Beratung Und Intervention at Universität Bochum | Flashcards & Summaries

Lernmaterialien für Beratung und Intervention an der Universität Bochum

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TESTE DEIN WISSEN

8 Kompetenzfelder zur professionellen Beratung, Intervention, Psychotherapie:

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Kenntnis über Wirksamkeit („Was hilft dem Patienten am besten?“):

    Wissenschaftliche Leitlinien- und Evidenzorientierung, PT-Forschung

  2. Ethische Grundhaltung: Patientenorientierung, Empowerment, Shared Decision
    Making, Basale Zuneigung mindestens Akzeptanz gegenüber „Eigenheit“

  3. Verständnis der Traditionen und Paradigmen der Beratung, Intervention und
    Psychotherapie

  4. Beziehungskompetenz, Empathie (nicht Mitleid!), Selbsterfahrung

  5. Strukturierung von Diagnose und Therapie.
    Fallkonzeptualisierung in der Verhaltenstherapie

  6. Klarheit über adäquate Interventionsebene (Indikation):
    Individual- versus Familienberatung.
    Beispiel Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen

  7. Störungswissen: Sucht, Schmerz, Chronische Erkrankung, Kindesmisshandlung
    und Traumatisierung, Essstörungen, Angststörung .. (ausgewählte Fallbeispiele)

  8. Behandlungswissen: Rollenspiel, kognitive Umstrukturierung, Exposition,
    Patientenschulung, Zirkuläres Fragen … (ausgewählte Fallbeispiele)


Zusatz: Gesetzbücher und Institutionenliste kennen










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Analytische Psychologie: Kugel-Metapher der Psyche

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TESTE DEIN WISSEN
  • Man kann sich die Wahrnehmungsfunktionen (Empfinden und Intuieren), die Urteilsfunktionen (Fühlen und Denken) und die Einstellungsweisen (Extraversion und Introversion)
  • als drei Dimensionen denken, die die Raumachsen einer Kugel bilden, welche wiederum im Wasser des Unbewussten schwimmt.
  • Durch das Ziel der „Individuation“ soll die Kugel

    theoretisch aus dem Wasser gehoben werden, was aber praktisch nicht möglich ist, da der in jedem Augenblick vollbewusste Mensch kein normaler Sterblicher mehr wäre

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TESTE DEIN WISSEN

Persönlichkeitstypen

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TESTE DEIN WISSEN

Der orale Typ: 

  • fordernde triebhafte Haltung, die kaum zu befriedigen ist
  • orale (Sucht-)Aktivitäten; fordernde Passivität

Der anale Typ: 

  • zwanghaftes Reinlichkeitsverhalten
  • übertriebener Ordnungssinn
  • weitschweifige Reden mit belanglosen Einzelheiten
  • versteckte Feindseligkeit gegen Einmischung von außen
  • Streben nach Autonomie, trotzdem stark abhängig

Der phallische Typ: 

  • Ehrgeiz
  • Draufgängertum, Kaschieren der Furcht vor diesen Aktivitäten
  • ungünstige Bewältigung des Ödipuskomplexes

Der primäre narzisstische Typ:

  • schizoides Verhalten, unklare Ich-Grenzen
  • Idealisierungen von Bezugspersonen, die bei Enttäuschung in Resignation, Hass oder Zynismus umschlagen
  • mögliche Folgen: Depression und Depersonalisation

Der sekundäre narzisstische Typ:

  • Oberflächlichkeit in Beziehungen
  • Angeberei
  • phallisch-exhibitionistische Tendenz, Geltungssucht
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Entstehung der Psychoanalyse Theorie

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TESTE DEIN WISSEN
  • Traumatheorie: der Fall Anna O. (Breuer) – durch intensives Zuhören und Nachfragen bei zunächst scheinbar sinnlosem Assoziieren der Patientin unter Hypnose findet Breuer schließlich zum Konzept der „Katharsis“; Anna selber kommt zu Begriffen wie „chimney sweeping“ und „talking cure“ 
  • Freud übernimmt das Verfahren der Katharsis durch Hypnose, ist aber bald damit unzufrieden: der Effekt hält nicht lange an, und viele Patienten lassen sich gar nicht hypnotisieren – die Hypnose ist eine zudeckende
    Methode, Freud will aber aufdecken (Erinnern und Ausagieren der Affekte)
  • Freud ersetzt das Verfahren der Hypnose durch das der freien Assoziation – die Couch kommt ins Spiel (Förderung von Regression und entspannter Haltung) – hier soll man möglichst alles, was einem in den Sinn kommt, zensurfrei aussprechen, auch und gerade wenn es zunächst sinnlos oder bruchstückhaft scheint

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Historische Entwicklung der Psychotherapieforschung

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Legitimationsphase:

  • 50er u. 60er Jahre (Nachklang von Freud)
  • Psychoanalyse u. unkontrollierte Erfolgsberichte
  • Grund für Unterschiede im Behandlungserfolg = Patientenmerkmale
  • Eysenck 1952: Wirkt Psychotherapie überhaupt? (Test Tiefenpsychologie vs. Verhaltenstherapie -->  gleiches Ergebnis)
  • Sind die Wirkungen vorgehensspezifisch?
  • (Zwang, sich gegenüber der Medizin zu beweisen)


Konkurrenzphase:

  • 60er u, 70er Jahre (Anfang Lerntheorie, Pawlow, Skinner)
  • neue Formen der Psychoanalyse, Gesprächspsychotherapie und VT
  • Grund für Unterschiede im Behandlungserfolg = Therapeutenvariablen (GT)und Therapietechnik (VT)
  • Trend: Vergleich von Therapiemethoden (--> Schulenstreits, Therapeutenmerkmale getestet)


Phase differenzieller Fragestellungen:

  • 70er u. 80er Jahre
  • Welche Therapie, durch wen angewandt, bewirkt unter welchen Bedingungen bei welchen Patienten welche Effekte? Keine Methode ist generell besser, sondern versch. Methoden unter versch. Bedingungen)
  • Erste Versuche, empirisch gesicherte Kriterien für die differenzielle Indikationsstellung herauszuarbeiten (Mikroanalytisch: Was genau passiert vor und nach dieser und jener Situation?)


Phase der Prozess- Outcome- Forschung:

  • 80er u. 90er Jahre
  • Genaue Analyse von Prozessmerkmalen innerhalb therapeutischer Sitzungen und von Therapieverläufen (Sitzungen aufgenommen: Welches Therapeutenverhalten hat Besserung ausgelöst?)
  • Vorhersage des Therapieerfolgs aufgrund von Prozessmerkmalen (diese Merkmale aus Videos ableiten und in Zukunft öfter anbringen)
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Individualpsychologie: Grundannahmen

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TESTE DEIN WISSEN
  • Begründer: Alfred Adler (1870-1937)
  • Alfred Adler wichtig für KJP:
  • Adlers „Individualpsychologie“ ist eigentlich eine klinische Sozialpsychologie – nicht zu verwechseln mit „Persönlichkeitspsychologie“
  • Adler betont die Ganzheit der Person: statt einer Untergliederung in Instanzen sieht er den Menschen stärker in seinem sozialen Umfeld, und das heißt auch: er sieht die Ansprüche des Individuums im Konflikt zu den Ansprüchen des sozialen Umfelds
  • im Gegensatz zu Freud soziales Umfeld miteinbezogen
  • Adler unterstreicht die Fähigkeit des Individuums zu Wachstum und Entfaltung – insbesondere zur Überwindung von Mängeln
  • Man muss echte, real existierende Personen als eigenständige Person wahrnehmen und ernst nehmen
  • Nicht einfach Leute aus der Kindheit
  • Gründe für Motivation nur begrenzt in Vergangenheit: Begründung in Zukunft, wo man sich drauf zu bewegen will

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Prädiktoren des Therapieerfolgs

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TESTE DEIN WISSEN

Patientenmerkmale (vor allem klinische): ~ 40 %

  • Grundlage: Akzeptanz, dass man ein Problem hat + Wille, das zu ändern

Therapeutenmerkmale: ~ 10 %

Allg. Wirkfaktoren (incl. Beziehung): ~ 40 %

  • Wie man mit Patienten "vibet"
  • Patient muss merken, dass Therapeut begabt ist und nach Patienten geht, dem Therapeuten das Wohl des Patienten wichtig ist

Spezielle Methoden: ~ 10 %


Victor Meyer (1998):

„You will get further with a patient with a good therapeutic

relationship and lousy techniques,

than you will get with good techniques and a lousy

relationship!“

  • Beziehung muss erst implementiert sein
  • erst dann macht es Sinn, gute Techniken anzuwenden
  • gute Beziehung = notwendige Bedingung
  • Methoden = hinreichende Bedingung
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Störungsübergreifende Wirkfaktoren erfolgreicher Psychotherapie nach Grawe (1998)

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TESTE DEIN WISSEN

Wirkfaktor Ressourcenaktivierung: Eigenarten des Patienten

  1. als positive Ressourcen nutzen (--> welche Ressourcen bringt Patient*in mit, was kann geschafft werden?)
  2. Wirkfaktor Problemaktualisierung: unmittelbare Erfahrbarkeit der Probleme z.B. durch Imagination, Rollenspiel, Einbezug der Familie … ( man braucht wirkliche Beteiligung)
  3. Wirkfaktor Problembewältigung: problemspezifische
    Maßnahmen, positive Bewältigungserfahrungen (Zielverhaltensplanung, Ressourcen aufbauen)

  4. Wirkfaktor motivationale Klärung: klareres Bewusstsein der
    Problemdeterminanten (implizite Motive) (bei Essstörung z.B. Perfektionismus, Heroismus-Gefühl)

  5. Wirkfaktor Therapiebeziehung





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Aktuelle Trends in der Psychotherapieforschung

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TESTE DEIN WISSEN
  • (VT als Mainstream)
  • Störungsspezifische Therapien durch Verbesserung der

    klassifikatorischen Diagnostik

  • Manualisierung (Therapieprozedere manualisieren, Anpassungen vornehmen)

  • Ökonomisierung (Rationales Einsetzen der begrenzten Ressourcen)

  • Pendelschlag zurück: Von der Störungsspezifität zum Erlernen von störungsübergreifenden Basiskompetenzen, z.B.: Aufnahme konstruktiver Beziehung, Problemlösetraining, Psychoedukation .., (Kein Manual für alle Störungsbilder einzeln, sondern für alles relevante Basiskompetenzen)

  • Vierfeldertafel: Störungsbilder x Grundkompetenzen

  • Kombination generischer und störungsbezogener Kompetenzen






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TESTE DEIN WISSEN

Evidenzbasierte Medizin (EbM) David L. Sackett et al.

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TESTE DEIN WISSEN

...ist der gewissenhafte, explizite und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz (Belege) für Entscheidungen in der Versorgung individueller Patienten

  • es gibt unterschiedliche Werturteile bei verschiedenen Patienten: man muss Konsenz zwischen EbM und Wünschen des Patienten finden
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Phasen der psychosexuellen Entwicklung

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TESTE DEIN WISSEN
  • orale Phase – anale Phase – phallische Phase – Latenzphase (– genitale Phase ?)
  • Freud behauptet, Mädchen würden aus der Entdeckung des anatomischen Geschlechtsunterschieds heraus einen „Penisneid“ entwickeln, Jungen eine „Kastrationsangst“
  • Der Ödipuskomplex: resultiert (beim Jungen) aus dem „Wunsch, den Vater zu beseitigen, um ihn bei der Mutter zu ersetzen“; bei Mädchen schwieriger zu bestimmen (Jung spricht vom „Elektrakomplex“). Grundfigur des Beziehungsdreiecks
  • Primärer und sekundärer Narzissmus:
  • primärer N. als „‚objektloser’ oder zumindest undifferenzierter Zustand“ (Laplanche und Pontalis, 1972) nach dem Urbild der totalen Geborgenheit im Mutterleib;
  • sekundärer N. bezieht sich auf Regressionserscheinungen in der späteren Entwicklung, die sich auf den primären N.
    beziehen

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TESTE DEIN WISSEN

Analytische Psychologie: Ektopsychische Typen

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TESTE DEIN WISSEN
  • Auf den drei Dimensionen lassen sich entsprechend acht psychische Typen ausmachen
  • Vier von ihnen werden beschrieben als

Der Denktyp: 

  • es herrschen logische Prinzipien vor, nach denen die Welt klar geordnet erscheint – die Gefühle machen ihm jedoch Angst

Der Fühltyp: 

  • besitzt gute Kenntnis seiner Gefühle, ist aber seinen Gedanken hilflos ausgeliefert (z. B. Zwangsgedanken)

Der Intuitionstyp: 

  • fühlt sich von der Realität bedrängt, bildlich bestellt er überall Felder, doch bevor die Ernte reif ist, ist er schon unterwegs zum nächsten Feld

Der Empfindungstyp: 

  • fühlt sich krank, wenn er nicht eine gegebene Realität vor sich hat; die wahrnehmbaren Dinge einer objektiven Realität bestimmen seine Lebenswelt
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  • 143098 Karteikarten
  • 3495 Studierende
  • 110 Lernmaterialien

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Q:

8 Kompetenzfelder zur professionellen Beratung, Intervention, Psychotherapie:

A:
  1. Kenntnis über Wirksamkeit („Was hilft dem Patienten am besten?“):

    Wissenschaftliche Leitlinien- und Evidenzorientierung, PT-Forschung

  2. Ethische Grundhaltung: Patientenorientierung, Empowerment, Shared Decision
    Making, Basale Zuneigung mindestens Akzeptanz gegenüber „Eigenheit“

  3. Verständnis der Traditionen und Paradigmen der Beratung, Intervention und
    Psychotherapie

  4. Beziehungskompetenz, Empathie (nicht Mitleid!), Selbsterfahrung

  5. Strukturierung von Diagnose und Therapie.
    Fallkonzeptualisierung in der Verhaltenstherapie

  6. Klarheit über adäquate Interventionsebene (Indikation):
    Individual- versus Familienberatung.
    Beispiel Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen

  7. Störungswissen: Sucht, Schmerz, Chronische Erkrankung, Kindesmisshandlung
    und Traumatisierung, Essstörungen, Angststörung .. (ausgewählte Fallbeispiele)

  8. Behandlungswissen: Rollenspiel, kognitive Umstrukturierung, Exposition,
    Patientenschulung, Zirkuläres Fragen … (ausgewählte Fallbeispiele)


Zusatz: Gesetzbücher und Institutionenliste kennen










Q:

Analytische Psychologie: Kugel-Metapher der Psyche

A:
  • Man kann sich die Wahrnehmungsfunktionen (Empfinden und Intuieren), die Urteilsfunktionen (Fühlen und Denken) und die Einstellungsweisen (Extraversion und Introversion)
  • als drei Dimensionen denken, die die Raumachsen einer Kugel bilden, welche wiederum im Wasser des Unbewussten schwimmt.
  • Durch das Ziel der „Individuation“ soll die Kugel

    theoretisch aus dem Wasser gehoben werden, was aber praktisch nicht möglich ist, da der in jedem Augenblick vollbewusste Mensch kein normaler Sterblicher mehr wäre

Q:

Persönlichkeitstypen

A:

Der orale Typ: 

  • fordernde triebhafte Haltung, die kaum zu befriedigen ist
  • orale (Sucht-)Aktivitäten; fordernde Passivität

Der anale Typ: 

  • zwanghaftes Reinlichkeitsverhalten
  • übertriebener Ordnungssinn
  • weitschweifige Reden mit belanglosen Einzelheiten
  • versteckte Feindseligkeit gegen Einmischung von außen
  • Streben nach Autonomie, trotzdem stark abhängig

Der phallische Typ: 

  • Ehrgeiz
  • Draufgängertum, Kaschieren der Furcht vor diesen Aktivitäten
  • ungünstige Bewältigung des Ödipuskomplexes

Der primäre narzisstische Typ:

  • schizoides Verhalten, unklare Ich-Grenzen
  • Idealisierungen von Bezugspersonen, die bei Enttäuschung in Resignation, Hass oder Zynismus umschlagen
  • mögliche Folgen: Depression und Depersonalisation

Der sekundäre narzisstische Typ:

  • Oberflächlichkeit in Beziehungen
  • Angeberei
  • phallisch-exhibitionistische Tendenz, Geltungssucht
Q:

Entstehung der Psychoanalyse Theorie

A:
  • Traumatheorie: der Fall Anna O. (Breuer) – durch intensives Zuhören und Nachfragen bei zunächst scheinbar sinnlosem Assoziieren der Patientin unter Hypnose findet Breuer schließlich zum Konzept der „Katharsis“; Anna selber kommt zu Begriffen wie „chimney sweeping“ und „talking cure“ 
  • Freud übernimmt das Verfahren der Katharsis durch Hypnose, ist aber bald damit unzufrieden: der Effekt hält nicht lange an, und viele Patienten lassen sich gar nicht hypnotisieren – die Hypnose ist eine zudeckende
    Methode, Freud will aber aufdecken (Erinnern und Ausagieren der Affekte)
  • Freud ersetzt das Verfahren der Hypnose durch das der freien Assoziation – die Couch kommt ins Spiel (Förderung von Regression und entspannter Haltung) – hier soll man möglichst alles, was einem in den Sinn kommt, zensurfrei aussprechen, auch und gerade wenn es zunächst sinnlos oder bruchstückhaft scheint

Q:

Historische Entwicklung der Psychotherapieforschung

A:

Legitimationsphase:

  • 50er u. 60er Jahre (Nachklang von Freud)
  • Psychoanalyse u. unkontrollierte Erfolgsberichte
  • Grund für Unterschiede im Behandlungserfolg = Patientenmerkmale
  • Eysenck 1952: Wirkt Psychotherapie überhaupt? (Test Tiefenpsychologie vs. Verhaltenstherapie -->  gleiches Ergebnis)
  • Sind die Wirkungen vorgehensspezifisch?
  • (Zwang, sich gegenüber der Medizin zu beweisen)


Konkurrenzphase:

  • 60er u, 70er Jahre (Anfang Lerntheorie, Pawlow, Skinner)
  • neue Formen der Psychoanalyse, Gesprächspsychotherapie und VT
  • Grund für Unterschiede im Behandlungserfolg = Therapeutenvariablen (GT)und Therapietechnik (VT)
  • Trend: Vergleich von Therapiemethoden (--> Schulenstreits, Therapeutenmerkmale getestet)


Phase differenzieller Fragestellungen:

  • 70er u. 80er Jahre
  • Welche Therapie, durch wen angewandt, bewirkt unter welchen Bedingungen bei welchen Patienten welche Effekte? Keine Methode ist generell besser, sondern versch. Methoden unter versch. Bedingungen)
  • Erste Versuche, empirisch gesicherte Kriterien für die differenzielle Indikationsstellung herauszuarbeiten (Mikroanalytisch: Was genau passiert vor und nach dieser und jener Situation?)


Phase der Prozess- Outcome- Forschung:

  • 80er u. 90er Jahre
  • Genaue Analyse von Prozessmerkmalen innerhalb therapeutischer Sitzungen und von Therapieverläufen (Sitzungen aufgenommen: Welches Therapeutenverhalten hat Besserung ausgelöst?)
  • Vorhersage des Therapieerfolgs aufgrund von Prozessmerkmalen (diese Merkmale aus Videos ableiten und in Zukunft öfter anbringen)
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Q:

Individualpsychologie: Grundannahmen

A:
  • Begründer: Alfred Adler (1870-1937)
  • Alfred Adler wichtig für KJP:
  • Adlers „Individualpsychologie“ ist eigentlich eine klinische Sozialpsychologie – nicht zu verwechseln mit „Persönlichkeitspsychologie“
  • Adler betont die Ganzheit der Person: statt einer Untergliederung in Instanzen sieht er den Menschen stärker in seinem sozialen Umfeld, und das heißt auch: er sieht die Ansprüche des Individuums im Konflikt zu den Ansprüchen des sozialen Umfelds
  • im Gegensatz zu Freud soziales Umfeld miteinbezogen
  • Adler unterstreicht die Fähigkeit des Individuums zu Wachstum und Entfaltung – insbesondere zur Überwindung von Mängeln
  • Man muss echte, real existierende Personen als eigenständige Person wahrnehmen und ernst nehmen
  • Nicht einfach Leute aus der Kindheit
  • Gründe für Motivation nur begrenzt in Vergangenheit: Begründung in Zukunft, wo man sich drauf zu bewegen will

Q:

Prädiktoren des Therapieerfolgs

A:

Patientenmerkmale (vor allem klinische): ~ 40 %

  • Grundlage: Akzeptanz, dass man ein Problem hat + Wille, das zu ändern

Therapeutenmerkmale: ~ 10 %

Allg. Wirkfaktoren (incl. Beziehung): ~ 40 %

  • Wie man mit Patienten "vibet"
  • Patient muss merken, dass Therapeut begabt ist und nach Patienten geht, dem Therapeuten das Wohl des Patienten wichtig ist

Spezielle Methoden: ~ 10 %


Victor Meyer (1998):

„You will get further with a patient with a good therapeutic

relationship and lousy techniques,

than you will get with good techniques and a lousy

relationship!“

  • Beziehung muss erst implementiert sein
  • erst dann macht es Sinn, gute Techniken anzuwenden
  • gute Beziehung = notwendige Bedingung
  • Methoden = hinreichende Bedingung
Q:

Störungsübergreifende Wirkfaktoren erfolgreicher Psychotherapie nach Grawe (1998)

A:

Wirkfaktor Ressourcenaktivierung: Eigenarten des Patienten

  1. als positive Ressourcen nutzen (--> welche Ressourcen bringt Patient*in mit, was kann geschafft werden?)
  2. Wirkfaktor Problemaktualisierung: unmittelbare Erfahrbarkeit der Probleme z.B. durch Imagination, Rollenspiel, Einbezug der Familie … ( man braucht wirkliche Beteiligung)
  3. Wirkfaktor Problembewältigung: problemspezifische
    Maßnahmen, positive Bewältigungserfahrungen (Zielverhaltensplanung, Ressourcen aufbauen)

  4. Wirkfaktor motivationale Klärung: klareres Bewusstsein der
    Problemdeterminanten (implizite Motive) (bei Essstörung z.B. Perfektionismus, Heroismus-Gefühl)

  5. Wirkfaktor Therapiebeziehung





Q:

Aktuelle Trends in der Psychotherapieforschung

A:
  • (VT als Mainstream)
  • Störungsspezifische Therapien durch Verbesserung der

    klassifikatorischen Diagnostik

  • Manualisierung (Therapieprozedere manualisieren, Anpassungen vornehmen)

  • Ökonomisierung (Rationales Einsetzen der begrenzten Ressourcen)

  • Pendelschlag zurück: Von der Störungsspezifität zum Erlernen von störungsübergreifenden Basiskompetenzen, z.B.: Aufnahme konstruktiver Beziehung, Problemlösetraining, Psychoedukation .., (Kein Manual für alle Störungsbilder einzeln, sondern für alles relevante Basiskompetenzen)

  • Vierfeldertafel: Störungsbilder x Grundkompetenzen

  • Kombination generischer und störungsbezogener Kompetenzen






Q:

Evidenzbasierte Medizin (EbM) David L. Sackett et al.

A:

...ist der gewissenhafte, explizite und vernünftige Gebrauch der gegenwärtig besten externen, wissenschaftlichen Evidenz (Belege) für Entscheidungen in der Versorgung individueller Patienten

  • es gibt unterschiedliche Werturteile bei verschiedenen Patienten: man muss Konsenz zwischen EbM und Wünschen des Patienten finden
Q:

Phasen der psychosexuellen Entwicklung

A:
  • orale Phase – anale Phase – phallische Phase – Latenzphase (– genitale Phase ?)
  • Freud behauptet, Mädchen würden aus der Entdeckung des anatomischen Geschlechtsunterschieds heraus einen „Penisneid“ entwickeln, Jungen eine „Kastrationsangst“
  • Der Ödipuskomplex: resultiert (beim Jungen) aus dem „Wunsch, den Vater zu beseitigen, um ihn bei der Mutter zu ersetzen“; bei Mädchen schwieriger zu bestimmen (Jung spricht vom „Elektrakomplex“). Grundfigur des Beziehungsdreiecks
  • Primärer und sekundärer Narzissmus:
  • primärer N. als „‚objektloser’ oder zumindest undifferenzierter Zustand“ (Laplanche und Pontalis, 1972) nach dem Urbild der totalen Geborgenheit im Mutterleib;
  • sekundärer N. bezieht sich auf Regressionserscheinungen in der späteren Entwicklung, die sich auf den primären N.
    beziehen

Q:

Analytische Psychologie: Ektopsychische Typen

A:
  • Auf den drei Dimensionen lassen sich entsprechend acht psychische Typen ausmachen
  • Vier von ihnen werden beschrieben als

Der Denktyp: 

  • es herrschen logische Prinzipien vor, nach denen die Welt klar geordnet erscheint – die Gefühle machen ihm jedoch Angst

Der Fühltyp: 

  • besitzt gute Kenntnis seiner Gefühle, ist aber seinen Gedanken hilflos ausgeliefert (z. B. Zwangsgedanken)

Der Intuitionstyp: 

  • fühlt sich von der Realität bedrängt, bildlich bestellt er überall Felder, doch bevor die Ernte reif ist, ist er schon unterwegs zum nächsten Feld

Der Empfindungstyp: 

  • fühlt sich krank, wenn er nicht eine gegebene Realität vor sich hat; die wahrnehmbaren Dinge einer objektiven Realität bestimmen seine Lebenswelt
Beratung und Intervention

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