Landwirtschaft Und Gesellschaft at Universität Hohenheim | Flashcards & Summaries

Lernmaterialien für Landwirtschaft und Gesellschaft an der Universität Hohenheim

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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie vier unterschiedliche Akteure im sozialen Konflikt um die landwirtschaftliche Tierhaltung und mindestens zwei ihrer Anliegen.


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TESTE DEIN WISSEN

Landwirte

  • Gesundheit der Tiere 
  • Wettbewerbsfähigkeit auf allen Märkten 

Gesellschaftliche Gruppen

  • Tierschutz und Tierrechte
  • Umweltschutz

Konsumenten

  • Transparenz der Herstellung von Produkten (Gutes Gefühl, gutes Gewissen beim Kauf)
  • Wahlmöglichkeit (vegan / vegetarisch bis rein preisorientiert)

Tiere

  • Vermeidung von Leid und Entbehrung, Freisein von Angst
  • Freie Gestaltung der Sozial- und Familienverbände

Politik

  • Wählergunst (Breite gesellschaftliche Akzeptanz der eigenen Agrar- und Tierschutzpolitik)
  • Wissenschaftliche und ethische Entscheidungsgrundlagen
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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie zwei Bereiche, in denen das Image der deutschen
Landwirtschaft besonders schlecht ist (d.h. stark von den
Idealvorstellungen der Bevölkerung abweicht).

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TESTE DEIN WISSEN
  • verantwortungsvoller Umgang mit Tieren
  • umweltbewusstes Wirtschaften

1/3 deutschen Bevölkerung -> negatives Image LW; Bäuerinnen u. Bauern werden positiver gesehen. 

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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie die aktuellen Konflikte um die landwirtschaftliche Tierhaltung und die Antwort der Politik hierauf.

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TESTE DEIN WISSEN
  • Weltweite Nachfrage nach Fleisch steigt mit steigendem BIP (DE, EU, N-Amerika sinkt -> Viehbestand konstant -> Export)
  • Anzahl Betriebe nimmt ab -> Geflügelhaltung nimmt zu (Mehr Tiere pro Betrieb -> Spezialisierung und Effizienzsteigerung, geringer Bio-Fleisch Anteil)
  • negative gesellschaftliche Reaktion auf Produktionsbedingungen (Forderung: Tierschutz, Der “wahre” Preis von Fleisch: Einpreisung von Externalitäten, Klimaschutz besserer Umgang mit Boden, Wasser, Luft, Artenvielfalt (Ökologie); alternative Ernährungsweisen) 

Lösungsansätze der Politik: Staatliches Tierwohllabel DE
• Erfasst jede Station im Lebenszyklus eines Nutztieres, Beinhaltet Haltungs- und gesundheitliche Indikatoren
Kritik:
- Regeln nur für die Schweinehaltung
- Einstiegsstufe geringfügig über jetzigen Mindestanforderungen
- Auf freiwilliger Basis



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Inwiefern hat die Regionalwert AG Freiburg einen zweifach
integrativen Charakter?

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Regionalwert AG
Beispiel für einen integrativen Ansatz in zweifacher Hinsicht:
1) verbindet Bürger, Landwirte, Weiterverarbeiter, Gastronomen und Händler ->Verbindungen entlang der Wertschöpfungskette, z.B. zwischen Produzenten und Konsumenten
2) orientiert an ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen -> integrative Verbindung verschiedener Sektoren





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Was ist „Goldener Reis“, wofür wurde er entwickelt, und wie beurteilen Sie den Erfolg bei der Erreichung dieses Ziels?


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Reis und Vitamin A:

  • Polierter Reis (oft Grundnahrungsmittel) -> kaum Vitamin A (keine Steigerung durch Züchtung)
  • Durch gentechnische Veränderung erhöhtes Beta-Carotin (Provitamin A) 
  • Bauern unterhalb einer Einkommensgrenze -> kostenloses Saatgut (können in lokale Sorten einkreuzen)

Probleme um Goldenen Reis

  • Ertrag von Goldenem Reis geringer 
  • Eingeschränkte Aufnahme von Vitamin A da kaum Zugang zu Fetten
  • langwierige/komplizierte Einführung von GR wegen Patent- und Zulassungsfragen 
  • hoher finanzielle Aufwand für Forschung und Entwicklung

Goldener Reis als Ansatz zur Minderung von Fehlernährung – eine persönliche Schlussfolgerung

  •  Minderung des Vitamin-A-Mangels entspricht nicht Erwartungen -> Problemen bei Anbau, Verwertung/Verwendung, fehlenden Akzeptanz.
  • Andere Ansätze teils einfacher, billiger und wirkungsvoller (z.B. Programme zur Verteilung von Tabletten oder Anreicherung von Nahrungsmitteln) 
  • Fokus auf Vitamin A reicht nicht aus; weitere Mikronährstoffe wichtig (entsprechende Projekte laufen).
  • Ernährungssituation dauerhaft verändern -> grundlegende Ansätze: Bekämpfung von Armut und Ungleichheit; nachhaltige Intensivierung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft (Nutzen für Menschen im Mittelpunkt), Bildung…


Beispiel Goldener Reis zeigt, dass eindimensionale, rein technische Ansätze allein nicht unbedingt Aussicht auf Erfolg haben; es braucht Lösungen, die die Situation der Betroffenen umfassend verbessern, bei den Ursachen ansetzen (im Beispiel v.a. generelle Verbesserung der Ernährungssituation durch Reduktion von Armut) und Fragen der Akzeptanz und Selbstbestimmung der Betroffenen mit einschließen.

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Welche neue Ausrichtung der Kommunikation empfiehlt die Studie
„Neue Wege in der Agrarkommunikation“?

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Ausgangslage: Schuldzuweisungen (Konsumenten <-> Produzenten), Landwirtschaft schlechter Ruf, Zukunftsperspektiven der heimischen Bauernfamilien unsicher
Ziel der Untersuchung: Konflikt rund um das Image der Landwirtschaft analysieren und Lösungsvorschläge entwickeln

„Neue Wege in der Agrarkommunikation“ 
Zentrales Ergebnis: kaum Wertschätzung, Tierhaltung kritisch, Agrarstrukturwandel kritisch, Bioenergie akzeptiert
Empfehlungen (Image verbessern):
„Kommunikationsoffensive“; „Deutungshoheit des Agrarsektors“ wiedergewinnen
Landwirtschaft soll Stellung zu kritischen Themen beziehen
Emotional ansprechen (neue Ausrichtung der Kommunikation: „mit Fakten allein kann man niemand mehr überzeugen“; nicht nur Verstand)


Verschiedene Initiativen der Agrarbranche -> Image der Landwirtschaft über professionelle Kommunikation verbessern. 

Ziele „Kommunikationsoffensive“: realitätsnahen Bildes, Vertrauen, persönlichen Beziehung, (positiven) Emotionen


Bsp. Empfehlungen (Agrarstrukturwandel)
Politik:
• Klar definiertes Leitbild für die Landwirtschaft entwickeln
• Unbehagen richtet sich nicht gegen Strukturwandel per se, sondern gegen dessen Folgen: umweltpolitische und tierschutzpolitische Ziele anstreben
Aufklärung der Bevölkerung


Landwirtschaft:
• Veränderungen auf Höfen dokumentieren, „Faktenbasis“ für positives Bild schaffen
• Berufsstand sollte Verständnis für gesellschaftliche Anforderungen zeigen


Bsp. Empfehlungen (Schweinehaltung)
Politik:
• Kritikpunkte direkt angehen: Antibiotika, Amputationen, Platzangebot, Weidehaltung
• Positiv besetzte Bilder der Tierhaltung zeigen: „Zukunftsbild“ für die Tierhaltung
Landwirtschaft:
• Bessere Kommunikation (online Kameras, Schulklassen in Vorzeigehöfen, etc.)
• An bestehende Gesetze halten
• Breitere Marktsegmentierung



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Was verstehen Sie unter multifunktionaler Landwirtschaft?

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Im Mittelpunkt aktueller politischer Zielvorstellungen für den Landnutzungsbereich stehen an die Lebensmittelproduktion gekoppelte positive Effekte: 

Wirtschaft, (Einkommen, Vermarktung, Handel) -> Umweltdienstleistungen

Umwelt (Boden, Wasser, Biodiversität) -> Anerkennung von traditioneller und diversifizierter Landnutzung 

Gesellschaft (Geschlechterrolle, Gesundheit, Tradition, Kultur) -> Anbau und Vermarktung traditioneller Lebensmittel


Landwirtschaft hat vielfältige Funktionen, die über die Erzeugung von Nahrungsmitteln hinausgehen. Multifunktionalität von Landwirtschaft ist eine zentrale Zielvorstellung im politischen und gesellschaftlichen Raum, allerdings werden nicht alle Funktionen finanziell angemessen honoriert.



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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie zwei Ebenen, die das Image der Landwirtschaft bestimmen und erklären Sie diese anhand eines konkreten Beispiels aus dem landwirtschaftlichen Bereich!

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Reflexive EbeneInformationen, Ziele, reflektierte Urteile -> eher bewusst, kontrollierbar

Bsp. In der DDR:
• „Arbeiter- und Bauernstaat“
• Industrialisierung der Landwirtschaft als positiver Fortschritt gesehen -> kein Ideal des Familienbetriebes

Emotionale Ebene: Emotionen, (verborgene) Werte und Prägungen, Vorurteile, Assoziationen -> weniger bewusst und kontrollierbar

• Romantisierung des kleinbäuerlichen Familienbetriebs


Unterschiedliche Perspektiven auf Landwirtschaft können sich auf der reflexiven und/oder der emotionalen Ebene ergeben.

Sich wandelnde Ziele und Rahmenbedingungen können zu Imageproblemen führen:
• Unterschiedliche Leitbilder in Ost und West (Großbetriebe vs. Familienbetriebe)
• Strukturwandel führt zu neuen Betriebsformen, weg vom kleinen Familienbetrieb
• (Neue) gesellschaftliche Anforderungen an die Landwirtschaft: Umweltschutz, Tierschutz, Gesundheit
• Wertewandel je nach Bezug zur Landwirtschaft (z.B. Biolandwirtschaft vs. konventionell, schärfere Anforderungen an Tierschutz, ländliche Bevölkerung vs. Stadtbevölkerung, etc.)


Generell: Image lässt sich prägen,
…indem man auf der reflexiven Ebene ansetzt (z.B. indem Informationen vermittelt werden)
…indem man auf der emotionalen Ebene ansetzt (z.B. negativ aufgeladene Bilder durch positive ersetzt werden)

z.B. negatives Image von Großbetrieben:
• Kausaler Zusammenhang zwischen Größe des Betriebes und negativen Umweltauswirkungen nicht zwangsläufig vorhanden -> kleinbäuerliche Betriebe nicht zwangsweise umweltfreundlicher (Nieberg & von Münchhausen 1996)
• Verwendung des negativ konnotierten Begriffs „industrielle Landwirtschaft“?


Ein Image ist eine Wahrnehmung, die bei verschiedenen Personen(gruppen) sehr unterschiedlich aussehen kann.
Ein Image wird über eine reflexive und eine emotionale Ebene geprägt und kann über diese beeinflusst werden.

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Warum ist es wichtig, sich mit dem Image der Landwirtschaft zu beschäftigen? Erläutern Sie drei Gründe, die sich aus der Perspektive der Landwirtschaft ergeben!

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Relevanz des Images der Landwirtschaft:
Wirtschaft: Kaufverhalten oft unreflektiert -> positives oder negatives Image prägt Kaufverhalten
Politik: Erlass neuer Gesetze und Verordnungen oft auf öffentlichen Druck hin -> negatives Image kann zu Gesetzesänderungen führen, Bsp. Verbot der Käfighaltung von Legehennen
Lebensqualität: Für Landwirt/innen kann Zufriedenheit davon geprägt sein, wie sie sich wahrgenommen fühlen

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Was verstehen Sie unter dem „public good“ Problem von multifunktionaler Landwirtschaft?

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Multifunktionalität übergreifend zwischen privaten (Produktion: Optimierung) und öffentlichen Gütern (Ökolische Leistungen, Sozio- kulturelle Leistung) führt dazu, dass öffentliche Güter/"public goods" (Wasser, Biodiversität, Landschaftsbild...) auch in der Verantwortung der Landwirte liegen und damit als Leistung vorausgesetzt werden aber nicht/kaum honoriert werden.  


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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie einen Aspekt, wie Landwirtschaft mit der Gesellschaft verbunden ist und erläutern Sie anhand von zwei Kennzahlen die aktuelle Dimension dieser Verbindung!

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LW bietet Arbeitsplätze:

• Rund eine Million Personen haupt- oder nebenberuflich in der Landwirtschaft beschäftigt, entsprechend rund 490.000 Vollzeit- Arbeitsplätzen („Arbeitskräfte-Einheit AK“)
• Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft rund 1,5% - vor 100 Jahren noch 38% (aber Bedeutung des erweiterten „Agribusiness“)
• 48% aller Arbeitskräfte sind Familienarbeitskräfte; steigende Bedeutung von Saisonarbeitskräften (derzeit 30%) (alle Zahlen DBV 2018)
Fazit: Landwirtschaft bietet (weiterhin) Arbeitsplätze, befindet sich aber in einer Wachstumsspirale: eine immer kleiner werdende Basis (Personen, Betriebe) trägt immer mehr; steigender Druck (finanziell, Arbeitsbelastung, sozial usw.) – dies wirft die Frage nach einer gesellschaftlichen Verantwortung auf


(LW: sichert unsere Ernährung, liefert Rohstoffe für die Energiewende, verschlingt Steuergelder, prägt unsere schönen Landschaften und ist Teil unseres Kulturerbes, vergiftet uns und die Umwelt)











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Nennen Sie drei Lösungsansätze zur Verbesserung der globalen Ernährungssituation und erklären Sie die Unterschiede!


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Ernährungssicherheit (food security)
Ernährungssicherheit ist gegeben, wenn alle Menschen jederzeit physischen und wirtschaftlichen Zugang zu ausreichender, sicherer und nahrhafter Ernährung haben, die ihre Bedürfnisse und Vorlieben befriedigt und ihnen ein aktives und gesundes Leben ermöglicht.

  • Verfügbarkeit: Produktion, Zukauf/Import, Notfallhilfen
  • Zugang: Rechte, Kaufkraft, Wissen, Infrastruktur
  • Verwendung: Nährwert, Qualität, Vorlieben, Sicherheit
  • Stabilität: Klima/Wetter, Politische Situation, Marktstabilität


Ernährungssouveränität (food sovereignty)
Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt. Sie ist das Recht auf Schutz vor schädlicher Ernährung. Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne. (Entwickelt von der Kleinbauernorganisation La Via Campesina; Eingeführt 1996 zum Welternährungsgipfel in Rom als antikoloniale Kritik an der Fremdbestimmung des Agrarsektors, z.B. durch die internationalen Handelsregeln)

  • Im Mittelpunkt: Produktion und Konsum von Lebensmitteln in Selbstbestimmung, (klein)bäuerliche Strukturen, Umweltaspekte


Recht auf Nahrung (right to food)
das grundlegende Recht eines jeden, vor Hunger und Mangelernährung geschützt zu sein (ratifiziert durch 164 Staaten, die sich darüber verpflichten, den Zugang ihrer Bevölkerung zu angemessener Nahrung sicherzustellen; als allgemeines Menschenrecht in diversen weiteren Konventionen formuliert; jedoch häufig große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit; Staaten sehr unterschiedlich stark engagiert; 

  • Fokus auf Umsetzung: rechtliche Maßnahmen, Schaffen handlungsfähiger Institutionen, Förderprogramme usw.


Recht auf Nahrung (Right to Food), Ernährungssicherheit (Food Security) und Ernährungssouveränität (Food Sovereignty) bezeichnen unterschiedliche, sich ergänzende Ansätze für die Lösung des Hunger- und Fehlernährungsproblems.

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  • 61683 Karteikarten
  • 1039 Studierende
  • 48 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Landwirtschaft und Gesellschaft Kurs an der Universität Hohenheim - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Nennen Sie vier unterschiedliche Akteure im sozialen Konflikt um die landwirtschaftliche Tierhaltung und mindestens zwei ihrer Anliegen.


A:

Landwirte

  • Gesundheit der Tiere 
  • Wettbewerbsfähigkeit auf allen Märkten 

Gesellschaftliche Gruppen

  • Tierschutz und Tierrechte
  • Umweltschutz

Konsumenten

  • Transparenz der Herstellung von Produkten (Gutes Gefühl, gutes Gewissen beim Kauf)
  • Wahlmöglichkeit (vegan / vegetarisch bis rein preisorientiert)

Tiere

  • Vermeidung von Leid und Entbehrung, Freisein von Angst
  • Freie Gestaltung der Sozial- und Familienverbände

Politik

  • Wählergunst (Breite gesellschaftliche Akzeptanz der eigenen Agrar- und Tierschutzpolitik)
  • Wissenschaftliche und ethische Entscheidungsgrundlagen
Q:

Nennen Sie zwei Bereiche, in denen das Image der deutschen
Landwirtschaft besonders schlecht ist (d.h. stark von den
Idealvorstellungen der Bevölkerung abweicht).

A:
  • verantwortungsvoller Umgang mit Tieren
  • umweltbewusstes Wirtschaften

1/3 deutschen Bevölkerung -> negatives Image LW; Bäuerinnen u. Bauern werden positiver gesehen. 

Q:

Nennen Sie die aktuellen Konflikte um die landwirtschaftliche Tierhaltung und die Antwort der Politik hierauf.

A:
  • Weltweite Nachfrage nach Fleisch steigt mit steigendem BIP (DE, EU, N-Amerika sinkt -> Viehbestand konstant -> Export)
  • Anzahl Betriebe nimmt ab -> Geflügelhaltung nimmt zu (Mehr Tiere pro Betrieb -> Spezialisierung und Effizienzsteigerung, geringer Bio-Fleisch Anteil)
  • negative gesellschaftliche Reaktion auf Produktionsbedingungen (Forderung: Tierschutz, Der “wahre” Preis von Fleisch: Einpreisung von Externalitäten, Klimaschutz besserer Umgang mit Boden, Wasser, Luft, Artenvielfalt (Ökologie); alternative Ernährungsweisen) 

Lösungsansätze der Politik: Staatliches Tierwohllabel DE
• Erfasst jede Station im Lebenszyklus eines Nutztieres, Beinhaltet Haltungs- und gesundheitliche Indikatoren
Kritik:
- Regeln nur für die Schweinehaltung
- Einstiegsstufe geringfügig über jetzigen Mindestanforderungen
- Auf freiwilliger Basis



Q:

Inwiefern hat die Regionalwert AG Freiburg einen zweifach
integrativen Charakter?

A:

Regionalwert AG
Beispiel für einen integrativen Ansatz in zweifacher Hinsicht:
1) verbindet Bürger, Landwirte, Weiterverarbeiter, Gastronomen und Händler ->Verbindungen entlang der Wertschöpfungskette, z.B. zwischen Produzenten und Konsumenten
2) orientiert an ökologischen, ökonomischen und sozialen Zielen -> integrative Verbindung verschiedener Sektoren





Q:

Was ist „Goldener Reis“, wofür wurde er entwickelt, und wie beurteilen Sie den Erfolg bei der Erreichung dieses Ziels?


A:

Reis und Vitamin A:

  • Polierter Reis (oft Grundnahrungsmittel) -> kaum Vitamin A (keine Steigerung durch Züchtung)
  • Durch gentechnische Veränderung erhöhtes Beta-Carotin (Provitamin A) 
  • Bauern unterhalb einer Einkommensgrenze -> kostenloses Saatgut (können in lokale Sorten einkreuzen)

Probleme um Goldenen Reis

  • Ertrag von Goldenem Reis geringer 
  • Eingeschränkte Aufnahme von Vitamin A da kaum Zugang zu Fetten
  • langwierige/komplizierte Einführung von GR wegen Patent- und Zulassungsfragen 
  • hoher finanzielle Aufwand für Forschung und Entwicklung

Goldener Reis als Ansatz zur Minderung von Fehlernährung – eine persönliche Schlussfolgerung

  •  Minderung des Vitamin-A-Mangels entspricht nicht Erwartungen -> Problemen bei Anbau, Verwertung/Verwendung, fehlenden Akzeptanz.
  • Andere Ansätze teils einfacher, billiger und wirkungsvoller (z.B. Programme zur Verteilung von Tabletten oder Anreicherung von Nahrungsmitteln) 
  • Fokus auf Vitamin A reicht nicht aus; weitere Mikronährstoffe wichtig (entsprechende Projekte laufen).
  • Ernährungssituation dauerhaft verändern -> grundlegende Ansätze: Bekämpfung von Armut und Ungleichheit; nachhaltige Intensivierung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft (Nutzen für Menschen im Mittelpunkt), Bildung…


Beispiel Goldener Reis zeigt, dass eindimensionale, rein technische Ansätze allein nicht unbedingt Aussicht auf Erfolg haben; es braucht Lösungen, die die Situation der Betroffenen umfassend verbessern, bei den Ursachen ansetzen (im Beispiel v.a. generelle Verbesserung der Ernährungssituation durch Reduktion von Armut) und Fragen der Akzeptanz und Selbstbestimmung der Betroffenen mit einschließen.

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Q:

Welche neue Ausrichtung der Kommunikation empfiehlt die Studie
„Neue Wege in der Agrarkommunikation“?

A:

Ausgangslage: Schuldzuweisungen (Konsumenten <-> Produzenten), Landwirtschaft schlechter Ruf, Zukunftsperspektiven der heimischen Bauernfamilien unsicher
Ziel der Untersuchung: Konflikt rund um das Image der Landwirtschaft analysieren und Lösungsvorschläge entwickeln

„Neue Wege in der Agrarkommunikation“ 
Zentrales Ergebnis: kaum Wertschätzung, Tierhaltung kritisch, Agrarstrukturwandel kritisch, Bioenergie akzeptiert
Empfehlungen (Image verbessern):
„Kommunikationsoffensive“; „Deutungshoheit des Agrarsektors“ wiedergewinnen
Landwirtschaft soll Stellung zu kritischen Themen beziehen
Emotional ansprechen (neue Ausrichtung der Kommunikation: „mit Fakten allein kann man niemand mehr überzeugen“; nicht nur Verstand)


Verschiedene Initiativen der Agrarbranche -> Image der Landwirtschaft über professionelle Kommunikation verbessern. 

Ziele „Kommunikationsoffensive“: realitätsnahen Bildes, Vertrauen, persönlichen Beziehung, (positiven) Emotionen


Bsp. Empfehlungen (Agrarstrukturwandel)
Politik:
• Klar definiertes Leitbild für die Landwirtschaft entwickeln
• Unbehagen richtet sich nicht gegen Strukturwandel per se, sondern gegen dessen Folgen: umweltpolitische und tierschutzpolitische Ziele anstreben
Aufklärung der Bevölkerung


Landwirtschaft:
• Veränderungen auf Höfen dokumentieren, „Faktenbasis“ für positives Bild schaffen
• Berufsstand sollte Verständnis für gesellschaftliche Anforderungen zeigen


Bsp. Empfehlungen (Schweinehaltung)
Politik:
• Kritikpunkte direkt angehen: Antibiotika, Amputationen, Platzangebot, Weidehaltung
• Positiv besetzte Bilder der Tierhaltung zeigen: „Zukunftsbild“ für die Tierhaltung
Landwirtschaft:
• Bessere Kommunikation (online Kameras, Schulklassen in Vorzeigehöfen, etc.)
• An bestehende Gesetze halten
• Breitere Marktsegmentierung



Q:

Was verstehen Sie unter multifunktionaler Landwirtschaft?

A:

Im Mittelpunkt aktueller politischer Zielvorstellungen für den Landnutzungsbereich stehen an die Lebensmittelproduktion gekoppelte positive Effekte: 

Wirtschaft, (Einkommen, Vermarktung, Handel) -> Umweltdienstleistungen

Umwelt (Boden, Wasser, Biodiversität) -> Anerkennung von traditioneller und diversifizierter Landnutzung 

Gesellschaft (Geschlechterrolle, Gesundheit, Tradition, Kultur) -> Anbau und Vermarktung traditioneller Lebensmittel


Landwirtschaft hat vielfältige Funktionen, die über die Erzeugung von Nahrungsmitteln hinausgehen. Multifunktionalität von Landwirtschaft ist eine zentrale Zielvorstellung im politischen und gesellschaftlichen Raum, allerdings werden nicht alle Funktionen finanziell angemessen honoriert.



Q:

Nennen Sie zwei Ebenen, die das Image der Landwirtschaft bestimmen und erklären Sie diese anhand eines konkreten Beispiels aus dem landwirtschaftlichen Bereich!

A:

Reflexive EbeneInformationen, Ziele, reflektierte Urteile -> eher bewusst, kontrollierbar

Bsp. In der DDR:
• „Arbeiter- und Bauernstaat“
• Industrialisierung der Landwirtschaft als positiver Fortschritt gesehen -> kein Ideal des Familienbetriebes

Emotionale Ebene: Emotionen, (verborgene) Werte und Prägungen, Vorurteile, Assoziationen -> weniger bewusst und kontrollierbar

• Romantisierung des kleinbäuerlichen Familienbetriebs


Unterschiedliche Perspektiven auf Landwirtschaft können sich auf der reflexiven und/oder der emotionalen Ebene ergeben.

Sich wandelnde Ziele und Rahmenbedingungen können zu Imageproblemen führen:
• Unterschiedliche Leitbilder in Ost und West (Großbetriebe vs. Familienbetriebe)
• Strukturwandel führt zu neuen Betriebsformen, weg vom kleinen Familienbetrieb
• (Neue) gesellschaftliche Anforderungen an die Landwirtschaft: Umweltschutz, Tierschutz, Gesundheit
• Wertewandel je nach Bezug zur Landwirtschaft (z.B. Biolandwirtschaft vs. konventionell, schärfere Anforderungen an Tierschutz, ländliche Bevölkerung vs. Stadtbevölkerung, etc.)


Generell: Image lässt sich prägen,
…indem man auf der reflexiven Ebene ansetzt (z.B. indem Informationen vermittelt werden)
…indem man auf der emotionalen Ebene ansetzt (z.B. negativ aufgeladene Bilder durch positive ersetzt werden)

z.B. negatives Image von Großbetrieben:
• Kausaler Zusammenhang zwischen Größe des Betriebes und negativen Umweltauswirkungen nicht zwangsläufig vorhanden -> kleinbäuerliche Betriebe nicht zwangsweise umweltfreundlicher (Nieberg & von Münchhausen 1996)
• Verwendung des negativ konnotierten Begriffs „industrielle Landwirtschaft“?


Ein Image ist eine Wahrnehmung, die bei verschiedenen Personen(gruppen) sehr unterschiedlich aussehen kann.
Ein Image wird über eine reflexive und eine emotionale Ebene geprägt und kann über diese beeinflusst werden.

Q:

Warum ist es wichtig, sich mit dem Image der Landwirtschaft zu beschäftigen? Erläutern Sie drei Gründe, die sich aus der Perspektive der Landwirtschaft ergeben!

A:

Relevanz des Images der Landwirtschaft:
Wirtschaft: Kaufverhalten oft unreflektiert -> positives oder negatives Image prägt Kaufverhalten
Politik: Erlass neuer Gesetze und Verordnungen oft auf öffentlichen Druck hin -> negatives Image kann zu Gesetzesänderungen führen, Bsp. Verbot der Käfighaltung von Legehennen
Lebensqualität: Für Landwirt/innen kann Zufriedenheit davon geprägt sein, wie sie sich wahrgenommen fühlen

Q:

Was verstehen Sie unter dem „public good“ Problem von multifunktionaler Landwirtschaft?

A:

Multifunktionalität übergreifend zwischen privaten (Produktion: Optimierung) und öffentlichen Gütern (Ökolische Leistungen, Sozio- kulturelle Leistung) führt dazu, dass öffentliche Güter/"public goods" (Wasser, Biodiversität, Landschaftsbild...) auch in der Verantwortung der Landwirte liegen und damit als Leistung vorausgesetzt werden aber nicht/kaum honoriert werden.  


Q:

Nennen Sie einen Aspekt, wie Landwirtschaft mit der Gesellschaft verbunden ist und erläutern Sie anhand von zwei Kennzahlen die aktuelle Dimension dieser Verbindung!

A:

LW bietet Arbeitsplätze:

• Rund eine Million Personen haupt- oder nebenberuflich in der Landwirtschaft beschäftigt, entsprechend rund 490.000 Vollzeit- Arbeitsplätzen („Arbeitskräfte-Einheit AK“)
• Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft rund 1,5% - vor 100 Jahren noch 38% (aber Bedeutung des erweiterten „Agribusiness“)
• 48% aller Arbeitskräfte sind Familienarbeitskräfte; steigende Bedeutung von Saisonarbeitskräften (derzeit 30%) (alle Zahlen DBV 2018)
Fazit: Landwirtschaft bietet (weiterhin) Arbeitsplätze, befindet sich aber in einer Wachstumsspirale: eine immer kleiner werdende Basis (Personen, Betriebe) trägt immer mehr; steigender Druck (finanziell, Arbeitsbelastung, sozial usw.) – dies wirft die Frage nach einer gesellschaftlichen Verantwortung auf


(LW: sichert unsere Ernährung, liefert Rohstoffe für die Energiewende, verschlingt Steuergelder, prägt unsere schönen Landschaften und ist Teil unseres Kulturerbes, vergiftet uns und die Umwelt)











Q:

Nennen Sie drei Lösungsansätze zur Verbesserung der globalen Ernährungssituation und erklären Sie die Unterschiede!


A:

Ernährungssicherheit (food security)
Ernährungssicherheit ist gegeben, wenn alle Menschen jederzeit physischen und wirtschaftlichen Zugang zu ausreichender, sicherer und nahrhafter Ernährung haben, die ihre Bedürfnisse und Vorlieben befriedigt und ihnen ein aktives und gesundes Leben ermöglicht.

  • Verfügbarkeit: Produktion, Zukauf/Import, Notfallhilfen
  • Zugang: Rechte, Kaufkraft, Wissen, Infrastruktur
  • Verwendung: Nährwert, Qualität, Vorlieben, Sicherheit
  • Stabilität: Klima/Wetter, Politische Situation, Marktstabilität


Ernährungssouveränität (food sovereignty)
Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt. Sie ist das Recht auf Schutz vor schädlicher Ernährung. Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne. (Entwickelt von der Kleinbauernorganisation La Via Campesina; Eingeführt 1996 zum Welternährungsgipfel in Rom als antikoloniale Kritik an der Fremdbestimmung des Agrarsektors, z.B. durch die internationalen Handelsregeln)

  • Im Mittelpunkt: Produktion und Konsum von Lebensmitteln in Selbstbestimmung, (klein)bäuerliche Strukturen, Umweltaspekte


Recht auf Nahrung (right to food)
das grundlegende Recht eines jeden, vor Hunger und Mangelernährung geschützt zu sein (ratifiziert durch 164 Staaten, die sich darüber verpflichten, den Zugang ihrer Bevölkerung zu angemessener Nahrung sicherzustellen; als allgemeines Menschenrecht in diversen weiteren Konventionen formuliert; jedoch häufig große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit; Staaten sehr unterschiedlich stark engagiert; 

  • Fokus auf Umsetzung: rechtliche Maßnahmen, Schaffen handlungsfähiger Institutionen, Förderprogramme usw.


Recht auf Nahrung (Right to Food), Ernährungssicherheit (Food Security) und Ernährungssouveränität (Food Sovereignty) bezeichnen unterschiedliche, sich ergänzende Ansätze für die Lösung des Hunger- und Fehlernährungsproblems.

Landwirtschaft und Gesellschaft

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