Erster Teil: Die Zeit Bis Zur Mitte Des 18. Jhr./Privatrechtsgeschichte at Universität Wien | Flashcards & Summaries

Lernmaterialien für Erster Teil: Die Zeit bis zur Mitte des 18. Jhr./Privatrechtsgeschichte an der Universität Wien

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TESTE DEIN WISSEN

Erneuerung der antiken römischen Rechtskultur 

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TESTE DEIN WISSEN

- nach Untergang des weströmischen Reichs zu beginn des Frühmittelalters (erste Hälfte des 6. Jhr.)

- in Byzanz (Ostrom) 

- im Zuge einer großangelegten Rechtsetzungsaktion durch Kaiser Justinian I.

- durch machtpolitische Erwägungen, auf die auf die  Wiederherstellung des Römischen Reich abzielten, veranlasst

- ordnete die Sichtung und inhaltliche Bearbeitung des geltenden Rechts an 

- Rechtsmaterial in einer Reihe von systematischen Sammlungen kompiliert 


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TESTE DEIN WISSEN

Digesten (Pandekten) 

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TESTE DEIN WISSEN

- entstanden in wenigen Jahren (529 - 534)

- enthielten Auszüge aus der Juristenliteratur der klassischen Zeit des römischen Rechts (v.a. 1. und 2. Jhr.)

- behandelt konkrete Rechtsfälle und enthielt Falllösungen

- Gesetzgebungskommission machte bewusste inhaltliche Veränderungen (Kürzungen und Einschübe sog. Interpolationen), um Schriftmassen zu harmonisch-widerspruchsfreien Rext zu Formen

- beinhalteten hauptsächlich Privatrecht, teils auch öffentliches Recht und Staatskirchenrecht 

- Aufteilung des Stoffes auf 50 Bücher ohne strenge Reihung 

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Institutionen 

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TESTE DEIN WISSEN

- zugleich mit Digesten fertiggestellt 

- gab Inhalt der Digesten in vereinfachter und stark gekürzter Form wieder

- fundamentales Lehrbuch 

- ermöglichte raschen Überblick über das geltende Recht 

- stärker systematisch geordnet als die Digesten 

- Stoff des Privatrechts in Kategorien personae - res - actiones 

-> Personen- inkl. Familienrecht 

-> Vermögensrecht bzw. Sachen- Schuldrecht und Erbrecht

-> Zivilprozessrecht (zur Durchsetzung privatrechtlicher Ansprüche) 



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TESTE DEIN WISSEN

Codex 

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TESTE DEIN WISSEN

- Digesten und Institutionen 533 durch Kaisergesetz, sog. Konstitutionen, ausdrücklich mit Gesetzeskraft ausgestattet 

- Kaisergesetze aus der Zeit vor Justinian schon 529 in einem Codex kompiliert 

- nach Erlass der Digesten und der Institutionen 534 aktualisiert

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Novellen 

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TESTE DEIN WISSEN

- = spätere Kaisergesetze Justinians 

- nicht mehr amtlich herausgegeben 


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Corpus Iuris Civilis 

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TESTE DEIN WISSEN

- Institutionen, Digesten, Codex und Novellen inhaltlich nicht aufeinander abgestimmt 

- aber seit dem Hochmittelalter als rechtliche Einheit aufgefasst 

- weil von einen gemeinsamen Gesetzgeber herausgegeben 

- ab dem 12. Jhr. als Corpus Iuris Civilis etikettiert 

- Sammlung stellte gesamten Organismus des Rechts dar 

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Basiliken

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TESTE DEIN WISSEN

- Geltung und wissenschaftliche Pflege des Corpus Iuris Civilis zunächst auf Ostrom beschränkt

- nachdem westliche Reichshälfte zerfiel und eine Reihe von Germanenstaaten aufgegangen ist an die regionalen Verhältnisse angepasst 

- sog. Basiliken entstanden 

- kommentarartige Bearbeitungen des justinianischen Rechts 

- Kürzung des Inhalt und systematische Zusammenfassung der viert Teile des CICiv in der Umgangssprache Griechisch 


 

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Hexabiblos 

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TESTE DEIN WISSEN

- durch Verbindung der Basiliken mit lokalen griechischen Rechtsordnungen entstand Mischrecht 

- in Aufzeichnungen fixiert 

- sog. Hexabiblos entstand 

- galt als Quelle des griechischen Privatrechts bis zur Mitte des  20. Jhr. 

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Ende der oströmischen Herrschaft über Italien 

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TESTE DEIN WISSEN

- im Gebiet des ehemaligen weströmischen Reichs (v.a. Italien) ab der zweiten Hälfte des 5. Jhr. Germanenreiche 

- dort römisches Recht nach der Rückeroberung unter Justinian 554 in Geltung gesetzt 

- oströmische Herrschaft  schon nach wenigen Jahren mit dem Eindringen der Langobarden 568 geendet

- byzantinisches Herrschaftsgebiet stark reduziert 

-> Reste Norditalien (Istrien, Venedig, Ravenna) 

-> Gebiete um Rom und Neapel

-> Süditalien und Sizilien

- in Exsklaven Ostroms blieb römisches Recht bestehen (beschränkt auf Codex und Novellen) 

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TESTE DEIN WISSEN

Vulgarrecht 

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TESTE DEIN WISSEN

- in den von den Romanen besiedelten Gebieten römisches Recht in seiner Gestalt vor Justinian erhalten 

- vermittelt durch Gesetzessammlungen vorjustinianischer Kaiser (zuletzt Theodosius) II. Mitte des 5. Jhr.) oder durch spätantike Juristenschriften 

- deren Qualität und Sprache kam nicht an das Niveau des justinianischen Rechts heran

- römisches Recht in dieser Gestalt deshalb als Vulgarrecht qualifiziert 

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TESTE DEIN WISSEN

Volks- und Stammesrechte

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TESTE DEIN WISSEN

- seit dem ausgehenden 5. Jhr. in den auf den Boden Westroms bestanden germanische Stammesverbände 

- eigen Rechtsaufzeichnungen 

- entfalteten keine räumlich Geltung im Sinne des Territorialitätsprinzips 

- waren nur für Angehörige des betreffenden Stammesverbands maßgeblich (= Personalitätsprinzip)

- Germanenrechte nicht deskriptive Aufzeichnungen des Gewohnheitsrechts, sondern nur Gesetzeswerke eigener Art 

- enthielten Mischrecht, bestehend aus Elementen germanischer Rechtsauffassungen mit Einflüssen römischen Vulgarrechts und christlichen Rechtsdenkens 

- Sprache der Rechtsaufzeichnungen war nicht germanische Volkssprache, sondern Latein (z.T, volkssprachliche Einschübe) 

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TESTE DEIN WISSEN

Entstehung und Entwicklung des Privatrechts im Mittelalter

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TESTE DEIN WISSEN

- durch heimisches, kanonisches und römisches Recht geprägt 

- heimische Rechtskultur durch Gewohnheitsrecht bestimmt 

- Rechtsordnung setzt spezifische Rechtstechniken voraus, deren Handhabung Juristen, erfordert

- Rechtstechniken im heimischen Rechtsleben ursprünglich nicht vorhanden 

- heimisches Rechtsleben hat Wurzeln in der Pflege des römischen Rechts im Rahmen des kirchlichen Bildungswesens in Oberitalien, wo im Hochmittelalter moderne Rechtswissenschaft entstand 



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Q:

Erneuerung der antiken römischen Rechtskultur 

A:

- nach Untergang des weströmischen Reichs zu beginn des Frühmittelalters (erste Hälfte des 6. Jhr.)

- in Byzanz (Ostrom) 

- im Zuge einer großangelegten Rechtsetzungsaktion durch Kaiser Justinian I.

- durch machtpolitische Erwägungen, auf die auf die  Wiederherstellung des Römischen Reich abzielten, veranlasst

- ordnete die Sichtung und inhaltliche Bearbeitung des geltenden Rechts an 

- Rechtsmaterial in einer Reihe von systematischen Sammlungen kompiliert 


Q:

Digesten (Pandekten) 

A:

- entstanden in wenigen Jahren (529 - 534)

- enthielten Auszüge aus der Juristenliteratur der klassischen Zeit des römischen Rechts (v.a. 1. und 2. Jhr.)

- behandelt konkrete Rechtsfälle und enthielt Falllösungen

- Gesetzgebungskommission machte bewusste inhaltliche Veränderungen (Kürzungen und Einschübe sog. Interpolationen), um Schriftmassen zu harmonisch-widerspruchsfreien Rext zu Formen

- beinhalteten hauptsächlich Privatrecht, teils auch öffentliches Recht und Staatskirchenrecht 

- Aufteilung des Stoffes auf 50 Bücher ohne strenge Reihung 

Q:

Institutionen 

A:

- zugleich mit Digesten fertiggestellt 

- gab Inhalt der Digesten in vereinfachter und stark gekürzter Form wieder

- fundamentales Lehrbuch 

- ermöglichte raschen Überblick über das geltende Recht 

- stärker systematisch geordnet als die Digesten 

- Stoff des Privatrechts in Kategorien personae - res - actiones 

-> Personen- inkl. Familienrecht 

-> Vermögensrecht bzw. Sachen- Schuldrecht und Erbrecht

-> Zivilprozessrecht (zur Durchsetzung privatrechtlicher Ansprüche) 



Q:

Codex 

A:

- Digesten und Institutionen 533 durch Kaisergesetz, sog. Konstitutionen, ausdrücklich mit Gesetzeskraft ausgestattet 

- Kaisergesetze aus der Zeit vor Justinian schon 529 in einem Codex kompiliert 

- nach Erlass der Digesten und der Institutionen 534 aktualisiert

Q:

Novellen 

A:

- = spätere Kaisergesetze Justinians 

- nicht mehr amtlich herausgegeben 


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Q:

Corpus Iuris Civilis 

A:

- Institutionen, Digesten, Codex und Novellen inhaltlich nicht aufeinander abgestimmt 

- aber seit dem Hochmittelalter als rechtliche Einheit aufgefasst 

- weil von einen gemeinsamen Gesetzgeber herausgegeben 

- ab dem 12. Jhr. als Corpus Iuris Civilis etikettiert 

- Sammlung stellte gesamten Organismus des Rechts dar 

Q:

Basiliken

A:

- Geltung und wissenschaftliche Pflege des Corpus Iuris Civilis zunächst auf Ostrom beschränkt

- nachdem westliche Reichshälfte zerfiel und eine Reihe von Germanenstaaten aufgegangen ist an die regionalen Verhältnisse angepasst 

- sog. Basiliken entstanden 

- kommentarartige Bearbeitungen des justinianischen Rechts 

- Kürzung des Inhalt und systematische Zusammenfassung der viert Teile des CICiv in der Umgangssprache Griechisch 


 

Q:

Hexabiblos 

A:

- durch Verbindung der Basiliken mit lokalen griechischen Rechtsordnungen entstand Mischrecht 

- in Aufzeichnungen fixiert 

- sog. Hexabiblos entstand 

- galt als Quelle des griechischen Privatrechts bis zur Mitte des  20. Jhr. 

Q:

Ende der oströmischen Herrschaft über Italien 

A:

- im Gebiet des ehemaligen weströmischen Reichs (v.a. Italien) ab der zweiten Hälfte des 5. Jhr. Germanenreiche 

- dort römisches Recht nach der Rückeroberung unter Justinian 554 in Geltung gesetzt 

- oströmische Herrschaft  schon nach wenigen Jahren mit dem Eindringen der Langobarden 568 geendet

- byzantinisches Herrschaftsgebiet stark reduziert 

-> Reste Norditalien (Istrien, Venedig, Ravenna) 

-> Gebiete um Rom und Neapel

-> Süditalien und Sizilien

- in Exsklaven Ostroms blieb römisches Recht bestehen (beschränkt auf Codex und Novellen) 

Q:

Vulgarrecht 

A:

- in den von den Romanen besiedelten Gebieten römisches Recht in seiner Gestalt vor Justinian erhalten 

- vermittelt durch Gesetzessammlungen vorjustinianischer Kaiser (zuletzt Theodosius) II. Mitte des 5. Jhr.) oder durch spätantike Juristenschriften 

- deren Qualität und Sprache kam nicht an das Niveau des justinianischen Rechts heran

- römisches Recht in dieser Gestalt deshalb als Vulgarrecht qualifiziert 

Q:

Volks- und Stammesrechte

A:

- seit dem ausgehenden 5. Jhr. in den auf den Boden Westroms bestanden germanische Stammesverbände 

- eigen Rechtsaufzeichnungen 

- entfalteten keine räumlich Geltung im Sinne des Territorialitätsprinzips 

- waren nur für Angehörige des betreffenden Stammesverbands maßgeblich (= Personalitätsprinzip)

- Germanenrechte nicht deskriptive Aufzeichnungen des Gewohnheitsrechts, sondern nur Gesetzeswerke eigener Art 

- enthielten Mischrecht, bestehend aus Elementen germanischer Rechtsauffassungen mit Einflüssen römischen Vulgarrechts und christlichen Rechtsdenkens 

- Sprache der Rechtsaufzeichnungen war nicht germanische Volkssprache, sondern Latein (z.T, volkssprachliche Einschübe) 

Q:

Entstehung und Entwicklung des Privatrechts im Mittelalter

A:

- durch heimisches, kanonisches und römisches Recht geprägt 

- heimische Rechtskultur durch Gewohnheitsrecht bestimmt 

- Rechtsordnung setzt spezifische Rechtstechniken voraus, deren Handhabung Juristen, erfordert

- Rechtstechniken im heimischen Rechtsleben ursprünglich nicht vorhanden 

- heimisches Rechtsleben hat Wurzeln in der Pflege des römischen Rechts im Rahmen des kirchlichen Bildungswesens in Oberitalien, wo im Hochmittelalter moderne Rechtswissenschaft entstand 



Erster Teil: Die Zeit bis zur Mitte des 18. Jhr./Privatrechtsgeschichte

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