Allgemeine Psy 2 - lernen at Universität Jena

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Was wird häufig unter "Lernen" verstanden, ist aber nicht Teil dieser Vorlesung?

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Welche Art des lernens wird Inhalt dieser Vorlesung sein?

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Was sind respondente Verhaltensweisen?


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Was sind operante Verhaltensweisen?

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Was ist das Gesetz des Effekts?

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Was versteht man unter Habituation?

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(1) Wie kann man sicherstellen, daß ein Habituationseffekt tatsächlich auf Lernprozesse zurückgeht? 

(2) Welche Alternativerklärung gibt es? Wie läßt sich diese Alternativerklärung ausschalten? 

(3) Geben Sie Beispiele für Untersuchungen, in denen eine solche Erklärungsalternative ausgeschlossen wurde.

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Was ist der “Coolidge”-Effekt?

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Welche empirischen Belege lassen sich für die Opponent-Process Theorie von Solomon & Corbit (1974) anführen?

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Was versteht man unter einer konditionierten emotionalen Reaktion? Schildern Sie den Ablauf eines typischen Experiments zum Nachweis einer solchen CER.

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Was ist ein CS-?

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Beschreiben Sie die Standardmethode, um einen Stimulus als CS- zu etablieren (“conditioned inhibition training”).

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Allgemeine Psy 2 - lernen

Was wird häufig unter "Lernen" verstanden, ist aber nicht Teil dieser Vorlesung?

 („Psychologie des Lernens“):-Lernen als spezifische Verhaltensweise, durch die man sich Dinge einprägt oder wie man am besten Fertigkeiten einübt (das hgehört zur Gedächtnispsychologie, Pädagogische Psychologie)

Allgemeine Psy 2 - lernen

Welche Art des lernens wird Inhalt dieser Vorlesung sein?

(„Lernpsychologie“):

-Lernen als allgemeines Phänomen der Veränderung von Reaktionen und Verhaltensweisen-Suche nach allgemeinen Gesetzmäßigkeiten, nach denen sich Verhalten in Abhängigkeit von Erfahrungen verändert (gemessen nach Auftretenshäufigkeit, Auslöser, Intensität, Qualität)

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Was sind respondente Verhaltensweisen?


Reflexartikes Verhalten, welches eng an einen Auslöser gekoppelt ist. z.B. Speichelflussreaktion

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Was sind operante Verhaltensweisen?

Verhalten, welches nicht an einen Reiz gekoppelt ist.

--> unterliegt willentlicher Kontrolle

--> wird durch Konsequenz gesteuert

z-B. für Prüfung lernen, ungesundes Essen essen

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Was ist das Gesetz des Effekts?

Positive Auswirkungen beeinflussen Verhalten positiv, negative Konsequenz führt dazu, dass Verhalten weniger gezeigt wird.

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Was versteht man unter Habituation?

* Wiederholte, folgenlose (!) Präsentation eines Reizes führt dazu, daß die Reaktion des Organismus auf diesen Stimulus in ihrer Intensität abnimmt (Habituation)

--> Wenn ein Reiz allerdings eine Folge hat, bleibt die Habituation aus!

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(1) Wie kann man sicherstellen, daß ein Habituationseffekt tatsächlich auf Lernprozesse zurückgeht? 

(2) Welche Alternativerklärung gibt es? Wie läßt sich diese Alternativerklärung ausschalten? 

(3) Geben Sie Beispiele für Untersuchungen, in denen eine solche Erklärungsalternative ausgeschlossen wurde.

Bei einer Habituation muss immer ausgeschlossen werden, dass das Nachlassen der Intensität der Reaktion mit der Zeit auf eine allgemeine psychische/geistige Ermüdung, Erschöpfung oder Adaptionzurückgeht.


 Dies kann zum einen dadurch gewährleistet werden, 

* dass der Habituationsvorgang an mehreren Tagen wiederholtwird. Erfolgt die Habituation an folgenden Tagen schneller, so muss ein Lerneffektstattgefunden haben (Ersparniseffekt), sodass Erschöpfung und Ermüdung als Gründe für die nachlassende Reaktion ausgeschlossen werden können.

* Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass man nach erfolgter Habituation den Stimulus ändert(Groves & Thomson, 1970): Kommt es in diesem Fall zu einem Reinstatement der Reaktion (Dishabituation)in voller Intensität, zeigt dies, dass Habituation stattgefunden hat sowie, dass Habituation stimulus-bzw. kontextspezifisch ist. 


Beispielsweise könnte man eine Maus mit einem Halsband konfrontieren, dass Katzengeruch an sich hat:

 Die Maus wird zunächst länger in ihrem Versteck bleiben, mit zunehmender Zahl der Durchgänge jedoch immer früher wieder hervorkommen. Bei Habituation an weiteren Tagen wird die Maus anfangs wieder lange in ihrem Versteck bleiben, jedoch schneller wieder früher aus ihrem Versteck hervorkommen; da ein Ersparniseffekt vorliegt, muss Lernen stattgefunden haben. 

Zeigt man der Maus jedoch das Bild einer Katze, findet eine Dishabituation statt und die Maus wird wieder genauso lange in ihrem Versteck bleiben wie am Anfang der Habituation

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Was ist der “Coolidge”-Effekt?

Der „Coolidge“-Effekt bezeichnet das Phänomen, dass das männliche Geschlecht einer bestimmten Art (z.B. Hühner) nach der Kopulation mit einem Sexualpartner ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr zu einer weiteren Kopulation mit demselbenSexualpartner in der Lage ist.

 Bei einem neuen Sexualpartner ist es jedoch häufig wieder zur Kopulation in der Lage. 

Damit ist der „Coolidge“-Effekt ein Beispiel für erfolgte Habituation und Dishabituation sowie ein Beleg dafür, dass Habituation reiz-bzw. kontextspezifischist. 

Bedingung dabei ist jedoch, dass sich der neue Reiz in einem gewissen Maße vom alten Reiz unterscheidet; ansonsten findet keine Habituation stat

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Welche empirischen Belege lassen sich für die Opponent-Process Theorie von Solomon & Corbit (1974) anführen?

Es gibt verschiedene Untersuchungen, die die Opponent-Process-Theorie empirisch belegen.


Hund mit Schock- Halsband:

 Ein Beispiel ist ein Experiment von Church et al. (1966), in dem Hundein ein Geschirr eingespannt wurden und ihnen im Folgenden Elektroschocksverabreicht wurden. Die emotionale Reaktion wurde dabei als Anstieg der Herzfrequenz operationalisiert. 

Bei den ersten Durchgängen reagierten die Hunde zunächst mit starken Abwehrmechanismen(z.B. jaulen, an der Leine zerren, Fell sträuben), bei späteren Durchgängen ließ sich jedoch nur noch eine allgemeine Angst mit bedrücktem, zögerlichem oder gereiztem Verhalten beobachten. Mit Aussetzen des Schocksverschwand die Bedrücktheit; es war sogar eine leichte Euphoriebei den Hunden bemerkbar, bis sich ihr Zustand wieder normalisierte. 

Die Herzfrequenz stieg bei den ersten Durchgängen zunächst auf bis zu 200 Schläge pro Minute an, sank danach jedoch wiederetwas. Nach Ende des Schocks sank die Herzfrequenz sogar unter den Normalwert (Rebound-Effekt), bevor sie wieder zum Ausgangswert zurückkehrte. Bei späteren Durchgängen stieg die Herzfrequenz zunächst weniger stark an, dafür sank sie nach Ende des Schocksstärker ab, was sich in der Euphorie der Hunde äußerte. 


Fallschirmspringer:

Ein weiteres Beispiel ist die Untersuchung der emotionalen Reaktion von Fallschirmspringerndurch Epstein (1967). Bei diesen ließ sich vor und während des Sprungs eine schockartige Angst/ Panik beobachten, auf die nach erfolgter Landung Benommenheit folgte. Mit steigernder Anzahl von Sprüngen ließ die anfängliche Panik immer weiter nach, während die Benommenheit am Ende zur Euphorie wurde; diese Euphorie wurde zur Motivation für weitere Sprünge.  


Drogenkonsum

Noch ein Beispiel stellen die Toleranz sowie die Entzugserscheinungenbei fortgesetztem Drogenkonsum dar. Während die Drogen beim ersten Konsumieren Glücksgefühle und rauschartige Zustände erzeugen, folgt darauf eine fast ebenso starke Nachreaktion („cold turkey“), die auch als Entzugserscheinungen bezeichnet wird. 

Um diese Nachreaktion zu umgehen, wird die Droge sofort wieder konsumiert, um die Nachreaktion mit einem erneuten Primäraffekt auszugleichen. Mit wiederholtem Konsum lässt jedoch die Intensität der Glücksgefühle und Rauschzustände nach, wohingegen die Entzugserscheinungen immer schlimmer werden; 

ein fast permanenter Drogenkonsum ist die Folge. 

(Anmerkung: Trotz dieser empirischen Belege ist die Opponent-Process-Theorie falsch)

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Was versteht man unter einer konditionierten emotionalen Reaktion? Schildern Sie den Ablauf eines typischen Experiments zum Nachweis einer solchen CER.

Die konditionierte emotionale Reaktion(conditioned emotional reaction, CER) bezeichnet eine konditionierte Angstreaktion auf einen CS, der einen aversiven US ankündigt, und die sich dadurch zeigt, dass vorangegangenes Verhaltenwie z.B. einen Tastendruck, um Futter zu erhalten, unterbrochen wird (conditioned suppression).


Experiment:

 In einem typischen Experiment zum Nachweis einer solchen CER wird eine hungrige Ratte vorher operant konditioniert, auf eine Taste zu drücken, um Futterpillen zu erhalten. Über den Käfigboden wird ihr anschließend ein Elektroschock (US) verabreicht, der sie dazu bringt, das Tastendrücken zu unterbrechen (UR).

Der Schock wird ihr durch einen Ton (NS) angekündigt. Bereits nach wenigen Durchgängen hört die Ratte bei Präsentation des Tones (CS) fast gänzlich auf, die Taste zu drücken (CR), was zeigt, dass die Ratte mit dem Ton einem Schock assoziiert und aus Angst ihr Verhalten unterbricht.

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Was ist ein CS-?

Der CS-ist ein konditionierter Stimulus, der das Ausbleiben eines USvanzeigt, nachdem bereits eine exzitatorische Konditionierung stattgefunden hat. 

Der CS- ist also ein inhibitorischer CS bzw. ein konditionierter Inhibitor, der das Auftreten einer bereits konditionierten CR verhindert bzw. abschwächt (Gegenreiz)

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Beschreiben Sie die Standardmethode, um einen Stimulus als CS- zu etablieren (“conditioned inhibition training”).

Das conditioned inhibition Training besteht aus zwei Phasen: 


1. In der ersten Phase wird ein exzitatorischer Stimulus (CS sagt den US vorher ) CS+ mit einem US gekoppelt, sodass das Versuchstier nach einigen Durchläufen eine CR zeigt. 


2. In der zweiten Phase wird der CS+ gemeinsam mit einem inhibitorischen Stimulus CS-, jedoch ohne den US präsentiert. Daneben wird weiterhin der CS+ zusammen mitdem US präsentiert. Mit der Zeit lernt ein Versuchstier, dass das Auftreten des CS-für das Ausbleiben des US verantwortlich ist, sodass er bei Präsentation des CS- keine CR zeigt.

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