Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik at Universität Augsburg

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(Forschungs-) Methode 

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Was ist eine deskriptive Aussage?

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Hypothese

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Verschiedene Auffassungen von Wissenschaft?

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Drei unterschiedliche Typen von Sätzen in der Wissenschaft

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Begründbarkeit präskriptiver Sätze

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Was ist eine präskriptive Aussage?

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Kontrollierter Erfahrungsgewinn

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Problem der vorurteilsgeleiteten Wahrnehmung

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Theorie

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Pfaddiagramme

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Variable

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Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

(Forschungs-) Methode 

- Methode als allgemein planmäßiges Verfahren zur Erreichung eines Ziels: Erhebung und Auswertung von Daten

- Forschungsgegenstand bestimmt die Methode 

-> (eher) qualitative Forschungsmethoden:

Erfassung von Daten, die nicht quantifiziert werden können (biografische Interviews).

Verbale Aussagen selbst und deren Sinn werden betrachtet.

 

-> (eher) quantitative Forschungsmethoden: 

Erhebung quantifizierbarer Daten (Sachverhalte, die mit Zahlen repräsentiert werden) zur Beschreibung eines Phänomens.

Quantitative Daten als Voraussetzung für statistische Verfahren und Dateninterpretation

 

- neben experimentellen Forschungsdesigns noch Befragung, Beobachtung, Inhaltsanalyse und nicht-reaktive Erhebungsmethoden

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Was ist eine deskriptive Aussage?

Beschreibende, nicht wertende Aussagen (ist)

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Hypothese

- Hypothesen werden zu Theorien verdichtet

- Bsp: Je häufiger eine Person die Erfahrung macht, dass ihr Verhalten keinen Einfluss auf eine Situation hat, desto geringer wird die individuelle Kompetenzerwartung. 


- Vermutung über einen bestehenden Sachverhalt 


- ist bei induktiver Vorgehensweise Resultat

- ist bei deduktiver Vorgehensweise Ausgangspunkt


- Hypothesenerkundende Forschung => induktives Vorgehen: Vom Besonderen zum Allgemeinen „IBA“ 

- Hypothesenprüfende Forschung => deduktives Vorgehen: Vom Allgemeinen zum Besonderen „DAB“


- In Sozialwissenschaften meist Zusammenhangshypothesen

- deterministische Hypothese (wenn A, dann immer B), kaum in Sozialwissenschaften, eher probabilistisch 


- probabilistische Hypothese (wenn A, dann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit B) 

[Signifikanzberechnung]


- Wenn-dann-Hypothesen: als Implikation/ Äquivalenz


- nach Art des Zusammenhangs: Je-desto-Hypothese (monotoner Zusammenhang), allgemein (monoton steigend oder fallend), als spezielle mathematische Funktion, nicht-monotone Zusammenhänge (z.B. u-förmig)


- nach Kausalität: Merkmalsassoziationen, Kausalhypothesen, Trendhypothesen 

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Verschiedene Auffassungen von Wissenschaft?

- geisteswissenschaftliche Orientierung (Hermeneutik)


- sozialwissenschaftliche Orientierung: kritische Rationalität, empirische Forschungsmethoden -> Erkenntnisgewinn im Rahmen der Theoriebildung 


- Wissenschaftliche Theorien: präzise Terminologie, systematisches Vorgehen, kritische Überprüfung unter Wiederholbarkeit (intersubjektive Nachvollziehbarkeit, Objektivität)

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Drei unterschiedliche Typen von Sätzen in der Wissenschaft

- Empirische Sätze (=deskriptive Sätze): getroffene Aussagen mittels logischer Analyse (z.B. Widerspruchsfreiheit) und Untersuchung der „Wirklichkeit“ überprüft. Alle Aussagen, die sich durch Beschreibung der objektiven Welt beschreiben/ widerlegen lassen, sind empirische Sätze 


- Logische Sätze: unabhängig von der Beschaffenheit der empirischen Welt, kann ausschließlich durch logisch-mathematische Beweisverfahren ermittelt werden [Bsp.: Satz des Pythagoras wird anerkannt und nicht an Stichproben rechtwinkliger Dreiecke geprüft]


- Präskriptive Sätze: Werturteile, soziale Normen, Soll-Sätze

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Begründbarkeit präskriptiver Sätze

Präskriptiver Satz lässt sich niemals allein aus empirischen Sätzen ableiten.

-> aber: zur Begründung von präskriptiven Sätzen kann auch (!) auf empirische Sätze zurückgegriffen werden.

-> logische Ableitung aus anderen Prämissen, also anderen präskriptiven Sätzen möglich

=> allein aus dem was ist kann nicht geschlossen werden, was sein soll, es würde sich sonst um einen sog. Naturalistischen Fehlschluss handeln. 

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Was ist eine präskriptive Aussage?

Wertende Aussage (soll)

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Kontrollierter Erfahrungsgewinn

-> Empirische Forschung: Erkenntnisse durch systematische Auswertung von Erfahrungen 

-> systematischer wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn in vs. Alltagserfahrung

 

 => systematische Dokumentation:

- jede Erfahrung ist grundsätzlich subjektiv

- wissenschaftlicher Erfahrungsgewinn unter Gütekriterium Objektivität: nachvollziehbar (transparent), nachprüfbar, Möglichkeit der Wiederholbarkeit (Replikationsstudie) -> genaueste Dokumentation des wissenschaftlichen Vorgehens unter Verfolgung fixer Standards durch Orientierung an methodischen Regeln

 

=> präzise Terminologie:

- Begriffe müssen zu Beginn geklärt sein (Arbeitsdefinition); im Idealfall gewisser Konsens über Begriffsklärungen 

- zu untersuchende Zieldimensionen müssen operationalisiert werden, d.h. welches Verhalten genau wird als Indikator für bspw. Aggression gewertet

 

=> statistische Analysen:

- Wahrscheinlichkeitsaussagen über große Gruppen, die nur theoretisch umschreiben sind (=Population als Gesamtheit aller gemeinten Objekte/ Subjekte). 

- Es kann nicht die gesamte Population untersucht werden, daher nur Ausschnitt, eine Stichprobe der Grundgesamtheit => diese Ergebnisse werden generalisiert 

-> Stichprobe muss Grundgesamtheit repräsentieren 

- Notwendigkeit statistischer Verfahren (insb. Signifikanztests) 

 

=> Interne und externe Validität:

- wichtiges Gütekriterium sozialwissenschaftlicher Forschung

- Interne Validität: wenn mit einer Untersuchung gemessen wurde, was gemessen werden sollte, also ob Operationalisierung für die Fragestellung angemessen ist

- Externe Validität: ob Ergebnisse einer Studie auf andere Personen, Objekte, Situationen und/ oder Zeitpunkte übertragbar sind – ob Ergebnis lediglich methodisches Artefakt oder Transfer der Ergebnisse zu rechtfertigen ist 

 

=> Umgang mit Theorien:

- wissenschaftliche Theorien erhalten nur Akzeptanz, wenn sie der Diskussion und Kritik anderer Wissenschaftler ausgesetzt werden

- einseitige Sichtweisen und Voreingenommenheiten können so aufgedeckt werden 

- Alternativerklärungen und Ergänzungsvorschläge entstehen

 

=> insgesamt: Kontrolle möglicher Fehlerquellen, da jeder Mensch Wirklichkeit subjektiv wahrnimmt und somit ein objektiver Blick auf Wirklichkeit schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist. 

-> zentrales Qualitätsmerkmal empirischer Forschung, wenn Forscher sein Erhebungsinstrument zugänglich macht: Transparenz, Nachweisbarkeit, Qualitätsprüfung, Kritikfähigkeit

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Problem der vorurteilsgeleiteten Wahrnehmung

Vier zentrale Probleme:

I) Pseudo-Regelmäßigkeiten: Tendenz zu vereinfachen bzw. Suche nach Regelmäßigkeiten, wo keine sind

II) Erwartungsabhängige Beobachtung: Alltagsbeobachtungen, Vorurteile, Konformitätsdruck und Erwartungshaltungen können Aussagen von Probanden beeinflussen

III) Selektive Wahrnehmung

IV) Deduktionsfehler: intuitives Denken kann gerade bei Wahrscheinlichkeiten sehr häufig zu irrtümlichen Schlussfolgerungen führen

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Theorie

- zur Erklärung, Vorhersage und Veränderung von Phänomenen sind das Ziel empirischer Forschung 

- bestehen aus einer Vernetzung gut bewährter Hypothesen bzw. anerkannten empirischen Gesetzmäßigkeiten

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Pfaddiagramme

- Möglichkeit der anschaulichen Darstellung von Theorien

- Pfeile zeigen die Richtung der Kausalbeziehungen + positiv/ - negativ 

Beruflicher Status Elternhaus - + -> Bildungsgrad einer Person - + -> Beruflicher Status einer Person

Einführung in die quantitative und qualitative Forschungsmethodik

Variable

- Merkmal oder Eigenschaft von Personen, Gruppen, Organisationen oder anderen Merkmalsträgern

- zu differenzieren ist zwischen: Variablen (Merkmale, Merkmalsdimensionen), Ausprägungen von Variablen (Kategorien, Merkmalsausprägungen), Merkmalsträgern

 

- Variablen mit Ausprägungen (Kategorien): 

Kontinuierlich (Reaktionszeit), diskret dichotom (2 Kategorien: Raucher, Nicht-Raucher), polytom (mehr als 2: Familienstand verheiratet, geschieden, ledig, verwitwet)

- Variablen nach Skalenniveau: Nominalskala (qualitativ), Ordinalskala (qualitativ), Intervallskala (quantitativ), Ratioskala (quantitativ) 

- Variablen nach der Position in einer Hypothese: Unabhängige oder abhängige Variable 

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