Medizinische Soziologie at Universität Düsseldorf | Flashcards & Summaries

Select your language

Suggested languages for you:
Log In Start studying!

Lernmaterialien für Medizinische Soziologie an der Universität Düsseldorf

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Medizinische Soziologie Kurs an der Universität Düsseldorf zu.

TESTE DEIN WISSEN

Reicht es bei der Diskussion um soziale Unterschiede in der gesundheitlichen Versorgung ausschließlich den Versichertenstatus zu betrachten?


Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Nein! Der Versichertenstatus gibt zwar schon einen guten Hinweis, aber man muss auch weitere Sozialstatusmerkmale betrachten (z.B.  individuelles Einkommen oder Vermögen, Bildungsniveau, beruflicher Status)

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Was ist ‚soziale Ungleichheit‘?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Soziale Ungleichheit bedeutet, dass Menschen aufgrund ihrer Position im gesellschaftlichen Beziehungsgefüge von begehrten materiellen und/oder immateriellen Gütern regelmäßig mehr oder weniger erhalten als andere


--> Überindividuell und sozial konstruiert

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Kapitalsorten nach Pierre Bourdieu

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Begehrte Güter sind Güter, die knapp sind - sonst wären sie ja nicht begehrt


  1. Soziales Kapital
    • Einbindung in soziale Netzwerke
    • Macht, Unterstützung, Anerkennung, Wissen...
    • "die richtigen Leute kennen"
  2. Ökonomisches Kapital
    • Geld, Eigentum
  3. Kulturelles Kapital
    • Bildung, Lebenshaltung, Lebensstil
    • Inkorporiert: Gelerntes Wissen, das man auch wirklich drauf hat
    • Institutionalisiert: Abschlüsse, die man auf dem Papier hat
    • Objektiviert: kulturelle Güter (Bücher...)
  4. Symbolisches Kapital
    • Möglichkeit sein Kapital zu zeigen und zwar so, dass es auch richtig verstanden wird und in den gewollten Gruppen dann richtig ankommt
    • "Wissen darüber wie man sich gibt"
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Position bzw. Determinanten von Ungleichheit

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Kriterien nach denen Menschen größere oder kleinere Chancen auf die Teilhabe an knappen Gütern erhalten, die selber aber genuin keine Vor-/Nachteile sind


Beispiele sind Alter, Geschlecht, Beruf, soziale Stellung der Familie, Ethnie, Herkunft


Dass diese Kriterien jedoch dazu führen, dass man z.B. mehr oder weniger verdient ist ein Ergebnis von sozialer Ungleichheit

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Wie kommt es zur Regelmäßigkeit der Ungleichheit?

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Eine Kernfrage der Gesellschaftsentwicklung: Wie verteilen, ohne einen bellum omnium contra omnes zu riskieren?


An die Determinanten werden komplexe, sozial konstruierte Mechanismen geknüpft, die eine Verteilung von Gütern stabil strukturieren --> Legitimation warum manche weniger bekommen als andere --> insbesondere damit die , die weniger bekommen das auch akzeptieren


Mechanismen sind z.B. historische ‚Tatsachen‘, das Bildungssystem, der Arbeitsmarkt, die Wirtschaftsverfassung, Valorisierungsprozesse, Geschlechterverhältnisse, Familienordnungen, sowie Legitimationsprozesse --> alle diese Mechanismen in der Summe führen zu sozialer Ungleichheit


Ihre Bedeutung und Organisation ist zeitlich wandelbar

Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Soziale Ungleichheit in der medizinischen Forschung

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  • Enges Verständnis sozialer Ungleichheit, reduziert auf wenige, insbesondere vertikale Faktoren
  • Identifikation von einfach messbaren Kriterien, die es erlauben Bevölkerungen hierarchisch (oder vertikal) in ein Oben und Unten zu ordnen und dann einzelne Individuen einzustufen
  • Diese Kriterien müssen möglichst direkt mit gesundheitlich relevanten Kapitalsorten in Verbindung stehen
  • Die gängigste Darstellung der Sozialstruktur in der medizinischen Forschung ist die (simplifizierende) vertikale Gliederung anhand von drei zentralen Merkmalen: Bildung, Beruf und Einkommen & Vermögen --> ‚meritokratische Triade‘
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Bildung

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Indikatoren: Schulabschluss und/oder Berufsausbildung


Vorteile:

  • zuverlässige Erfassung definierter, hierarchischer Kategorien
  • Stabilität des Merkmals im Lebenslauf
  • wachsende gesellschaftliche Bedeutung


Nachteile:

  • geringe Vergleichbarkeit international und im Längsschnitt
  • Heterogenität der Bildungsinhalte bei formal gleichen Abschlüssen
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Beruf

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Indikatoren:

  • Stellung im Beruf (Selbständig, Arbeiter, Angestellte, Beamte)
  • Berufsklassen
  • Leitungsfunktion


Vorteile:

  • Kristallisationspunkt der sozialen Position
  • definiert Einkommen, Zugang zum Sozialsystem, Status
  • Es gibt direkte berufliche Risikofaktoren

Nachteile:

  • Hierarchisierung und Kategorisierung des Berufs (KldB=20.000 Berufe) schwierig
  • Nicht-Erwerbstätige werden bei Berufsklassifikationen oft nicht erfasst
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Einkommen

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Indikatoren:

  • Monatseinkommen (i.d.R. Netto)
  • Haushalts-Äquivalenzeinkommen (gewichtet für Zahl der Haushaltsmitglieder)
  • Vermögen
  • Schulden


Vorteile:

  • Einfache statistische Verarbeitung
  • Unmittelbarer Bezug zur aktuellen Lebenssituation

Nachteile:

  • Nicht leicht zu erheben, komplizierte Abfrage
  • Tendenz zu ‚non-response‘ und Verzerrung aufgrund sozialer Erwünschtheit
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Schichtindex zur Bestimmung der sozialen Schicht

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
  • Da die zentralen sozioökonomischen Merkmale korrelieren, wird in Schichtindizes eine gewichtete Kombination von Statusmerkmalen (i.d.R. Bildung, Einkommen, Beruf) zur Einstufung in eine „soziale Schicht“ verwendet
  • Methode: Addition von Punktwerten je Indikator; Unterteilung der additiven Skala in untere, mittlere, obere Schicht
  • Probleme:
    • Status-Inkonsistenz: Personen, die auf einem Indikator einen hohen und auf einem anderen einen niedrigen Wert haben, werden undifferenziert in der mittleren Schicht klassifiziert
    • Daraus folgt: geringe Trennschärfe bei mittleren Werten
    • schwer zu begründende Punktwerte, ständiger Aktualisierungsbedarf
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Pfad 1: Materielle Risiken

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Materielle Faktoren: Beispiele für ungleich verteilte Risiken und Ressourcen:

  • Gesunde und ausreichende Ernährung
  • Zugang zu Sport und Freizeitmöglichkeiten
  • Mobilität
  • Wohnungsgröße und Wohnqualität
  • Heizung
  • Unfall- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
  • Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN

Pfad 1: Psychosoziale Risiken

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN

Psychosoziale Faktoren: Beispiele für ungleich verteilte Risiken und Ressourcen:

  • Soziale Ausgrenzung
  • Diskriminierung
  • ‚The status syndrom‘: Belastung durch niedrigen Status (Ansehen, Prestige)
  • Psychische Belastung durch Schulden & Armut
  • Stress in Alltagssituationen
  • Psychosoziale Arbeitsbelastungen
  • Geringe Selbstwirksamkeit & geringer Selbstwert
Lösung ausblenden
  • 262386 Karteikarten
  • 3428 Studierende
  • 117 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Medizinische Soziologie Kurs an der Universität Düsseldorf - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Reicht es bei der Diskussion um soziale Unterschiede in der gesundheitlichen Versorgung ausschließlich den Versichertenstatus zu betrachten?


A:

Nein! Der Versichertenstatus gibt zwar schon einen guten Hinweis, aber man muss auch weitere Sozialstatusmerkmale betrachten (z.B.  individuelles Einkommen oder Vermögen, Bildungsniveau, beruflicher Status)

Q:

Was ist ‚soziale Ungleichheit‘?

A:

Soziale Ungleichheit bedeutet, dass Menschen aufgrund ihrer Position im gesellschaftlichen Beziehungsgefüge von begehrten materiellen und/oder immateriellen Gütern regelmäßig mehr oder weniger erhalten als andere


--> Überindividuell und sozial konstruiert

Q:

Kapitalsorten nach Pierre Bourdieu

A:

Begehrte Güter sind Güter, die knapp sind - sonst wären sie ja nicht begehrt


  1. Soziales Kapital
    • Einbindung in soziale Netzwerke
    • Macht, Unterstützung, Anerkennung, Wissen...
    • "die richtigen Leute kennen"
  2. Ökonomisches Kapital
    • Geld, Eigentum
  3. Kulturelles Kapital
    • Bildung, Lebenshaltung, Lebensstil
    • Inkorporiert: Gelerntes Wissen, das man auch wirklich drauf hat
    • Institutionalisiert: Abschlüsse, die man auf dem Papier hat
    • Objektiviert: kulturelle Güter (Bücher...)
  4. Symbolisches Kapital
    • Möglichkeit sein Kapital zu zeigen und zwar so, dass es auch richtig verstanden wird und in den gewollten Gruppen dann richtig ankommt
    • "Wissen darüber wie man sich gibt"
Q:

Position bzw. Determinanten von Ungleichheit

A:

Kriterien nach denen Menschen größere oder kleinere Chancen auf die Teilhabe an knappen Gütern erhalten, die selber aber genuin keine Vor-/Nachteile sind


Beispiele sind Alter, Geschlecht, Beruf, soziale Stellung der Familie, Ethnie, Herkunft


Dass diese Kriterien jedoch dazu führen, dass man z.B. mehr oder weniger verdient ist ein Ergebnis von sozialer Ungleichheit

Q:

Wie kommt es zur Regelmäßigkeit der Ungleichheit?

A:

Eine Kernfrage der Gesellschaftsentwicklung: Wie verteilen, ohne einen bellum omnium contra omnes zu riskieren?


An die Determinanten werden komplexe, sozial konstruierte Mechanismen geknüpft, die eine Verteilung von Gütern stabil strukturieren --> Legitimation warum manche weniger bekommen als andere --> insbesondere damit die , die weniger bekommen das auch akzeptieren


Mechanismen sind z.B. historische ‚Tatsachen‘, das Bildungssystem, der Arbeitsmarkt, die Wirtschaftsverfassung, Valorisierungsprozesse, Geschlechterverhältnisse, Familienordnungen, sowie Legitimationsprozesse --> alle diese Mechanismen in der Summe führen zu sozialer Ungleichheit


Ihre Bedeutung und Organisation ist zeitlich wandelbar

Mehr Karteikarten anzeigen
Q:

Soziale Ungleichheit in der medizinischen Forschung

A:
  • Enges Verständnis sozialer Ungleichheit, reduziert auf wenige, insbesondere vertikale Faktoren
  • Identifikation von einfach messbaren Kriterien, die es erlauben Bevölkerungen hierarchisch (oder vertikal) in ein Oben und Unten zu ordnen und dann einzelne Individuen einzustufen
  • Diese Kriterien müssen möglichst direkt mit gesundheitlich relevanten Kapitalsorten in Verbindung stehen
  • Die gängigste Darstellung der Sozialstruktur in der medizinischen Forschung ist die (simplifizierende) vertikale Gliederung anhand von drei zentralen Merkmalen: Bildung, Beruf und Einkommen & Vermögen --> ‚meritokratische Triade‘
Q:

Bildung

A:

Indikatoren: Schulabschluss und/oder Berufsausbildung


Vorteile:

  • zuverlässige Erfassung definierter, hierarchischer Kategorien
  • Stabilität des Merkmals im Lebenslauf
  • wachsende gesellschaftliche Bedeutung


Nachteile:

  • geringe Vergleichbarkeit international und im Längsschnitt
  • Heterogenität der Bildungsinhalte bei formal gleichen Abschlüssen
Q:

Beruf

A:

Indikatoren:

  • Stellung im Beruf (Selbständig, Arbeiter, Angestellte, Beamte)
  • Berufsklassen
  • Leitungsfunktion


Vorteile:

  • Kristallisationspunkt der sozialen Position
  • definiert Einkommen, Zugang zum Sozialsystem, Status
  • Es gibt direkte berufliche Risikofaktoren

Nachteile:

  • Hierarchisierung und Kategorisierung des Berufs (KldB=20.000 Berufe) schwierig
  • Nicht-Erwerbstätige werden bei Berufsklassifikationen oft nicht erfasst
Q:

Einkommen

A:

Indikatoren:

  • Monatseinkommen (i.d.R. Netto)
  • Haushalts-Äquivalenzeinkommen (gewichtet für Zahl der Haushaltsmitglieder)
  • Vermögen
  • Schulden


Vorteile:

  • Einfache statistische Verarbeitung
  • Unmittelbarer Bezug zur aktuellen Lebenssituation

Nachteile:

  • Nicht leicht zu erheben, komplizierte Abfrage
  • Tendenz zu ‚non-response‘ und Verzerrung aufgrund sozialer Erwünschtheit
Q:

Schichtindex zur Bestimmung der sozialen Schicht

A:
  • Da die zentralen sozioökonomischen Merkmale korrelieren, wird in Schichtindizes eine gewichtete Kombination von Statusmerkmalen (i.d.R. Bildung, Einkommen, Beruf) zur Einstufung in eine „soziale Schicht“ verwendet
  • Methode: Addition von Punktwerten je Indikator; Unterteilung der additiven Skala in untere, mittlere, obere Schicht
  • Probleme:
    • Status-Inkonsistenz: Personen, die auf einem Indikator einen hohen und auf einem anderen einen niedrigen Wert haben, werden undifferenziert in der mittleren Schicht klassifiziert
    • Daraus folgt: geringe Trennschärfe bei mittleren Werten
    • schwer zu begründende Punktwerte, ständiger Aktualisierungsbedarf
Q:

Pfad 1: Materielle Risiken

A:

Materielle Faktoren: Beispiele für ungleich verteilte Risiken und Ressourcen:

  • Gesunde und ausreichende Ernährung
  • Zugang zu Sport und Freizeitmöglichkeiten
  • Mobilität
  • Wohnungsgröße und Wohnqualität
  • Heizung
  • Unfall- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
  • Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen
Q:

Pfad 1: Psychosoziale Risiken

A:

Psychosoziale Faktoren: Beispiele für ungleich verteilte Risiken und Ressourcen:

  • Soziale Ausgrenzung
  • Diskriminierung
  • ‚The status syndrom‘: Belastung durch niedrigen Status (Ansehen, Prestige)
  • Psychische Belastung durch Schulden & Armut
  • Stress in Alltagssituationen
  • Psychosoziale Arbeitsbelastungen
  • Geringe Selbstwirksamkeit & geringer Selbstwert
Medizinische Soziologie

Erstelle und finde Lernmaterialien auf StudySmarter.

Greife kostenlos auf tausende geteilte Karteikarten, Zusammenfassungen, Altklausuren und mehr zu.

Jetzt loslegen

Das sind die beliebtesten StudySmarter Kurse für deinen Studiengang Medizinische Soziologie an der Universität Düsseldorf

Für deinen Studiengang Medizinische Soziologie an der Universität Düsseldorf gibt es bereits viele Kurse, die von deinen Kommilitonen auf StudySmarter erstellt wurden. Karteikarten, Zusammenfassungen, Altklausuren, Übungsaufgaben und mehr warten auf dich!

Mehr Karteikarten anzeigen

Das sind die beliebtesten Medizinische Soziologie Kurse im gesamten StudySmarter Universum

Medizinische Physiologie

Freie Universität Berlin

Zum Kurs
Medizinische Psychologie & Soziologie

Justus-Liebig-Universität Gießen

Zum Kurs
medizinische Soziologie

HSD Hochschule Döpfer

Zum Kurs

Die all-in-one Lernapp für Studierende

Greife auf Millionen geteilter Lernmaterialien der StudySmarter Community zu
Kostenlos anmelden Medizinische Soziologie
Erstelle Karteikarten und Zusammenfassungen mit den StudySmarter Tools
Kostenlos loslegen Medizinische Soziologie