Urheberrecht at Universität Mannheim | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Urheberrecht an der Universität Mannheim

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TESTE DEIN WISSEN
Was ist der Schutzzweck, die Rechtfertigung und der Schutzgegenstand im Urheberrecht? Wer ist Rechtsinhaber?
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TESTE DEIN WISSEN
  • Schutzzweck ist der Schutz der ideellen und materiellen Interessen des Urhebers

  • Rechtfertigung 
    • Schutz der Persönlichkeit des Urhebers 
    • Belohnung und Alimentation des Urhebers 
    • Kulturförderung 
    • Investitionsschutz 

  • Schutzgegenstand: Werk 
  • Rechteinhaber: Inhaber des Urheberrechts ist der Urheber, also die natürliche Person die das Werk geschaffen hat (§§ 7, 8) bzw. Die Erben (§ 28).
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TESTE DEIN WISSEN
Erläutere die Relevanz des Urheberrechts für die Kulturwirtschaft. Worin besteht die Besonderheit geistiger Güter?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Urheberrecht ist Grundlage der wirtschaftlichen Betätigung:
  • Verlagswesen 
  • Musik- / Filmindustrie 
  • Museen 
  • Werbung 
  • Wertungsgesellschaften 
  • Kunstgewerbliche Industrie 
  • Online-Intermediäre 
  • Rundfunkanstalten und private Sendeunternehmen 

=Durch die Digitalisierung und das Internet entstehen nicht nur neue Märkte, sondern die Informations- bzw. Kommunikationsindustrie bietet den Medienunternehmen völlig neue Möglichkeiten der Vermarktung immaterieller Güter. 
—>Eine Besonderheit geistiger Güter besteht in der Ubiquität (Ortsungebundenheit) des Warencharakters geistiger Arbeit, d.h. anders als körperliche Gegenstände können die Inhalte von einer unbestimmten Zahl von Internetnutzern überall auf der Welt abgerufen werden, ohne dass deren Qualität darunter leidet. 
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TESTE DEIN WISSEN
Was besagt das Territorialprinzip?
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TESTE DEIN WISSEN
=Das Territorialprinzip besagt dass Immaterialgüterrechte im Hinblick auf ihre Eigenschaft als nicht körperliche belegene Rechte keine uneingeschränkte räumliche Geltung haben.
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TESTE DEIN WISSEN
Erkläre das Verhältnis von Urheberrecht und das Eigentum am Werkstück
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TESTE DEIN WISSEN
=Urheberecht ist ein Immaterialgüterrecht und von dem Eigentum am Werkexemplar streng zu trennen!
—>Körperliche Werkexemplare sind Gegenstände iSv. § 90 BGB, die Übereignung richtet sich nach den Vorschriften des BGB. Das Urheberrecht steht unabhängig davon selbstständig daneben. D.h. Dass aus der Übereignung des Werkexemplars noch keine Einräumung urheberrechtlicher Befugnisse folgt. 
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TESTE DEIN WISSEN
Inwiefern ist das Urheberrecht ein Ausschließlichkeitsrecht?
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TESTE DEIN WISSEN
  • Negative Befugnis (Verbotsrecht): Recht andere von der Nutzung auszuschließen 
  • Positive Befugnis (Nutzungsrecht): Recht das Werk selbst zu nutzen oder andere nutzen zu lassen. 
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TESTE DEIN WISSEN
Was sind allgemeine Schutzvoraussetzungen des Urheberrechts bzw. Wie entsteht es?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
=Das Urheberrecht ist kein Privileg, die entstehung ist nicht von einem staatlichen Verleihungsakt abhängig! 
  • Entsteht formfrei ex lege mit dem Schöpfungsakt (Anknüpfung an Realakt als Werkschöpfung) - keine Anmeldung notwendig 
  • Urheberrechtsschutz besteht auch für unveröffentlichte Werke (Entstehung durch Schöpfungsakt) - deshalb keine Veröffentlichung erforderlich.
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TESTE DEIN WISSEN
Beschreibe die Interessenslage (beteiligte Akteure). 
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  • Urheber: (Exklusivitätsinteressen + Zugangsinteresse + Verwertungsinteressen)
    • trägt während der Schöpfung ein zeitlich monetäres Risiko, da der Erfolg seiner Leistung nicht abschätzbar ist 
    • steht stärkeren Verwertern ggü (Ungleichgewicht) 
—>Bedarf deshalb des Schutzes der wirtschaftlichen wie auch ideellen Interessen (Auch: Interesse an Zugang zu bestehenden Werken)

  • Verwerter (Verwertungsinteressen + Exklusivitätsinteressen)
    • Investitionsschutz für erbrachte Leistungen 
    • Schutz und Verkehrsfähigkeit der Verwertungsrechte 
—>Verwerter erhalten als Gegenleistung oftmals verwandte Schutzrechte 

  • Nutzer (Zugangsinteressen)
    • Erwarten idR ökonomisch optimalen / einfachen Zugang zu den werken. Ihre Interessen sind die Schranken des UrhR zudem der Kontrahierungszwang der Verwertungsgesellschaft
    • Je weiter der Schutz des Rechteinhabers, desto mehr wird der Handlungsspielraum der übrigen Marktteilnehmer eingeengt. Daher müssen die SVV und die Schranken des Rechts sicherstellen, das genügend Freiraum für die Öffentlichkeit bleibt (geistiges Eigentum vs. Gemeinfreiheit)

  • Allgemeinheit (Zugangsinteressen)
    • Interesse an ungehinderten Zugang zu Informationen und der Nutzung von Werken sowie Interesse an Schutz von Kulturgütern / Förderung des kulturellen Schaffens. 

  • Exklusivitätsinteressen 
=Interesse an der wirt. Verwertung, Partizipation an der wirtschaftlichen Verwertung (d.h. Entlohnungs- und Amortisationsinteressen 


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TESTE DEIN WISSEN
Wann endet die Schutzdauer? (Bestand des Rechts)
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TESTE DEIN WISSEN
=Die Schutzdauer entdet 70 Jahre nach dem Tod des längst überlebenden Urhebers (§§ 64, 65) - Bei anonymen Werken 70 Jahre nach Veröffentlichung bzw. Schaffung des Werkes (§ 66). 
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Was sagt § 11 UrhG aus, welche Rechte hat der Urheber danach?
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TESTE DEIN WISSEN
=Nach § 11 UrhG schützt das Urheberrecht den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes, setzt aber auch Schranken. 
—>Der Urheber hat danach eine verwertungsrechtliche und eine persönlichkeitsrechtliche Wirkung (dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes): 

1. Verwertungsrechte § 15 UrhG
  • Verwertung in körperlicher Form 
    • Vervielfältigungsrecht § 16 
    • Verbreitungsrecht § 17 
    • Ausstellungsrecht § 18 
  • Verwertung in unkörperlicher Form 
    • Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht § 19 
    • Recht der öffentlichen Zugänglichmachung § 19a 
    • Senderecht §§ 20, 20a, 20b 
    • Recht der Wiedergabe durch Bild- und Tonträger § 21
    • Recht der wiedergabe von Funksendungen und öffentlicher Zugänglichmachung § 22

2. Persönlichkeitsrechte
  • Veröffentlichungsrecht § 12 
  • Recht auf Anerkennung der Urheberschaft § 13 
  • Recht zum Verbot der Entstellung eines Werkes § 14 

3. Sonstige Rechte 
  • Bearbeitungsrecht § 23 
  • Recht auf zugang zu Werkstücken § 25 
  • Folgerecht § 26 
  • Vergütungsrecht bei Vermietung und Verleihung von Vervielfältigungsstücken § 27 
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TESTE DEIN WISSEN
Nenne und Erkläre die Begründungsansätze des Urheberrecht (Warum gibt es Urheberrecht?)
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TESTE DEIN WISSEN
1. Persönlichkeitsrechtlicher Begründungsansatz
=Die geistige Schöpfung ist Ausdruck der Persönlichkeit des Urhebers und Ergebnis seiner geistigen Arbeit. Daher soll der Urheber über das Was und Wie der Veröffentlichung entscheiden und die wirt. Früchte der Verwertung erlangen. 
—>Erklärung auch durch die soziale Funktion des UrhR: Die Nutzung geistiger Schöpfungen verbindet die Menschen in der Gesellschaft über die Schranken von Rassen, Klassen, Generationen usw. hinweg. Die Schöpfer von Werken erbringen daher einen ö. Dienst und tragen zur Entwicklung des gesell. Zusammenlebens bei. Für die Erfüllung dieser Aufgabe sind sie zu entlohnen.

2. Ökonomischer Begründungsansatz (UrhR als Grundlage der wirt. Betätigung) 
=Der ökonomische Begründungsansatz sieht das UrhR als Grundlage der wirt. Betätigung. Für die Schaffung und Verbreitung geistiger Güter sind Investitionen erforderlich. 
—>Will man ein lebendiges Kulturerbe, muss die Rentabilität dieser Investition gesichert sein (Amortisationsprinzip). 
  • Anreiztheorie des UrhR: Ausschließlichkeitsrechte bieten Anreize, weitere Werke zu schaffen, in die Produktion zu investieren und Werke zu verbreiten. 
  • Utilitaristische Betrachtungsweise: Eine Regeln ist nur gut, wenn sie den Gesamtnutzen der Gesellschaft maximiert. Utilitaristische Rechtfertigung knüpft daran an, dass die Folgen einer bestimmten Handlung für die Gesellschaft vorteilhafter sind als die Alternative (ökonomische Analyse des Rechts)
  • Schaffung eines Marktes: ohne geistiges Eigentum wären Immaterialgüter öffentliche Güter, für die sich auf dem markt kein Preis entwickeln würde und der Markt sie daher nicht hervorbringen könnte
  • Propterty Rights Theorie: Märkte funktionieren besser, wenn Rechte klar zugewiesen sind und wenn durch Verhandlungen die beste Allokation von Ressourcen ermittelt wird. 
  • Informationsgedanke: geistiges Eigentum sorgt für Markttransparenz 
—>FAZIT: Geisteswerke können durch ihre Ubiquität von potenziell unendlich vielen Menschen ohne das Risiko des Aufbrauchens und ohne faktische Ausschlussmöglichkeit genossen werden. Bei dieser freien Verfügbarkeit besteht keine Zahlungsbereitschaft (Markt sorgt für Allokation), es besteht so die Gefahr einer Trittbrettfahrer-Situation: Gäbe es kein Urheberrecht die genau diese Interessen schützt käme es zu einem Marktversagen und Produzenten unterließen zukünftige Herstellungen von Geisteswerken 


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TESTE DEIN WISSEN
Nenne die unterschiedlichen Urheberrechtssysteme (Ansätze).
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TESTE DEIN WISSEN
1. Der Droit d‘auteur Ansatz (Kontinentaleuropäisches System)
=Der Ansatz sieht das UrhR als ein vorstaatliches Recht, das durch die Gesetzgebung lediglich anerkannt und ausgestaltet wird. Im Vordergrund steht die individuelle schöpferische Arbeitsleistung als Werk des Menschen mit seinen Persönlichkeitsinteressen. Es ist ein Hybridrecht mit Vermögens- und Persönlichkeitsrechtlichen Elementen 
  • Starkes Band zwischen Urheber und Werk 
  • Schöpferprinzip: Schutz knüpft an die Persönlichkeit des Urhebers an

2. Der Copyright-Ansatz (Angloamerikanisches System)
=Dieser Ansatz betont die wirtschaftlichen Aspekte: Er sieht die primäre Aufgabe des UrhR im Vermögens- und Investitionsschutzrecht,, daneben sind die Urheberpersönlichkeitsrechte schwach ausgestaltet. 
  • Beruht auf Zweckmäßigkeitserwägung: Das UrhR ist ein vom Staat verliehenes Recht, das zur Verfolgung wünschenswerter Ziele gedacht ist, um maximale Wohlfahrtssteigerung (wirt / geistig / kulturell) für die Allgemeinheit zu gewähren. 
  • Erleichterung des Rechtserwerbs zum Nachteil der Urheber: „works made for hire“ - Originärer Rechtserwerb des Verwerters

3. Die monistische Theorie (Unser System)
=Diese Theorie beruht. Darauf dass das UrhR ein einheitliches Recht ist, in welchem persönlichkeits- und vermögensrechtliche Bestandteile untrennbar miteinander verwoben sind. (Kein reines Vermögensrecht sondern Vermögensrecht mit persönlichkeitsrechtlichem Einschlag)
  • Siehe § 11 UrhG

Konsequenzen:
  • Unübertragbarkeit des UrhR als Ganzes § 29 I UrhG
  • Verwertungsrechte können nicht abgetreten werden (nur Einräumung von Nutzungsrechten §§ 31 ff. UrhG) 
  • UrhR geht als Ganzes auf den Erben über § 28 I UrhG 
  • Schutzfrist von 70 Jahren gilt einheitlich für vermögensrechtliche und persönlichkeitsrechtliche Bestandteile 
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Was sind Immaterialgüter und Immaterialgüterrechte?
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TESTE DEIN WISSEN
  • Immaterialgüter
=Immaterialgüter sind unkörperliche Gegenstände von wirtschaftlichem und ideellem Wert (Geisteswerke, Ideen, Entdeckungen)

  • Immaterialgüterrechte
=Immaterialgüterrechte sind Rechte an unkörperlichen geistigen Gütern, die sich materiell oder ideell vom Berechtigten nutzen lassen. Ihr Schutzgegenstand ist das „geistige Gut“.
—>Sind absolute Rechte, die ggü. Jeedrmann wirken, auf Dritte übertragen oder zumindest lizensiert werden können.
    -Nicht die Idee ist geschützt, sondern das Geisteswerk das nach
    Außen kundgetan ist. Erst dann hat der Entwickler ein Recht daran. 

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  • 117183 Karteikarten
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Q:
Was ist der Schutzzweck, die Rechtfertigung und der Schutzgegenstand im Urheberrecht? Wer ist Rechtsinhaber?
A:
  • Schutzzweck ist der Schutz der ideellen und materiellen Interessen des Urhebers

  • Rechtfertigung 
    • Schutz der Persönlichkeit des Urhebers 
    • Belohnung und Alimentation des Urhebers 
    • Kulturförderung 
    • Investitionsschutz 

  • Schutzgegenstand: Werk 
  • Rechteinhaber: Inhaber des Urheberrechts ist der Urheber, also die natürliche Person die das Werk geschaffen hat (§§ 7, 8) bzw. Die Erben (§ 28).
Q:
Erläutere die Relevanz des Urheberrechts für die Kulturwirtschaft. Worin besteht die Besonderheit geistiger Güter?
A:
Urheberrecht ist Grundlage der wirtschaftlichen Betätigung:
  • Verlagswesen 
  • Musik- / Filmindustrie 
  • Museen 
  • Werbung 
  • Wertungsgesellschaften 
  • Kunstgewerbliche Industrie 
  • Online-Intermediäre 
  • Rundfunkanstalten und private Sendeunternehmen 

=Durch die Digitalisierung und das Internet entstehen nicht nur neue Märkte, sondern die Informations- bzw. Kommunikationsindustrie bietet den Medienunternehmen völlig neue Möglichkeiten der Vermarktung immaterieller Güter. 
—>Eine Besonderheit geistiger Güter besteht in der Ubiquität (Ortsungebundenheit) des Warencharakters geistiger Arbeit, d.h. anders als körperliche Gegenstände können die Inhalte von einer unbestimmten Zahl von Internetnutzern überall auf der Welt abgerufen werden, ohne dass deren Qualität darunter leidet. 
Q:
Was besagt das Territorialprinzip?
A:
=Das Territorialprinzip besagt dass Immaterialgüterrechte im Hinblick auf ihre Eigenschaft als nicht körperliche belegene Rechte keine uneingeschränkte räumliche Geltung haben.
Q:
Erkläre das Verhältnis von Urheberrecht und das Eigentum am Werkstück
A:
=Urheberecht ist ein Immaterialgüterrecht und von dem Eigentum am Werkexemplar streng zu trennen!
—>Körperliche Werkexemplare sind Gegenstände iSv. § 90 BGB, die Übereignung richtet sich nach den Vorschriften des BGB. Das Urheberrecht steht unabhängig davon selbstständig daneben. D.h. Dass aus der Übereignung des Werkexemplars noch keine Einräumung urheberrechtlicher Befugnisse folgt. 
Q:
Inwiefern ist das Urheberrecht ein Ausschließlichkeitsrecht?
A:
  • Negative Befugnis (Verbotsrecht): Recht andere von der Nutzung auszuschließen 
  • Positive Befugnis (Nutzungsrecht): Recht das Werk selbst zu nutzen oder andere nutzen zu lassen. 
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Q:
Was sind allgemeine Schutzvoraussetzungen des Urheberrechts bzw. Wie entsteht es?
A:
=Das Urheberrecht ist kein Privileg, die entstehung ist nicht von einem staatlichen Verleihungsakt abhängig! 
  • Entsteht formfrei ex lege mit dem Schöpfungsakt (Anknüpfung an Realakt als Werkschöpfung) - keine Anmeldung notwendig 
  • Urheberrechtsschutz besteht auch für unveröffentlichte Werke (Entstehung durch Schöpfungsakt) - deshalb keine Veröffentlichung erforderlich.
Q:
Beschreibe die Interessenslage (beteiligte Akteure). 
A:
  • Urheber: (Exklusivitätsinteressen + Zugangsinteresse + Verwertungsinteressen)
    • trägt während der Schöpfung ein zeitlich monetäres Risiko, da der Erfolg seiner Leistung nicht abschätzbar ist 
    • steht stärkeren Verwertern ggü (Ungleichgewicht) 
—>Bedarf deshalb des Schutzes der wirtschaftlichen wie auch ideellen Interessen (Auch: Interesse an Zugang zu bestehenden Werken)

  • Verwerter (Verwertungsinteressen + Exklusivitätsinteressen)
    • Investitionsschutz für erbrachte Leistungen 
    • Schutz und Verkehrsfähigkeit der Verwertungsrechte 
—>Verwerter erhalten als Gegenleistung oftmals verwandte Schutzrechte 

  • Nutzer (Zugangsinteressen)
    • Erwarten idR ökonomisch optimalen / einfachen Zugang zu den werken. Ihre Interessen sind die Schranken des UrhR zudem der Kontrahierungszwang der Verwertungsgesellschaft
    • Je weiter der Schutz des Rechteinhabers, desto mehr wird der Handlungsspielraum der übrigen Marktteilnehmer eingeengt. Daher müssen die SVV und die Schranken des Rechts sicherstellen, das genügend Freiraum für die Öffentlichkeit bleibt (geistiges Eigentum vs. Gemeinfreiheit)

  • Allgemeinheit (Zugangsinteressen)
    • Interesse an ungehinderten Zugang zu Informationen und der Nutzung von Werken sowie Interesse an Schutz von Kulturgütern / Förderung des kulturellen Schaffens. 

  • Exklusivitätsinteressen 
=Interesse an der wirt. Verwertung, Partizipation an der wirtschaftlichen Verwertung (d.h. Entlohnungs- und Amortisationsinteressen 


Q:
Wann endet die Schutzdauer? (Bestand des Rechts)
A:
=Die Schutzdauer entdet 70 Jahre nach dem Tod des längst überlebenden Urhebers (§§ 64, 65) - Bei anonymen Werken 70 Jahre nach Veröffentlichung bzw. Schaffung des Werkes (§ 66). 
Q:
Was sagt § 11 UrhG aus, welche Rechte hat der Urheber danach?
A:
=Nach § 11 UrhG schützt das Urheberrecht den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes, setzt aber auch Schranken. 
—>Der Urheber hat danach eine verwertungsrechtliche und eine persönlichkeitsrechtliche Wirkung (dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes): 

1. Verwertungsrechte § 15 UrhG
  • Verwertung in körperlicher Form 
    • Vervielfältigungsrecht § 16 
    • Verbreitungsrecht § 17 
    • Ausstellungsrecht § 18 
  • Verwertung in unkörperlicher Form 
    • Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht § 19 
    • Recht der öffentlichen Zugänglichmachung § 19a 
    • Senderecht §§ 20, 20a, 20b 
    • Recht der Wiedergabe durch Bild- und Tonträger § 21
    • Recht der wiedergabe von Funksendungen und öffentlicher Zugänglichmachung § 22

2. Persönlichkeitsrechte
  • Veröffentlichungsrecht § 12 
  • Recht auf Anerkennung der Urheberschaft § 13 
  • Recht zum Verbot der Entstellung eines Werkes § 14 

3. Sonstige Rechte 
  • Bearbeitungsrecht § 23 
  • Recht auf zugang zu Werkstücken § 25 
  • Folgerecht § 26 
  • Vergütungsrecht bei Vermietung und Verleihung von Vervielfältigungsstücken § 27 
Q:
Nenne und Erkläre die Begründungsansätze des Urheberrecht (Warum gibt es Urheberrecht?)
A:
1. Persönlichkeitsrechtlicher Begründungsansatz
=Die geistige Schöpfung ist Ausdruck der Persönlichkeit des Urhebers und Ergebnis seiner geistigen Arbeit. Daher soll der Urheber über das Was und Wie der Veröffentlichung entscheiden und die wirt. Früchte der Verwertung erlangen. 
—>Erklärung auch durch die soziale Funktion des UrhR: Die Nutzung geistiger Schöpfungen verbindet die Menschen in der Gesellschaft über die Schranken von Rassen, Klassen, Generationen usw. hinweg. Die Schöpfer von Werken erbringen daher einen ö. Dienst und tragen zur Entwicklung des gesell. Zusammenlebens bei. Für die Erfüllung dieser Aufgabe sind sie zu entlohnen.

2. Ökonomischer Begründungsansatz (UrhR als Grundlage der wirt. Betätigung) 
=Der ökonomische Begründungsansatz sieht das UrhR als Grundlage der wirt. Betätigung. Für die Schaffung und Verbreitung geistiger Güter sind Investitionen erforderlich. 
—>Will man ein lebendiges Kulturerbe, muss die Rentabilität dieser Investition gesichert sein (Amortisationsprinzip). 
  • Anreiztheorie des UrhR: Ausschließlichkeitsrechte bieten Anreize, weitere Werke zu schaffen, in die Produktion zu investieren und Werke zu verbreiten. 
  • Utilitaristische Betrachtungsweise: Eine Regeln ist nur gut, wenn sie den Gesamtnutzen der Gesellschaft maximiert. Utilitaristische Rechtfertigung knüpft daran an, dass die Folgen einer bestimmten Handlung für die Gesellschaft vorteilhafter sind als die Alternative (ökonomische Analyse des Rechts)
  • Schaffung eines Marktes: ohne geistiges Eigentum wären Immaterialgüter öffentliche Güter, für die sich auf dem markt kein Preis entwickeln würde und der Markt sie daher nicht hervorbringen könnte
  • Propterty Rights Theorie: Märkte funktionieren besser, wenn Rechte klar zugewiesen sind und wenn durch Verhandlungen die beste Allokation von Ressourcen ermittelt wird. 
  • Informationsgedanke: geistiges Eigentum sorgt für Markttransparenz 
—>FAZIT: Geisteswerke können durch ihre Ubiquität von potenziell unendlich vielen Menschen ohne das Risiko des Aufbrauchens und ohne faktische Ausschlussmöglichkeit genossen werden. Bei dieser freien Verfügbarkeit besteht keine Zahlungsbereitschaft (Markt sorgt für Allokation), es besteht so die Gefahr einer Trittbrettfahrer-Situation: Gäbe es kein Urheberrecht die genau diese Interessen schützt käme es zu einem Marktversagen und Produzenten unterließen zukünftige Herstellungen von Geisteswerken 


Q:
Nenne die unterschiedlichen Urheberrechtssysteme (Ansätze).
A:
1. Der Droit d‘auteur Ansatz (Kontinentaleuropäisches System)
=Der Ansatz sieht das UrhR als ein vorstaatliches Recht, das durch die Gesetzgebung lediglich anerkannt und ausgestaltet wird. Im Vordergrund steht die individuelle schöpferische Arbeitsleistung als Werk des Menschen mit seinen Persönlichkeitsinteressen. Es ist ein Hybridrecht mit Vermögens- und Persönlichkeitsrechtlichen Elementen 
  • Starkes Band zwischen Urheber und Werk 
  • Schöpferprinzip: Schutz knüpft an die Persönlichkeit des Urhebers an

2. Der Copyright-Ansatz (Angloamerikanisches System)
=Dieser Ansatz betont die wirtschaftlichen Aspekte: Er sieht die primäre Aufgabe des UrhR im Vermögens- und Investitionsschutzrecht,, daneben sind die Urheberpersönlichkeitsrechte schwach ausgestaltet. 
  • Beruht auf Zweckmäßigkeitserwägung: Das UrhR ist ein vom Staat verliehenes Recht, das zur Verfolgung wünschenswerter Ziele gedacht ist, um maximale Wohlfahrtssteigerung (wirt / geistig / kulturell) für die Allgemeinheit zu gewähren. 
  • Erleichterung des Rechtserwerbs zum Nachteil der Urheber: „works made for hire“ - Originärer Rechtserwerb des Verwerters

3. Die monistische Theorie (Unser System)
=Diese Theorie beruht. Darauf dass das UrhR ein einheitliches Recht ist, in welchem persönlichkeits- und vermögensrechtliche Bestandteile untrennbar miteinander verwoben sind. (Kein reines Vermögensrecht sondern Vermögensrecht mit persönlichkeitsrechtlichem Einschlag)
  • Siehe § 11 UrhG

Konsequenzen:
  • Unübertragbarkeit des UrhR als Ganzes § 29 I UrhG
  • Verwertungsrechte können nicht abgetreten werden (nur Einräumung von Nutzungsrechten §§ 31 ff. UrhG) 
  • UrhR geht als Ganzes auf den Erben über § 28 I UrhG 
  • Schutzfrist von 70 Jahren gilt einheitlich für vermögensrechtliche und persönlichkeitsrechtliche Bestandteile 
Q:
Was sind Immaterialgüter und Immaterialgüterrechte?
A:
  • Immaterialgüter
=Immaterialgüter sind unkörperliche Gegenstände von wirtschaftlichem und ideellem Wert (Geisteswerke, Ideen, Entdeckungen)

  • Immaterialgüterrechte
=Immaterialgüterrechte sind Rechte an unkörperlichen geistigen Gütern, die sich materiell oder ideell vom Berechtigten nutzen lassen. Ihr Schutzgegenstand ist das „geistige Gut“.
—>Sind absolute Rechte, die ggü. Jeedrmann wirken, auf Dritte übertragen oder zumindest lizensiert werden können.
    -Nicht die Idee ist geschützt, sondern das Geisteswerk das nach
    Außen kundgetan ist. Erst dann hat der Entwickler ein Recht daran. 

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