Fettsäuren

Save Speichern
Print Drucken
Edit Bearbeiten
Melde dich an und nutze alle Funktionen. Jetzt anmelden

Fettsäuren zählen zu den Lipiden. Wenn du unseren Artikel zu Lipiden bereits gelesen hast, bist du bereits bestens über das Thema informiert. 


Fettsäuren haben ihren Begriff daher, dass der Aufbau von natürlichen Fetten und auch Ölen aus der chemischen Verbindung von langkettigen Carbonsäuren besteht. Fettsäuren lassen sich leicht finden, denn wir nehmen sie jeden Tag zu uns. 

Sie lassen sich zum Beispiel finden, wenn du morgens dein Ei anbrätst und dafür Butter in die Pfanne tust, oder wenn du eine leckere Scheibe Käse isst.




Fettsäuren und ihr Aufbau


Der Hauptbestandteil von Fettsäuren setzt sich aus aliphatischen Monocarbonsäuren zusammen, welche in der Regel unverzweigte Kohlenstoffketten sind. 

Diese Kohlenstoffketten können entweder gesättigt oder ungesättigt sein. Hier müssen wir zunächst einmal auf ein paar Begrifflichkeiten näher eingehen, damit du weißt wovon wir reden. 



Gesättigte Fettsäuren


Gesättigte Fettsäuren sind Verbindungen, bei denen ein Molekül nur Einfachbindungen zwischen Kohlenstoffatomen hat. Umgekehrt besitzen Moleküle ungesättigter Fettsäuren mehrere Bindungen zwischen Kohlenstoffatome. 


Aliphatische Monocarbonsäuren

 

Das Wort aliphatisch kommt aus dem Griechischen und bedeutet fettig. Monocarbonsäuren setzen sich aus den Substanzen Kohlenstoff und Wasserstoff zusammen. Ihre Eigenschaft ist, dass sie nicht aromatisch sind. Das heißt sie gehören nicht in die Stoffklasse der organischen Chemie. Du kennst den Begriff aromatisch wahrscheinlich darunter, wie uns etwas schmeckt oder riecht. Auch diese Eigenschaft trifft hier zu. Monocarbonsäuren sind außerdem Moleküle, die nur eine Carboxy-Gruppe besitzen. Unterscheiden kann man Fettsäuren anhand ihrer Anzahl der C-Atome und der Anzahl von Doppelbindungen. Dabei können die Kettenlängen kurz-, mittel- oder langkettig sein.




Eigenschaften von Fettsäuren


In der Regel besitzen natürliche Fettsäuren sowohl eine gerade Anzahl der Kohlenstoffatome als auch unverzweigte Kohlenstoffatome. Fettsäuren können in verschiedenen Bakterienarten gefunden werden und anhand dieser Fettsäuren-Zusammensetzung, kann das Bakterium identifiziert werden. 


Auf der anderen Seite gibt es ebenso Organismen, welche Fettsäuren nicht selber herstellen können, aber trotzdem benötigten. Dazu gehört zum Beispiel der Mensch. Diese Fettsäuren werden als essenzielle Fettsäure bezeichnet. Darunter werden zum Beispiel die Omega-3-Fettsäuren und die Omega-6-Fettsäuren gezählt. 

Sie sind in verschiedenen Fischarten enthalten, aber auch in Speiseölen wie Hanföl oder auch in Gemüse, Nüssen, Samen und in Soja. Des Weiteren gibt es für Fettsäuren keinen bestimmten Schmelzpunkt. Viel mehr gibt es einen Temperaturbereich, also einen Schmelzbereich. Je nach Kettenlänge und Anzahl der Doppelbindungen der Kohlenstoffatome steigt oder fällt die Schmelztemperatur. 


Je fester eine Fettsäure ist, desto eher ist eine Fettsäure gesättigt, wohingegen ungesättigte Fettsäuren überwiegend flüssig sind. Eine Fettsäurekette kann zwischen vier und 26 Verbindungen variieren und zwischen 12 bis 22 C-Atome haben. Hinzu kommt, dass sie hydrophob (wasserscheu) und somit kaum wasserlöslich sind und meist geruchs- und geschmacklos sind.



Gesättigte und ungesättigte Fettsäuren


Gesättigte Fettsäuren gehören zu der Untergruppe der Alkansäuren. Das sind Carbonsäuren, welche sich aus Alkylresten und einer Carboxy-Gruppe zusammensetzen. Außerdem weist sie keine Doppelbindung zwischen den C-Atomen auf. Die Summenformel, welche aus der homologen Reihe gebildet wird, lautet CnH2n+1COOH. Eine homologe Reihe beschreibt eine Anzahl von Stoffen, welche über eine Summenformel dargestellt werden kann. 


Ungesättigte Fettsäuren auf der anderen Seite sogenannte Alkensäuren. Diese sind ebenfalls Carbonsäuren, aber müssen abgesehen von einer Carboxygruppe mindestens eine C-Atom Doppelbindung haben. Bei den ungesättigten Fettsäuren, lässt sich noch die Untergruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren einordnen. Diese besitzen entweder zwei oder mehrere Doppelbindungen zwischen den C-Atomen. 

Des Weiteren lassen sich ungesättigte Fettsäuren in einfache, doppelte, dreifache oder eben mehrfache Fettsäuren einteilen. Der Fachbegriff dafür ist Monoensäuren, Diensäuren, Triensäuren oder Polyensäuren.




Fettsäuren und der Mensch


Fettsäuren können vom Menschen anhand der Nahrung aufgenommen werden.
Dort können sie als Triglyceride, also ein Glycerin mit drei Säuremolekülen, im Fettgewebe eingespeichert werden. 


Durch die Stoffe Adrenalin, Noradrenalin, Glucagon und ACTH, alles Stoffe die der menschliche Körper freisetzen kann, kann ein freisetzen der Triglyceride stattfinden. Das nennt man dann Lipolyse. Die Fettsäuren werden dadurch im Blutkreislauf freigesetzt und können anschließend zu der Zelle transportiert werden, welche Energie benötigt. Denn neben den Kohlenhydraten sind auch die Fette Energieträger für den Menschen. 

Danach wird die Fettsäure durch verschiedene Zusammenwirkungen von Enzymen aktiviert und kann dann abgebaut werden. 


Bei dem Abbau wird in der Regel ATP (ein Energieträger) gewonnen. 

Wenn der Mensch jedoch einer Hungerperiode ausgesetzt wird, bei welcher er kaum Kohlenhydrate zu sich nehmen kann, werden sie in Ketonkörpern verstoffwechselt. Ketonkörper ermöglichen es, dass das menschliche Gehirn anstatt mit 120 Gramm Glucose auch mit 40 Gramm auskommen kann. Dieser Zustand wird auch als Ketose bezeichnet und ist erfreut sich an äußerster Beliebtheit unter den Abnehmwilligen. 



Fettsäuren dienen dem Menschen jedoch nicht nur zur Energiegewinnung. Sie stärken ebenfalls das Immunsystem, können Depressionen vermindern und sind besonders wichtig für den Hormonhaushalt von Frauen. 


Je langkettiger die Fettsäure ist, desto schwieriger kann sie verdaut werden. Sogenannte trans-Fettsäuren können sich auf der anderen Seite jedoch ungünstig auf den Cholesterinspiegel auswirken, was sich wiederum negativ auf unsere Arterienwände auswirkt. Hinzu kommt, dass sie negative Zellmembranveränderungen begünstigen und auch Blutgerinnung. Das kann zum Beispiel zu Thrombose führen. Trans-Fettsäuren kommen durch das Hydrieren von ungesättigten Fettsäuren zustande. 


Mit Hilfe der Hydrierung soll die Textur und auch die Stabilität von Fettsäuren verändert werden. Zum Beispiel werden dadurch flüssige Öle zu Margarine.




Alles Wichtige zu Fettsäuren auf einen Blick!


Damit du nicht den Überblick verlierst, fassen wir dir hier noch einmal alles kurz zusammen:


  • Fettsäuren gehören zu den Lipiden und setzen sich aus Monocarbonsäuren, also unverzweigte Kohlenstoffketten zusammen. 


  • Sie können zwischen 4 und 26 Verbindungen haben und zwischen 12 und 22 C-Atomen besitzen. 


  • Sie sind nicht aromatisch, schwer in Wasser löslich und können unterschiedlich lange Verkettungen haben.


  • Man unterscheidet hauptsächlich zwischen ungesättigten und gesättigten Fettsäuren, wobei essenzielle Fettsäuren ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. 


  • Fettsäuren sind ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Nahrung. Bei dem Verzehr von den richtigen Fettsäuren, können sie viele positive Effekte aufweisen. Jedoch können sie auch negative Auswirkungen haben, wenn zum Beispiel zu viele trans-Fettsäuren aufgenommen werden. 


Finales Fettsäuren Quiz

Frage

Worauf beruht die Waschwirkung von Seifen?

Antwort anzeigen

Antwort

Die Waschwirkung von Seifen basiert auf: 

  • Netzkraft (Herabsetzung der Oberflächenspannung)

  • Emulgier- und Suspendiervermögen

  • Schmutztragevermögen









Frage anzeigen

Frage

Welche Vor- und Nachteile weisen Seifen auf? 

Antwort anzeigen

Antwort

Seifen sind biologisch abbaubar, jedoch haben sie in wässriger Lösung eine Protonenakzeptor Eigenschaft, weshalb sie auf die wässrige Lösung eine basische Wirkung hat und folglich hautreizend sind. Sie sind außerdem säureempfindlich. Dabei reagiert die Carboxylatgruppe mit Wasser zu einem Oxonium Ion unter Abscheidung einer freien Fettsäure. Es bildet sich ein weißer Niederschlag. Es kommt zum Verlust der Waschwirkung und Verschmutzunge der Wäsche. Darüber hinaus sind Seifen härteempfindlich. Hierbei reagieren Carboxylationen mit Ionen des Kalkwassers und bilden Kalkseife Niederschläge. Die Seife verliert ihre Waschwirkung und die Wäsche verschmutzt mit dem Kalk-Niederschlag. 



Frage anzeigen

Frage

Welche 4 unterschiedlichen Arten von Tensiden gibt es? Erklären Sie in wiefern sie sich voneinander unterscheiden.  

Antwort anzeigen

Antwort

Es gibt nichtanionische, anionische, kationische und amphotere Tenside. Nichtanionische Tenside bestehen aus Alkohol und Ethergruppen. Anionische Tenside besitzen Carboxylat-, Sulfonat- und Sulfatgruppen. Kationische Tenside besitze Ammoniumgruppen. Amphotere Tenside bestehen aus Ammonium-und Carboxylatgruppen. 

Frage anzeigen

Frage

Ordnen Sie folgende Fettsäuren die jeweiligen Schmelzpunkte zu:  Palmitinsäure, Stearinsäure, Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure. 73°C, 13 °C, 62°C, -5 °C und -11°C.

Antwort anzeigen

Antwort

Palmitinsäure63°C
Stearinsäure70°C
Ölsäure13°C
Linolsäure-5°C
Linolensäure-11°C


Frage anzeigen

Frage

Welche Ionen befinden sich in Kernseife bzw. Schmierseife?

Antwort anzeigen

Antwort

Natrium- und Kaliumionen befinden sich jeweils in Kernseife und Schmierseife. 

Frage anzeigen

Frage

Vervollständigen Sie folgenden Lückentext:


Fette sind energiereiche ____. Sie können als ____ gespeichert werden und bei  ____ abgebaut und verwertet werden.  Fette haben ebenfalls eine isolierende Funktion, sie sind ____. Darüber hinaus werden Fette für die Herstellung von ____ verwendet. ____ sind Gewebehormone, die aus Fetten synthetisiert werden. ____ sind Proteine, welche zuständig sind für den Abbau von Fetten. 

Antwort anzeigen

Antwort

Fette sind energiereiche Markomoleküle. Sie können als Speicherstoffe/Fettreserven gespeichert werden und bei  Nahrungsmangel abgebaut und verwertet werden. Fette haben ebenfalls eine isolierende Funktion, sie sind Wärmeisolatoren. Darüber hinaus werden Fette für die Herstellung von Hormonen verwendet. Prostaglandine sind Gewebehormone, die aus Fetten synthetisiert werden. Lipasen sind Proteine, welche zuständig sind für den Abbau von Fetten. 

Frage anzeigen
Mehr zum Thema Lipide
60%

der Nutzer schaffen das Fettsäuren Quiz nicht! Kannst du es schaffen?

Quiz starten

Über 2 Millionen Menschen lernen besser mit StudySmarter

  • Tausende Karteikarten & Zusammenfassungen
  • Individueller Lernplan mit Smart Reminders
  • Übungsaufgaben mit Tipps, Lösungen & Cheat Sheets
Finde passende Lernmaterialien für deine Fächer
Icon
Biologie
Icon
Chemie
Icon
Deutsch
Icon
Englisch
Icon
Geographie
Icon
Geschichte
Icon
Mathe
Icon
Physik
Hol dir jetzt die Mobile App

Die StudySmarter Mobile App wird von Apple & Google empfohlen.

Fettsäuren
Lerne mit der Web App

Alle Lernunterlagen an einem Ort mit unserer neuen Web App.

Mehr dazu Fettsäuren