Entwicklungspsychologie at SRH Fernhochschule - The Mobile University | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Entwicklungspsychologie an der SRH Fernhochschule - The Mobile University

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TESTE DEIN WISSEN
Welche Unterschiede in den Fähigkeiten von Mädchen und Jungen lassen sich beobachten?
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TESTE DEIN WISSEN
Jungen zeigen vom 1. Lebensjahr an ein höheres Aktivitätsniveau und sind bei allen körperlichen Aktivitäten, die mit Körpergröße, Muskelkraft und Ausdauer zu tun haben, stärker.
Mädchen haben einen Vorteil in feinmotorischen Aktivitäten.

In den intellektuellen Fähigkeiten haben Jungen im naturwissenschaftlichen Bereich einen Vorsprung, besonders in Physik, Chemie und mathematischem Problemlösen, ebenso im visuell-räumlichen Vorstellungsvermögen.
Mädchen zeigen sich hier besser in Biowissenschaften und gleich stark in mathematischer Arithmetik. Sie weisen außerdem bessere Leistungen im sprachlichen Bereich auf.

Im Sozialverhalten ist hilfsbereites Verhalten von Männern eher kontextabhängig, Frauen reagieren mehr auf Hilfsbedürftigkeit, die sie wahrnehmen und verfügen über eine höhere Sensitivität und ein stärkeres Einfühlungsvermögen.

Aggression wird unterschiedlich ausgelebt, Jungen und Männer zeigen stärkere physische Aggression, Mädchen und Frauen greifen eher auf Formen der sozialen Aggression (z. B. jemanden ausschließen) zurück. 
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TESTE DEIN WISSEN
Nennen Sie einige Themenkomplexe, mit denen die Entwichlungspsychologie sich beschäftigt und stellen Sie Bezüge zu Praxisfeldern her, die von entwicklungspsychologischen Erkenntnissen profitieren. 
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TESTE DEIN WISSEN


  • Beschreibung von intraindividuellen Veränderungen über die Zeit hinweg
  • Unterschiede zwischen Individuen auf bestimmte Entwicklungsbereiche bezogen (z. B. Intelligenz) und Einflussfaktoren hierauf
  • Beobachtung und Beschreibung dessen, was in welcher Altersstufe an Verhalten und Denkweisen zu erwarten ist
  • Entwicklungsprognosen und Entwicklungsdiagnostik

Diese Inhalte können dabei helfen
  • in der Praxis angemessene Anforderungen an bestimmte Gruppen (z. B. Schüler einer bestimmten Altersstufe in der Schule) zu stellen,
  • juristische Fragestellungen wie Geschäftsfähigkeit oder Strafmündigkeit zu klären,
  • zu validen Aussagen über Entwicklungsdefizite zu kommen und
  • über Interventionen bzw. unterstützende Maßnahmen zu entscheiden und diese zu planen. 
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TESTE DEIN WISSEN
Ein 5-jähriges Kind hat panische Angst vor Spinnen und rennt weinend davon, wenn es eine Spinne sieht. 
Wie würde ein Anhänger des psychobiologischen Ansatzes, ein Lerntheoretiker und ein Verfechter des Beobachtungslernens dieses Verhalten jeweils erklären?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Psychobiologischer Ansatz: man geht davon aus, dass dieses Verhalten biologisch beeinflusst ist und für die Menschen stammesgeschichtlich einen adaptiven Wert besaß: Eine Spinne könnte potenziell giftig sein. Dass ein kleines Kind, das noch wenig über die Welt weiß, mit großer Angst darauf reagiert, sichert sein Überleben. Denn es bleibt der potenziellen Gefahrenquelle fern und sucht die Nähe der Mutter, die es beschützen kann.

Lerntheorie: Das Kind ging im jüngeren Alter noch völlig unvoreingenommen auf Spinnen zu, vielleicht versuchte es, sie zu fangen und in die Wohnung zu bringen. Die Erziehungspersonen reagierten darauf, indem sie mit dem Kind schimpften und Ekel suggerierten, wenn es eine Spinne anfasste (direkte Bestrafung) oder es lobten, wenn es der Spinne fernblieb (positive Verstärkung). So wäre es irgenwann darauf konditioniert, Abstand zu Spinnen einzuhalten und beim Anblick einer Spinne Angst zu zeigen.

Soziale Lerntheorie: z. B. Beobachtungslernen nach Bandura, das Verhalten ist darauf zurückzuführen, dass das Kind die Angst vor Spinnen zuvor bei seinen Bezugspersonen beobachtet hatte und diese nun ins eigene Verhaltensrepertoire übernahm. 
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TESTE DEIN WISSEN
Welches sind nach der psychoanalytischen Entwicklungstheorie Sigmund Freuds die drei Instanzen der menschlichen Persönlichkeit? Beschreiben Sie ihre Aufgaben. 
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TESTE DEIN WISSEN

Es
  • beinhaltet Triebe sowie sexuelle und aggressive Bedürfnisse, die nach Befriedigung drängen. Sie treiben Menschen an, müssen aber auch kontrolliert werden.

Über-Ich
  • beinhaltet ethisch-moralische Vorstellungen und Regeln der Gesellschaft und der Familie, die dazu dienen, die Triebbedürfnisse zu zähmen. Es bildet sich im Sozialisationsprozess durch Erziehung aus und enthält auch positive Leitbilder wie das Ich-Ideal.

Ich
  • die vermittelnde Instanz zwischen Es und Über-ich und damit das eigentliche Anpassungsorgan, mit dem der Mensch abwägt, in welcher Form er seine Triebe befriedigen kann, ohne in allzu große Konflikte mit der Gesellschaft zu geraten
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TESTE DEIN WISSEN
Junge Männer weisen ein signifikant erhöhtes Risikoverhalten gegenüber allen anderen Bevölkerungsgruppen auf. Inwiefern kann die evolutionäre Entwicklungspsychologie für den Umgang mit diesem Phänomen nutzbar gemacht werden?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Die evolutionäre Entwicklungspsychologie befasst sich mit dem adaptiven Wert eines bestimmten Verhaltens in einer bestimmten Altersstufe und warum genau dieses Verhalten sich als Anpassungsvorteil erwiesen hat und deswegen verstärkt ausgebildet wird.

Die evolutionäre Entwicklungspsychologie würde das verstärkte Risikoverhalten junger Männer so erklären, dass es stammesgeschichtlich einen evolutionären Vorteil für junge Männer bot, Risiken z. B. bei der Jagd einzugehen, weil sie dann mehr Beute machten und von potenziellen Sexualpartnerinnen stärker bewundert und eher ausgewählt wurden.
Man könnte diesem heute nicht mehr unbedingt adaptiven, aber dennoch vorhandenen Verhalten begegnen, indem man jungen Männern Gelegenheiten bietet, dieses Verhalten z. B. bei zwar gefährlichen, aber in ihren Risiken kalkulierbaren Sportarten auszuleben. 
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TESTE DEIN WISSEN
Unterscheiden Sie klassische von der operanten Konditionierung.
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TESTE DEIN WISSEN
Bei der klassischen Konditionierung werden Reize gekoppelt. Wird ein neutraler Reiz (z. B. Klang einer Glocke) wiederholt mit einem unkonditionierten Reiz gekoppelt, der eine reflexhafte Reaktion nach sich zieht (z. B. Futter, das Speichelfluss auslöst), so genügt irgendwann der neutrale Reiz, um die reflexhafte Reaktion auszulösen.
Beim operanten Konditionieren wird Verhalten über positive oder negative Verstärkung gefördert, unerwünschtes Verhalten wird über direkte oder indirekte Bestrafung unterbunden. 
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TESTE DEIN WISSEN
Was versteht man unter "Anlage-Umwelt-Problem" in der Entwicklungspsychologie? Welche Sichtweise hat man heute darauf? 
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TESTE DEIN WISSEN
Unter Anlage-Umweltproblem versteht man die Frage, ob Erbanlagen oder Umweltfaktoren entscheidender für den Entwicklungsverlauf sind. Ist Verhalten angeboren oder anerzogen? Ist Entwicklung Reifung oder Folge von Lernprozessen?

Heute geht man meist von einer wechselseitigen Beeinflussung aus. Bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen scheinen Anlagefaktoren zu dominieren, die in den Folgejahren mehr in den Hintergrund treten. Adoptivstudien haben gezeigt, dass, bezogen auf die Intelligenzentwicklung, im Kleinkindalter ein hoher Übereinstimmungsgrad zwischen Adoptiveltern und Adoptivkind vorhanden ist, da die bereitgestellte Umwelt großen Einfluss hat. Später nähert sich der IQ des Kindes dem der biologischen Eltern an. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Menschen in ihren Anlagen gemäßen Lebensumwelten aufsuchen.
Wird ein Kind älter, erhalten biologisch determinierte Präferenzen für bestimmte Beschäftigungen usw. ein höheres Gewicht gegenüber den von den Adoptiveltern gesteuerten Interessen. 
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TESTE DEIN WISSEN
Welchen Beitrag leistete Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung hinsichtlich einer Erweiterung der Sichtweise auf die kindliche Entwicklung? Was sind Kritikpunkte? 
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TESTE DEIN WISSEN
Piaget stellte das Kind als aktiv lernendes Wesen in den Mittelpunkt, das sich sein Wissen selbst konstruiert und neue Informationen selbsttätig in bereites vorhandene Strukturen einpasst.
Dies sowie seine Beschäftigung damit, wie sich die Besonderheiten kindlichen Denkens auf sein Verständnis der sozialen Welt auswirken, regte viele neue Erziehungsmethoden wie das entdeckende Lernen und das Lernen in direktem Kontakt zu der das Kind umgebenden Umwelt an.

Neuere Studien haben ergeben, dass Piaget die Kompetenzen von Kindern insgesamt eher unterschätzt hat und dass sie zu vielen Denkoperationen früher in der Lage sind, als Piaget annahm, wenn man sie mit Material konfrontiert, das komplett ihrer Lebenswelt entstammt. So ist es fraglich, ob Kinder wirklich mit Erreichen eines bestimmten Alters eine neue Qualität des Denkens erreichen, vielmehr spricht einiges dafür, dass viele der von Piaget bspw. erst für die konkret-operationale Phase angenommenen Denkoperationen in weniger diferenzierterer Form auch zuvor schon vorhanden sind. 
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Welche Systemebenen lassen sich nach der ökologischen Systemtheorie Bronfenbrenners unterscheiden?
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TESTE DEIN WISSEN
Mikrosystem: innerste Schicht der Umwelt, besteht aus den Bezügen i. d. unmittelbaren Umgebung des Kindes (Kernfamilie, Kindergarten/Schule, Nachbarschaft)

Mesosystem: Wechselwirkung versch. Mikrosysteme untereinander (z. B. Kernfamilie und Schule, Einflüsse des Mikrosystems Arbeitsplatz der Eltern auf die Kernfamilie usw.)

Exosystem: erweiterte Lebensfaktoren, mit denen das Kind nicht direkt zu tun hat, die aber seine Lebensumwelt beeinflussen (z. B. Gesundheitsfürsorge, soziale Netzwerke, usw.)

Makrosystem: äußerste Schicht von Bronfenbrenners Modell. Die kulturellen Wertvorstellungen, Gesetze, Normen und Gebräuche, die die Untersysteme beeinflussen

Chronosystem: beschreibt die Veränderungen der Systemebenen über die Zeit hinweg, kann z. B. Übergänge und ihre Auswirkungen erfassen
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TESTE DEIN WISSEN
Welche Nachteile weisen Querschnittsuntersuchungen auf? 
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TESTE DEIN WISSEN
  • Man erhält keine Informationen über intraindividuelle Entwicklungsverläufe.
  • Man kann Kohorteneffekte nicht identifizieren und kontrollieren.

Kohorteneffekte = Entwicklungsbedingungen, die eine bestimmte Generation vorfindet und die einen von Reifungsprozessen unabhängigen Einfluss auf die gesamte Generation ausüben.
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Welche Möglichkeiten, aber auch Grenzen können Sie bei sog. Kohorten-Sequenzplänen erkennen? 
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
In Kohorten-Sequenzplänen werden Längsschnitt- und Querschnittsuntersuchungen nach einem festgelegten Plan zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt.

Sie ermöglichen einen schnellen Vergleich von Stichproben bei gleichzeitiger Darstellung von Entwicklungsverläufen, kombinieren also Vorteile der Längsschnitt- und Querschnittsuntersuchung. Außerdem erlauben sie die Kontrolle von Kohorteneffekten.
Nachteilig sind die lange zeitliche Dauer und der hohe Aufwand, Selektionseffekte bei den Stichproben und möglicherweise Testwiederholungseffekte
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TESTE DEIN WISSEN
Entwicklung kann grundsätzlich als kontinuierlicher oder diskontinuierlicher Prozess begriffen werden. Erläutern Sie, was damit gemeint ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
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TESTE DEIN WISSEN
Kontinuierliche Entwicklung: im Entwicklungsverlauf kommt es lediglich zu quantitativen Zuwächsen, die als Anlage vorhandenen Fähigkeiten werden allmählich ausgebaut.
Diskontinuierliche Entwicklung: es werden mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen, die sich qualitativ voneinander unterscheiden und sich durch eine spezifische Art zu denken, zu fühlen und wahrzunehmen auszeichnen. 

Der Blickwinkel auf Entwicklung beeinflusst die Konzeption von Entwicklungstheorien:
Phasentheorien können qualitative und quantitative Entwicklungszuwächse beschreiben, wobei die Phasen nicht unbedingt aufeinander aufbauen müssen
--> beschreiben kontinuierliche und diskontinuierliche Entwicklungsprozesse 

Stufentheorien beziehen sich nur auf diskontinuierliche Entwicklungsverläufe und beschreiben Entwicklung als Treppe, die man Schritt für Schritt hinaufgeht. 

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  • 19085 Karteikarten
  • 603 Studierende
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Beispielhafte Karteikarten für deinen Entwicklungspsychologie Kurs an der SRH Fernhochschule - The Mobile University - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:
Welche Unterschiede in den Fähigkeiten von Mädchen und Jungen lassen sich beobachten?
A:
Jungen zeigen vom 1. Lebensjahr an ein höheres Aktivitätsniveau und sind bei allen körperlichen Aktivitäten, die mit Körpergröße, Muskelkraft und Ausdauer zu tun haben, stärker.
Mädchen haben einen Vorteil in feinmotorischen Aktivitäten.

In den intellektuellen Fähigkeiten haben Jungen im naturwissenschaftlichen Bereich einen Vorsprung, besonders in Physik, Chemie und mathematischem Problemlösen, ebenso im visuell-räumlichen Vorstellungsvermögen.
Mädchen zeigen sich hier besser in Biowissenschaften und gleich stark in mathematischer Arithmetik. Sie weisen außerdem bessere Leistungen im sprachlichen Bereich auf.

Im Sozialverhalten ist hilfsbereites Verhalten von Männern eher kontextabhängig, Frauen reagieren mehr auf Hilfsbedürftigkeit, die sie wahrnehmen und verfügen über eine höhere Sensitivität und ein stärkeres Einfühlungsvermögen.

Aggression wird unterschiedlich ausgelebt, Jungen und Männer zeigen stärkere physische Aggression, Mädchen und Frauen greifen eher auf Formen der sozialen Aggression (z. B. jemanden ausschließen) zurück. 
Q:
Nennen Sie einige Themenkomplexe, mit denen die Entwichlungspsychologie sich beschäftigt und stellen Sie Bezüge zu Praxisfeldern her, die von entwicklungspsychologischen Erkenntnissen profitieren. 
A:


  • Beschreibung von intraindividuellen Veränderungen über die Zeit hinweg
  • Unterschiede zwischen Individuen auf bestimmte Entwicklungsbereiche bezogen (z. B. Intelligenz) und Einflussfaktoren hierauf
  • Beobachtung und Beschreibung dessen, was in welcher Altersstufe an Verhalten und Denkweisen zu erwarten ist
  • Entwicklungsprognosen und Entwicklungsdiagnostik

Diese Inhalte können dabei helfen
  • in der Praxis angemessene Anforderungen an bestimmte Gruppen (z. B. Schüler einer bestimmten Altersstufe in der Schule) zu stellen,
  • juristische Fragestellungen wie Geschäftsfähigkeit oder Strafmündigkeit zu klären,
  • zu validen Aussagen über Entwicklungsdefizite zu kommen und
  • über Interventionen bzw. unterstützende Maßnahmen zu entscheiden und diese zu planen. 
Q:
Ein 5-jähriges Kind hat panische Angst vor Spinnen und rennt weinend davon, wenn es eine Spinne sieht. 
Wie würde ein Anhänger des psychobiologischen Ansatzes, ein Lerntheoretiker und ein Verfechter des Beobachtungslernens dieses Verhalten jeweils erklären?
A:
Psychobiologischer Ansatz: man geht davon aus, dass dieses Verhalten biologisch beeinflusst ist und für die Menschen stammesgeschichtlich einen adaptiven Wert besaß: Eine Spinne könnte potenziell giftig sein. Dass ein kleines Kind, das noch wenig über die Welt weiß, mit großer Angst darauf reagiert, sichert sein Überleben. Denn es bleibt der potenziellen Gefahrenquelle fern und sucht die Nähe der Mutter, die es beschützen kann.

Lerntheorie: Das Kind ging im jüngeren Alter noch völlig unvoreingenommen auf Spinnen zu, vielleicht versuchte es, sie zu fangen und in die Wohnung zu bringen. Die Erziehungspersonen reagierten darauf, indem sie mit dem Kind schimpften und Ekel suggerierten, wenn es eine Spinne anfasste (direkte Bestrafung) oder es lobten, wenn es der Spinne fernblieb (positive Verstärkung). So wäre es irgenwann darauf konditioniert, Abstand zu Spinnen einzuhalten und beim Anblick einer Spinne Angst zu zeigen.

Soziale Lerntheorie: z. B. Beobachtungslernen nach Bandura, das Verhalten ist darauf zurückzuführen, dass das Kind die Angst vor Spinnen zuvor bei seinen Bezugspersonen beobachtet hatte und diese nun ins eigene Verhaltensrepertoire übernahm. 
Q:
Welches sind nach der psychoanalytischen Entwicklungstheorie Sigmund Freuds die drei Instanzen der menschlichen Persönlichkeit? Beschreiben Sie ihre Aufgaben. 
A:

Es
  • beinhaltet Triebe sowie sexuelle und aggressive Bedürfnisse, die nach Befriedigung drängen. Sie treiben Menschen an, müssen aber auch kontrolliert werden.

Über-Ich
  • beinhaltet ethisch-moralische Vorstellungen und Regeln der Gesellschaft und der Familie, die dazu dienen, die Triebbedürfnisse zu zähmen. Es bildet sich im Sozialisationsprozess durch Erziehung aus und enthält auch positive Leitbilder wie das Ich-Ideal.

Ich
  • die vermittelnde Instanz zwischen Es und Über-ich und damit das eigentliche Anpassungsorgan, mit dem der Mensch abwägt, in welcher Form er seine Triebe befriedigen kann, ohne in allzu große Konflikte mit der Gesellschaft zu geraten
Q:
Junge Männer weisen ein signifikant erhöhtes Risikoverhalten gegenüber allen anderen Bevölkerungsgruppen auf. Inwiefern kann die evolutionäre Entwicklungspsychologie für den Umgang mit diesem Phänomen nutzbar gemacht werden?
A:
Die evolutionäre Entwicklungspsychologie befasst sich mit dem adaptiven Wert eines bestimmten Verhaltens in einer bestimmten Altersstufe und warum genau dieses Verhalten sich als Anpassungsvorteil erwiesen hat und deswegen verstärkt ausgebildet wird.

Die evolutionäre Entwicklungspsychologie würde das verstärkte Risikoverhalten junger Männer so erklären, dass es stammesgeschichtlich einen evolutionären Vorteil für junge Männer bot, Risiken z. B. bei der Jagd einzugehen, weil sie dann mehr Beute machten und von potenziellen Sexualpartnerinnen stärker bewundert und eher ausgewählt wurden.
Man könnte diesem heute nicht mehr unbedingt adaptiven, aber dennoch vorhandenen Verhalten begegnen, indem man jungen Männern Gelegenheiten bietet, dieses Verhalten z. B. bei zwar gefährlichen, aber in ihren Risiken kalkulierbaren Sportarten auszuleben. 
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Q:
Unterscheiden Sie klassische von der operanten Konditionierung.
A:
Bei der klassischen Konditionierung werden Reize gekoppelt. Wird ein neutraler Reiz (z. B. Klang einer Glocke) wiederholt mit einem unkonditionierten Reiz gekoppelt, der eine reflexhafte Reaktion nach sich zieht (z. B. Futter, das Speichelfluss auslöst), so genügt irgendwann der neutrale Reiz, um die reflexhafte Reaktion auszulösen.
Beim operanten Konditionieren wird Verhalten über positive oder negative Verstärkung gefördert, unerwünschtes Verhalten wird über direkte oder indirekte Bestrafung unterbunden. 
Q:
Was versteht man unter "Anlage-Umwelt-Problem" in der Entwicklungspsychologie? Welche Sichtweise hat man heute darauf? 
A:
Unter Anlage-Umweltproblem versteht man die Frage, ob Erbanlagen oder Umweltfaktoren entscheidender für den Entwicklungsverlauf sind. Ist Verhalten angeboren oder anerzogen? Ist Entwicklung Reifung oder Folge von Lernprozessen?

Heute geht man meist von einer wechselseitigen Beeinflussung aus. Bei Säuglingen in den ersten Lebenswochen scheinen Anlagefaktoren zu dominieren, die in den Folgejahren mehr in den Hintergrund treten. Adoptivstudien haben gezeigt, dass, bezogen auf die Intelligenzentwicklung, im Kleinkindalter ein hoher Übereinstimmungsgrad zwischen Adoptiveltern und Adoptivkind vorhanden ist, da die bereitgestellte Umwelt großen Einfluss hat. Später nähert sich der IQ des Kindes dem der biologischen Eltern an. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Menschen in ihren Anlagen gemäßen Lebensumwelten aufsuchen.
Wird ein Kind älter, erhalten biologisch determinierte Präferenzen für bestimmte Beschäftigungen usw. ein höheres Gewicht gegenüber den von den Adoptiveltern gesteuerten Interessen. 
Q:
Welchen Beitrag leistete Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung hinsichtlich einer Erweiterung der Sichtweise auf die kindliche Entwicklung? Was sind Kritikpunkte? 
A:
Piaget stellte das Kind als aktiv lernendes Wesen in den Mittelpunkt, das sich sein Wissen selbst konstruiert und neue Informationen selbsttätig in bereites vorhandene Strukturen einpasst.
Dies sowie seine Beschäftigung damit, wie sich die Besonderheiten kindlichen Denkens auf sein Verständnis der sozialen Welt auswirken, regte viele neue Erziehungsmethoden wie das entdeckende Lernen und das Lernen in direktem Kontakt zu der das Kind umgebenden Umwelt an.

Neuere Studien haben ergeben, dass Piaget die Kompetenzen von Kindern insgesamt eher unterschätzt hat und dass sie zu vielen Denkoperationen früher in der Lage sind, als Piaget annahm, wenn man sie mit Material konfrontiert, das komplett ihrer Lebenswelt entstammt. So ist es fraglich, ob Kinder wirklich mit Erreichen eines bestimmten Alters eine neue Qualität des Denkens erreichen, vielmehr spricht einiges dafür, dass viele der von Piaget bspw. erst für die konkret-operationale Phase angenommenen Denkoperationen in weniger diferenzierterer Form auch zuvor schon vorhanden sind. 
Q:
Welche Systemebenen lassen sich nach der ökologischen Systemtheorie Bronfenbrenners unterscheiden?
A:
Mikrosystem: innerste Schicht der Umwelt, besteht aus den Bezügen i. d. unmittelbaren Umgebung des Kindes (Kernfamilie, Kindergarten/Schule, Nachbarschaft)

Mesosystem: Wechselwirkung versch. Mikrosysteme untereinander (z. B. Kernfamilie und Schule, Einflüsse des Mikrosystems Arbeitsplatz der Eltern auf die Kernfamilie usw.)

Exosystem: erweiterte Lebensfaktoren, mit denen das Kind nicht direkt zu tun hat, die aber seine Lebensumwelt beeinflussen (z. B. Gesundheitsfürsorge, soziale Netzwerke, usw.)

Makrosystem: äußerste Schicht von Bronfenbrenners Modell. Die kulturellen Wertvorstellungen, Gesetze, Normen und Gebräuche, die die Untersysteme beeinflussen

Chronosystem: beschreibt die Veränderungen der Systemebenen über die Zeit hinweg, kann z. B. Übergänge und ihre Auswirkungen erfassen
Q:
Welche Nachteile weisen Querschnittsuntersuchungen auf? 
A:
  • Man erhält keine Informationen über intraindividuelle Entwicklungsverläufe.
  • Man kann Kohorteneffekte nicht identifizieren und kontrollieren.

Kohorteneffekte = Entwicklungsbedingungen, die eine bestimmte Generation vorfindet und die einen von Reifungsprozessen unabhängigen Einfluss auf die gesamte Generation ausüben.
Q:
Welche Möglichkeiten, aber auch Grenzen können Sie bei sog. Kohorten-Sequenzplänen erkennen? 
A:
In Kohorten-Sequenzplänen werden Längsschnitt- und Querschnittsuntersuchungen nach einem festgelegten Plan zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt.

Sie ermöglichen einen schnellen Vergleich von Stichproben bei gleichzeitiger Darstellung von Entwicklungsverläufen, kombinieren also Vorteile der Längsschnitt- und Querschnittsuntersuchung. Außerdem erlauben sie die Kontrolle von Kohorteneffekten.
Nachteilig sind die lange zeitliche Dauer und der hohe Aufwand, Selektionseffekte bei den Stichproben und möglicherweise Testwiederholungseffekte
Q:
Entwicklung kann grundsätzlich als kontinuierlicher oder diskontinuierlicher Prozess begriffen werden. Erläutern Sie, was damit gemeint ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
A:
Kontinuierliche Entwicklung: im Entwicklungsverlauf kommt es lediglich zu quantitativen Zuwächsen, die als Anlage vorhandenen Fähigkeiten werden allmählich ausgebaut.
Diskontinuierliche Entwicklung: es werden mehrere Entwicklungsstufen durchlaufen, die sich qualitativ voneinander unterscheiden und sich durch eine spezifische Art zu denken, zu fühlen und wahrzunehmen auszeichnen. 

Der Blickwinkel auf Entwicklung beeinflusst die Konzeption von Entwicklungstheorien:
Phasentheorien können qualitative und quantitative Entwicklungszuwächse beschreiben, wobei die Phasen nicht unbedingt aufeinander aufbauen müssen
--> beschreiben kontinuierliche und diskontinuierliche Entwicklungsprozesse 

Stufentheorien beziehen sich nur auf diskontinuierliche Entwicklungsverläufe und beschreiben Entwicklung als Treppe, die man Schritt für Schritt hinaufgeht. 

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