Gottfried ruft erneut bei Xenia an und wieder antwortet eine Männerstimme. Im Hintergrund meint er, Xenias Lachen zu hören. 


5. Kapitel: 

Bei Gottfried setzt sich die Vorstellung fest, Xenia habe eine Affäre. Er zweifelt grundlegend an seiner Ehe, versucht jedoch nicht seine Vermutung zu überprüfen. Darüberhinaus besucht er erneut das Theaterstück "Othello", geht jedoch frühzeitig, um die Tötung nicht noch einmal mit ansehen zu müssen. 


6. Kapitel: 

Durch die andauernde Präsenz des Othello-Zitats "Put out the light" in Gottfrieds Kopf vernachlässigt er seine Arbeit. Er bittet seinen Chefredakteur um eine Versetzung, woraufhin er London verlässt. In der Schlussszene taucht ein Mann in der Villa in der Dorotheenstraße auf (vermutlich Gottfried). Es ertönt ein Ruf "Put out the light!" und die Lichter des Hauses gehen aus, womit die Ermordung Xenias angedeutet wird. 


Struktur und Aufbau von "Das Haus in der Dorotheenstraße"


Überblick des Aufbaus der Novelle
Quelle: Stark Abi - auf einen Blick! Deutsch NRW 2021

 

Die äußere Struktur der Novelle zeichnet sich durch sechs Kapitel aus. In der inneren Struktur wird ein Steigerungsprinzip deutlich: 

 

  •  1. Kapitel: Exposition - Ehe der Klausens; auslösendes Moment: Annehmen der Stelle in London als Korrespondent
  • 2. Kapitel: Beginn des Konflikts - Verunsicherung und Zweifel, da kein Telefonat mit Xenia 
  • 3. - 5. Kapitel: Verschärfung des Konflikts - nicht stattfindender Besuch, wiederholtes Vernehmen einer Männerstimme am Telefon (zusätzlich Lachen einer Frau im Hintergrund) -> Verdacht der Untreue
  • 6. Kapitel: offenes Ende mit angedeuteter Katastrophe (Ermordung Xenias)

 


Charakterisierung von Gottfried Klausen

Gottfried Klausen lässt sich als Rationalist charakterisieren. Er ist Korrespondent einer überregionalen Tageszeitung und hat eine enge und strenge Haltung gegenüber seiner Arbeit, die den Großteil seines Lebens ausmacht. Außerdem wird von ihm eine sorgfältige Recherche und eine intensive und sachliche Auseinandersetzung mit Themen verlangt. 


Sein Privatleben ist gekennzeichnet durch seine langjährige Beziehung zu seiner Frau Xenia. Diese kennt er bereits seit der Schulzeit, wodurch Gewohnheit und Alltäglichkeit im Eheleben der Klausen herrscht. Unklar ist, ob es sich um eine erfüllte und glückliche Ehe handelt. Beispielsweise sind beide mit den Eigenarten und Interessen ihres Partners vertraut. Außerdem halten beide den Erwerbe eines Grundstücks an der Dorotheenstraße als eine vernünftige Entscheidung. 


Daraus kann man zum einen ziehen, dass es in Gottfrieds Leben zwei Konstante gibt: sein Beruf und seine Ehe. Zum anderen gibt es keine Konflikte, die den Eindruck von Harmonie stören. Die Eheleute scheinen in ihrem Leben angekommen zu sein und sind bereit, sich an einem festen Ort niederzulassen. 



Die Motive der Novelle

Langes Novelle beinhaltet einige Symbole und Leitmotive, die teilweise wiederholend auftauchen und Einfluss auf die Handlung nehmen. Im Folgenden findest du die Wichtigsten. 


Das Haus

Das Haus ist eines der Leitmotive, die sich über die ganze Handlung hinwegziehen. Bereits durch den Titel wird deutlich, dass es eine wichtige Rolle spielt. Im Folgenden erläutern wir, wie man das Haus als Motiv zu Beginn und zum Ende der Erzählung deuten kann. 


Zu Beginn der Novelle

Das Haus wird als ein Haus beschrieben, das den Eheleuten Klausen das Gefühl von Geborgenheit gibt. Darüberhinaus findet es sich an einem Kanal und ist von Bäumen umgeben. Daraus kann man ziehen, dass das Haus als ein Rückzugsort interpretiert werden kann. Auch besitze es eine exklusive, fast märchenhafte Lage, die ruhig und abgelegen ist. Somit ist das Leben des Paares in einer idyllischen Umgebung fernab von der Zivilisation. 


Außerdem geht Lange auf die Beziehung der Eheleute ein und betont die Gewohnheit und Vertrautheit in der Beziehung: "Die beiden kannten sich aus der gemeinsamen Schulzeit, waren also, was ihre Eigenarten und Interessen betraf, über Jahre hinweg miteinander vertraut." (S.73) 


Im nächsten Abschnitt wird der Garten als verwildert beschrieben und die Behauptung wird aufgestellt, dass die Fassaden hätten erneuert werden müssen. Daraus lässt sich schließen, dass sich das Haus in einem Zustand des Verfalls befindet. Deutet man dies im Hinblick auf die Beziehung der Klausens, kann man von einem drohenden Zerfall der Ehe ausgehen.


"Wo der Putz breitflächig abgebröckelt war, zeigten sich hässliche Ziegel, aber die Vorderfront, eine gewölbte Wand mit langgestreckten Fenstern, wirkte auf moderne Weise elegant [...]." - S. 74


Besonders in diesem Zitat wird ein Widerspruch deutlich hervorgehoben: Lange beschreibt das Haus erst als verfallen, geht jedoch noch im gleichen Satz auf die nach außen hin wirkende Modernität ein. Im Hinblick auf die Ehe der Klausen kann man diesen Abschnitt so deuten, dass das Paar nach außen als geschlossene Einheit auftritt, gleichzeitig jedoch eine Krisenstimmung zwischen den Eheleuten herrscht. 


Zum Ende der Novelle

Zuerst wird das Haus als "wie immer hell erleuchtet"(S.93) beschrieben, dadurch wirkt es als ein belebtes und lebendiges Haus: Somit ist die zu Beginn in den Vordergrund gestellte Ruhe und Abgeschiedenheit durchbrochen. Darauffolgenden geht Lange auf die Raumaufteilung ein und legt das Innere des Hauses frei. Diese Offenlegung des Hauses kann gleichermaßen als die Offenlegung der Ehe und der unglücklichen Beziehung zwischen den Protagonisten interpretiert werden. 


Nachfolgend erweckt der Autor ein Gefühl des Schreckens: "Hin und wieder hörte man ein Frauenlachen, und wer da lachte, der sollte sich nicht allzu sicher fühlen" (S.94). 

Das Haus verliert das Gefühl der Sicherheit und der Widerspruch zwischen dem Lachen, das eigentlich Glück oder Freude symbolisiert, und der Unsicherheit über das folgende Geschehen verstärkt die Vorsehung, dass etwas Schreckliches passieren wird. Durch den Ruf "Put out the light!" deutet Lange auf das von Klausen besuchte Theaterstück Othello und nimmt Rückbezug auf dessen dramatisches Ende: die Ermordung von Othellos Frau. Dadurch wird das düstere Ende des Shakespeare Stücks auf den Novellenausgang projiziert, wodurch die Vermutung hervorgebracht wird, dass Klausen seine Frau ebenso ermordet. 


Zuletzt gehen die Lichter des Hauses aus und es liegt in "völliger Dunkelheit"(S.94). Durch diese plötzliche Dunkelheit wird ebenfalls unterstrichen, dass etwas Dramatisches passiert ist. 


Bedeutung des Hauses für die Protagonisten

Zusammenfassend kann man das Haus als ein Spiegelbildmotiv interpretieren, das auf die Entwicklung der Beziehung der Klausens verweist. Mittels des Othello-Motivs deutet es ebenso auf den Ausgang der Ehe hin. Darüberhinaus charakterisiert es die Ehe als bröckelnd und krisenhaft. Das Ausgehen der Lichter lässt sich letztlich als das Ende der Ehe interpretieren. 

Folglich wird der Rückzugsort zum Sehnsuchtsort von Gottfried und letztlich zum angedeuteten Tatort.


Der Vulkan 

Ein weiteres Motiv ist der Vulkan. In Kapitel Vier wird beschrieben, dass Gottfried aufgrund eines Brandgeruchs die Fenster verschließt. Am nächsten Morgen erfährt er von einem Vulkanausbruch in Island. Aufgrund der Aschewolke kann Klausen nicht zu seiner Frau nach Berlin fliegen, da der Flugverkehr eingestellt wird. 


Symbolisch lässt sich dieser Vulkanausbruch als Ausbruch der verdrängten Gefühle und Gedanken interpretieren. Gottfrieds Gemüt verdüstert sich, so wie der Himmel durch die Aschewolke verdunkelt wird, und die Kommunikation zu Xenia bricht ab. 


Der Vulkan steht folglich sinnbildlich für das Gemüt Gottfrieds


Othello 

Othello ist eine Tragödie von William Shakespeare aus dem Jahr 1906, die von Liebe, Eifersucht und Verrat handelt. 


Zusammenfassung des Stücks 

Desdemona ist mit dem schwarzen Feldherrn Othello verheiratet, dessen Fähnrich Iago sich an ihm aufgrund einer vermeintlichen Ungerechtigkeit rächen will. Mit geschickten Intrigen gelingt es Iago, Othello zum Mord an seiner Frau zu treiben, indem er ihn davon überzeugt, sie habe eine Affäre mit dem Offizier Cassio. Als Iagos übles Spiel aufgedeckt wird, wählt der verzweifelte Othello den Freitod. 


Die Theaterbesuche

Das Shakespeare Stück spielt in der Novelle eine bedeutende Rolle. Zweimal besucht Gottfried das Theater. Zu Beginn hat er noch keine Kenntnisse über die Handlung. Als rationaler Vernunftmensch ruft die Tragödie Verwunderung bei ihn hervor: die Handlung erscheint ihm "vollkommen unglaubwürdig" (S.77). 


Beim nächsten Besuch kennt er das Stück bereits. In Gottfried wird ein innerer Konflikt hervorgerufen, woraufhin er die Vorstellung verfrüht verlässt. Außerdem wird das wörtliche Zitat "Put out the light" genannt, wodurch der große Einfluss, den das Stück auf Gottfried ausübt, unterstrichen wird. 


Othellos Rolle in Bezug auf Gottfried Klausen

Zuerst ist Othello eine Kontrastfigur zum rational denkenden Gottfried Klausen, der Othellos Emotionalität und Entscheidungen nicht versteht. Nachfolgend fungiert Othello jedoch als Spiegelfigur, der Gottfrieds unbewusst aufsteigenden Impulse, gegen die er sich wehrt, symbolisiert. 


Schlussfolgerung hinsichtlich der Novelle

Die Bedeutung der Tragödie für Gottfried wandelt sich: Erst ist er distanziert und weist eine Ablehnungshaltung auf, dann identifiziert er sich unbewusst mit dem Protagonisten Othello, was sich besonders durch das Zitat am Ende der Novelle zeigt. 


Othello steht symbolhaft für das Abgleiten in den Wahnsinn und fungiert somit als Spiegel für Klausens seelische Vorgänge. 



Das Erzählverhalten, Sprache und Stil der Novelle "Das Haus in der Dorotheenstraße"

Der Schreibstil von Lange zeichnet sich in der Novelle durch eine Mischung aus dem auktorialem Erzählen und dem personalen Erzählen aus. Zum Teil wird durch eine sachliche, distanzierte Beschreibung ein Überblick über die Umgebung ermöglicht. Auch zeigt sich eine souveräne Zeitgestaltung und eine kommentarartige Einlassung. Andererseits gibt es auch Abschnitte, in denen kein Allwissender erzählt und die Perspektive Gottfrieds vorrangig ist. So wird beispielsweise die vermeintliche Untreue Xenias nicht aufgeklärt. 


Ebenso wird ein Ich- Erzähler angedeutet: "Was letztendlich geschah, wir wissen es nicht." (S.92). Durch zahlreiche Leerstellen wird die damit verbunden Mehrdeutigkeit als Merkmal modernen Erzählens in den Vordergrund gestellt. Gedanken werden durch Bewusstseinsberichte oder oft durch eine knappe wörtliche Rede wiedergegeben. Nur an wenigen Stellen zeigt sich eine erlebte Rede und die wörtliche Rede liegt fast ausschließlich bei Gottfried. 


Zeittechnisch liegt eine lineare Erzählung vor mit einer Dominanz von verschieden ausgeprägter Zeitraffung. Langes Schreibstil ist gekennzeichnet durch eine Tendenz zu einem leicht hypotaktischen Satzbau, der dennoch flüssig lesbar ist. Darüberhinaus weist er eine einfache, schmucklose Wortwahl, einen ruhigen Erzählfluss und ein weitgehender Verzicht auf Dramatisierung auf. Außerdem werden kaum rhetorische Mittel oder Bildsprache verwendet. 



Deutungsansätze zu "Das Haus in der Dorotheenstraße" 

 

Deutungsansätze - Übersicht
Quelle: Stark Abi - auf einen Blick! Deutsch NRW 2021

 


Philosophische Deutung

Der Mensch zeigt sich in "Das Haus in der Dorotheenstraße" nicht als Vernunft-, sondern als Gefühlswesen, dessen Denken durch Emotionen bestimmt ist. So lässt sich Gottfried von seinen Ängsten und Gefühlen leiten: Er hinterfragt den Untreue-Verdacht nicht vernünftig, obwohl er zu Beginn als ein souverän arbeitender Journalist beschrieben wird, der seine Arbeit gewissenhaft erledigt und auf eine gründliche Recherche viel Wert legt. 


Weiterführend wird auch die Subjektivität der Wahrnehmung deutlich. Gottfried konstruiert sich eine eigene Wirklichkeit. Im Kontext der Moderne steht die Uneinheitlichkeit des Wirklichen im Fokus, wodurch Zweifel an der Geschlossenheit der Welt aufkommen. Darüberhinaus stellt sich die Mehrdeutigkeit als Merkmal des modernen Erzählens heraus. Außerdem tritt ein Bruch des Alltags ein, aufgrund des Einsetzen von Unheimlichen oder Irritierenden in das alltägliche Leben. Somit wird die Brüchigkeit der Normalität deutlich. 


Psychologische Deutung

Aus psychologischer Sicht liegt in der Ehe vor allem ein Mangel an Kommunikation vor: so findet keine Aufklärung des Verdachts statt. Darüberhinaus verselbstständigen sich die Gedanken von Gottfried ohne von außen eine Korrektur zu erfahren. Damit lebt er in einem Entwurf seiner eigenen Welt, ohne diese zu hinterfragen. 

Außerdem wird die große Bedeutung des Gewohnten und sozialer Beziehungen für die psychische Stabilität deutlich: Gottfried findet sich alleine, ohne soziale Kontakte, im fremden London wieder. Zusätzlich ändert sich die Beziehung zwischen den Eheleuten zu einer Fernbeziehung, wodurch ebenfalls eine Irritation vorliegt, die letztlich bei Gottfried zu Verunsicherung führt. 

Auch die Eifersucht kristallisiert sich als ein wichtiges und starkes menschliches Gefühl, das gegebenenfalls sogar als ein Mordmotiv interpretiert werden kann. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die innere Fixierung auf die Aufforderung "Put out the light", die man weiterführend ggf. als Beginn einer Schizophrenie werten kann, da Gottfried diesen Satz als Aufforderung zum Mord in Form einer inneren Stimme wahrgenommen haben könnte. 


Poetologische Deutung 

Hinsichtlich des Theaterstückes "Othello" wird im Verlauf der Novelle deutlich, welchen Einfluss Kunst auf das Leben nehmen kann. Zuerst hat Gottfried einen negativen Eindruck von der Tragödie aufgrund der Unglaubwürdigkeit der Geschehnisse (Ermordung der Ehefrau). Zum Ende jedoch nimmt der Satz "Put out the light" Einfluss auf sein eignes Leben. Die Unglaubwürdigkeit der Kunst wird durch die Novellenhandlung widerlegt, da auch Gottfried wie Othello die Untreue seiner Frau nicht hinterfragt und sie letztlich ggf. ebenfalls ermordet. 


Soziologische Deutung

Durch die Versetzung Gottfrieds nach London steht die Beziehung unter einer Belastung. Daraus geht besonders die Mobilitätsanforderungen der modernen Gesellschaft als Herausforderung für zwischenmenschliche Beziehungen hervor. Außerdem leidet Gottfried unter der Einsamkeit in London, wodurch die Anonymität in der Großstadt als eine weitere Schwierigkeit betrachtet werden kann. 



Das Haus in der Dorotheenstraße - das Wichtigste auf einen Blick!

  • Hartmut Lange, verfasst 2013, Novelle aus gleichnamiger Novellensammlung
  • Inhalt:
    • Ehe von Gottfried und Klausen in einer Villa in der Dorotheenstraße in Berlin
    • Gottfried erhält Angebot als Korrespondent nach London zu ziehen 
    • Plan, dass Xenia nachkommt 
    • Zweifel an der Entscheidung
    • Besuch der Tragödie "Othello" und kein telefonisches Erreichen seiner Ehefrau 
    • Xenia erscheint nicht trotz vereinbartes Treffen; Anruf bei Xenia: Männerstimme am Telefon 
    • will zu Xenia fliegen: Flug fällt aus aufgrund eines Vulkanausbruchs
    • Anruf bei Xenia: erneut Männerstimme, weibliches Lachen im Hintergrund 
      • kein Versuch der Aufklärung -> Verdacht der Untreue und Zweifel an der Ehe 
    • erneuter Theaterbesuch "Othello": frühzeitiges Gehen
    • Verschlechterung seiner Arbeit: Versetzung 
    • Auftauchen eines Mannes in der Dorotheenstraße; Ruf "Put out the light!" und Ausgehen der Lichter im Haus -> Andeutung der Ermordung Xenias 
  • Charakterisierung Gottfrieds: 
    • Rationalist: gewissenhafter Journalist 
    • Ehe: Vertrautheit und Gewohnheit
    • zwei Konstanzen im Leben: Ehe und Arbeit 
  • Motive: 
    • Haus als Spiegelbildmotiv der Ehe 
    • Vulkan als Spiegelbildmotiv von Gottfrieds Gemüt 
    • Othello: erst Kontrastfigur, dann Spiegelfigur 
  • Erzählverhalten, Sprache, Stil:
    • personales und auktoriales Erzählen; am Ende Andeutung eines Ich-Erzählers 
    • sachlich, distanziert 
    • wörtliche, erlebte Rede nur bei Gottfried 
    • lineare Erzählung 
    • schmucklose Wortwahl
    • kaum Bildsprache oder rhetorische Mittel 
  • Deutungsansätze: 
    • Psychologisch: 
      • mangelnde Kommunikation zwischen Eheleuten 
      • Verselbstständigung von Gottfrieds Gedanken 
      • große Bedeutsamkeit des Gewohnten und sozialer Beziehungen für Psyche
    • Philosophisch: 
      • Mensch als Gefühlswesen 
      • Mehrdeutigkeit des modernen Erzählens 
    • Poetologisch: 
      • Glaubwürdigkeit der Kunst und ihr Einfluss auf das Leben 
    • Soziologisch: 
      • Mobilität und Anonymität als Herausforderung und Problem 


Häufig gestellte Fragen zum Thema Das Haus in der Dorotheenstraße (Hartmut Lange)

Die Novelle "Das Haus in der Dorotheenstraße" ist eine Novelle, da es einen straffen, einsträngigen Aufbau aufweist. Außerdem wird eine "unerhörte" Begebenheit angedeutet, i.d.F. ein Mord. 

Als Abwechslung zu seiner üblichen Routine besucht er das Theaterstück "Othello". 

"Das Haus in der Dorotheenstraße" wurde 2013 von Hartmut Lange verfasst.

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