Rechtsgeschichte II at Universität Rostock | Flashcards & Summaries

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TESTE DEIN WISSEN

Erläutern Sie Inhalt und historischen Hintergrund des sog. „Kodifikationsstreites“!

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TESTE DEIN WISSEN

- historischer Hintergrund:

- Beginn des 19. Jahrhundert

- Ende des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen (1806)

- unterschiedlichste Rechtsquellen haben Rechtsgeltung in Deutschland (Partikularrechte, Allgemeines Preußisches Landrecht, Code Civil in Rheinbundstaaten, Gewohnheitsrecht, römisches Recht)


- Thibaut:

- keine einzelstaatlichen Regelungen mehr

- gemeinsames Gesetzbuch für das Volk

- für alle zugänglich, verständlich (kein Latein) und transparent

- vor allem politische Forderung

- will nicht mehr das Recht in der Hand der Landesherren, sondern Einheit des Landes

- Schaffung eines Gesetzbuches des Privatrechts (z.T. auch Straf- und Prozessrecht) für alle Deutschen

- nach Vorbild des Code Civil

- Überwindung des römischen Rechts


- von Savigny:

- keine statische Kodifikation -> Recht entwickelt sich als Gewohnheitsrecht organisch (keine „Willkür des Gesetzgebers“)

- Juristen nicht dazu befähigt alleine ein ganzes deutsches Gesetzbuch zu schaffen

- Aufgabe lediglich, das bestehende Recht fortzubilden

- v.a. Bezug auf historische Rechtsquellen

- das römische Recht soll durchdrungen und aufgearbeitet werden

- erst ganz am Ende dieser Entwicklung kann, wenn überhaupt, eine Kodifikation stehen

- Begründer der historischen Rechtsschule -> Pandektenwissenschaft -> prägt das 19. Jahrhundert

- Kodifikation am Ende (mit großem Einfluss des römischen Rechts) = BGB (1900)

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TESTE DEIN WISSEN

Was versteht man unter „Pandekten“, was unter „Pandektenwissenschaft“? Nennen Sie mind. 3 Vertreter der Lehre des römischen Rechts im 19. Jh! Welches ist die signifikanteste Frucht dieser Wissenschaft?

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TESTE DEIN WISSEN

- Pandekten = Sammlung der altrömischen Rechtsliteratur, Sammlung von Juristensprüchen (fallorientiert)

- Pandektenwissenschaft/Pandektistik = Rechtssystematik, bei der das in den Pandekten des CIC festgeschriebene Fallrecht rezipiert wird (historische Rechtsschule)

- Vertreter: Georg Friedrich Puchta, Rudolf von Jhering, Bernhard Windscheid

- am Ende: Kodifikation des BGB (1900)

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TESTE DEIN WISSEN

Unter „universaler Geltung“ lässt sich die epochen- und lokalitätsübergreifende Kontinuität von Rechtsfragen verstehen. Erläutern Sie den Gedanken „universaler Geltung“ anhand des Problems der „Haftung für Dritte“ an einem selbst gewählten Beispiel! Inwieweit haben die Antworten des Römischen Rechts Eingang in das BGB gefunden?

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TESTE DEIN WISSEN

- wer z.B. eine Säule für einen Auftraggeber transportiert, haftet, wenn beim Transport durch eigenes Verschulden oder durch Verschulden eines Erfüllungsgehilfen daran ein Schaden entsteht

- wer sich jemanden als Verrichtungsgehilfen zum Transport einer Säule bestellt, ist für den Schaden, den der Gehilfe angerichtet hat, haftbar zu machen, wenn er z.B. weiß, dass der Gehilfe zu Krämpfen in den Armen neigt. Hat er allerdings die Auswahl des Gehilfen sorgfältig getroffen, haftet er nicht.

- romanische Kodifikationen: es haftet derjenige, den die Schuld trifft/der fahrlässig (z.B.beider Auswahl seiner Sklaven) gehandelt hat

- Rechtsfrage der Haftung zu allen Zeiten aktuell – in jeder arbeitsteiligen Gesellschaft

- die Haftung für Dritte ist schon in den Pandekten bei Gaius und Ulpian behandel

 - Unterscheidung zwischen Erfüllungs - und Verrichtungsgehilfen hat Eingang ins BGB gefunden

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TESTE DEIN WISSEN

Das römische Recht bildet in seinen Grundfragen des Privatrechts die Grundlage aller modernen Privatrechtskodifikationen. Erläutern Sie diesen Zusammenhang an einem selbstgewählten Beispiel.

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TESTE DEIN WISSEN

- schon im römischen Recht Unterscheidung Eigentum und Besitz

- tatsächliche und rechtliche Verfügungsgewalt

- sowohl in den Pandekten als auch im BGB Lösung für den Fall im Eigentümer-Besitzer-Verhältnis gesucht -> Verkomplizierung durch mittelbaren Besitzer

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TESTE DEIN WISSEN

Bei einer Verwahrung kann sich die Frage stellen, ob der Verwahrer die hinterlegte Sache an den Hinterleger oder den Eigentümer herauszugeben hat. Wie löst Tryphonin, und wie lösen die romanischen Kodifikationen diesen Konflikt? Wie löst ihn das deutsche BGB?

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TESTE DEIN WISSEN

- Tryphonin:

- Treu und Glauben zwischen Hinterleger und Verwahrer - Gerechtigkeit spielt jedoch entscheidende Rolle

- Verwahrer muss hinterlegte Sache an den Eigentümer herausgeben (Ansprüche anderer verletzt)


- romanische Kodifikationen:

- Verwahrer kann vom Hinterleger nicht den Beweis des Eigentums an der Sache fordern

- wenn er jedoch entdeckt, dass Hinterleger nicht Eigentümer, muss er Eigentümer benachrichtigen

- Aufforderung an den wahren Eigentümer, die Sache in einer bestimmten Frist abzuholen

- läuft die Frist aus und der Eigentümer hat die Sache nicht abgeholt, Herausgabe an den Hinterleger


- BGB: Relativität der Schuldverhältniss

 - Verwahrung: jederzeit Rückforderungsrecht des Hinterlegers (auch, wenn für die Aufbewahrung eine Zeit bestimmt war)

- Eigentümer-Besitzer-Verhältnis hat Vorrang - sachenrechtliche Vindikation = Anspruch des Eigentümers auf Herausgabe der Sache gegenüber dem Besitzer

- Besitzer kann Herausgabe der Sache verweigern, wenn er (oder der mittelbare Besitzer, von dem er sein Recht zum Besitz ableitet,) dem Eigentümer gegenüber zum Besitz berechtigt ist (also z.B. wenn der Besitzer die Sache vom Eigentümer gepachtet hat)

- Unterschied BGB

- romanische Kodifikationen: BGB fragt nach dem Verhältnis zum Eigentümer


- grundsätzlich im römischen Recht und in den modernen Kodifikationen gleiche Grundgedanken und Ergebnisse

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TESTE DEIN WISSEN

Welche zwei wesentlichen Gründe haben dazu geführt, dass das römische Recht auch nach dem Untergang des römischen Reiches seine bleibende Bedeutung bis heute nicht verloren hat?

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TESTE DEIN WISSEN

- Reichsidee und Imperium Romanum

- Rechtsidee und Universalitätsprinzip

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TESTE DEIN WISSEN

Erläutern Sie den Zusammenhang von Reichsidee und der Bedeutung des römischem Rechts!

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TESTE DEIN WISSEN

- Reichsidee (Romidee) in der Antike:

- Rom als Führungsmacht - von dort geht Ordnung und Frieden aus


- in der Spätantike:

- Suprematieanspruch Roms - Anspruch einer Vormachtstellung

- Monotheismus statt Polytheismus

- Herrschaftsidee mit christlicher Lehre verknüpft

- „Konstantinische Schenkung“ - sichert auch weltliche Macht der Kirche - Trinitätslehre: Vater, Sohn und Heiliger Geist


- Rom als 1000 jähriges Reich als Reich des Heiligen Geistes

- Translatio imperii:

- ein Weltreich löst das andere ab

- Krönung Karls des Großen (800) = „Geburt Europas“

- renovatio imperi: Wiederbelebung der Reichsidee

- Heiliges Römisches Reich deutscher Nationen sah sich als Nachfolger des Römischen Reichs (Sacrum Romanum Imperium)


- römisches Recht nicht unbedingt das beste Recht/Universalrecht, aber geltendes Recht mit großem Einfluss

- praktisch relevant ist die Ausbildung am geltenden Recht und nicht an Idealideen

- „maßgeblich für seine Verbreitung war seine Autorität, nicht seine Qualität“

- Macht > Richtigkeit

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TESTE DEIN WISSEN

Was beinhaltet die sog. „Konstantinische Schenkung“ und in welchem Kontext wurde mit ihr argumentiert?

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TESTE DEIN WISSEN

- galt als Grundlage für den weltlichen Herrschaftsanspruch des Papstes

- Kaiser Konstantin soll dem Papst als Dank für seine Heilung das komplette Weströmische Reich per Schenkung übertragen haben

- die Urkunde war eine Fälschung

- da sie allerdings viele Jahrhunderte für richtig gehalten wurde, wurden mit ihr viele Kriege begründet, um dem territorialen Anspruch der Kirche gerecht zu werden

- außerdem sollte so die Vormacht in der Christenheit begründet werden

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TESTE DEIN WISSEN

Wurde das römische Recht je von einem Kaiser offiziell zum geltenden Recht erklärt? Wie lässt sich der Geltungsanspruch des römischen Rechts bis 1806 begründen?

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TESTE DEIN WISSEN

- die Lotharische Legende

- das römische Recht wurde nie von Kaiser Lothar in Geltung gesetzt

- Fälschung der Urkunde

- entscheidende Frage: Musste das römische Recht überhaupt in Geltung gesetzt werden, wenn sich das Heilige Römische Reich deutscher Nationen als direkter Nachfolger des Römischen Reichs sah?

- Nein, weil kontinuierliche Fortsetzung

- römisches Recht war immer in Geltung, einfach, weil es angewendet wurde

- römisches Recht als geltendes Recht mit universellem Anspruch

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TESTE DEIN WISSEN

Warum ist die Beschäftigung mit dem römischen Recht auch noch nach 1806 von Bedeutung geblieben?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

- römisches Recht war geltendes Recht, dass auch weiter Anwendung fand

- Universalität des römischen Rechts (entwickelte sich von Recht mit nationaler Geltung zu Recht mit universeller Geltung)

- inhaltlich so bedeutend, dass juristische Betrachtung immer notwendig

- sämtliche Partikularrechte gründen auf ihm

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TESTE DEIN WISSEN

Was bedeutet Universalität des Rechts?

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TESTE DEIN WISSEN

- allgemeine Gültigkeit, unabhängig von Zeit und Ort

- überstaatliches, überzeitliches Recht

- bisweilen sogar überweltliches, göttliches Naturrecht

- die drei kennzeichnenden Universalien: Reich, Religion und Bildung

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TESTE DEIN WISSEN

Erläutern Sie die Begriffe „geltendes Recht“, „positives Recht“, „Universalrecht“! Geben Sie jeweils ein Beispiel!

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TESTE DEIN WISSEN

- geltendes Recht: Recht, das grade angewendet wird, zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort (partikular)

z.B. Richterrecht, positives Recht, das Anwendung findet

- positives Recht: Recht, das in Rechtssätzen und Gesetzen niedergeschrieben ist, von den Menschen gesetzt z.B. Grundgesetz

- Universalrecht: Gegenteil von Partikularrecht, Gedanke des ius gentium, für alle zu jeder Zeit anwendbar, (inhaltlich richtiges Recht)

z.B. göttliches Recht, Natur-/Vernunftrecht

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Beispielhafte Karteikarten für deinen Rechtsgeschichte II Kurs an der Universität Rostock - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Erläutern Sie Inhalt und historischen Hintergrund des sog. „Kodifikationsstreites“!

A:

- historischer Hintergrund:

- Beginn des 19. Jahrhundert

- Ende des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen (1806)

- unterschiedlichste Rechtsquellen haben Rechtsgeltung in Deutschland (Partikularrechte, Allgemeines Preußisches Landrecht, Code Civil in Rheinbundstaaten, Gewohnheitsrecht, römisches Recht)


- Thibaut:

- keine einzelstaatlichen Regelungen mehr

- gemeinsames Gesetzbuch für das Volk

- für alle zugänglich, verständlich (kein Latein) und transparent

- vor allem politische Forderung

- will nicht mehr das Recht in der Hand der Landesherren, sondern Einheit des Landes

- Schaffung eines Gesetzbuches des Privatrechts (z.T. auch Straf- und Prozessrecht) für alle Deutschen

- nach Vorbild des Code Civil

- Überwindung des römischen Rechts


- von Savigny:

- keine statische Kodifikation -> Recht entwickelt sich als Gewohnheitsrecht organisch (keine „Willkür des Gesetzgebers“)

- Juristen nicht dazu befähigt alleine ein ganzes deutsches Gesetzbuch zu schaffen

- Aufgabe lediglich, das bestehende Recht fortzubilden

- v.a. Bezug auf historische Rechtsquellen

- das römische Recht soll durchdrungen und aufgearbeitet werden

- erst ganz am Ende dieser Entwicklung kann, wenn überhaupt, eine Kodifikation stehen

- Begründer der historischen Rechtsschule -> Pandektenwissenschaft -> prägt das 19. Jahrhundert

- Kodifikation am Ende (mit großem Einfluss des römischen Rechts) = BGB (1900)

Q:

Was versteht man unter „Pandekten“, was unter „Pandektenwissenschaft“? Nennen Sie mind. 3 Vertreter der Lehre des römischen Rechts im 19. Jh! Welches ist die signifikanteste Frucht dieser Wissenschaft?

A:

- Pandekten = Sammlung der altrömischen Rechtsliteratur, Sammlung von Juristensprüchen (fallorientiert)

- Pandektenwissenschaft/Pandektistik = Rechtssystematik, bei der das in den Pandekten des CIC festgeschriebene Fallrecht rezipiert wird (historische Rechtsschule)

- Vertreter: Georg Friedrich Puchta, Rudolf von Jhering, Bernhard Windscheid

- am Ende: Kodifikation des BGB (1900)

Q:

Unter „universaler Geltung“ lässt sich die epochen- und lokalitätsübergreifende Kontinuität von Rechtsfragen verstehen. Erläutern Sie den Gedanken „universaler Geltung“ anhand des Problems der „Haftung für Dritte“ an einem selbst gewählten Beispiel! Inwieweit haben die Antworten des Römischen Rechts Eingang in das BGB gefunden?

A:

- wer z.B. eine Säule für einen Auftraggeber transportiert, haftet, wenn beim Transport durch eigenes Verschulden oder durch Verschulden eines Erfüllungsgehilfen daran ein Schaden entsteht

- wer sich jemanden als Verrichtungsgehilfen zum Transport einer Säule bestellt, ist für den Schaden, den der Gehilfe angerichtet hat, haftbar zu machen, wenn er z.B. weiß, dass der Gehilfe zu Krämpfen in den Armen neigt. Hat er allerdings die Auswahl des Gehilfen sorgfältig getroffen, haftet er nicht.

- romanische Kodifikationen: es haftet derjenige, den die Schuld trifft/der fahrlässig (z.B.beider Auswahl seiner Sklaven) gehandelt hat

- Rechtsfrage der Haftung zu allen Zeiten aktuell – in jeder arbeitsteiligen Gesellschaft

- die Haftung für Dritte ist schon in den Pandekten bei Gaius und Ulpian behandel

 - Unterscheidung zwischen Erfüllungs - und Verrichtungsgehilfen hat Eingang ins BGB gefunden

Q:

Das römische Recht bildet in seinen Grundfragen des Privatrechts die Grundlage aller modernen Privatrechtskodifikationen. Erläutern Sie diesen Zusammenhang an einem selbstgewählten Beispiel.

A:

- schon im römischen Recht Unterscheidung Eigentum und Besitz

- tatsächliche und rechtliche Verfügungsgewalt

- sowohl in den Pandekten als auch im BGB Lösung für den Fall im Eigentümer-Besitzer-Verhältnis gesucht -> Verkomplizierung durch mittelbaren Besitzer

Q:

Bei einer Verwahrung kann sich die Frage stellen, ob der Verwahrer die hinterlegte Sache an den Hinterleger oder den Eigentümer herauszugeben hat. Wie löst Tryphonin, und wie lösen die romanischen Kodifikationen diesen Konflikt? Wie löst ihn das deutsche BGB?

A:

- Tryphonin:

- Treu und Glauben zwischen Hinterleger und Verwahrer - Gerechtigkeit spielt jedoch entscheidende Rolle

- Verwahrer muss hinterlegte Sache an den Eigentümer herausgeben (Ansprüche anderer verletzt)


- romanische Kodifikationen:

- Verwahrer kann vom Hinterleger nicht den Beweis des Eigentums an der Sache fordern

- wenn er jedoch entdeckt, dass Hinterleger nicht Eigentümer, muss er Eigentümer benachrichtigen

- Aufforderung an den wahren Eigentümer, die Sache in einer bestimmten Frist abzuholen

- läuft die Frist aus und der Eigentümer hat die Sache nicht abgeholt, Herausgabe an den Hinterleger


- BGB: Relativität der Schuldverhältniss

 - Verwahrung: jederzeit Rückforderungsrecht des Hinterlegers (auch, wenn für die Aufbewahrung eine Zeit bestimmt war)

- Eigentümer-Besitzer-Verhältnis hat Vorrang - sachenrechtliche Vindikation = Anspruch des Eigentümers auf Herausgabe der Sache gegenüber dem Besitzer

- Besitzer kann Herausgabe der Sache verweigern, wenn er (oder der mittelbare Besitzer, von dem er sein Recht zum Besitz ableitet,) dem Eigentümer gegenüber zum Besitz berechtigt ist (also z.B. wenn der Besitzer die Sache vom Eigentümer gepachtet hat)

- Unterschied BGB

- romanische Kodifikationen: BGB fragt nach dem Verhältnis zum Eigentümer


- grundsätzlich im römischen Recht und in den modernen Kodifikationen gleiche Grundgedanken und Ergebnisse

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Q:

Welche zwei wesentlichen Gründe haben dazu geführt, dass das römische Recht auch nach dem Untergang des römischen Reiches seine bleibende Bedeutung bis heute nicht verloren hat?

A:

- Reichsidee und Imperium Romanum

- Rechtsidee und Universalitätsprinzip

Q:

Erläutern Sie den Zusammenhang von Reichsidee und der Bedeutung des römischem Rechts!

A:

- Reichsidee (Romidee) in der Antike:

- Rom als Führungsmacht - von dort geht Ordnung und Frieden aus


- in der Spätantike:

- Suprematieanspruch Roms - Anspruch einer Vormachtstellung

- Monotheismus statt Polytheismus

- Herrschaftsidee mit christlicher Lehre verknüpft

- „Konstantinische Schenkung“ - sichert auch weltliche Macht der Kirche - Trinitätslehre: Vater, Sohn und Heiliger Geist


- Rom als 1000 jähriges Reich als Reich des Heiligen Geistes

- Translatio imperii:

- ein Weltreich löst das andere ab

- Krönung Karls des Großen (800) = „Geburt Europas“

- renovatio imperi: Wiederbelebung der Reichsidee

- Heiliges Römisches Reich deutscher Nationen sah sich als Nachfolger des Römischen Reichs (Sacrum Romanum Imperium)


- römisches Recht nicht unbedingt das beste Recht/Universalrecht, aber geltendes Recht mit großem Einfluss

- praktisch relevant ist die Ausbildung am geltenden Recht und nicht an Idealideen

- „maßgeblich für seine Verbreitung war seine Autorität, nicht seine Qualität“

- Macht > Richtigkeit

Q:

Was beinhaltet die sog. „Konstantinische Schenkung“ und in welchem Kontext wurde mit ihr argumentiert?

A:

- galt als Grundlage für den weltlichen Herrschaftsanspruch des Papstes

- Kaiser Konstantin soll dem Papst als Dank für seine Heilung das komplette Weströmische Reich per Schenkung übertragen haben

- die Urkunde war eine Fälschung

- da sie allerdings viele Jahrhunderte für richtig gehalten wurde, wurden mit ihr viele Kriege begründet, um dem territorialen Anspruch der Kirche gerecht zu werden

- außerdem sollte so die Vormacht in der Christenheit begründet werden

Q:

Wurde das römische Recht je von einem Kaiser offiziell zum geltenden Recht erklärt? Wie lässt sich der Geltungsanspruch des römischen Rechts bis 1806 begründen?

A:

- die Lotharische Legende

- das römische Recht wurde nie von Kaiser Lothar in Geltung gesetzt

- Fälschung der Urkunde

- entscheidende Frage: Musste das römische Recht überhaupt in Geltung gesetzt werden, wenn sich das Heilige Römische Reich deutscher Nationen als direkter Nachfolger des Römischen Reichs sah?

- Nein, weil kontinuierliche Fortsetzung

- römisches Recht war immer in Geltung, einfach, weil es angewendet wurde

- römisches Recht als geltendes Recht mit universellem Anspruch

Q:

Warum ist die Beschäftigung mit dem römischen Recht auch noch nach 1806 von Bedeutung geblieben?

A:

- römisches Recht war geltendes Recht, dass auch weiter Anwendung fand

- Universalität des römischen Rechts (entwickelte sich von Recht mit nationaler Geltung zu Recht mit universeller Geltung)

- inhaltlich so bedeutend, dass juristische Betrachtung immer notwendig

- sämtliche Partikularrechte gründen auf ihm

Q:

Was bedeutet Universalität des Rechts?

A:

- allgemeine Gültigkeit, unabhängig von Zeit und Ort

- überstaatliches, überzeitliches Recht

- bisweilen sogar überweltliches, göttliches Naturrecht

- die drei kennzeichnenden Universalien: Reich, Religion und Bildung

Q:

Erläutern Sie die Begriffe „geltendes Recht“, „positives Recht“, „Universalrecht“! Geben Sie jeweils ein Beispiel!

A:

- geltendes Recht: Recht, das grade angewendet wird, zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort (partikular)

z.B. Richterrecht, positives Recht, das Anwendung findet

- positives Recht: Recht, das in Rechtssätzen und Gesetzen niedergeschrieben ist, von den Menschen gesetzt z.B. Grundgesetz

- Universalrecht: Gegenteil von Partikularrecht, Gedanke des ius gentium, für alle zu jeder Zeit anwendbar, (inhaltlich richtiges Recht)

z.B. göttliches Recht, Natur-/Vernunftrecht

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