pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention at Universität Erfurt

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1. Welche Art von Schlussfolgerung findet statt, wenn man von Diagnostik spricht?

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2. Warum ist der direkte Rückschluss von Symptomen auf eine Ursache nicht immer einfach?

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3. Was unterscheidet Diagnostik von wissenschaftlicher Ursachenforschung?
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4. Welches Ziel verfolgt die pädagogisch-psychologische Diagnostik?

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5. Beschreiben Sie die Unterschiede zwischen Eigenschafts- und Verhaltensdiagnostik an einem Beispiel.

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1.Was versteht man darunter, dass der Mensch bei der Wahrnehmung immer dazu

neigt, sinnvolle Schemata zu erkennen?


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2.Beschreiben Sie den „fundamentalen Attributionsfehler“ an einem Beispiel.


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4.Welche grundlegende Problem menschlichen Schlussfolgerns haben Gigerenzer und Hoffrage mit ihren Studien zu Brustkrebs untersucht?


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5.Wie wird der Begriff „Diagnostische Kompetenz“ im Allgemeinen verstanden?


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6.Wie haben Helmke und Schrader die „Streuungskomponente“ der diagnostischen

Kompetenz von Lehrkräften definiert?


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7.Mit welchen Untersuchungsplänen kann man die Auswertungsobjektivität

schriftlicher Leistungen untersuchen?


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9.Welche Faktoren können die Beurteilung schriftlicher Prüfungsleistungen

beeinflussen?


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pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

1. Welche Art von Schlussfolgerung findet statt, wenn man von Diagnostik spricht?
-„abduktives Denken“ (erkenntnistheoretischer Begriff) = Schluss von äußerem Merkmal auf inneres Merkmal
-Diagnostizieren findet immer dort statt, wo aus Informationen Schlüsse auf nicht beobachtbare oder derzeit nicht beobachtete Vorgänge gezogen werden

pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

2. Warum ist der direkte Rückschluss von Symptomen auf eine Ursache nicht immer einfach?
-Beziehung zwischen nicht-beobachtbarem Verhalten und beobachtbaren Indikatoren ist nicht immer eindeutig
→gibt zwar eine gewisse Wahrscheinlichkeit, das Zusammenhang besteht, aber die Symptome können auch eine andere Ursache haben

pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

3. Was unterscheidet Diagnostik von wissenschaftlicher Ursachenforschung?
-im Gegensatz zur wissenschaftlichen Forschung ist diagnostische Erkenntnisbemühung nicht auf die Entdeckung allgemeiner Zusammenhänge gerichtet, sondern auf die nähere Kategorisierung oder Einordnung des Einzelfalls

pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

4. Welches Ziel verfolgt die pädagogisch-psychologische Diagnostik?
-Entscheidungen und daraus resultierende Handlungen zu begründen, zu kontrollieren und zu optimieren

pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

5. Beschreiben Sie die Unterschiede zwischen Eigenschafts- und Verhaltensdiagnostik an einem Beispiel.
- Beispiel: Kind ist vorlaut, beleidigt Lehrerin und fängt Streit mit Mitschülern an Eigenschaft = aggressiv
-Soll sich Diagnostik vor allem auf Verhalten beziehen? Verhaltensmuster des Menschen werden mit Eigenschaftsbegriffen beschrieben
-Kann man den Menschen mithilfe stabiler, globaler Eigenschaften beschreiben oder ist es wissenschaftlich angemessener, sich mit einzelnen, situationsspezifischen Eigenschaften zu beschäftigen?
-Vorteile des Eigenschaftsbegriffs
-Klammer für verschiedenartige Verhaltensweisen
-Bündelung der Forschung
-Diagnostik erlaubt zeitstabile Aussagen
-Bsp.: Der Eigenschaftsbegriff hilft uns, die Vielfalt der unangemessenen Verhaltensweisen (wie die des Kindes, die auf Aggressivität schließen lassen) zu einem Konzept/Dispositionsbegriff zusammenzufassen
-Nachteile des Eigenschaftsbegriffs (bzw. Vorteile der Verhaltensdiagnostik) -Situationsabhängigkeit wird unterschlagen
-Gefahr der Annahme der Nichtveränderbarkeit
-Geringschätzung förderdiagnostischer Ansätze
-Bsp.: Das Kind könnte also auch aggressive Verhaltensmuster zeigen, weil es ständig von seinen Mitschülern geärgert bzw. dazu angestachelt wirddiese Situationsabhängigkeit wird beim Eigenschaftsbegriff unterschlagen!
-Lösung des Problems: kein Entweder-Oder-Denken, sondern angemessene Abstraktionsebene wählen

pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention


1.Was versteht man darunter, dass der Mensch bei der Wahrnehmung immer dazu

neigt, sinnvolle Schemata zu erkennen?



-Menschen leisten ständig Erkennungs- und Interpretationsleistungen -Stichwort: visuelle Ambiguität
→es findet ständig eine subjektive Interpretation statt
-wir konstruieren Sinn und legen ihn in Wahrnehmungsgegebenheiten


pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

2.Beschreiben Sie den „fundamentalen Attributionsfehler“ an einem Beispiel.



-fundamentaler Attributionsfehler = wenn man Person als Ursache sieht (Situation bleibt unberücksichtigt)
-z.B: Tennisspieler zerstört aus Frust SchlägerPerson wird als unbeherrscht/aggressiv gesehen; wenig angerechnet wird dagegen Stress und Enttäuschung, um Spannungen loszuwerden; wenn man selbst Schläger zerstört, wird es nicht der Unbeherrschtheit zugeschrieben, sondern auf stressige Situationen geschoben, die uns zu Handlungen veranlasst hat


pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

4.Welche grundlegende Problem menschlichen Schlussfolgerns haben Gigerenzer und Hoffrage mit ihren Studien zu Brustkrebs untersucht?



-Wir vernachlässigen die Grundwahrscheinlichkeiten der Diagnosen und achten zu sehr auf die Trefferquoten

-Wir lassen uns von drastischen Einzelfällen mehr beeinflussen als von umfassenden Statistiken


pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention


5.Wie wird der Begriff „Diagnostische Kompetenz“ im Allgemeinen verstanden?



-„Diagnosekompetenz von Lehrkräften wird häufig als deren Fähigkeit verstanden, Schüler zutreffend einzuschätzen und somit mehr oder weniger mit Diagnose- oder Urteilsgenauigkeit (Veridikalität) gleichgesetzt“


pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention

6.Wie haben Helmke und Schrader die „Streuungskomponente“ der diagnostischen

Kompetenz von Lehrkräften definiert?



-Die Streuungskomponente bezieht sich auf den Vergleich der Streuungen der empirischen (also real vorkommenden) Merkmale der Schüler und der korrespondierenden Lehrerangaben.
-Sind Lehrer in der Lage, die Unterschiedlichkeit der Schülerleistungen in ihrer ganzen Bandbreite zu erkennen?

-Ist die Streuung der Lehrerurteile deutlich geringer, als die der Schülerangaben (die dabei als Kriterium gesehen werden), dann kann darin ebenfalls eine systematische Urteilstendenz („Tendenz zur Mitte“) zum Ausdruck kommen, nämlich eine der Realität nicht entsprechende Reduktion des Streubereichs der Einschätzungen, sodass z.B. real existierende große Leistungsunterschiede zwischen Schülern in der Einschätzung der Lehrkräfte nicht wiedergespiegelt werden


pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention


7.Mit welchen Untersuchungsplänen kann man die Auswertungsobjektivität

schriftlicher Leistungen untersuchen?



-Mehrfache Beurteilung von Texten durch dieselben Personen
-Mehrfache Beurteilung von Texten durch verschiedene Personen
-Präsentation der selben Texte mit verschiedenen Zusatzinformationen und Prüfung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit bei gegebener Beurteilung


pädagogisch—psychologische Diagnostik und Intervention


9.Welche Faktoren können die Beurteilung schriftlicher Prüfungsleistungen

beeinflussen?



-Vorinformationen (Leistung, sozialer Hintergrund)
-Länge der Textproduktion
-Grammatikalische und orthographische Fehler (selbst, wenn nur der Inhalt zu beurteilen war)
-Handschrift
-Reihenfolgeeffekte (wenn mehrere gute Arbeiten gesehen werden und dann nur eine - mittelmäßige, wird diese tendenziell schlechter bewertetMaßstabsverschiebung) -Beliebtheit der Schüler/innen


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