Cellulose

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Cellulose ist eine organische Verbindung und ein Vielfachzucker. Der Fachbegriff dafür ist Polysaccharid


Außerdem ist sie auch ein Biomolekül und ist mit 50% der Hauptbestandteil von Zellwänden der Pflanzen.


 Hinzu kommt, dass sie Bestandteil im Mantel des Manteltiers, von Mollusken (Schnecken, Muscheln), Krebsen, Fadenwürmern und manchen Insekten ist. Jedoch sind das die einzigen Tiere, in dessen Körper Cellulose zu finden ist. 


Zusammengesetzt ist Cellulose aus mehreren hunderten oder sogar auch zehntausenden Glucoseteilen oder auch Cellobioseteilen. 

Cellobioseteile sind Disaccharide und somit Zweifachzucker. Sie entstehen zum Beispiel durch das Mischen von den beiden Einfachzuckern Glucose und Fructose


Durch die Zusammenlagerung einer Vielzahl von Celluloseketten entstehen reißfeste Fasern.



Eigenschaften von Cellulose


  • Cellulose ist ein weißes und geruchloses Pulver, dessen Aggregatzustand fest ist. 
  • Man kann das Pulver nicht in Wasser auflösen und auch nicht in den meisten organischen Lösungsmitteln. 
  • Die Summenformel lautet  . Sie wird in der Plasmamembran gebildet.
  • Die Plasmamembran ist die Hülle einer Zelle
  • Die Fasern der Cellulose werden als Fibrillenbündel bezeichnet. 
  • Außerdem wurde herausgefunden, dass in der Cellulose der Pflanzen Kohlenstoff gebunden wird. Insgesamt 50% des gesamten CO2 in der Erdatmosphäre nehmen die Pflanzen auf.



Bildung und Abbau der Cellulose


Cellulose ist kein plötzliches Produkt, sondern ein Entstehungsprozess. 


Glucosereste, bestehend aus UDP-Glucose, was aktivierte Glucose bedeutet, werden schrittweise aneinander gebaut. Das geht so lange, bis 60-70 Cellulose-Ketten sich zu Mikrofibrillen gebildet haben. 


Mikrofibrillen beschreibt dabei lediglich ein Bündel von Cellulose-Ketten und wird nur im Zusammenhang mit Pflanzen verwendet. Sie sind ein Merkmal von Zellwänden. 


Der Abbau wird durch die sogenannte Cellulase möglich gemacht. Cellulase sind Enzyme, die die Bindung der Cellulose aufspalten können und somit Glucose freisetzen. Sie ist für eine Pflanze, zum Beispiel bedeutend für einen Wachstumsvorgang. 

Da Pflanzen Cellulose selber produzieren, benötigen sie einen weiteren Vorgang der es ermöglicht die Zellwände umzubauen. Genau dafür kommt dann die Cellulase zum Einsatz. In der Industrie gibt es natürlich keine Cellulase, weshalb es dort mit Hilfe von Säuren zu Glucose abgebaut wird.



Arten von Cellulose


Wenn die Cellulose einen kleineren Durchmesser als 100 Nanometer in ihren Strukturen hat, wird sie als Nanocellulose bezeichnet. Diese lässt sich in drei Unterkategorien einteilen. 


  • Eine davon ist die mikrofibrillierte Cellulose (MFC). Die Herstellung dieser Nanocellulose ist äußerst aufwendig. Jedoch ist sie sehr beliebt. Sie verbessert die mechanische Stabilität für Kunststoff und ist trotzdem ein Naturstoff.
     
  • Des Weiteren gibt es die nanokristalline Cellulose (NCC). Die Fasern bei dieser Art, werden auch als „Whisker“ bezeichnet und bestehen fast nur aus kristalliner Cellulose. Verwendet wird sie zum Beispiel für hochreißfeste Filme, Körperpanzerungen und schusssicherem Glas.

  • Abschließend gibt es noch die bakterielle Nanocellulose (BNC). Sie wird beispielsweise aus Traubenzucker gewonnen. Ihr Aufbau ist vergleichbar mit einem Netz, bestehend aus unterschiedlich langen Fasern die ähnlich fest wie Stahl sind. Die Besonderheit hierbei ist, dass die Eigenschaften der Fasern gezielt beeinflusst werden können. Insbesondere in der Medizin wird diese Art eingesetzt. So ist sie zum Beispiel ein geeigneter Ersatz für herkömmliche Implantate. Denn sie sind ungiftig und verursachen dadurch keine Abstoßungsreaktion. Außerdem können sie mit den Strukturen des menschlichen Körpers verwachsen. Auch für Verbände eignen sie sich hervorragend. Anders als bei herkömmlichen Verbänden, sind sie in der Lage mehr Flüssigkeit aufzunehmen und müssen dadurch und durch ihre gute Verträglichkeit seltener gewechselt werden. 


Generell sind jedoch alle drei Arten in Bezug auf das Anwendungsgebiet noch in der Entwicklung und es muss zunächst noch erforscht werden, für welche weiteren Einsatzbereiche sie sich eignen.




Verwendung von Cellulose


Rohstoff


Insbesondere für die Papierherstellung ist die Cellulose ein wichtiger Rohstoff, welches aus cellulosereichem Holz gewonnen wird. 

Aber auch in der Modebranche wird Cellulose verwendet. Hierbei wird die Cellulose in den Pflanzenfasern zur Herstellung von verschiedenen Stoffen benötigt. Zum Beispiel Baumwolle. 


Des Weiteren kann Cellulose aber auch für Kunststoffverpackungen benutzt werden. 

Außerdem ist es möglich synthetische Cellulosefasern herzustellen. Diese Fasern werden häufig in der Bekleidungsindustrie verwendet. Dort nennt man das Endprodukt Viskose. 


Da Cellulose in großen Mengen in der Natur vorkommt und ein Rohstoff ist der nachwächst, wird er in den verschiedensten Industrien eingesetzt. Auch die Bauindustrie sowie Chemieindustrie macht Gebrauch von diesem Rohstoff zum Beispiel als Dämmmaterial für Schallschutz oder auch zur Wärmedämmung. Dafür wird Zeitungspapier zerkleinert und mit chemischen Stoffen behandelt. Das Produkt kann anschließend an die gewünschte Stelle eingeblasen werden.


Natürliche Cellulose in Form von Baumwolle.
Quelle: Philmarin über wikipedia.org


Nahrung


In der Nahrung des Menschen wird die Cellulose als Ballaststoff bezeichnet, da er keine Verdauungsenzyme besitzt. Allerdings kann der menschliche Körper durch spezielle Bakterien des Dickdarms die Cellulose zu kurzkettigen Fettsäuren umbauen, die dann beim Stoffwechseln abgebaut werden können. Genau so findet der Abbau auch bei den meisten Tieren im Körper statt, wenn sie Cellulose gegessen haben. Aber manche Tiere sind dazu in der Lage, durch Mikroorganismen die Cellulose abzubauen. Das gilt zum Beispiel für Insekten wie Termiten oder Schaben und auch für Krebse.




Cellulose - das Wichtigste auf einen Blick!


  • Cellulose ist ein Biomolekül und Vielfachzucker der lediglich aus organischen Verbindungen besteht.

  • Sie ist der Hauptbestandteil der Zellwände von Pflanzen und von manchen Tieren. Sie wird durch einen Prozess in der Pflanze selber hergestellt und ist ein Bündel von Cellulose-Ketten. Diese sind äußerst reißfest.

  • Sie ist ein geruchloses, weißes Pulver und in ihr wird Kohlenstoff gespeichert. Abgebaut wird sie durch die Cellulase, ein Enzym.


Eine weitere Art der Cellulose ist die Nanocellulose, welche drei Untergruppen hat.

  • Die mikrofibrillierte Cellulose, 
  • die nanokristalline Cellulose und 
  • die bakterielle Nanocellulose. 


Alle drei werden in der Herstellung von industriellen Gütern verwendet oder in der Medizin. Durch ihre Reißfestigkeit, Stabilität und Härte sind sie ein wichtiger Rohstoff vor allem in der Textil- und Papierindustrie. 


Cellulose ist in Bezug auf Nahrung ein Ballaststoff und vom Menschen und den meisten Tieren nicht abbaubar. Die Verstoffwechselung findet durch Bakterien statt, die die Cellulose umwandeln können.




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