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Leben des Galilei

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Leben des Galilei

Vielleicht hast Du Dich mal gefragt, warum die Sonne stillstehen und stattdessen sich die Erde um die Sonne bewegen soll, obwohl das der visuellen Wahrnehmung widerspricht?

Genau um dieses Thema geht es im "Leben des Galilei", einem epischen Drama des deutschen Dramatikers und Schriftstellers Bertolt Brecht. Darin wird der Konflikt zwischen der kirchlichen Autorität und dem italienischen Wissenschaftler des 16. Jahrhunderts Galileo Galilei thematisiert. Galilei kann dank seines Fernrohrs nachweisen, dass nicht die Erde, sondern die Sonne das Zentrum des Sonnensystems bildet. Als er dieses Ergebnis veröffentlicht, stellt sich die Kirche ihm in den Weg und verbietet ihm weitere Forschungen in diese Richtung. Außerdem muss Galilei seine Lehre öffentlich widerrufen.

Bertolt Brecht

Bertolt Brecht (* 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Ost-Berlin) zählt zu den wichtigsten Dramatikern und Schriftstellern Deutschlands und ist außerdem für die Entwicklung des epischen Theaters, aber auch für zahlreiche weltberühmte Gedichte und Dramen bekannt. Einige davon sind:

  • Trommeln in der Nacht (1922)
  • Baal (1923)
  • Dreigroschenoper (1928)
  • Mutter Courage und ihre Kinder (1941)

Zusammenfassung von "Leben des Galilei"

Im Folgenden wird das Drama "Leben des Galilei" inhaltlich zusammengefasst. Für eine bessere Übersicht wird auf einmal auf drei Szenen eingegangen, die inhaltlich mehr oder weniger miteinander zusammenhängen. So werden die fünfzehn Bilder in fünf Abschnitten zusammengefasst.

So wird in den ersten drei Bildern gezeigt, wie sich Galilei's Perspektiven als schlecht bezahlter Wissenschaftler verbessern, als er der Stadt Venedig das von ihm verbesserte Fernrohr für militärische Zwecke zur Verfügung stellen kann. In den Bildern 4 bis 6 geht es dann um Galilei's Aufenthalt in Florenz, wo er sein Weltbild präsentiert. Wie nun die Kirche auf Galileis Weltbild reagiert, darum geht es in den Bildern 7 bis 9.

Die nächsten drei Szenen handeln von der Hoffnung Galileis, dank seines Freundes, der inzwischen zum Papst geworden ist, seine Lehren ohne Weiteres verbreiten zu können. In den letzten drei Bildern wird die Konfrontation Galileis mit der Inquisition und seine letzten Jahre dargestellt.

Galileis Aussichten verbessern sich (Bild 1 bis 3)

Im ersten Bild ist der 46-jährige Mathematiklehrer Galileo Galilei dabei, dem Sohn seiner Haushälterin namens Andrea das heliozentrische Weltbild zu erklären. Nach diesem Weltbild steht nicht die Erde im Zentrum des Planetensystems, sondern die Sonne. Alle Planeten inklusive der Erde drehen sich also um die Sonne um. Das aber stand im Widerspruch zum allgemeinen Weltbild damaliger Menschen, die an das geozentrische Weltbild glaubten.

Das geozentrische Weltbild

Bis zur Entwicklung des heliozentrischen Weltbilds durch den italienischen Astronomen Galileo Galilei im 16. Jahrhundert mussten die Menschen gemäß der Vorschrift der Kirchen an das geozentrische Weltbild glauben. Nach diesem Weltbild bilden die Erde und der Mensch das Zentrum des Universums, und alles, also sowohl die Planeten als auch die Sterne, kreisen um die Erde und den Menschen. Das entspricht auch der christlichen Auffassung des Menschen, nach der der Mensch als Schöpfung Gottes das wichtigste Wesen im Universum ist. Aufgrund dieser Bedeutung, die die christliche Lehre dem Menschen beimisst, muss alles im Universum um den Menschen kreisen.

Kaum dass Galilei mit der Erklärung des heliozentrischen Weltbilds zu Ende ist, da wird er von seinem künftigen Schüler aus Holland namens Ludovico Marsili besucht. Dieser berichtet Galilei von einer neuen Erfindung in Holland, dem Fernrohr nämlich, mit dem selbst sehr weit liegende Objekte genau gesehen werden können. Darauf kommt Galilei auf die Idee, dieses Fernrohr ein wenig zu modifizieren und als seine eigene Erfindung zu verkaufen. Denn noch zu diesem Zeitpunkt ist Galilei dürftig bemittelt, ein Umstand also, den er durch den Bau und Verkauf solcher Fernröhre ändern will.

Im zweiten Bild stellt Galilei dem Stadtrat von Venedig das Fernrohr vor und gibt es als seine eigene Erfindung aus. Die Anwesenden sprechen begeistert über das Fernrohr, weil ihnen der militärische Vorteil solch eines Instruments schnell klar wird: Feindliche Schiffe können nämlich dank des Fernrohrs schon Stunden vorher gesichtet werden.

Es bleibt aber nicht aus, dass Galileis Betrug bald an das Tageslicht tritt, als im dritten Bild in Venedig massenweise Fernröhre aus Holland eingeführt werden, die dem Fernrohr Galileis ähneln. Galilei versucht den Schwindel mit der Behauptung zu rechtfertigen, dass er das Fernrohr doch erheblich verbessert habe. Eine Strafe für den Schwindel bleibt aber aus.

Was jedoch nicht mehr unbemerkt bleibt, sind die Entdeckungen von neuen Sternen, die Galilei mittels seines erheblich nachbesserten Fernrohrs macht: weitere Beweise also, mit denen er das heliozentrische Weltbild festigen, das geozentrische Weltbild dagegen weiter unterminieren kann. Ein Freund von ihm namens Segredo aber äußert die Befürchtung, dass Galileis Einsatz für das heliozentrische Weltbild der römisch-katholischen Kirche missfallen und diese daher mit den entsprechenden Strafen für den Widerspruch gegen die christliche Lehre nicht zurückhalten würde. Diese Warnungen werden von Galilei nicht ernst genommen, da er noch glaubt, dass seine Gegner und selbst die römisch-katholische Kirche Galileis Beweise für das heliozentrische Weltbild anerkennen würden.

Im Glauben, in Florenz ließe sich das heliozentrische Weltbild günstiger verbreiten, reist Galilei dann nach Florenz. Auch locken ihn die besseren Bedingungen dort.

Galilei trifft in Florenz ein (Bild 4 bis 6)

Am Florentiner Hof der reichen Familie namens Medici präsentiert Galilei seine neuesten Entdeckungen, da dort auch Gelehrte anwesend sind. Er wird aber enttäuscht, weil die Mehrheit dieser Gelehrten seine Erkenntnisse und Entdeckungen ablehnen. Selbst durch das Fernrohr, das Galilei neulich verbessert hat, wollen die Gelehrten nicht schauen.

Auch droht seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen das Schicksal, dass nun der Vatikan selbst diese Erkenntnisse auf ihre mögliche Abweichung von der christlichen Lehre überprüfen will.

Im 16. Jahrhundert, aber auch noch lange Zeit danach war der Vatikan die bestimmende Autorität, wenn es selbst um die Fragen der Gültigkeit von wissenschaftlichen Thesen ging. Das, was der christlichen Lehre und der Bibel widersprach, wurde meist verboten

Aber seine Forschung will Galilei nicht auf halbem Weg abbrechen, auch wenn es im fünften Bild die Pest ausbricht. Im sechsten Bild werden die Erkenntnisse Galileis durch den Vatikan als Ketzerei (=gegen die Lehren der Kirche verstoßende Lehre) erklärt. Infolgedessen droht Galilei ein Prozess durch die Inquisition.

Damals war eine kirchliche Behörde namens Inquisition für den Prozess gegen die sogenannten Ketzer*innen zuständig. Häufig wurden Menschen im Fall von Schuldigsprechung öffentlich verbrannt.

Die Kirche greift ein (Bild 7 bis 9)

Im siebten Bild hört Galilei davon, dass die Katholische Kirche im Vatikan seine Bücher auf die Liste der Bücher gesetzt habe, die von den Gläubigen nicht gelesen werden dürfen. Denn die darin stehenden Meinungen widersprechen den Lehren aus der Bibel, dem für die Christen heiligen Buch.

Im achten Bild kann Galilei einen Mönch von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen überzeugen. Das Gespräch darüber bildet den gesamten Inhalt der achten Szene.

Im neunten Bild ist Galilei dann voller Hoffnung, als er vom Tod des ihm etwas feindlich gesinnten Papstes erfährt. Dass nun Kardinal Barberini, Galileis langjähriger Freund, der Nachfolger des verstorbenen Papstes werden würde, das ist eine erfreuliche Nachricht für Galilei. Denn er erhofft sich von seinem Freund Unterstützung bei seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.

Galileis Freund wird zum Papst und die Hoffnung Galileis (Bild 10 bis 12)

Im zehnten Bild wird die Verbreitung der Lehren Galileis dargestellt, nach denen die Sonne im Zentrum des Universums steht. Auch wird die absolute Macht der Kirche auf den Marktplätzen infrage gestellt und lächerlich gemacht.

Im elften Bild befindet sich Galilei wieder am Hof der Medici in Florenz, wo Galileis Buch über das Sonnensystem angeblich besprochen werden soll. Er ahnt noch nicht, dass der Vatikan ihn der Inquisition übergeben möchte. Dass der Vatikan so etwas gegen Galilei vorhat, davor wird Galilei von einem Eisengießer namens Vanni gewarnt. Das hat jedoch kaum eine Wirkung auf Galilei, der immer noch glaubt, dass der Papst ihn, also seinen Freund, schonen würde.

Im zwölften Bild folgt dann eine Diskussion zwischen dem Papst und einem Inquisitor über das weitere Vorgehen gegen Galilei. Die möglichen Folgen des neuen Weltbilds, also der Lehren Galileis, bilden das Thema dieser Diskussion. Für beide ist der christliche Glaube durch die Lehren Galileis gefährdet. Daher soll Galilei der Inquisition übergeben werden, wo er gegebenenfalls durch die physische Folter zum Widerruf seiner Lehren gezwungen werden soll.

Galilei wird zum Opfer der Inquisition und seine letzten Jahre (Bild 13 bis 15)

Aus Angst vor der Folter widerruft Galilei seine Lehren im dreizehnten Bild. Das verärgert seinen Schüler und Zögling sehr, sodass diese nichts mehr mit Galilei zu tun haben. Denn diese waren dafür, dass Galilei sich mutig zu seinen Lehren bekennt.

Im vierzehnten Bild werden die veränderten Umstände im Leben Galileis nach dem Prozess gegen ihn dargestellt: Zwar darf er seine Forschungstätigkeit fortsetzen, die Ergebnisse dieser Forschung darf er aber nicht mehr veröffentlichen. Auch wird gezeigt, wie und von wem Galilei beobachtet wird: Seine Tochter Virginia macht Aufzeichnungen davon, was er alles macht und überreicht diese der Kirche im Vatikan. Davon weiß Galilei aber gar nicht.

Eines Tages kommt Galileis Andrea ihn besuchen. Es entsteht ein Gespräch zwischen den beiden u. a. über den Prozess gegen Galilei. Während Andrea Galileis Widerruf für eine Taktik hält, gesteht Galilei die Wahrheit, dass er aus Angst vor der Folter seine Lehren widerrufen hat. Galilei bedauert diese seine Schwäche und lässt die Manuskripte seines Buches durch Andrea veröffentlichen, ohne dass seine kirchentreue Tochter Virginia etwas davon erfährt.

In der Schlussszene gelingt es Andrea, die Manuskripte Galileis über die Grenze nach Holland zu schmuggeln.

Aufbau und Sprache

Die Gliederung und die Gattung des Dramas wird unter dem Abschnitt "Aufbau" analysiert. Häufig verwendete Ausdrücke, Sprichwörter und textuelle Gestaltung gehören zu den sprachlichen Aspekten des Dramas. Manche sprachliche Aspekte erlauben Rückschlüsse auf mögliche Interpretationen des Dramas.

Aufbau

Brechts Stück "Leben des Galilei" zählt zum epischen Theater. Denn darin versucht Brecht, eine bestimmte Botschaft an sein Publikum zu vermitteln, die es moralisch belehren soll. Das ist eines der wesentlichen Merkmale des epischen Theaters. Doch welche Botschaft genau weitergegeben wird, das ist von der Fassung des Werks abhängig.

Unter dem Abschnitt "Entstehungsgeschichte" unten findest Du mehr zum Thema "Kernbotschaft im Stück".

Episches Theater

In den 1920er-Jahren entwickelten die Berliner Autoren und Dramatiker Bertolt Brecht und Erwin Piscator eine Dramenform, die heute als "Episches Theater" bekannt ist. Damit entstand ein neuer Zweig in der Dramengeschichte, der mit der Komödie, Tragödie und vielen anderen Dramenformen zur Gattung der Dramatik zählt.

Das epische Theater ist eine Theaterform, in der die Handlung sowohl erzählt als auch, wie in einem Drama, von Figuren dargestellt wird. Das epische Theater vereinigt also die Gattungen Drama und Epik miteinander. Das epische Theater hat außerdem das Ziel, größere gesellschaftliche Ereignisse, wie u. a. Kriege, Revolutionen und andere Katastrophen, darzustellen. Soziale Gerechtigkeit spielt ebenso häufig eine zentrale Rolle. Der Wert der sozialen Gerechtigkeit wird im epischen Theater häufig durch eine moralische Belehrung betont.

Von der Struktur her ist das Drama "Leben des Galilei" in 15 Szenen unterteilt; im Dramentext selbst heißt jede dieser Szenen einfach "Bild". Jedes dieser Bilder trägt eine längere Überschrift, unter der jeweils ein prägnantes Gedicht steht. Beides, also der Titel und das Gedicht darunter, sieht dann folgendermaßen aus:

Galilei Galilei, Lehrer der Mathematik zu Padua, will das neue kopernikanische Bild beweisen [Das ist der Titel]

In dem Jahr sechzehnhundertundneun

Schien das Licht des Wissens hell

Zu Padua aus einem kleinen Haus.

Galileo Galilei rechnete aus:

Die Sonne steht still, die Erd kommt von der Stell1

Eine der Funktionen so eines längeren Titels und der Verse darunter ist eine knappe Zusammenfassung des Inhalts schon am Beginn einer Szene. Die Lesenden sollen damit auf das Thema eingestimmt werden.

Über den Handlungsort, über die Handlungszeit und über das Setting (=die jeweilige Umgebung), also die Regieanweisungen, gibt der Paratext Auskunft, der auf den Titel und das Gedicht folgt.

Das Große Arsenal von Venedig am Hafen.

Ratsherren, an ihrer Spitze der Doge. Seitwärts Galileis Freund

Sagredo und die fünfzehnjährige Virginia Galilei mit einem

Samtkissen, auf dem ein etwa 60 Zentimenter langes Fern-

rohr in karmesinrotem Lederfutteral liegt. Auf einem Podest

Galilei. Hinter sich das Gestell für das Fernrohr, betreut von

dem Linsenschleifer Federzoni.

Bei diesem Text handelt es sich um einen Paratext, weil er erstens nicht zum eigentlichen Text des Dramas gehört und zweitens bloß über den Ort und die Zeit der Handlung informiert. Diesem Muster folgt der Aufbau jeder der 15 Szenen.

Zum Paratext gehört alles, was nicht zum eigentlichen Text gehört. So zählen u. a. der Titel und die Information über die Figuren zum Paratext.

Sprache im "Leben des Galilei"

Sprachlich fällt im "Leben des Galilei" auf, dass alle Figuren nicht auf die gleiche Weise reden. Vielmehr ist bei jeder Figur ein bestimmter Soziolekten zu finden. So redet eine Figur, die der Oberschicht angehört, in einer für diese Schicht typischen Weise. Auf die Figur des Inquisitors im zwölften Bild trifft das zu:

Der Inquisitor: So wollen Eure Heiligkeit Ihren sich nun

versammelnden Doktoren aller Fakultäten, Vertretern aller Heiligen Orden und der gesamten Geistlichkeit, welche alle in kindlichem Glauben an das Wort Gottes, niedergelegt in der Schrift, gekommen sind, Eurer Heiligkeit Bestätigung ihres Glaubens zu vernehmen, mitteilen, daß die Schrift nicht länger für wahr gelten könne?1

Diese Redeweise ist sehr formell, was Du u. a. an der verwendeten Ansprache "Eure Heiligkeit" erkennst. Indes gibt es auch Figuren, die eine für die Nichtexperten typische Redeweise benützen. Die Figur Andrea etwa spricht den Namen Kopernikus falsch aus, indem er im ersten Bild "Kippernikus" sagt, als er sich mit Galilei über das neue Weltbild diskutiert.

Galilei: Hast du, was ich dir gestern sagte, inzwischen begriffen?

Andrea: Was? Das mit dem Kippernikus seinem Drehen1

Auch rhetorische Stilmittel finden sich im Text. Die Figur des neuen Papstes etwa, der mit Galilei befreundet ist, unterstreicht die Bedeutung Galileis für die Wissenschaft mit der Metapher "Licht Italiens"; "Licht" steht hier für die Aufklärung bzw. den Ruhm Italiens. Auch Anapher, also die Wiederholung eines oder mehrerer Wörter am Anfang eines Satzes, wird im Text gebraucht, um etwa die Bedeutung Galileis zu verdeutlichen:

Er hat Freunde. Da ist Versailles. Da ist der Wiener Hof.1

Mit "Er" ist hier Galilei gemeint, der in den Augen des neuen Papstes wegen seiner zahlreichen Freunde außerhalb Italiens unantastbar sein soll.

Charakterisierung der Figuren in "Leben des Galilei"

Charaktereigenschaften der Hauptfiguren im Drama "Leben des Galilei" können das Verständnis des Drameninhalts erleichtern. Im Folgenden findest Du die Charakterisierung der Hauptfiguren des Werks.

Galileo Galilei

  • 46-jähriger Mathematiker und Gelehrter aus Padua
  • bei der Forschung eher wahrheitsliebend als autoritätsgläubig
  • innovativ, überzeugend, taktisch und politisch klug
  • zeigt genuine Neugier bei wissenschaftlichen Fragen

Andrea Sarti

  • Sohn der Haushälterin Galileis und wird Galileis Schüler
  • ist Galilei lebenslang treu
  • hilfsbereit, ebenfalls nicht sehr autoritätsgläubig wie Galilei

Kardinal Barberini

  • anfangs ein Freund und Unterstützer Galileis
  • nach seiner Wahl zum Papst feindlich gegenüber Galilei
  • ihm fehlen ein starker Wille und Entschlossenheit
  • insofern nachgiebig, als er Galilei der Inquisition übergibt

Virginia

  • Tochter Galileis
  • kirchentreu und gläubig
  • nur wenig gebildet
  • verlobt sich mit Ludovico

Ludovico Marsili

  • reist viel
  • wohlhabend und konservativ
  • macht Galilei auf das Fernrohr aus Holland aufmerksam
  • wird Galileis Schüler
  • eiratet Virginia

Interpretationsansätze und zentrale Motive

Brechts Stück "Das Leben des Galilei" kann unterschiedlich interpretiert werden. Jede Interpretation hängt von den Motiven ab, die Du betrachtest. Im Folgenden findest Du einige Interpretationsansätze und den Zusammenhang zwischen einer bestimmten Interpretation und dem zugrundeliegenden Motiv.

Das angespannte Verhältnis zwischen der Kirche und der Wissenschaft

Im "Leben des Galilei" wird das angespannte Verhältnis zwischen der Wissenschaft und dem christlichen Glauben dargestellt. Dank des von ihm selbst verbesserten Fernrohrs möchte Galilei die Menschen von einem Weltbild überzeugen, nach dem die Sonne im Zentrum des Solarsystems steht, nicht aber die Erde. Das aber widerspricht den Lehren aus der Bibel, woran auch die damals sehr mächtige Katholische Kirche im Vatikan Anstoß nimmt. Daher wird Galilei der Inquisition übergeben, vor der er seine Lehren widerrufen muss.

Bei all dem wird die folgende Frage diskutiert: Ob die Menschen nicht etwa das Recht darauf haben, über die tatsächlichen Vorgänge in der Natur zu erfahren, auch wenn das dem christlichen Glauben widerspricht.

Entstehungsgeschichte

Das Drama "Leben des Galilei" liegt in drei Fassungen vor. Jede davon weicht von der anderen ab, was die Darstellung der Figur Galileis betrifft. Die erste davon entstand in Brechts Exil in Dänemark, die 1943 in Zürich uraufgeführt wurde. Darin wird die Figur Galileis als eine taktisch kluge Figur dargestellt, die mit Tricks die Inquisition abschütteln kann.

Die zweite Fassung verfasste Brecht kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, und zwar für das US-amerikanische Publikum. Darin wird die Figur Galileis als ein unkritisch forschender Wissenschaftler charakterisiert, der sich ohne Rücksicht auf moralische Fragen in den Dienst der Wissenschaft stellt. Zu dieser inhaltlichen Änderung in der zweiten Fassung wurde Brecht durch den Atombombenabwurf des US-amerikanischen Militärs auf Hiroshima und Nagasaki motiviert. Denn Brecht sah darin ein verantwortungsloser Umgang mit der Wissenschaft seitens der US-Amerikaner.

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Im Zweiten Weltkrieg warf das US-amerikanische Militär Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, zwei Großstädte Japans, ab. Es starben dabei schätzungsweise zwischen 129,000 and 226,000 Menschen und die beiden Städte wurden schwer zerstört. Hiroshima wurde am 6. August und Nagasaki am 9. August bombardiert.


Die dritte Fassung des Dramas "Leben des Galilei" entstand im Jahr 1956 und wurde ein Jahr danach in Ost-Berlin uraufgeführt. Darin ist die Figur Galilei ein moralisch hoffnungsloser, dennoch aber eifrig forschender Mensch.

Historischer Hintergrund und Epoche

Das Drama "Leben des Galilei" entstand in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, der von 1933 bis 1945 dauerte. In dieser Zeit mussten viele Autoren und Autorinnen aus Deutschland fliehen und befanden sich im Exil. Gründe für ihre Flucht waren vielfältig: Die einen sahen ihre Rechte wie u. a. die Meinungsfreiheit durch das Regime bedroht, die anderen wurden schon vor dem Jahr 1933, also dem Beginn des Nationalsozialismus in Deutschland, politisch verfolgt.

Auch Brecht musste vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen und das Drama "Leben des Galilei" in Dänemark verfassen.

Der Nationalsozialismus in Deutschland stellte eine politische Bewegung dar, deren Ideologie nationalistische und rassistische Ansichten beinhaltete. Mit dem Begriff des Nationalsozialismus wird häufig auch der Name Adolf Hitler assoziiert. Die von Hitler errichtete Diktatur wurde von seinen Parteimitgliedern aus der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gestützt.

Unter einer Diktatur wird eine uneingeschränkte, durch Gewalt und Unterdrückung ausgeübte Herrschaftsform verstanden.

Als Folge entstand eine Epoche, die Exilliteratur genannt wird. Unter dem Begriff der Exilliteratur werden alle literarischen Werke dieser im Exil befindlichen Autorinnen und Autoren verstanden. Diese Epoche umfasst den Zeitraum von 1933 bis 1945. Die meisten Autoren und Autorinnen verfolgten das gemeinsame Ziel, über den Nationalsozialismus aufzuklären und vor diesem zu warnen.

Die Werke der Exilliteratur werden auch Emigrantenliteratur genannt. Mehr Information zu dieser Literaturepoche findest Du in der Erklärung "Exilliteratur" auf StudySmarter.

Werke der Exilliteratur besitzen im Gegensatz zu Werken anderer Literaturepochen keine einheitlichen sprachlichen oder formalen Merkmale. Da die Ziele der Autoren und Autorinnen eine Auseinandersetzung mit Themen der Politik und Gesellschaft sowie eine Aufklärung über den Nationalsozialismus waren, wählten Autoren und Autorinnen für ihre Werke meist eine sachliche und nüchterne Sprache. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass die Inhalte ihrer Werke präzise vermittelt werden.

Leben des Galilei - Das Wichtigste

  • Im 1943 uraufgeführten Drama "Leben des Galilei" des deutschen Schriftstellers Bertolt Brecht geht es um den Konflikt zwischen der kirchlichen Autorität und dem italienischen Wissenschaftler des 16. Jahrhunderts Galileo Galilei.
  • Das Werk entstand zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, wo es keine Meinungsfreiheit gab. Parallel dazu muss auch die Figur Galileo Galilei im "Drama" gegen die Unterdrückung durch die Kirche kämpfen.
  • Aufgebaut ist das Drama in fünfzehn sogenannten Bildern.
  • Die Sprache des Dramentextes enthält verschiedene Soziolekte; es wird also jeder Figur eine Sprache in den Mund gelegt, die ihrer sozialen Herkunft entspricht.
  • Das Drama kann als eine Darstellung des Konflikts zwischen der Wissenschaft und dem christlichen Glauben interpretiert werden.

Nachweise

  1. Bertolt Brecht (1898): Leben des Galilei. Suhrkamp Verlag.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Leben des Galilei

Weil Brecht damit aufzeigen wollte, dass die Freiheit zur Forschung und zur Wissenschaft oft von religiösen und anderen Autoritäten verwehrt wird. 

Nein, eine Tragödie ist "Leben des Galilei" nicht, weil das Stück ein glückliches Ende hat.

Das Drama "Leben des Galilei" spielt im 16. Jahrhundert. 

Das Drama wird in die Exilliteratur eingeordnet. 

Finales Leben des Galilei Quiz

Frage

Von wem wurde "Leben des Galilei" geschrieben? 
Antwort anzeigen

Antwort

Bertolt Brecht
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Frage

Wann wurde das Drama uraufgeführt?
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Antwort

Im Jahr 1943 
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Frage

Wovon handelt das Drama?
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Antwort

Das Drama handelt u. a. vom Konflikt zwischen dem Wissenschaftler Galileo Galilei und der Kirche.
Frage anzeigen

Frage

Wo ereignet sich die Handlung von "Leben des Galilei"?
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Antwort

  • in Padua 
  • in Florenz 
  • in Rom 
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Frage

Wer sind die handelnden Personen im Drama?
Antwort anzeigen

Antwort

  • Galileo Galilei 
  • seine Tochter Virginia
  • der Verlobte seiner Tochter, Ludovico Marili
  • die Haushälterin Frau Sarti
  • der Kardinal Barberini
  • der Kardinal Inquisitor
  • einige seiner Schüler 
Frage anzeigen

Frage

Über welchen Zeitraum hinweg werden die Lebenssituationen von Galilei geschildert?
Antwort anzeigen

Antwort

Von 1609 bis 1637 
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Frage

Was veranlasst Galilei dazu, seine Forschungen nicht mehr zu veröffentlichen?
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Antwort

Ein Verbot seitens der Inquisition verbietet Galilei jegliche Publikation von seinen Büchern. 

Frage anzeigen

Frage

Wie reagiert Galilei auf die Nachricht, dass der Kardinal Barberini zum neuen Papst Urban VIII. gewählt wurde?
Antwort anzeigen

Antwort

Er ist erfreut und bekommt neue Hoffnung
Frage anzeigen

Frage

Wie endet das Drama "Leben des Galilei"? 
Antwort anzeigen

Antwort

Sein ehemaliger Schüler nimmt die Manuskripte seiner Arbeiten mit nach Holland. 
Frage anzeigen

Frage

Inwiefern hintergeht Virginia ihren Vater?
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Antwort

Sie überbringt heimlich Aufzeichnungen der Forschungen ihres Vaters an die Kirche, ohne dass Galilei etwas davon erfährt. 
Frage anzeigen

Frage

Wieso will der Kardinal Inquisitor gegen Galilei und seine Forschungen vorgehen?
Antwort anzeigen

Antwort

Er sieht die Macht der Kirche durch die Behauptungen Galileis in Gefahr. Durch die neuen Erkenntnisse könnte ein ganz neues Weltbild entstehen, welches den Glauben und die Kirche untergraben könnte. 
Frage anzeigen

Frage

Mit welchem zeitgeschichtlichen Hintergrund wurde das Stück verfasst?
Antwort anzeigen

Antwort

Zur Zeit des Nationalsozialismus, wo die Meinungsfreiheit in Deutschland praktisch nicht mehr galt. 

Frage anzeigen

Frage

Welche Themen behandelt "Leben des Galilei"? 
Antwort anzeigen

Antwort

Christlicher Glaube gegen die Wissenschaft 

Frage anzeigen

Frage

Was wird von Galilei verlangt, als der Kardinal den Glauben an die Kirche in Gefahr sieht?
Antwort anzeigen

Antwort

Dass Galilei seine Lehren widerruft. 

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