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Welche zwei Strömungen spielten eine besonders große Rolle in der Psychologie des 19. Jahrhunderts?

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Bei welcher dieser Strömungen war Introspektion beliebt?

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In der Humoralpathologie gibt es welche vier Körpersäfte?

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Was davon passierte im 19. Jahrhundert NICHT auf dem Gebiet der Psychologie?

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Was hat die Scholastik als Ziel?

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Worum geht es im Weber-Fechnerschen-Gesetz?

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Auf welchem Gebiet forschten Ernst Weber und Gustav Fechner?

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Wodurch war das mittelalterliche Gedankengut in christlichen Ländern geprägt?

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durch theologische Ansichten

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Was davon passierte im 19. Jahrhundert NICHT auf dem Gebiet der Psychologie?

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Menschen beschäftigten sich erstmals mit psychologischen Fragen

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Was hat die Scholastik als Ziel?

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Worum geht es im Weber-Fechnerschen-Gesetz?

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Auf welchem Gebiet forschten Ernst Weber und Gustav Fechner?

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Wodurch war das mittelalterliche Gedankengut in christlichen Ländern geprägt?

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Geschichte der Psychologie

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Eine der Geschichte der Psychologie Zusammenfassungen auf StudySmarter | Universität Düsseldorf

Die Psychologie ist die Lehre des menschlichen Erlebens und Verhaltens. Fragen, die im Kern psychologisch sind – also z. B. Wie kann ich ein bestimmtes Verhalten in meinem Gegenüber hervorrufen? – können schon in antiken Schriften nachgewiesen werden. 


Doch auch wenn damals schon Fragen zum Erleben und Verhalten gestellt und beantwortet wurden, entspricht das damalige Bild von Psychologie nicht unserem heutigen. Die Beschäftigung mit psychologischen Themen durchlief verschiedene Epochen, bevor sich das heutige Verständnis herausgebildet hat.

Die heutige Psychologie

Die Art, wie man sich mit Fragen zum Erleben und Verhalten von Menschen beschäftigte, veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder. Veränderungen beziehen sich dabei sowohl auf die Vorstellungen über den Menschen als auch auf die verwendeten Methoden. Heute versteht man unter Psychologie Folgendes:


Die Psychologie gilt als die empirische Wissenschaft des Erlebens und Verhaltens von Menschen. Empirisch bedeutet, dass wissenschaftliche Methoden verwendet werden, um aus den gewonnenen Ergebnissen, Theorien aufzustellen, die den Gütekriterien, also Vorgaben der Wissenschaft, entsprechen. Zu den wissenschaftlichen Methoden gehören unter anderem Experimente oder anderweitige Beobachtungen.


Für weitere Informationen über die Psychologie als empirische Wissenschaft kannst dich in die Zusammenfassungen "empirische Methoden" oder "Psychologie als Wissenschaft" reinklicken.


Somit ist die Psychologie eine Wissenschaft auf empirischer Basis, die sich mit dem menschlichen Erleben und Verhalten und dessen Entwicklung im Laufe des Lebens beschäftigt. 


Das Verhalten beschreibt in der Definition der Psychologie alle direkt oder indirekt beobachtbaren Prozesse und Handlungen einer Person oder Personengruppe. Das Erleben bezeichnet dagegen die inneren Vorgänge einer Person.


Die Psychologie untersucht demnach innere und äußere Ursachen und Bedingungen von psychischen menschlichen Vorgängen.


Weitere Informationen findest Du in dem Beitrag "Verhalten und Erleben des Menschen".


In der Vergangenheit galten jedoch andere Vorstellungen über die Psychologie und somit auch andere Herangehensweisen bei der Erklärung menschlichen Verhaltens. Das Interesse über psychische Vorgänge im Menschen reicht bis ins Jahr 2000 v. Chr. zurück.

Die Geschichte der Psychologie – Zeitleiste

Die Geschichte der Psychologie lässt sich anhand einer Zeitleiste mithilfe von Epochen anschaulich darstellen. 


Geschichte der Psychologie Zeitleiste der Geschichte der Psychologie StudySmarterAbbildung 1: Die Geschichte der Psychologie von 2000 v. Chr. bis heute

Die sieben Epochen der Psychologie

Die Psychologie, wie Du sie heute kennst, findet ihren Ursprung bereits im Jahr 2000 v. Chr. Generell kann die Geschichte der Psychologie in sieben Epochen unterteilt werden, die jeweils durch verschiedene Vorstellungen geprägt waren:


  1. Epoche: ca. 2000–500 v. Chr.
  2. Epoche: ca. 500–200 v. Chr.
  3. Epoche: ca. 200 v. Chr.–1600 n. Chr.
  4. Epoche: ca. 16.–19. Jahrhundert
  5. Epoche: ca. Ende des 19. Jahrhunderts
  6. Epoche: ca.  1900 und 1940/60
  7. Epoche: seit ca. 1960

2000 bis 500 vor Christus

Zu der damaligen Zeit existiert noch keine Vorstellung von der Psychologie als Wissenschaft. Die Fragen nach dem Erleben und Verhalten von Menschen werden in diesem Zeitraum durch Religion und Mythologie begründet. Durch Erzählungen über die Götter und die Entstehung des Universums versuchten die Menschen, sich das Konzept der Seele und andere psychologische Aspekte zu erklären.

500 bis 200 vor Christus

In den Jahren 500–200 v. Chr. gewinnt die wissenschaftliche Betrachtung der Psychologie, im Vergleich zu den magischen Erklärungen, vermehrt an Bedeutung. Auch wenn es sich hierbei noch nicht um eine wissenschaftliche Herangehensweise nach unseren heutigen Maßstäben handelt, werden die Überlegungen zur menschlichen Psyche schriftlich festgehalten und die Gedankengänge ausführlich diskutiert, dokumentiert und somit nachvollziehbar. 


Die Überlegungen der Psychologie werden in der Antike vor allem durch die Philosophie und die Medizin begründet und an Akademien zur Ausbildung von Philosoph*innen diskutiert. 


Einige Namen, die sich mit den psychologischen Vorgängen beschäftigt haben, sind uns auch heute noch bekannt. Dazu zählen Hippokrates mit seiner Viersäftelehre, Aristoteles mit der Induktion als Erkenntnisweg und Platon mit dem Schichtenmodell der Seele.

Die Viersäftelehre von Hippokrates

Hippokrates war ein griechischer Lehrer und gilt heute als der bekannteste Arzt des Altertums. Er wird als der Begründer der modernen Medizin und der Medizin als Wissenschaft angesehen, da er seine Beobachtungen erstmals schriftlich festhielt. 


Hippokrates’ Lehre der vier Körpersäfte wird auch Humoralpathologie genannt und besagt, dass diese im menschlichen Körper in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sein müssen, damit keine Krankheiten entstehen. Bei den Säften handelt es sich um gelbe und schwarze Galle, Blut und Schleim. Später wurden darauf die vier Temperamente übertragen, die für verschiedene menschliche Eigenschaften stehen. 


So führt nach Hippokrates’ Theorie ein Überschuss an schwarzer Galle zu Schwermut, Traurigkeit und Nachdenklichkeit. Noch heute nennt man schwermütige Menschen nach dem lateinischen Wort für schwarze Galle (melancholia) Melancholiker. 


Menschen, die schnell wütend werden, bezeichnet man auch heute noch als Choleriker, nach dem lateinischen Wort für gelbe Galle (cholericus). Obwohl die Humoralpathologie heutzutage als vollständig überholt gilt, haben sich einige Worte daraus bis heute erhalten.

Das Schichtenmodell der Seele von Platon

Platon war ein griechischer Philosoph aus der Antike. Da Platon ein Schüler von Sokrates, ebenfalls ein bekannter griechischer Philosoph, war, basieren seine Überlegungen auf dessen Theorien über das menschliche Wesen. Platon betrachtet in seinem Schichtenmodell die Seele als unsterblichen und vom Körper unabhängigen Teil des Menschen, die aus drei Teilen besteht. Diese sind:


  • Begierde
  • Mut
  • Vernunft


Der Vernunft kommt dabei die Aufgabe zu, die anderen beiden Teile der Seele zu kontrollieren. Hierbei lässt sich bereits eine Annahme erkennen, die sich auch später in Sigmund Freuds Theorie über das Ich, Es und Über-Ich wiederfindet.

Die Induktion als Erkenntnisweg von Aristoteles

Auch Aristoteles, Philosoph und Naturforscher, beschäftigt sich mit der Seele des Menschen. Er war Platons Schüler, entwickelte jedoch im Laufe seines Lebens viele eigene Disziplinen und beeinflusste damit zahlreiche Generationen nach ihm. Bis heute wird Aristoteles als Universalgelehrter verehrt. 


Aristoteles’ Blick auf die Psychologie zeichnet sich dadurch aus, dass er die Seele als untrennbaren Teil des Körpers sieht, der den menschlichen Körper erst lebendig macht. Während bei Platon die Seele im Gehirn verortet wird, geht Aristoteles davon aus, dass das Herz das Zentrum aller menschlichen Prozesse darstellt.


Zudem beschreibt er in seinen Überlegungen, dass der Mensch durch seine Sinneswahrnehmungen zu Erkenntnissen gelangt, die ihn zum Denken anregen.

200 vor Christus bis 1600 nach Christus

Im Mittelalter gewann das Christentum stark an Bedeutung, weshalb die mythologische Denkweise die philosophische und medizinische Herangehensweise der Antike zurückdrängte. Die christliche Dogmenlehre gilt nun als zentrale Voraussetzung für die Betrachtung psychologischer Prozesse. 


Der Grundsatz dieser Lehre lautet: Alles Wissen stammt von Gott und kann nur durch Gottesnähe erreicht werden. Auch menschliches Verhalten wird als entweder von himmlischen oder höllischen Mächten geleitet verstanden.


Im 11. Jahrhundert wird allerdings der Versuch, unter anderem durch Thomas von Aquin oder Johannes Duns Scotus, unternommen, die Erkenntnisse aus der Antike und die christliche Dogmenlehre durch die Scholastik miteinander in Verbindung zu bringen. 


Thomas von Aquin war ein Mönch, Theologe und Philosoph. Seine philosophischen Werke basieren dabei stark auf den Gedanken von Aristoteles. Seine Versuche, die Theologie mit der Wissenschaft zu verbinden, haben ihn bis heute bekannt gemacht.

Die Scholastik

Die Scholastik bezeichnet die Gesamtheit der mittelalterlichen Theologie und Philosophie. Der Fokus liegt dabei auf dem Versuch, die christlichen Dogmen mit den philosophischen Mitteln zu begründen.


Die Scholastik beschäftigt sich demnach sowohl mit der Seelenkunde als auch der Naturwissenschaft und hat die Erklärung des Glaubens zum Ziel. Damit spielt die Religion eine tragende Rolle bei der Erklärung psychologischer Prozesse. Religiöse Richtlinien werden hierbei als Grundlage genutzt und auch weiterhin als Vorgaben für das Leben der Menschen legitimiert.


Ein Vertreter der Scholastik ist, wie Du bereits gelernt hast, beispielsweise Thomas von Aquin. Er verwendete die Aussagen von Aristoteles als Grundlagen seiner Arbeit und versuchte mit dessen Erkenntnissen den christlichen Glauben neu zu interpretieren. Von Aquin vertrat die Meinung, dass die Seele bereits mit der Zeugung beginnt zu existieren und Körper und Seele eine einzige Einheit darstellen.


Wenn Du noch mehr über die psychologischen Denkweisen der damaligen Zeit erfahren möchtest, dann sieh dir die Erklärung "Psychologie in der Antike und im Mittelalter" an.

16. bis 19. Jahrhundert

Der Zeitraum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert wird als das Zeitalter der Aufklärung und Vernunft bezeichnet. Man begann, auch außerhalb der christlichen Lehre nach Erklärungen für die Welt zu suchen. 


In der Bewertung von menschlichem Erleben und Verhalten bedeutete das, dem Menschen mehr Kompetenzen zuzusprechen und ihn nicht mehr als ein von überirdischen Mächten gesteuertes Wesen zu betrachten. Wichtige philosophische Strömungen aus dieser Zeit sind der Rationalismus und der Empirismus. Diese liefern unterschiedliche Erklärungsansätze für das Erleben und Verhalten von Menschen.

Rationalismus und Empirismus

Der Rationalismus und der Empirismus sind Strömungen innerhalb der Philosophie. Während der Empirismus davon ausgeht, dass der Mensch ohne Vorkenntnisse zur Welt kommt und sich durch Erfahrungen sowie Beobachtungen weiterentwickelt, gilt im Rationalismus die Annahme, dass Wissen durch Vernunft gewonnen wird. Diese Vernunft existiert im Menschen bereits seit der Geburt.


Die Ideen und Konzepte beider Strömungen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:



RationalismusEmpirismus
Ursprung von WissenIdeen und Gedanken als Quelle des Wissens.Erfahrung und Empfindungen als Quelle des Wissens.
Prozess des WissensgewinnsGedanken von Geburt an gegeben, allerdings nicht immer zuverlässig.Vernunft filtert Ideen heraus, die durch Empfindungen entstehen.
WissensgewinnSchlussfolgerungen vom Wissen über sich selbst auf Wissen über die Welt.Schlussfolgerungen durch Vergleiche und Experimente.

Ende des 19. Jahrhunderts

Ende des 19. Jahrhunderts beginnt schließlich die Gründungsphase der Psychologie als Wissenschaft. Wilhelm Wundt gründet im Jahr 1875 den ersten Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Leipzig. 


Zudem beginnen zahlreiche bekannte Psychologen in diesem Jahrhundert mit ihren wegweisenden Forschungen. Dazu gehören der Strukturalismus durch Wilhelm Wundt, die Skalierung psychischer Empfindungen durch Ernst Heinrich Weber und die Tiefenpsychologie von Sigmund Freud.


Der Psychologe und Philosoph Wilhelm Wundt gilt als Begründer der Psychologie als Wissenschaft. Er gründete das erste Institut für experimentelle Psychologie und stellte damit erstmals ein systematisches Forschungsprogramm im wissenschaftlichen Kontext auf. Damit läutete er die ersten Schritte zur Entwicklung der Psychologie an deutschen Universitäten ein. 


Ernst Heinrich Weber gilt neben Wilhelm Wundt als Begründer der experimentellen Psychologie und auch der Psychophysik. Als Physiologe beschäftigte er sich mit der Verbindung von anatomischen Vorgängen und verschiedenen äußeren Umständen. Er stellte sich also die Frage, wie das Umfeld einer Person die körperlichen Entwicklungen beeinflusst. 


Der Begründer der Psychoanalyse, und damit der Tiefenpsychologie, stammt aus Österreich und zählt zu den einflussreichsten Wissenschaftler*innen des 20. Jahrhunderts: Sigmund Freud. Er erforschte die Bedeutung des Unterbewusstseins für den Menschen und die Möglichkeit der Behandlung psychischer Erkrankungen durch die Psychotherapie.

1900 bis 1960

In den Jahren 1900 und 1940 bis 1960 konnte sich die Psychologie als Wissenschaft etablieren und immer mehr Universitäten richteten Lehrstühle ein. Zudem beginnt die Psychologie sich in diesem Zeitraum in verschiedene Strömungen/Schulen zu gliedern.


Diese verschiedenen Herangehensweisen wurden streng getrennt voneinander betrachtet. Zu den Strömungen gehören unter anderem:


  • Strukturalismus
  • Funktionalismus
  • Tiefenpsychologie
  • Behaviorismus
  • Wahrnehmungspsychologie
  • Phänomenologische Psychologie


Diese große Anzahl verschiedener Strömungen entstand dadurch, dass die neue Forschung zur Psychologie mit der Formulierung verschiedener Grundannahmen über den Menschen einherging. Durch die unterschiedlichen Menschenbilder entwickelten sich verschiedene Herangehensweisen an die Forschung, die durch die Strömungen voneinander abgegrenzt wurden. 


Während in der Tiefenpsychologie davon ausgegangen wird, dass der Mensch hauptsächlich durch das Unterbewusstsein beeinflusst wird, basiert der Behaviorismus auf der Vorstellung, dass Reize aus der Umwelt eine Reaktion des Menschen auslösen.


Bei den unterschiedlichen Forschungsmethoden handelt es sich um die qualitativen und quantitativen Methoden: 


  • Die quantitativen Methoden basieren hauptsächlich auf standardisierter Forschung, etwa Fragebögen mit konkreten Antwortvorgaben, um soziale Geschehnisse statistisch auswerten zu können. 
  • Die qualitativen Methoden verwenden dagegen offenere Fragestellungen, zum Beispiel bei einer Gruppendiskussion, durch die auch unbekannte und unterschwellige Informationen gesammelt werden können. Dabei müssen die Forschenden auch ihren eigenen Einfluss auf die wissenschaftliche Arbeit reflektieren.


Durch die Aufspaltung der Psychologie in verschiedene Schulen, traten zwischen 1900 und 1960 vermehrt Unstimmigkeiten auf. Es gab zahlreiche Diskussionen über den Gegenstand der Psychologie, die Anwendung qualitativer oder quantitativer Methoden und die damit zusammenhängenden möglichen Ansätze.


Lerne mehr über einige der Strömungen in den Zusammenfassungen zur "Tiefenpsychologie" und zum "Behaviorismus".

Krise durch die NS-Zeit

Ab 1933 erteilten die Nationalsozialisten zahlreiche Lehrverbote für Beamte "nicht-arischer Abstammung". Auch viele Psycholog*innen waren von diesem Gesetz betroffen und mussten das Land verlassen, um weiterhin an ihren Forschungen arbeiten zu können. Dazu gehörten William Stern, Max Wertheimer oder Kurt Lewin. Viele Psycholog*innen, die Deutschland verließen, kehrten nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch nicht mehr dahin zurück. 


Zudem wurden viele psychologische Werke bei der Bücherverbrennung vernichtet, da sie der Weltanschauung der Nationalsozialisten widersprachen oder von jüdischen Autor*innen verfasst wurden.


Die Psycholog*innen, die in Deutschland weiter praktizieren durften, gehörten in der Regel zum NS-Regime und verwendeten die vorgegebenen Ideologien in ihren Forschungen. Diese Arbeiten wurden teilweise als Belege für die NS-Ideologien genutzt, da dort die genetische Komponente besonders betont wurde, um die Rassenideologie zu legitimieren und eine vermeintliche genetische Minderwertigkeit bestimmter ethnischer Gruppen zu fingieren.


Der Beitrag "Psychologie im Nationalsozialismus" beschäftigt sich intensiver mit diesem dunklen Kapitel.

1960 bis heute

Seit 1960 sprechen wir von der modernen Psychologie. Die strikte Abgrenzung der verschiedenen Strömungen wurde aufgehoben.


Dennoch existieren weiterhin unterschiedliche theoretische und methodologische Herangehensweisen innerhalb der psychologischen Richtungen. Auch die Zuteilung zu einer bestimmten Wissenschaft ist nicht gegeben. Zum Beispiel wird die Psychologie an vielen Universitäten, je nach Schwerpunkt, entweder zu den Naturwissenschaften, den Sozialwissenschaften oder den Geisteswissenschaften gezählt.

Die Geschichte der Psychologie – kurz und einfach

Der Mensch beschäftigte sich schon vor sehr langer Zeit mit dem menschlichen Erleben und Verhalten. Dennoch beginnt die Geschichte der Psychologie als Wissenschaft erst im 19. Jahrhundert


Die Begründung hierfür liegt darin, dass erst in diesem Zeitraum die ersten Universitäten die Psychologie als eigenständiges Studienfach akzeptierten. Damit wurde begonnen, psychologische Fragestellungen systematisch mit empirischen Methoden zu untersuchen. Deshalb äußerte der Psychologe Hermann Ebbinghaus auf dem Internationalen Kongress für Psychologie im Jahr 1900 dieses bekannte Zitat:


Die Psychologie hat eine lange Vergangenheit, doch nur eine kurze Geschichte.


Ursprünglich wurden die Fragen der Psychologie durch Philosoph*innen, Theolog*innen und Mediziner*innen beantwortet. Dabei beeinflussten verschiedene Vorannahmen die Betrachtung der psychologischen Prozesse. 


Während Theolog*innen vor allem von den christlichen Dogmen beeinflusst wurden, bezogen sich die Mediziner*innen bei ihren Annahmen auf körperliche Voraussetzungen. Dennoch lassen sich einige der damaligen Überlegungen auch heute noch in die Psychologie übertragen.


Zeitraum
Herangehensweise an psychologische Fragestellungen
Bekannte Namen
ca. 2000–500 v. Chr.basierend auf Religion und Mythologie
ca. 500–200 v. Chr.basierend auf Philosophie und Medizin
  • Hippokrates
  • Aristoteles
  • Platon
ca. 200 v. Chr.–16. Jh.basierend auf christlicher Dogmenlehre
  • Thomas von Aquin
ca. 16.–19. Jh.basierend auf Wissenschaftlichkeit, aber noch keine Psychologie als Wissenschaft
  • Gottfried Wilhelm Leibniz
  • Christian Wolff
  • Arthur Schopenhauer
Ende des 19. Jh.Gründung der Psychologie als Wissenschaft/ Nutzung empirischer Methoden
  • Wilhelm Wundt
  • Ernst H. Weber
  • Sigmund Freud 
ca. 1900–1940/60Etablierung der Psychologie als Wissenschaft, Ausdifferenzierung der Strömungen
  • Iwan P. Pawlow
  • Edward L. Thorndike
  • James J. Gibson
ca. 1960–heuteBeginn der modernen Psychologie
  • Edmund Husserl

Die Entwicklung der psychologischen Schulen

Die Begriffe Schulen und Strömungen gelten in der Psychologie als Überbegriff, um verschiedene Ansätze und Sichtweisen auf den Menschen zu beschreiben.


Die Entwicklung verschiedener Schulen/Strömungen begann bereits Ende des 19. Jahrhunderts. Einige dieser Strömungen, die sich im Laufe der Zeit entwickelten, werden im Folgenden vorgestellt. Es ist jedoch zu beachten, dass noch viele weitere Schulen existieren, die auch innerhalb der einzelnen Strömungen noch einmal differenziert werden.

Strukturalismus

Der Psychologe Wilhelm Wundt begründete Ende des 19. Jahrhunderts den Strukturalismus. Dabei wurde versucht, das Erleben und Verhalten von Menschen zu untersuchen und die Struktur dieser inneren und äußeren Prozesse zu verstehen. Dafür wurde häufig die sogenannte Introspektion angewandt. 


Bei der Introspektion werden Gedanken und Gefühle beim Ausführen von Aufgaben laut ausgesprochen oder schriftlich festgehalten und ermöglichen somit einen Blick in das Innere einer Person. Diese Informationen können im Nachhinein ausgewertet werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass individuelle, von außen nicht völlig nachvollziehbare Faktoren die Selbstbeobachtung beeinflussen.


Der Strukturalismus basierte auf einigen zuvor festgelegten Grundannahmen:


  • Subjektivismus: alle Erfahrungen sind subjektiv
  • Elementarismus: die Psyche lässt sich in Einzelteile zerlegen
  • Sensualismus: durch Empfindungen entstehen Denken und Handeln 
  • Mechanismus: es existieren mechanische Verarbeitungsprozesse, die aufeinander aufbauen
  • dualistischer Parallelismus: Körper und Seele sind voneinander getrennt

Funktionalismus

Der Funktionalismus entstand als Abgrenzung vom Strukturalismus. Für die Vertreter*innen des Funktionalismus ließen sich die komplexen psychischen Vorgänge nicht so einfach beschreiben. Im Funktionalismus wird daher versucht zu verstehen, weshalb sich der Mensch auf eine bestimmte Art und Weise verhält. Der Blick liegt demnach auf der Funktion von Verhalten.

Tiefenpsychologie

Die Tiefenpsychologie betrachtet den Menschen als mehrschichtiges Wesen, dessen Erleben und Verhalten von unbewussten psychischen Prozessen beeinflusst wird. Deswegen wird bei den psychotherapeutischen Ansätzen der Tiefenpsychologie versucht, die unbewussten Vorgänge bewusst zu machen. Neben dem Bewusstsein spielt also das Unterbewusstsein eine große Rolle im Leben der Menschen.


Das Unterbewusstsein wird durch verborgene Ängste, Motivationen und innere Konflikte angetrieben und steuert dadurch die Erfahrungen und das Verhalten. In der Tiefenpsychologie wird davon ausgegangen, dass im Unterbewusstsein auch die psychischen Probleme liegen und dort Abwehrmechanismen entstehen können. Als Begründer der Tiefenpsychologie gilt Sigmund Freud.


Für mehr Informationen über Siegmund Freud und dessen Ansichten kannst Du Dich in die Erklärungen  "Tiefenpsychologie", "Siegmund Freud" und "Psychoanalyse" einlesen!

Behaviorismus

Die Theorie des Behaviorismus besagt, dass das Verhalten der Menschen eine Reaktion auf äußere Reize darstellt. Dies wird durch Beobachtungen bei Menschen und Tieren begründet. Beim Behaviorismus spielen allerdings die inneren Prozesse im Menschen keine Rolle.  Es wird angenommen, dass Verhalten durch äußere Reize erlernt und wieder verlernt werden kann. 


Ein Beispiel für eine behavioristische Herangehensweise ist die Konditionierung. Dabei wird ein erwünschtes Verhalten belohnt und ein unerwünschtes bestraft, wodurch das erwünschte Verhalten öfter gezeigt, und somit gelernt, wird. Ein wichtiger Vertreter dieses Ansatzes ist Edward L. Thorndike.


Auch zum "Behaviorismus" findest du eine ausführliche Beschreibung.

Wahrnehmungspsychologie

Die Wahrnehmungspsychologie entstand Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund der Forschung zum Aufbau und der Funktion des Nervensystems. Dadurch wurde es Psycholog*innen möglich, durch Experimente die Wahrnehmung von Menschen zu untersuchen. Dazu gehören unter anderem optische Täuschungen, Lichtverhältnisse, Beobachtungszeit oder Kontext einer Beobachtung. Ein Vertreter der Wahrnehmungspsychologie ist beispielsweise der Psychologe James J. Gibson.


Geschichte der Psychologie, Optische Täuschung Kopf/Vase, StudySmarterAbbildung 2: Optische Täuschung Kopf/Vase
Quelle: pixabay.com


Die obere Abbildung stellt eine optische Täuschung dar, die auch als Kippfigur bezeichnet wird. Dabei existieren zwei verschiedene Bilder, die jedoch nicht gleichzeitig wahrgenommen werden können, wie in diesem Fall eine Vase oder zwei Gesichter. 


Diese optische Täuschung kommt zustande, da das menschliche Gehirn eine dunkle Fläche, die nach allen Seiten abgegrenzt ist, zuerst wahrnimmt. Die beiden Gesichter werden dagegen als eine Art Hintergrund erst im Nachhinein wahrgenommen und lassen sich nur schwer wieder ausblenden, sobald sie einmal entdeckt wurden.

Phänomenologische Psychologie

Die Phänomenologie entstand im 20. Jahrhundert und beschäftigt sich hauptsächlich mit der subjektiven und intersubjektiven Betrachtungen der Welt. Das bedeutet, dass das Verhalten einer Person davon beeinflusst wird, wie sie ihre Umwelt selbst wahrnimmt und welche Reaktion das Individuum daraufhin als geeignet ansieht. 


Die Rechtfertigung für ein Verhalten kann jedoch auch intersubjektiv erfolgen. Das bedeutet, dass eine bestimmte Handlungsweise von einer Gesellschaft geprägt wurde und daher als allgemeingültig angesehen wird. Demnach wird davon ausgegangen, dass eine naturwissenschaftliche Herangehensweise nicht immer die einzige mögliche Perspektive darstellt.


Ein wichtiger Vertreter der Phänomenologie ist Edmund Husserl. Er nimmt an, dass erst vorurteilsfrei gehandelt werden kann, wenn man sich zuvor über subjektive Prozesse bewusst wird. Jede Betrachtung eines Vorgangs geschieht demnach durch verschiedene Perspektiven


Für eine Vertiefung des Themas empfiehlt es sich, die Erklärung "phänomenologische und hermeneutische Verfahren" zu lesen.



Geschichte der Psychologie - Das Wichtigste

  • Die Geschichte der Psychologie beginnt bereits 2000 Jahre vor Christus und dauert bis heute an.
  • Ursprünglich wurden die Fragen der Psychologie durch Philosophen, Theologen und Mediziner beantwortet.
  • Nach heutigem Verständnis gilt die Psychologie als empirische Wissenschaft des Verhaltens und Erlebens von Menschen.
  • 1875 begann die Gründungsphase der Psychologie als Wissenschaft durch den ersten Lehrstuhl für Psychologie.
  • Ende des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Strömungen innerhalb der Psychologie, unter anderem der Behaviorismus, die Tiefenpsychologie und die Wahrnehmungspsychologie.
Geschichte der Psychologie

Diese Zusammenfassung wurde von Kommilitonen erstellt

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