Testtheorie Und Diagnostik at Universität Erlangen-Nürnberg | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Testtheorie und Diagnostik an der Universität Erlangen-Nürnberg

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Testtheorie und Diagnostik Kurs an der Universität Erlangen-Nürnberg zu.

TESTE DEIN WISSEN

Welche Antworttendenzen gibt es bei freien Antwortformaten und wie kann man sie beheben?

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TESTE DEIN WISSEN
  • Positions- und serielle Effekte à Überprüfung durch Umstellung von Antworten
  • Tendenz zur unkritischen Zustimmung/Ablehnung (Ja-/Neinsagetendenz) à Mischung positiv und negativ gepolter Items, konkrete Verhaltensfragen

  • Soziale Erwünschtheit, Simulation/Dissimulation à Kontrollskalen (Offenheitsskalen), „undurchschaubare“ Items

  • Tendenz zur Mitte/Extreme à Alternativantworten, sehr ausführliche Charakterisierung (Beschreibung) der Kategorie

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TESTE DEIN WISSEN

Was ist Trennschärfe und wie wird sie berechnet?

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Wichtigster Itemkennwert. Beantwortet die Frage, wie gut ein Item Probanden mit niedriger Ausprägung von einem Probanden mit hoher Merkmalsausprägung trennt. Als Kriterium wird der Gesamtskalenwert herangezogen. Daher Korrelation des Itemwertes mit dem Gesamttestwert, also rit
  2. (Je nach Datenniveau P-M-Korrelation, PBS-Korrelation oder Phi-Koeffizient)
  3. Lösung: Part-Whole Korrektur
    • Korrelation des Itemwertes mit korrigiertem Testwert
    • Korrigierter Testwert = Gesamttestwert – Itemwert
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TESTE DEIN WISSEN

Beschreiben Sie wie die Konstruktvalidität ermittelt wird. (4 Punkte)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Konstruktvalidität bezieht sich auf latente, theoretische Konstrukte
  2. Idee: Konstrukt steht mit anderen Konstrukten systematisch in Verbindung, diese können als Hypothese formuliert und empirisch geprüft werden
  3. Also: Generierung der Hypothesen zu Konstrukt (Konstrukt durch zu validierendes Testverfahren operationalisieren, andere verbundene Konstrukte über etablierte Operationalisierungen) und anschließende Hypothesenprüfung (stimmen Empirische Ergebnisse und theoretische Vorhersage überein? Wenn ja: spricht für Validität, wenn nicht werden Hypothesen als korrekt vorausgesetzt)
  4. Ziel: Einbettung des Konstruktes in das nomologische Netzwerk verwandter (konvergent) / fremder Konstrukte (diskriminant)
  5. Es kann auch Multitrait-Multimethod Matrix genutzt werden, bei der mehrere Konstrukte mit Hilfe mehrerer Methoden gleichzeitig erfasst werden. Muster enthält konvergente und diskriminante Validitäten
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TESTE DEIN WISSEN

Wie hängen Trennschärfe, Varianz und Schwierigkeit zusammen?

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Mittlere Schwierigkeit: Maximale Varianz, hohe Trennschärfe
  2. i. d. R. umgedreht u-förmiger Zusammenhang zwischen Schwierigkeit und Trennschärfe. Mittlere Schwierigkeit hat höhere Trennschärfen als Extreme Schwierigkeiten. 
  3. Die Itemschwierigkeit begrenzt die Ausprägung der Varianz. Mittlere Schwierigkeit = maximale Varianz 
  4. Bei hoher Homogenität der Items sind hohe Trennschärfen möglich, unterschiedliche Trennschärfen verringern Homogenität
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TESTE DEIN WISSEN

Die kriteriumsbezogene Validität wird durch den Reliabilitätskoeffizienten beschränkt. Wie könnte man das auf die Konstruktvalidität übertragen? (1 Punkt)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Kriteriumsbezogene Validität ist wichtig, wenn der Test als praktische Grundlage genutzt wird
  2. Konstrukt wird mittels Kriterium erfasst (Korrelation des Tests mit dem Kriterium)
    1. Innere (anderes etabliertes Verfahren zum gleichen Konstrukt vs. äußere (Schulnoten etc.)
    2. Vorhersage vs. Übereinstimmungsvalidität
  3. Die Konstruktvalidität hat keinen numerischen Validitätskennwert, wie die Kriteriumsbezogene Validität und ist daher nicht durch den Reliabilitätskoeffizienten beschränkt.
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TESTE DEIN WISSEN

Wie wird Reliabilität in der KTT definiert (2)? Beschreiben Sie die Bestimmung per Testhalbierung. Was muss man beim Vorgehen beachten? (4)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Reliabilität ist die Messgenauigkeit des Testverfahrens. rtt = s²t / s²x = rx1,x2
  2. Je mehr die gemessene Varianz durch die wahre Varianz bedingt ist, desto reliabler die Messung 
  3. Testhalbierung: 
    • Bearbeitung des Gesamttests durch Probanden, anschließende Trennung des Tests in zwei gleichwertige Hälften per zufälliger Zuweisung, Odd-Even methode, Zeitpartitionierung oder Itempaarung anhand Analysedaten
    • Jede Testhälfte liefert einen Testwert
    • Korrelation der beiden wird ermittelt und gibt Auskunft über Reliabilität
  4. Beachte: Test wurde verkürzt ALSO: Spearman-Brown-Korrektur rtt = 2*r12 / 1+r12
    • Voraussetzung dafür: Gleich lange Testhälften und gleiche Streuung, ansonsten speziellere Formeln bei Abweichung anwenden
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TESTE DEIN WISSEN

Was ist die Kritik an der KTT? Beschreiben Sie dabei auch das adaptive Testen und warum es in der KTT nicht angewendet werden kann (10)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Grundannahmen der KTT sind plausibel, aber nicht überprüfbar. Axiome werden vorausgesetzt.
  2. Keine psychologische Fundierung
  3. Implizite Annahme des Intervallniveaus
  4. Stichprobenabhängigkeit, daher keine Übertragung auf Einzelfall
  5. Homogenität ist nur vage definiert, aber manche Folgerungen setzen Homogenität voraus
  6. Voraussetzung für adaptives Testen ist die Stichprobenunabhängigkeit. Ist in der KTT nicht gegeben!
    • Adaptives Testen: Nur ausgewählte Items werden dem PB vorgesetzt
    • Diejenigen, welche in Abhängigkeit von vorherigen Antworten die meisten Informationen erlauben
    • Dadurch kann Testung verkürzt werden, ohne an Genauigkeit einzubüßen
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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie die Arten der Reliabilitätsbestimmung und jeweils einen Vor und Nachteil der Methode (8 Punkte) (Auch: Welche Methoden der Reliabilitätsbestimmung gibt es? Mit Erklärung)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Retest (CON: Höherer Aufwand durch mehrmaliges Erheben; PRO: praktische Einflüsse wie Testumgebung etc. gehen auch mit ein)
  2. Paralleltest (CON: Parallelformen praktisch nie vollkommen äquivalent, dies mindert die Reliabilitätsschätzung; PRO: Keine Lern-/Erinnerungseffekte, kein langer Testabstand)
  3. Testhalbierung (CON: nur instrumentelle Reliabilität, Zusammenhänge von Testlänge und Reliabilität; Pro: Nur ein Test muss erstellt werden, ökonomischer, Halbierung im Nachhinein)
  4. Interne Konsistenz (CON: nur bei homogenen Tests sinnvoll, nur instrumentelle Reliabilität; PRO: keine weitere Erhebung notwendig)
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TESTE DEIN WISSEN

Erklären Sie das Rasch-Modell. Welche Vorteile hat eine Rasch-homogene Skala? (8)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Das Rasch Modell bildet Lösungswahrscheinlichkeit eines Items als Funktion in Abhängigkeit von Aufgabenschwierigkeit und Personenfähigkeit in Form von ICC Kurven ab. Lösungswahrscheinlichkeit bestimmbar.
    1. ICC Verläufe bei Homogenität unterscheiden sich nur hinsichtlich des Schwierigkeitsparameters
  2. Basiert auf logistischer Funktion p = eß-δ / 1+ eß-δ: Lösungsschwierigkeit als Funktion von Itemschwierigkeit (δ) und der Personenfähigkeit (ß), d.h. je größer ß > δ ausfällt desto wahrscheinlicher, dass die Aufgabe gelöst wird
  3. P nähert sich asymptotisch 0 und 1, d.h. wenn ß und δ identisch p=.50
  4. Anwendbar für dichotome Antwortmodelle
  5. Vorteile:
    • Lokale stochastische Unabhängigkeit: Items repräsentieren eindimensionales Konstrukt
    • Spezifische Objektivität der Vergleiche: Stichprobenunabhängigkeit der Parameterschätzungen, d.h. von Itemparameter auf Personparameter schließen möglich
    • Anzahl der gelösten Aufgaben ist eine erschöpfende Statistik für die Parameterschätzung
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TESTE DEIN WISSEN

Zählen Sie die Axiome der KTT auf und erläutern Sie diese inhaltlich. (5)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. (Xi = Ti + Ei) Grundmodell der Messung / Verknüpfungsaxiom: Der Messwert setzt sich additiv aus dem wahren Wert und einem Fehler zusammen
  2. E = 0) Zufälligkeit der Fehlereinflüsse: Fehleranteil mittelt sich über unendlich viele Messungen aus
    1. in Verbindung mit 1. Axiom ergibt sich das Existenzaxiom μX = μT bzw. E(X) = T, d.h. X ist erwartungstreuer Schätzer von T
  3. T,E = 0) Unabhängigkeit von Fehler und wahrem Wert, bei abhängig wäre der Fehler systematisch und 2. Axiom ungültig denn systematische Fehler sind Teil des wahren Wertes
  4. E1,E2 = 0) Fehler einer Messung ist unabhängig von Fehler aus unabhängiger anderer Messung
  5. E1,T2 = 0) Fehler einer Messung ist unabhängig vom wahrem Wert einer anderen Messung 
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TESTE DEIN WISSEN

Wie ist Trennschärfe definiert? Welche Methode zur Itemselektion nutzt noch eine andere Art von Trennschärfe und welche Skalen bekommt man durch sie? (8) (Auch: Was muss man bei der Berechnung der Trennschärfe beachten?)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Trennschärfe beschreibt wie gut ein Item zwischen Probanden mit hoher und niedriger Merkmalsausprägung trennt. Inwieweit ist das Item repräsentativ für Gesamtskala. Trennschärfe ist die Korrelation des Itemwertes mit dem Gesamttestwert, also rit, demnach je nach Datenformat entweder P-M-Korrelation, PBS-Korrelation oder Phi-Koeffizient
  2.  Zu beachten ist, dass die Selbstkorrelation künstlich die Korrelation erhöht. Deshalb Part-Whole-Korrektur anwenden.
  3. Die Gulliksen Technik nutzt neben der Eigentrennschärfe (Quartilmethode) noch die Fremdtrennschärfe und führt zu heterogenen Skalen mit hoher kriteriumsbezogener Validität
    • Elimination von Items, die im Verhältnis zur Eigentrennschärfe geringe Validitäten (Fremdtrennschärfen) haben
    • Eigentrennschärfe bezieht das Item auf die eigene Skala
    • Fremdtrennschärfe bezieht das Item auf ein externes Kriterium (Fällt i. d. R. geringer aus als Eigentrennschärfe)

 

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TESTE DEIN WISSEN

Was ist Konstruktvalidität/Konstruktvalidierung? Beschreiben Sie auch die Multi-Trait- Multimethod-Matrix (7)

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Die Konstruktvalidität ergibt sich daraus, dass ein latentes Konstrukt in Verbindung mit anderen Konstrukten steht und diese Verbindungen als Hypothesen definiert, empirisch geprüft werden können. Das Konstrukt selbst ist nicht messbar. Stimmen die theoretischen Voraussagen mit den tatsächlichen Ergebnissen der Testung überein, kann von Validität ausgegangen werden.

Bei der Multi-Trait-Multimethod-Matrix werden mehreren Konstrukte gleichzeitig mit mehreren Methoden geprüft. Aus der Matrix lassen sich diskriminante und konvergente Konstrukte ablesen

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Beispielhafte Karteikarten für deinen Testtheorie und Diagnostik Kurs an der Universität Erlangen-Nürnberg - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Welche Antworttendenzen gibt es bei freien Antwortformaten und wie kann man sie beheben?

A:
  • Positions- und serielle Effekte à Überprüfung durch Umstellung von Antworten
  • Tendenz zur unkritischen Zustimmung/Ablehnung (Ja-/Neinsagetendenz) à Mischung positiv und negativ gepolter Items, konkrete Verhaltensfragen

  • Soziale Erwünschtheit, Simulation/Dissimulation à Kontrollskalen (Offenheitsskalen), „undurchschaubare“ Items

  • Tendenz zur Mitte/Extreme à Alternativantworten, sehr ausführliche Charakterisierung (Beschreibung) der Kategorie

Q:

Was ist Trennschärfe und wie wird sie berechnet?

A:
  1. Wichtigster Itemkennwert. Beantwortet die Frage, wie gut ein Item Probanden mit niedriger Ausprägung von einem Probanden mit hoher Merkmalsausprägung trennt. Als Kriterium wird der Gesamtskalenwert herangezogen. Daher Korrelation des Itemwertes mit dem Gesamttestwert, also rit
  2. (Je nach Datenniveau P-M-Korrelation, PBS-Korrelation oder Phi-Koeffizient)
  3. Lösung: Part-Whole Korrektur
    • Korrelation des Itemwertes mit korrigiertem Testwert
    • Korrigierter Testwert = Gesamttestwert – Itemwert
Q:

Beschreiben Sie wie die Konstruktvalidität ermittelt wird. (4 Punkte)

A:
  1. Konstruktvalidität bezieht sich auf latente, theoretische Konstrukte
  2. Idee: Konstrukt steht mit anderen Konstrukten systematisch in Verbindung, diese können als Hypothese formuliert und empirisch geprüft werden
  3. Also: Generierung der Hypothesen zu Konstrukt (Konstrukt durch zu validierendes Testverfahren operationalisieren, andere verbundene Konstrukte über etablierte Operationalisierungen) und anschließende Hypothesenprüfung (stimmen Empirische Ergebnisse und theoretische Vorhersage überein? Wenn ja: spricht für Validität, wenn nicht werden Hypothesen als korrekt vorausgesetzt)
  4. Ziel: Einbettung des Konstruktes in das nomologische Netzwerk verwandter (konvergent) / fremder Konstrukte (diskriminant)
  5. Es kann auch Multitrait-Multimethod Matrix genutzt werden, bei der mehrere Konstrukte mit Hilfe mehrerer Methoden gleichzeitig erfasst werden. Muster enthält konvergente und diskriminante Validitäten
Q:

Wie hängen Trennschärfe, Varianz und Schwierigkeit zusammen?

A:
  1. Mittlere Schwierigkeit: Maximale Varianz, hohe Trennschärfe
  2. i. d. R. umgedreht u-förmiger Zusammenhang zwischen Schwierigkeit und Trennschärfe. Mittlere Schwierigkeit hat höhere Trennschärfen als Extreme Schwierigkeiten. 
  3. Die Itemschwierigkeit begrenzt die Ausprägung der Varianz. Mittlere Schwierigkeit = maximale Varianz 
  4. Bei hoher Homogenität der Items sind hohe Trennschärfen möglich, unterschiedliche Trennschärfen verringern Homogenität
Q:

Die kriteriumsbezogene Validität wird durch den Reliabilitätskoeffizienten beschränkt. Wie könnte man das auf die Konstruktvalidität übertragen? (1 Punkt)

A:
  1. Kriteriumsbezogene Validität ist wichtig, wenn der Test als praktische Grundlage genutzt wird
  2. Konstrukt wird mittels Kriterium erfasst (Korrelation des Tests mit dem Kriterium)
    1. Innere (anderes etabliertes Verfahren zum gleichen Konstrukt vs. äußere (Schulnoten etc.)
    2. Vorhersage vs. Übereinstimmungsvalidität
  3. Die Konstruktvalidität hat keinen numerischen Validitätskennwert, wie die Kriteriumsbezogene Validität und ist daher nicht durch den Reliabilitätskoeffizienten beschränkt.
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Q:

Wie wird Reliabilität in der KTT definiert (2)? Beschreiben Sie die Bestimmung per Testhalbierung. Was muss man beim Vorgehen beachten? (4)

A:
  1. Reliabilität ist die Messgenauigkeit des Testverfahrens. rtt = s²t / s²x = rx1,x2
  2. Je mehr die gemessene Varianz durch die wahre Varianz bedingt ist, desto reliabler die Messung 
  3. Testhalbierung: 
    • Bearbeitung des Gesamttests durch Probanden, anschließende Trennung des Tests in zwei gleichwertige Hälften per zufälliger Zuweisung, Odd-Even methode, Zeitpartitionierung oder Itempaarung anhand Analysedaten
    • Jede Testhälfte liefert einen Testwert
    • Korrelation der beiden wird ermittelt und gibt Auskunft über Reliabilität
  4. Beachte: Test wurde verkürzt ALSO: Spearman-Brown-Korrektur rtt = 2*r12 / 1+r12
    • Voraussetzung dafür: Gleich lange Testhälften und gleiche Streuung, ansonsten speziellere Formeln bei Abweichung anwenden
Q:

Was ist die Kritik an der KTT? Beschreiben Sie dabei auch das adaptive Testen und warum es in der KTT nicht angewendet werden kann (10)

A:
  1. Grundannahmen der KTT sind plausibel, aber nicht überprüfbar. Axiome werden vorausgesetzt.
  2. Keine psychologische Fundierung
  3. Implizite Annahme des Intervallniveaus
  4. Stichprobenabhängigkeit, daher keine Übertragung auf Einzelfall
  5. Homogenität ist nur vage definiert, aber manche Folgerungen setzen Homogenität voraus
  6. Voraussetzung für adaptives Testen ist die Stichprobenunabhängigkeit. Ist in der KTT nicht gegeben!
    • Adaptives Testen: Nur ausgewählte Items werden dem PB vorgesetzt
    • Diejenigen, welche in Abhängigkeit von vorherigen Antworten die meisten Informationen erlauben
    • Dadurch kann Testung verkürzt werden, ohne an Genauigkeit einzubüßen
Q:

Nennen Sie die Arten der Reliabilitätsbestimmung und jeweils einen Vor und Nachteil der Methode (8 Punkte) (Auch: Welche Methoden der Reliabilitätsbestimmung gibt es? Mit Erklärung)

A:
  1. Retest (CON: Höherer Aufwand durch mehrmaliges Erheben; PRO: praktische Einflüsse wie Testumgebung etc. gehen auch mit ein)
  2. Paralleltest (CON: Parallelformen praktisch nie vollkommen äquivalent, dies mindert die Reliabilitätsschätzung; PRO: Keine Lern-/Erinnerungseffekte, kein langer Testabstand)
  3. Testhalbierung (CON: nur instrumentelle Reliabilität, Zusammenhänge von Testlänge und Reliabilität; Pro: Nur ein Test muss erstellt werden, ökonomischer, Halbierung im Nachhinein)
  4. Interne Konsistenz (CON: nur bei homogenen Tests sinnvoll, nur instrumentelle Reliabilität; PRO: keine weitere Erhebung notwendig)
Q:

Erklären Sie das Rasch-Modell. Welche Vorteile hat eine Rasch-homogene Skala? (8)

A:
  1. Das Rasch Modell bildet Lösungswahrscheinlichkeit eines Items als Funktion in Abhängigkeit von Aufgabenschwierigkeit und Personenfähigkeit in Form von ICC Kurven ab. Lösungswahrscheinlichkeit bestimmbar.
    1. ICC Verläufe bei Homogenität unterscheiden sich nur hinsichtlich des Schwierigkeitsparameters
  2. Basiert auf logistischer Funktion p = eß-δ / 1+ eß-δ: Lösungsschwierigkeit als Funktion von Itemschwierigkeit (δ) und der Personenfähigkeit (ß), d.h. je größer ß > δ ausfällt desto wahrscheinlicher, dass die Aufgabe gelöst wird
  3. P nähert sich asymptotisch 0 und 1, d.h. wenn ß und δ identisch p=.50
  4. Anwendbar für dichotome Antwortmodelle
  5. Vorteile:
    • Lokale stochastische Unabhängigkeit: Items repräsentieren eindimensionales Konstrukt
    • Spezifische Objektivität der Vergleiche: Stichprobenunabhängigkeit der Parameterschätzungen, d.h. von Itemparameter auf Personparameter schließen möglich
    • Anzahl der gelösten Aufgaben ist eine erschöpfende Statistik für die Parameterschätzung
Q:

Zählen Sie die Axiome der KTT auf und erläutern Sie diese inhaltlich. (5)

A:
  1. (Xi = Ti + Ei) Grundmodell der Messung / Verknüpfungsaxiom: Der Messwert setzt sich additiv aus dem wahren Wert und einem Fehler zusammen
  2. E = 0) Zufälligkeit der Fehlereinflüsse: Fehleranteil mittelt sich über unendlich viele Messungen aus
    1. in Verbindung mit 1. Axiom ergibt sich das Existenzaxiom μX = μT bzw. E(X) = T, d.h. X ist erwartungstreuer Schätzer von T
  3. T,E = 0) Unabhängigkeit von Fehler und wahrem Wert, bei abhängig wäre der Fehler systematisch und 2. Axiom ungültig denn systematische Fehler sind Teil des wahren Wertes
  4. E1,E2 = 0) Fehler einer Messung ist unabhängig von Fehler aus unabhängiger anderer Messung
  5. E1,T2 = 0) Fehler einer Messung ist unabhängig vom wahrem Wert einer anderen Messung 
Q:

Wie ist Trennschärfe definiert? Welche Methode zur Itemselektion nutzt noch eine andere Art von Trennschärfe und welche Skalen bekommt man durch sie? (8) (Auch: Was muss man bei der Berechnung der Trennschärfe beachten?)

A:
  1. Trennschärfe beschreibt wie gut ein Item zwischen Probanden mit hoher und niedriger Merkmalsausprägung trennt. Inwieweit ist das Item repräsentativ für Gesamtskala. Trennschärfe ist die Korrelation des Itemwertes mit dem Gesamttestwert, also rit, demnach je nach Datenformat entweder P-M-Korrelation, PBS-Korrelation oder Phi-Koeffizient
  2.  Zu beachten ist, dass die Selbstkorrelation künstlich die Korrelation erhöht. Deshalb Part-Whole-Korrektur anwenden.
  3. Die Gulliksen Technik nutzt neben der Eigentrennschärfe (Quartilmethode) noch die Fremdtrennschärfe und führt zu heterogenen Skalen mit hoher kriteriumsbezogener Validität
    • Elimination von Items, die im Verhältnis zur Eigentrennschärfe geringe Validitäten (Fremdtrennschärfen) haben
    • Eigentrennschärfe bezieht das Item auf die eigene Skala
    • Fremdtrennschärfe bezieht das Item auf ein externes Kriterium (Fällt i. d. R. geringer aus als Eigentrennschärfe)

 

Q:

Was ist Konstruktvalidität/Konstruktvalidierung? Beschreiben Sie auch die Multi-Trait- Multimethod-Matrix (7)

A:
  1. Die Konstruktvalidität ergibt sich daraus, dass ein latentes Konstrukt in Verbindung mit anderen Konstrukten steht und diese Verbindungen als Hypothesen definiert, empirisch geprüft werden können. Das Konstrukt selbst ist nicht messbar. Stimmen die theoretischen Voraussagen mit den tatsächlichen Ergebnissen der Testung überein, kann von Validität ausgegangen werden.

Bei der Multi-Trait-Multimethod-Matrix werden mehreren Konstrukte gleichzeitig mit mehreren Methoden geprüft. Aus der Matrix lassen sich diskriminante und konvergente Konstrukte ablesen

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