Sozialpsychologie II at Universität Bielefeld

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Was passiert wenn Einstellungen und Normen sich widersprechen?

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Nenne die erste Erklärungen für erfolgreichen Widerstand gegen Normen.

Erste Erklärung: Reaktanz

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Nenne die zweite Erklärungen für erfolgreichen Widerstand gegen Normen.

Zweite Erklärung: Systematische Verarbeitung

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Nenne die dritte Erklärungen für erfolgreichen Widerstand gegen Normen.

Dritte Erklärung: Normen gegen Normen

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Erläutere das Zusammenspiel von Normen und Einstellungen bei der Erklärung von Verhalten.

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Erläutere die wesentlichen Elemente und Aussagen der Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen 1977)

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Konsens

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Konformität

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Norm

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Deskriptive Norm

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Präskriptive Norm

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Autokinetischer Effekt

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Sozialpsychologie II

Was passiert wenn Einstellungen und Normen sich widersprechen?

Relative Zugänglichkeit kann entscheidend sein

  • Publikum aktiviert soziale Normen
  • Eigenes Spiegelbild erhöht Selbstaufmerksamkeit, aktiviert private Einstellungen
  • Kollektivistische / individualistische Kulturen betonen soziale Normen bzw. private Einstellungen
  • - Persönlichkeitsmerkmale: "Self-monitoring" und chronische Selbstaufmerksamkeit ("self- consciousness")

Sozialpsychologie II

Nenne die erste Erklärungen für erfolgreichen Widerstand gegen Normen.

Erste Erklärung: Reaktanz

  • Reaktanz: Motiv, eine bedrohte Freiheit wiederherzustellen (Brehm, 1972)
  • Kann zur Vermeidung von Situationen führen, in denen Normen unsere Freiheit einengen
    • Beispiel: Wir nehmen eine „kostenlose Warenprobe“ nicht an (um nicht die Verpflichtung einzugehen, später etwas zu kaufen)
  • Notwendige Bedingungen für Reaktanz:
    • Entscheidungsfreiheit ist für die Person wichtig
    • Freiheitseinengung wird als absichtlich und illegitim wahrgenommen
  • Nicht so bei Milgram – dort wurde die Autoritäts- person als legitim angesehen

Sozialpsychologie II

Nenne die zweite Erklärungen für erfolgreichen Widerstand gegen Normen.

Zweite Erklärung: Systematische Verarbeitung

  • Die Situation analysieren: Ist eine aktivierte Norm tatsächlich angemessen?
    • Die Strategie des anderen offen legen und in Frage stellen (wie werden Normen verwendet?)
    • Die sozialen Beziehungen hinterfragen
      • Beispiel Low-Balling: Ist der Händler wirklich mein Verbündeter, der bei seinem Chef den niedrigen Preis für mich durchsetzen will?
    • Die Definition der Situation hinterfragen
      • z.B.: Erfülle ich eine legitime Verpflichtung oder ist die Anweisung der Autoritätsperson moralisch fragwürdig?
  • Systematische Verarbeitung braucht Zeit und Kapazität
  • Aber: Einfluss-Situationen zeichnen sich oft durch Stress und Zeitdruck aus (z.B. bei Milgram; weniger bei Gamson et al.)

Sozialpsychologie II

Nenne die dritte Erklärungen für erfolgreichen Widerstand gegen Normen.

Dritte Erklärung: Normen gegen Normen

  • Schlüssel zum erfolgreichen Widerstand bei Gamson et al. war Gruppendiskussion ohne Versuchsleiter
  • Erleichterte die Bildung einer alternativen Norm
  • Gruppenmitglieder identifizierten sich mit der Gruppe und deren „Gegen-Norm“ → soziale Unterstützung
  • siehe auch Varianten der Milgram-Studie

Sozialpsychologie II

Erläutere das Zusammenspiel von Normen und Einstellungen bei der Erklärung von Verhalten.

  • Verhalten hängt oft von Einstellungen und Normen ab
  • Bei oberflächlicher Verarbeitung können Einstellungen oder Normen direkt handlungsleitend wirken

Sozialpsychologie II

Erläutere die wesentlichen Elemente und Aussagen der Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen 1977)

  • Bei systematischer Verarbeitung werden Einstellungen und Verhalten bewusst zur Bildung von Absichten herangezogen
  • Theorie des geplanten Verhaltens (Theory of planned behaviour, TPB, Ajzen & Fishbein, 1977, 1980): Drei Faktoren beeinflussen die Bildung einer Absicht
    ("behavioural intention"):
    • Einstellung zum Verhalten
    • subjektive Norm
    • wahrgenommene Verhaltenskontrolle

Sozialpsychologie II

Konsens

Übereinstimmung der Meinungen

Sozialpsychologie II

Konformität

  • Übereinstimmung einer Person mit den Normen eines gesellschaftlichen, inhaltlichen oder ethischen Kontextes
  • oft synonym mit „Mehrheitseinfluss“
  • allg: Anpassung an die Position anderer
  • nach SMC: Das „Konvergieren der Gedanken, Gefühle oder des
    Verhaltens von Individuen auf eine soziale Norm hin“ (S. 315)

Sozialpsychologie II

Norm

  • allgemein zu beobachtende Praxis („was die meisten tun“ = deskriptive Norm)
  •  allgemein anerkannter Standard („was man tun sollte“ = präskriptive Norm) oder
  • beides oft deckungsgleich: das, was die meisten tun, wird als angemessen betrachtet
  • Bsp.: Toilettenpapier wird von vielen Menschen gekauft (deskriptive Norm), obwohl wir das eigentlich für unnötig halten und finden, dass sie das nicht tun sollten (präskriptive Norm) → Verhalten anderer - Normen werden trotzdem handlungsleitend, obwohl wir es eigentlich besser wissen

Sozialpsychologie II

Deskriptive Norm

allgemein zu beobachtende Praxis („was die meisten tun“)

Sozialpsychologie II

Präskriptive Norm

allgemein anerkannter Standard („was man tun sollte“)

Sozialpsychologie II

Autokinetischer Effekt

basiert auf natürlichen, ruckartigen Augenbewegungen, wodurch der Lichtpunkt unterschiedliche Stellen der Netzhaut reizt; Folge ist: Ein in einem völlig dunklen Raum kurzzeitig dargebotener Lichtpunkt scheint sich zu bewegen

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