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Lernmaterialien für Neurowissenschaften und Psychotherapie an der Private Hochschule Göttingen

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TESTE DEIN WISSEN

Warum kann das BOLD-Signal nicht nur als Messung von Hirnaktivität bezeichnet werden?

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TESTE DEIN WISSEN

BOLD-Signal hängt noch von weiteren Faktoren ab --> kein perfektes europhysiologisches Signal

--> bei fMRT-Untersuchungen sollte man nicht von Erregung oder Hirnaktivierung, sondern von Durchblutungsveränderungen sprechen

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TESTE DEIN WISSEN

4 Ebenen nach Roth: obere limbische Ebene

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TESTE DEIN WISSEN

--> Ebene der bewussten, überwiegend sozial vermittelten Emotionen


Hirnareale: Präfrontaler + orbifrontaler Cortex, Insulärer Cortex, Cingulärer Cortex


Aufgaben:

  • Ebene des bewussten emotional-sozialen Lernens --> zusammen mit unteren Ebenen werden grundlegende sozial relevante Persönlichkeitsmerkmale festgelegt (Empathie, Sozialverhalten, bewusste Anteile des Selbstbildes, Verhältnis zu Mitmenschen, Moral, Ethik, Über-Ich)
  • entwickelt sich in später Kindheit und Jugend
  • wesentlich durch sozial-emotionale Erfahrungen beeinflusst, deshalb auch nur sozial-emotional veränderbar 


Präfrontaler und Orbit-frontaler Cortex: 

  • Impulskontrolle gegen unteren, affektiven limbischen Ebene und gegenüber egoistisch-infantilen Antrieben aus mittlerer limbischen Ebene (auf Grundlage sozial vermittelter Erfahrung
  • Ich und Über-Ich, sowohl bewusste Anteile des Selbst und des Ichs, aber auch Elemente von Moral und Ethik (Über-Ich) --> Ebene der bewussten, vornehmlich sprachlichen Interaktion, die für übliche Psychoanalyse typisch ist
  • Empathie, Über-Ich, Abschätzen von Konsequenzen und sozialen Risiken, Handlungsantriebe- und motivation, Moral und Ethik
  • braucht längste Reifezeit


Insulärer Cortex: 

  • "Bauchgefühl" --> Verarbeitungsort des affektiven Körpergefühls einschließlich affektiv-emotionaler Eingeweidewahrnehmung und der affektiven Schmerzempfindung
  • Schmerz-Lernen und Schmerzantizipation


Cingulärer Cortex: 

  • Risikowahrnehmung und -bewertung
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TESTE DEIN WISSEN

Welche Faktoren können das BOLD-Signal negativ beeinflussen?

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TESTE DEIN WISSEN
  • Kaffekonsum
  • Nikotinkonzentration
  • Konzentration des Sauerstoffs im Blut
  • Hormonzyklen
  • ...
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TESTE DEIN WISSEN

4 Ebenen nach Roth: Kognitiv-sprachliche / kognitiv-rationale Ebene

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TESTE DEIN WISSEN

Areale: Großhirnrinde, Isokortex, bes. Sprachzentren und präfrontaler Cortex


Aufgaben:

  • Ebene der bewussten sprachlich-rationalen Kommunikation: bewusste Handlungsplanung, Erklärung der Welt, Rechtfertigung des eigenen Verhaltens vor sich und anderen
  • ansteht relativ spät, verändert sich ein Leben lang (Änderung im Wesentlichen aufgrund sprachlicher Interaktion)
  • wir lernen, wie wir uns darstellen sollen, um voran zu kommen --> Diskrepanzen mit anderen Ebenen (Moral) führen zu Diplomatie, Opportunismus und Lüge
  • dorsolateraler präfrontaler Cortex: Sitz von Intelligenz und Verstand, wichtig für planvolles und kontextgerechtes Handeln und Sprechen, Entwicklung von Zielvortsellungen
  • Ebene des kognitiv-rationales Ichs und Realitätsprinzips nach Freud --> Problemlöser und zweckrationale Handlungsplanung
  • Aber keine direkte Verbindungen zur Handlungssteuerung --> Mentale Repräsentationen von Handlungsplanung etc. --> deswegen führen Appelle an die Vernunft zu Einsicht, aber nicht zu Verhaltensänderung
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TESTE DEIN WISSEN

Erste-Person- und Dritt-Personen-Ebenen beschreiben

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Erste-Personen-Perspektive: individuelle Ebene von Personen

  • z.B. wenn subjektive Daten (Erfahrungen, Erleben) in der Psychotherapieforschung erfasst werden


Dritte-Personen-Perspektive: generelle Ebene des Gehirns

  • z.B. werden in Neurowissenschaft neuronale Zuständige über mehrer Personen gemittelt (nicht für einzelnes Individuum)


Verknüpfung notwendig, wenn erforscht werden soll, inwieweit subjektiv bedeutsame Prozesse eine neuronale Entsprechung finden

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TESTE DEIN WISSEN

Risiken der Neurowissenschaften für Psychotherapie

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Abschreckung von Betroffenen: technisierte Medizin vs. ganzheitliche Behandlung, Reduktionismus von Therapeuten
  2. Neurobiologie als alleinige Erklärung psychischer Erkrankungen, Vernachlässigung wichtiger anderer Aspekte (z.B. individuelle psychosoziale Erklärungsmodelle, Fragebögen und Interviews, Therapeutische Beziehung, individuelle Veränderungziele)
  3. Neurobiologische Sichtweise der Betroffenen trägt zur Chronifizierung psychischer Probleme bei: "Ich muss lernen meine Behinderung zu akzeptieren"
  4. unkritische, übertriebene Interpretation (von Wissenschaftlern, Politikern, Medien etc.): simplifizierende Zuordnung komplexter Konstrukte zu einzelnen Hirnarealen
  5. zu große Erwartungen in Neurobiologie --> Vernachlässigung anderer aussichtsreicher Forschungsbereiche
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TESTE DEIN WISSEN

Auf welche drei Weisen wirkt Psychotherapie und warum spricht man oft nur von Überdeckung

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TESTE DEIN WISSEN

1. Stärkung der oberen limbischen Ebene des bewussten ich --> Einfluss des cingulären und orbitofrontalen Vortex auf Amygdala verstärken --> bessere Impulskontrolle --> Top down

  • korrigiert allerdings nicht, sonder mildert höchstens  negative Auswirkungen auf Verhalten --> Ursachen psychischer Störungen sind nur überdeckt, in ungünstigen Situationen treten die Symptome aber wieder auf


2. Auflösen der "verknoteten" limbischen Netzwerke --> Beseitigen des Übels an der Wurzel --> Bottom-Up

  • Aber: Zweifel daran, das amydaläre Netzwerke überhaupt umlernen können, wenn sie erst einmal geprägt wurden "Amygdala vergisst nie" 
  • Aber: aktuelle Studien zeigen, dass Aktivität in dorsolateralen präfrontalen Vortex nicht beobachtet werden kann --> Therapeutische Effekte beruhen wohl immer auf Veränderungen der limbisch-emotionalen Zentren


3. "Ersatzschaltungen" in der Amgydala aufgrund andersartiger (positiver) emotionaler Erfahrungen im Laufe einer Therapie, die negative Schaltungen einkapseln und an ihnen vorbei eigenen Zugang zur Handlungssteuerung erlangen

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Risiken und Chancen der Neurowissenschaft

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Destigmatisierung / Enttabuisierung --> Entlastung für Betroffene und Angehörig ("Ich leide objektiv an einer Krankheit, ich bilde mir das nicht ein")
  2. Förderung von Psychotherapieakzeptanz und -motivation --> Anerkennung der Psychotherapie als wissenschaftliche Disziplin 
    1. Statusgewinn in Gesundheitswesen und Gesellschaft
    2. Verbesserung der Compliance von Patienten
    3. Mahnung uns Stabilisierung neuer neuronaler Muster als Motivation, sich in Psychotherapie aktiv seinen Problemen zu stellen "durch aktive Bewältigung kann ich meine Hirnstruktur verändern"
    4. Erklärung und Motivation für manchmal nur kleinschnittige, aber längerfristig stabile Veränderung in der Therapie
  3. Identifikation therapierelevanter Subgruppen --> Abgrenzung von Störungsbildern und gezieltere Behandlung
  4. Aufschluss über Wirkmechanismen der Psychotherapie, Prädikaten von Wirksamkeit und Rückfallrisiko
    1. Monitoring der Hirnaktivität während Psychotherapie --> z.B. Aufschluss über Rückfallwahrscheinlichkeit --> Optimierung des Therapieansatzes
    2. Individuelle Auswahl des passenden Therapieansatzes --> z.b: Psycho- vs. Pharmakolo- vs. Kombinationstherapie, Auswahl verschiedenerer Therapieverfahren
  5. Gezielte Veränderung bestimmter Hirnregionen durch Echtzeitaufnahmen während der Therapie
    1. EEG- und fMRT-basierte Neurofeedbackverfahren
  6. Besseres Verständnis der Neurobiologie durch Psychotherapiestudien --> Bildgebende Untersuchungen vor und nach spezifischen psychotherapeutischen Interventionen
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TESTE DEIN WISSEN

Chancen der Neurowissenschaften für Psychotherapie

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TESTE DEIN WISSEN
  1. Gesellschaftliche und gesundheitspolitische Aufwertung
  2. Destigmatisierung und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen
  3. Besseres Verständnis der Ätiologie und der Beziehung zw. physiologischen und psychischen Aspekten psychischer Störungen
  4. Neurobiologische Variablen als Ziel psychotherapeutischer Interventionen
  5. Besseres Verständnis der Interaktion verschiedener Hirnareale und Entwicklung selektiver Indikationsregeln unter Nutzung neurobiologischer Prädiktoren
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TESTE DEIN WISSEN

Auf welcher Ebene setzt Psychotherapie gemäss Roth an und warum?

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TESTE DEIN WISSEN

Mittlere limbische Ebene

  • unbewusste emotionale Konditionierung
  • individuelles emotionales Lernen


  • Ebene der sozialen Prägung: im Bereich der Amgydala verknüpfen sich motivationale und emotionale Ereignisse mit angeborenen Grundgefühlen (Angst, Trauer, Freude etc.)
  • grundlegendes individuelles Motivationssystem --> Emotionen werden konditioniert, die handlungsleitend sind und Selbstbild sowie Verhältnis zu Mitmenschen bestimmen


Therapeutische Effekte beruhen immer auf Veränderungen "Umkonditionierung" der limbisch- emotionalen Zentren


untere Ebene: Instinkt, nicht veränderbar

obere Ebene: durch soziale Interaktion veränderbar, aber geringer Verhaltenseinflus

kognitiv-sprachlich: kein Verhaltenseinfluss

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Was ist das BOLD-Signal?

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TESTE DEIN WISSEN

= Blood-Oxygen-Level-Dependent.

  • ermittelt indirekt über die magnetischen Eigenschaften des Blutes lokale Blutflussänderung
  • repräsentiert die lokalen Blutflussänderungen, die mit europhysiologischen Erregungsprozessen mäßig korreliert sind --> exakte Kausalität jedoch nicht beweisen und noch nicht verstanden (bisher nur an Affen untersucht)
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Warum ist der Rückschluss von BOLD-Signal auf psychische Prozesse problematisch?

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TESTE DEIN WISSEN

--> Bold Signal ist zu langsam

  • baut sich innerhalb von mehreren Sekunden auf und schwingt dann träge zurück
  • psychische Prozesse laufen jedoch im Millisekundenbereich ab (mindestens Faktor 2.000-4.000 x schneller)
  • man muss davon ausgehen, dass sich viele träge BOLD-Signale überlagen --> wahrscheinlich unmöglich, aus Gesamt-BOLD-Signal die verschiedenen psychischen Prozesse herauszufiltern
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  • 30382 Karteikarten
  • 493 Studierende
  • 5 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Neurowissenschaften und Psychotherapie Kurs an der Private Hochschule Göttingen - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Warum kann das BOLD-Signal nicht nur als Messung von Hirnaktivität bezeichnet werden?

A:

BOLD-Signal hängt noch von weiteren Faktoren ab --> kein perfektes europhysiologisches Signal

--> bei fMRT-Untersuchungen sollte man nicht von Erregung oder Hirnaktivierung, sondern von Durchblutungsveränderungen sprechen

Q:

4 Ebenen nach Roth: obere limbische Ebene

A:

--> Ebene der bewussten, überwiegend sozial vermittelten Emotionen


Hirnareale: Präfrontaler + orbifrontaler Cortex, Insulärer Cortex, Cingulärer Cortex


Aufgaben:

  • Ebene des bewussten emotional-sozialen Lernens --> zusammen mit unteren Ebenen werden grundlegende sozial relevante Persönlichkeitsmerkmale festgelegt (Empathie, Sozialverhalten, bewusste Anteile des Selbstbildes, Verhältnis zu Mitmenschen, Moral, Ethik, Über-Ich)
  • entwickelt sich in später Kindheit und Jugend
  • wesentlich durch sozial-emotionale Erfahrungen beeinflusst, deshalb auch nur sozial-emotional veränderbar 


Präfrontaler und Orbit-frontaler Cortex: 

  • Impulskontrolle gegen unteren, affektiven limbischen Ebene und gegenüber egoistisch-infantilen Antrieben aus mittlerer limbischen Ebene (auf Grundlage sozial vermittelter Erfahrung
  • Ich und Über-Ich, sowohl bewusste Anteile des Selbst und des Ichs, aber auch Elemente von Moral und Ethik (Über-Ich) --> Ebene der bewussten, vornehmlich sprachlichen Interaktion, die für übliche Psychoanalyse typisch ist
  • Empathie, Über-Ich, Abschätzen von Konsequenzen und sozialen Risiken, Handlungsantriebe- und motivation, Moral und Ethik
  • braucht längste Reifezeit


Insulärer Cortex: 

  • "Bauchgefühl" --> Verarbeitungsort des affektiven Körpergefühls einschließlich affektiv-emotionaler Eingeweidewahrnehmung und der affektiven Schmerzempfindung
  • Schmerz-Lernen und Schmerzantizipation


Cingulärer Cortex: 

  • Risikowahrnehmung und -bewertung
Q:

Welche Faktoren können das BOLD-Signal negativ beeinflussen?

A:
  • Kaffekonsum
  • Nikotinkonzentration
  • Konzentration des Sauerstoffs im Blut
  • Hormonzyklen
  • ...
Q:

4 Ebenen nach Roth: Kognitiv-sprachliche / kognitiv-rationale Ebene

A:

Areale: Großhirnrinde, Isokortex, bes. Sprachzentren und präfrontaler Cortex


Aufgaben:

  • Ebene der bewussten sprachlich-rationalen Kommunikation: bewusste Handlungsplanung, Erklärung der Welt, Rechtfertigung des eigenen Verhaltens vor sich und anderen
  • ansteht relativ spät, verändert sich ein Leben lang (Änderung im Wesentlichen aufgrund sprachlicher Interaktion)
  • wir lernen, wie wir uns darstellen sollen, um voran zu kommen --> Diskrepanzen mit anderen Ebenen (Moral) führen zu Diplomatie, Opportunismus und Lüge
  • dorsolateraler präfrontaler Cortex: Sitz von Intelligenz und Verstand, wichtig für planvolles und kontextgerechtes Handeln und Sprechen, Entwicklung von Zielvortsellungen
  • Ebene des kognitiv-rationales Ichs und Realitätsprinzips nach Freud --> Problemlöser und zweckrationale Handlungsplanung
  • Aber keine direkte Verbindungen zur Handlungssteuerung --> Mentale Repräsentationen von Handlungsplanung etc. --> deswegen führen Appelle an die Vernunft zu Einsicht, aber nicht zu Verhaltensänderung
Q:

Erste-Person- und Dritt-Personen-Ebenen beschreiben

A:

Erste-Personen-Perspektive: individuelle Ebene von Personen

  • z.B. wenn subjektive Daten (Erfahrungen, Erleben) in der Psychotherapieforschung erfasst werden


Dritte-Personen-Perspektive: generelle Ebene des Gehirns

  • z.B. werden in Neurowissenschaft neuronale Zuständige über mehrer Personen gemittelt (nicht für einzelnes Individuum)


Verknüpfung notwendig, wenn erforscht werden soll, inwieweit subjektiv bedeutsame Prozesse eine neuronale Entsprechung finden

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Q:

Risiken der Neurowissenschaften für Psychotherapie

A:
  1. Abschreckung von Betroffenen: technisierte Medizin vs. ganzheitliche Behandlung, Reduktionismus von Therapeuten
  2. Neurobiologie als alleinige Erklärung psychischer Erkrankungen, Vernachlässigung wichtiger anderer Aspekte (z.B. individuelle psychosoziale Erklärungsmodelle, Fragebögen und Interviews, Therapeutische Beziehung, individuelle Veränderungziele)
  3. Neurobiologische Sichtweise der Betroffenen trägt zur Chronifizierung psychischer Probleme bei: "Ich muss lernen meine Behinderung zu akzeptieren"
  4. unkritische, übertriebene Interpretation (von Wissenschaftlern, Politikern, Medien etc.): simplifizierende Zuordnung komplexter Konstrukte zu einzelnen Hirnarealen
  5. zu große Erwartungen in Neurobiologie --> Vernachlässigung anderer aussichtsreicher Forschungsbereiche
Q:

Auf welche drei Weisen wirkt Psychotherapie und warum spricht man oft nur von Überdeckung

A:

1. Stärkung der oberen limbischen Ebene des bewussten ich --> Einfluss des cingulären und orbitofrontalen Vortex auf Amygdala verstärken --> bessere Impulskontrolle --> Top down

  • korrigiert allerdings nicht, sonder mildert höchstens  negative Auswirkungen auf Verhalten --> Ursachen psychischer Störungen sind nur überdeckt, in ungünstigen Situationen treten die Symptome aber wieder auf


2. Auflösen der "verknoteten" limbischen Netzwerke --> Beseitigen des Übels an der Wurzel --> Bottom-Up

  • Aber: Zweifel daran, das amydaläre Netzwerke überhaupt umlernen können, wenn sie erst einmal geprägt wurden "Amygdala vergisst nie" 
  • Aber: aktuelle Studien zeigen, dass Aktivität in dorsolateralen präfrontalen Vortex nicht beobachtet werden kann --> Therapeutische Effekte beruhen wohl immer auf Veränderungen der limbisch-emotionalen Zentren


3. "Ersatzschaltungen" in der Amgydala aufgrund andersartiger (positiver) emotionaler Erfahrungen im Laufe einer Therapie, die negative Schaltungen einkapseln und an ihnen vorbei eigenen Zugang zur Handlungssteuerung erlangen

Q:

Risiken und Chancen der Neurowissenschaft

A:
  1. Destigmatisierung / Enttabuisierung --> Entlastung für Betroffene und Angehörig ("Ich leide objektiv an einer Krankheit, ich bilde mir das nicht ein")
  2. Förderung von Psychotherapieakzeptanz und -motivation --> Anerkennung der Psychotherapie als wissenschaftliche Disziplin 
    1. Statusgewinn in Gesundheitswesen und Gesellschaft
    2. Verbesserung der Compliance von Patienten
    3. Mahnung uns Stabilisierung neuer neuronaler Muster als Motivation, sich in Psychotherapie aktiv seinen Problemen zu stellen "durch aktive Bewältigung kann ich meine Hirnstruktur verändern"
    4. Erklärung und Motivation für manchmal nur kleinschnittige, aber längerfristig stabile Veränderung in der Therapie
  3. Identifikation therapierelevanter Subgruppen --> Abgrenzung von Störungsbildern und gezieltere Behandlung
  4. Aufschluss über Wirkmechanismen der Psychotherapie, Prädikaten von Wirksamkeit und Rückfallrisiko
    1. Monitoring der Hirnaktivität während Psychotherapie --> z.B. Aufschluss über Rückfallwahrscheinlichkeit --> Optimierung des Therapieansatzes
    2. Individuelle Auswahl des passenden Therapieansatzes --> z.b: Psycho- vs. Pharmakolo- vs. Kombinationstherapie, Auswahl verschiedenerer Therapieverfahren
  5. Gezielte Veränderung bestimmter Hirnregionen durch Echtzeitaufnahmen während der Therapie
    1. EEG- und fMRT-basierte Neurofeedbackverfahren
  6. Besseres Verständnis der Neurobiologie durch Psychotherapiestudien --> Bildgebende Untersuchungen vor und nach spezifischen psychotherapeutischen Interventionen
Q:

Chancen der Neurowissenschaften für Psychotherapie

A:
  1. Gesellschaftliche und gesundheitspolitische Aufwertung
  2. Destigmatisierung und Enttabuisierung psychischer Erkrankungen
  3. Besseres Verständnis der Ätiologie und der Beziehung zw. physiologischen und psychischen Aspekten psychischer Störungen
  4. Neurobiologische Variablen als Ziel psychotherapeutischer Interventionen
  5. Besseres Verständnis der Interaktion verschiedener Hirnareale und Entwicklung selektiver Indikationsregeln unter Nutzung neurobiologischer Prädiktoren
Q:

Auf welcher Ebene setzt Psychotherapie gemäss Roth an und warum?

A:

Mittlere limbische Ebene

  • unbewusste emotionale Konditionierung
  • individuelles emotionales Lernen


  • Ebene der sozialen Prägung: im Bereich der Amgydala verknüpfen sich motivationale und emotionale Ereignisse mit angeborenen Grundgefühlen (Angst, Trauer, Freude etc.)
  • grundlegendes individuelles Motivationssystem --> Emotionen werden konditioniert, die handlungsleitend sind und Selbstbild sowie Verhältnis zu Mitmenschen bestimmen


Therapeutische Effekte beruhen immer auf Veränderungen "Umkonditionierung" der limbisch- emotionalen Zentren


untere Ebene: Instinkt, nicht veränderbar

obere Ebene: durch soziale Interaktion veränderbar, aber geringer Verhaltenseinflus

kognitiv-sprachlich: kein Verhaltenseinfluss

Q:

Was ist das BOLD-Signal?

A:

= Blood-Oxygen-Level-Dependent.

  • ermittelt indirekt über die magnetischen Eigenschaften des Blutes lokale Blutflussänderung
  • repräsentiert die lokalen Blutflussänderungen, die mit europhysiologischen Erregungsprozessen mäßig korreliert sind --> exakte Kausalität jedoch nicht beweisen und noch nicht verstanden (bisher nur an Affen untersucht)
Q:

Warum ist der Rückschluss von BOLD-Signal auf psychische Prozesse problematisch?

A:

--> Bold Signal ist zu langsam

  • baut sich innerhalb von mehreren Sekunden auf und schwingt dann träge zurück
  • psychische Prozesse laufen jedoch im Millisekundenbereich ab (mindestens Faktor 2.000-4.000 x schneller)
  • man muss davon ausgehen, dass sich viele träge BOLD-Signale überlagen --> wahrscheinlich unmöglich, aus Gesamt-BOLD-Signal die verschiedenen psychischen Prozesse herauszufiltern
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