Quantitative Sozialforschung at Universität zu Köln

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Welche Arten von Aussagen soll empirische Sozialforschung ermöglichen?

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Ziele empirischer Sozialforschung

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Methodologischer Individualismus

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Vorgehensweise

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Probleme des Induktionsschlusses

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Hypothese

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Gesetz

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Gesetzesartige Aussage

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Quasigesetz

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Theorie (Diekmann)

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Vier Schritte zur Prüfung einer Theorie

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Anforderungen an Erklärungen & Prognosen

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Quantitative Sozialforschung

Welche Arten von Aussagen soll empirische Sozialforschung ermöglichen?
– Aussagen über “empirische”, also erfahrbare Wirklichkeit
– Aussagen müssen intersubjektiv nachprüfbar (nachvollziehbar) sein, gelten aber dennoch als prinzipiell ungesichert, d.h. sie müssen “an Erfahrung scheitern können” (Falsifizierbarkeit, Popper)
– Aussagen sollen generalisierbar sein
– Aussagen sollten theoretische Annahmen (Hypothesen) überprüfen oder entwickeln und so Erklärungen ermöglichen

Quantitative Sozialforschung

Ziele empirischer Sozialforschung
– Explorative Studien zur Erkundung wenig bekannter sozialer Phänomene. Sie dienen oft der Hypothesengenerierung
– Deskriptive Studien zur Beschreibung sozialer Tatbestände & Regelmäßigkeiten (z.B. Sozialberichterstattung)
– Erklärung: empirischer Nachweis, dass ein beobachtetes Phänomen auf theoretisch bestimmte Ursachen & Mechanismen (Hypothesenprüfung) zurück geführt werden kann
– Prognose: Vorhersage zukünftiger sozialer Entwicklungen (=> Beratung) unter Berücksichtigung der (bekannten) Veränderung theoretisch relevanter Randbedingungen
– Praxis- & Politikberatung: Anwendung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse auf praktische & politische Fragestellungen/ Handlungsfelder

Quantitative Sozialforschung

Methodologischer Individualismus
– Der Erklärungsgegenstand (das Explanandum) der Soziologie sind soziale Phänomene (Makroebene)
– Problem: Makrophänomene durch andere Makrophänomene zu erklären; Wenn man die soziale Realität als unabhängig von den Individuen (Makroebene) ansieht, dann betrachtet man eine Abfolge von Phänomenen, aber die Ursache von Wandel bleibt unklar
– Gedankenexperiment: Alle Individuen werden schlagartig eingefroren. Würde auf der Makroebene (der Gesellschaft) noch irgendwas passieren?
– Ziel des methodologischen Individualismus ist es, Makrophänomene aus individuellem Handeln zu erklären

Quantitative Sozialforschung

Vorgehensweise
– Ein erklärungsbedürftiges Phänomen
– Hypothesen, die getestet werden
– Die Hypothese, die Test besteht (also nicht falsifiziert wird), wird (vorläufig) akzeptierte Theorie und verallgemeinert (Induktion)
– Umsetzung der Erkenntnis zur Verbesserung der Situation

Quantitative Sozialforschung

Probleme des Induktionsschlusses
– Die Beobachtungen können fehlerhaft sein
– Die Beobachtungen beschränken sich auf eine endliche Menge von Tatbeständen, Situationen
– Die Aussagen, die daraus abgeleitet werden sollen, sind aber All-Sätze (generelle Sätze)
– Deshalb kann von einer oder auch mehreren Beobachtungen singulärer Ereignisse nicht auf die universelle Gültigkeit eines Satzes geschlossen werden (Bsp.: der “induktivistische Truthahn”)
– All-Sätze können durch Beobachtung nicht endgültig verifiziert (sondern nur falsifiziert) werden
– Wissenschaftlicher Fortschritt durch induktive Bestätigung von Theorien ist nicht (bzw. nur eingeschränkt) möglich

Quantitative Sozialforschung

Hypothese
Hypothesen vermuten in Form von empirisch überprüfbaren Sätzen Zusammenhänge zwischen zwei Variablen (wenn->dann, je->desto)

Quantitative Sozialforschung

Gesetz
Universaler All-Satz, er empirisch relativ gut bewährt ist

Quantitative Sozialforschung

Gesetzesartige Aussage
Universaler All-Satz, der sich empirisch noch weiter bewähren muss

Quantitative Sozialforschung

Quasigesetz
Singulärer All-Satz, der empirisch relativ gut bewährt ist

Quantitative Sozialforschung

Theorie (Diekmann)
– „Eine Menge miteinander verbundener Zusammenhangshypothesen (im Extremfall die “MiniTheorie” mit einer einzelnen Hypothese) ist in diesem Sinn eine Theorie. Eine stärker ausgearbeitete Theorie wird folgende Bestandteile aufweisen (Theorie im engeren Sinn):
1. Grundannahmen, und zwar: zentrale Hypothesen über Zusammenhänge, die empirisch meist nur schwer prüfbar sind. Definitionen der grundlegenden Begriffe
2. Aus den Grundannahmen abgeleitete Hypothesen sowie Regeln zur Messung der Variablen (“Messhypothesen“)
– Die so umschriebene Theoriekonzeption entspricht dem “strukturalistischen” Theoriebegriff in der analytischen Wissenschaftstheorie. (1) wäre demzufolge der nur schwer oder gar nicht empirisch prüfbare „Kern” einer Theorie, während (2) die prüfbare “Peripherie” darstellt
– Wichtiges Minimalkriterium: Widerspruchsfreiheit. Die Aussagen einer Hypothese, eines Gesetzes, einer Theorie dürfen niemals A und ~A zugleich implizieren

Quantitative Sozialforschung

Vier Schritte zur Prüfung einer Theorie
1. Logische Form der Theorie
– empirische Prüfbarkeit (Falsifizierbarkeit – damit Abgrenzung von Metaphysik, Alltagswissen, etc.)
2. Logische Konsistenz der Theorie
– Widerspruchsfreiheit
3. Gehalt der Theorie im Vergleich zu anderen Theorien
– Reichweite/Schlichtheit
– Erkenntnisfortschritt
4. Empirische Gültigkeit
– Bewährung vs. Falsifikation

Quantitative Sozialforschung

Anforderungen an Erklärungen & Prognosen
– Erklärende Relevanz: Es muss ein logischer Zusammenhang zwischen der Erklärung (Gesetz/Quasigesetz) und der Beobachtung bestehen
– Das Gesetz/Quasigesetz sollte einen Wirkmechanismus beinhalten
– Die Sätze müssen empirisch überprüfbar sein

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