Systemische Therapie at Medical School Hamburg | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Systemische Therapie an der Medical School Hamburg

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TESTE DEIN WISSEN

Was gehört zum Grundverständnis der ST?

-> 8 grundlegende Themen 

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TESTE DEIN WISSEN

Grundverständnis Systemischer Therapie 

  • Problem als Prozessgeschehen und nicht als etwas „dingliches“; die Frage ist eher, wie wer das Problem beschreibt als die, wer es „hat“ >> Wie würde Ihre Tochter das beschreiben, was Sie als depressiv bezeichnen? 
  • Wirklichkeitskonstruktion als sozialer Prozess selbst organisierter Bedeutungserzeugung; Bedeutung von Narrationen Einzelner und des Einigungsprozesses (Im Grunde alles wie eine "Geschichtserzählung" wie man etwas erlebt/empfindet) 
  • Beschreibungen dekonstruieren (verflüssigen); die gewohnte Weise, Dinge zu sehen wird verstört/ durcheinander gebracht >> Tom hat ADHS vs. Tom verhält sich in vielen Situationen aktiver... 
  • Bedeutung von Erwartungs-Erwartungen; Relevanz der Antizipation, wie eine Person von anderen erlebt und gesehen wird -> neue Informationen als Ziel von u.a. Feedback >> Bestimmt fänden die Anderen es blöd, wenn ich sie fragen würde, ob meine Freundin mitkommen kann... 
  • Ressourcensensibilität: Nutzung der bereits im System (steht hier für Person/Klient/Familie) vorhandenen und angelegten Möglichkeiten >>Glaube an das Vorhandensein von potenziellen Ressourcen, Erkundung dieser und Einnehmen einer solchen Haltung gegenüber den Klienten
  •  Betonung von Autonomie und Eigendynamik; keine linear-kausale Wirkungserwartung im Hinblick auf Interventionen; „freibleibende Angebote“ neuer Sichtweisen und Wirklichkeitskonstrukte >> „Realitätenkellner“, „es könnte auch alles ganz anders sein“ (Was im Outcome passiert kann man nicht voraussagen - Klient setzt den Ratschlag ja nicht unbedingt um) 
  • Kooperationsbeziehung aller Beteiligten als Grundlage; Nutzung der Möglichkeiten Aller für ein gutes Ergebnis >> Bsp. VL Familie: Konflikt Schule
  • Wertschätzende Beschreibungen und Umdeutungen; den konstruktiven Beitrag hinter dem scheinbar destruktiven Verhalten suchen (sogenanntes Reframing -> Umdeutung/Umbenennung) 


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TESTE DEIN WISSEN

"Klassische Konzepte" - Strategische Perspektive - Was gehört dazu? 

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"Klassische Konzepte" - Strategische Perspektive 

  • Dominierend seit 1970er - 1990er: Fokus auf familiäre Interaktionsstrukturen & deren Veränderung (>> Wer reagiert hier wie im Familiensystem?) 
  • USA v.a. ausgehend vom MRI (Mental Research Institut) mit vielen anderen (natur)wissenschaftlichen Einflüssen, in Europa von der Mailänder Schule
  • Varianten der Einwegspiegel-Arbeit und strategischer „Verschreibungen“ 
  • Heute bedeutsam: Reflecting-Team, zirkuläres Fragen, Verschreibungen und paradoxe Interventionen (intersession tasks) 
  • Daneben: Neutralität, Hypothetisieren und Zirkularität
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Was sind systembezogene Hypothesen?

-> 3 kernpunkte 

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Systembezogene Hypothesen

  • Zentrale Arbeitsform zur Strukturierung des Prozesses (Roter Faden) 
  • Kein “richtig oder falsch“, sondern nur „nützlich oder weniger nützlich“, „anschlussfähig oder weniger anschlussfähig“ 
  • Vier Schritte der Hypothesenbildung nach v. Schlippe/Schweitzer (2019) 
  • Jeder therapeutischen/ beraterischen Handlung liegt mindestens unbewusst eine Hypothese zugrunde -> wir bilden ja immer Annahmen egal in welchem Kontext 
  • Hier: „Explizitmachung“ bei gleichzeitiger zirkulärer Betrachtung/ Infragestellung -> Familientherapie einfache Zirkularität warum Kind so agiert, welche Folgen für Familie. Wechselwirkungszusammenhänge. -> Infragestellung "man darf sich in seine Hypothese verlieben, man sollte sie aber nicht heiraten" - passend für das System? Jederzeit beriet sein es in Frage zu stellen, da es immer jederzeit anders sein könnte  
  • (Verschiedene Architekturelemente und Anwendungshinweise)
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Was versteht man als Konstruktivismus? In wie weit spielt es eine Rolle in der ST? Was ist die Kritik? 

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Konstruktivismus, Sammelbegriff für unterschiedliche erkenntnistheoretische Konzepte, die davon ausgehen, daß Menschen mit ihren Wahrnehmungen die Welt nicht einfach "abbilden" können, sondern sie erst "konstruieren".


  •  „inkohärenten Diskurs mit ziemlich unterschiedlichen Stimmen und Verzweigungen“ (Schmidt, 2010, S. 6) --> verschiedene Theorien
  • Ausgehend vom radikalen Konstruktivismus, geprägt von Ernst von Glasersfeld mit dem zentralen Begriff der Viabilität
  • Kritik am Radikalen Konstruktivismus: Selbstanwendungsproblem im Hinblick auf zugrunde gelegte naturwissenschaftliche Argumente, die ihrerseits ebenfalls als Konstruktionen zu verstehen sind
  • Radikaler Konstruktivismus: "Der Mensch kann nur das wissen, was er selbst konstruiert hat"  --> logisch-rationale Theorie; im Grund kein Streit dann möglich, da so jede mögliche Kommunikation beendet werden kann nach dem Motto "Ja gut jeder hat seine Meinung." 
  •  Vernachlässigung der Ebenen Affekt und Körper 
  • tatsächliche Akzeptanz und „Austragung“ von Meinungsverschiedenheiten wird erschwert 
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Konstruktivismus und sozialer Konstruktivismus. Was steckt dahinter? Was bedeutet es für die Psychologie? 

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Konstruktivismus und sozialer Konstruktivismus

Bedeutung für die Psychologie: „ihr Gegenstand existiert nicht, er muss erzeugt werden“ (Herzog, 1984)


Abbild und Wirklichkeit im übertragenden Sinne -> Gemälde Pfeife mit Satz "Das ist keine Pfeife" 


  • Sozialer Konstruktionismus betont den Prozess der Erzeugung von Wirklichkeit als sozialen Vorgang
  •  „Wahrheit ist nur innerhalb von Gemeinschaften zu finden“ (Gergen u. Gergen, 2009)
  • Wahrheit wird gemeinsam gesellschaftlich konstruiert 
  • Bedeutung von Sprache -> Bezug zur narrativen Theorie 
  • Dennoch sind es keine reinen Erfindungen, sondern es geht darum, wie sich Gemeinschaften auf etwas verständigen
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Was sind die Kennzeichen der ST? Zusammengefasst. 

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Kennzeichen der ST

  • Systemische Therapeuten weniger als Fachleute für die Inhalte und Ursachen von Symptomen, sondern für Prozesse der Veränderung von sozial-interaktiven und intrapsychischen Strukturen, die diese Symptome aufrecht erhalten und die eigenständige Lösungen blockieren 
  • Zentrale Berücksichtigung des sozialen Umfeldes, der Interaktionsstrukturen und gemeinsamen „Deutungen der Welt“ 
  • Ein bedeutsamer Anteil von sozialer Realität hängt von Wirklichkeitskonstruktionen ab und nicht allein von objektiven Fakten 
  • Weniger erforschende und diagnostische Beschäftigung mit möglichen Ursachen, sondern mit der Frage, was jetzt aufrechterhaltend wirkt und welche Lösungen möglich sind 
  • Fokussierung auf Prinzipien der Selbstorganisation (Veränderung nicht von außen; Rahmen für die Nutzung der vorhandenen Potenziale)
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Was ist die Wunderfrage?

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Die Wunderfrage

> locker eine Stunde Zeitaufwand; bringt Einiges ins Rollen

> Klassiker lösungsorientierte Therapie 

> ein Stück Wirklichkeit; Veränderung ist möglich 


Stellen Sie sich vor, über Nacht würde ein Wunder geschehen (Variation: durch Zauberer/Fee etc.) und Ihre Beschwerden/Probleme, weshalb Sie zu mir gekommen sind, wären weg. Da Sie aber schliefen, haben Sie das Wunder nicht bemerken können. 

  • An welchem Verhalten würden Sie es am nächsten Morgen bemerken? Was wäre anders? 
  • Woran würde Ihre Frau/ andere Personen es bemerken? 
  • Wer würde es zuerst bemerken, wer danach, wer zuletzt? 
  • Was müssten Sie machen, um so zu tun, als sei das Wunder geschehen? 
  • Wenn Sie das täten, was wäre die erste Veränderung, die Sie bemerken? 
  • Was wird sich dann sonst noch ändern? 
  • Was würde in der Beziehung zu x/y/z anders sein? 


Frage: Was noch? -> Einladung sich nicht mit der Antwort zufrieden zu geben; fast standardmäßig wird nach gefragt "Noch was?" oder "Was noch?", denn aus Erfahrungen: meist Klient erst ins Gedanken gekommen ist; Klienten Zeit geben -> therapeutische Ungeduld gegenwirken 


Offene Fragen: Fragen, die man nicht dichotom mit Ja/Nein beantworten kann "Wann? Wie? Wohin? Was?" -> Regen zum Nachdenken an; wichtig!! 


Geschlossene Fragen natürlich auch wichtig, bspw. um Informationen anzugleichen 

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Was sind die nützlichen Effekte von Zielen? 

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TESTE DEIN WISSEN
  • Sie orientieren das Handeln auf einen Bezugspunkt hin 
  • Das Nachdenken über Zukünftiges aktiviert eigene Ressourcen („Denken ist Probehandeln“)
  • Sie unterstützen die Motivation, sich für eine angestrebte Veränderung anzustrengen 
  • Sie helfen bei der Klärung, was wirklich gewollt ist, was priorisiert werden soll und somit auch Überforderung zu vermeiden 
  • Sie sind gut für Selbstwert von Klient*innen und Therapeut*innen, denn sie machen Handeln überprüfbar und Erfolge deutlich 


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Was ist die Theorie komplexer dynamischer Systeme?

Ordnungsbildungen? Zentrale Frage? 

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Theorie komplexer dynamischer Systeme

  • Wie entstehen in unserer Lebenswelt Ordnung bzw. Ordnungsmuster? 
  • Dynamische Ordnungsbildungen = Attraktoren 
  • Beispiel Applaus: „Versklavung der Elemente“ 
  • Zentrale Frage: wie entstehen unter bestimmten Bedingungen „Muster von Sinn und Bedeutung in dynamischen Interaktionen“? (v. Schlippe u. Schweitzer, 2019)
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Was ist die Theorie komplexer dynamischer Systeme: Personzentrierte Systemtheorie ? 

Welches sind die 4 Prozessebenen? (!!!)

Ordnung durch? 

Reduktion von? 

Was wird radikal verändert? 

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Theorie komplexer dynamischer Systeme - Personzentrierte Systemtheorie

  • Vier Prozessebenen: körperliche, psychische, interpersonelle und kulturelle Ebene 
  • Ordnung durch Sinnattraktoren, die eine Person aufgrund der „Sinnangebote“ auf diesen Ebenen entwickelt 
  • Einordnung der sozialen Phänomene ihrer Umwelt 
  • Komplexitätsreduktion, um „lebensfähig“ zu sein (Chaos, Angst und Ordnung), jedoch Neigung zur Überstabilität von Attraktoren 
  • Neue Informationen werden also im Sinne einer Komplettierungsdynamik auf einen vorhandenen Attraktor hin integriert (Beispiel Eigenschaften, Diagnosen) 
  • Musterbildung über den Zeitverlauf, die durch Wiederholung stabiler werden und sich selbst reproduzieren (Emergenz, Iteration)
  • Komplettierung (Zeichnung Gesicht bis Körper) 
  • Es geht um Verstörung/ Irritation solcher (als negativ erlebter) Muster 
  • Nutzung der Instabilität des Phasenübergangs für eine Veränderung (Schmetterlingseffekt) 
  • Kausalitätsverständnis wird radikal verändert: „In vernetzten Zusammenhängen ist es nicht mehr möglich, klar zu entscheiden, was Ursache, was Wirkung ist“ (Simon, 2012) 
  • Konflikt mit einem eher linearen Ursache-Wirkungs-Verständnis im wissenschaftlichen Diskurs (also klassischer faktorenanalytischer und kovarianzanalytischer Modelle)
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"Klassische Konzepte" - Lösungsorientierte und hypnosystemische Perspektive - was gehört dazu?

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"Klassische Konzepte" - Lösungsorientierte und hypnosystemische Perspektive

  • Lösungsorientierte und hypnosystemische KZT: explizite Abgrenzung von der systemischen Therapie, da auf das Reden über Ursachen gänzlich verzichtet wird 
  • Ursprung seit Mitte der 1970er Jahre mit dem prominentesten Vertreter Steve de Shazer... (Problem und Lösung haben nicht zwingend miteinander zu tun – Türschlossmetapher) 
  • Heute eher Ziel- und Lösungsorientierung („problem talk creates...“) Ausnahmen, Wunderfrage
  • Hausaufgaben nach Typus 
    • Besucher: Komplimente
    • Klagende: Beobachtungs- und Denkaufgaben
    • Kunden: Beobachtungs- und Verhaltensaufgaben 
  • Vor allem: Kreativität, Leichtigkeit und ungewöhnliche Interventionen 
  • Hypnosystemische Ansätze (Gunther Schmidt): Wertschätzung des problem talk, bei gleichzeitiger Wertschätzung als Informationsquelle für Bedürfnisse 
  • Aufmerksamkeitsfokussierung auf zukünftig Erwünschtes 
  • Daraus folgt: Zielfokussierung, Pacing, Imaginationen, Utilisation
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Was legt die Narrative Theorie da?

NICHT KLASSISCHES KONZEPT 

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Narrative Theorien 

  • Kulturwissenschaftliche Wurzeln 
  • Bedeutung von Sprache und Geschichten für die (kollektive) Erzeugung von Wirklichkeit 
  • „Man kann auch mit sich selbst nicht anders kommunizieren als mit den gelernten Kulturwerkzeugen, vor allem der Sprache“ (v. Schlippe u. Schweitzer, 2019, S. 47) 
  • Erzählung ist nicht Erfahrung
  • Gehirn nicht als Speicher (auch hier: Komplettierungsdynamiken)
  • Sinn und Bedeutung werden in sozialen Systemen durch Sprache gemeinsam erzeugt --> Sinnbedeutung
  • „conversational remembering“ als Form des gemeinsamen Sprechens über Vergangenes in einem System (z.B. Familie)
  • Fokus auf die Art und Weise des Erzählens statt auf die Erzählung selbst 
  • Interventionsmöglichkeiten für Veränderung durch Art der (In)Fragestellung 
  • Erzählungen sind nie kulturunabhängig und oft auch kollektives Erinnerungsgut von Familien oder auch Volksgruppen 
  • Weitergabe von Geschichten von Generation zu Generation und hohe Beeinflussung von Kindern (Loyalität)  
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  • 1727 Studierende
  • 111 Lernmaterialien

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Q:

Was gehört zum Grundverständnis der ST?

-> 8 grundlegende Themen 

A:

Grundverständnis Systemischer Therapie 

  • Problem als Prozessgeschehen und nicht als etwas „dingliches“; die Frage ist eher, wie wer das Problem beschreibt als die, wer es „hat“ >> Wie würde Ihre Tochter das beschreiben, was Sie als depressiv bezeichnen? 
  • Wirklichkeitskonstruktion als sozialer Prozess selbst organisierter Bedeutungserzeugung; Bedeutung von Narrationen Einzelner und des Einigungsprozesses (Im Grunde alles wie eine "Geschichtserzählung" wie man etwas erlebt/empfindet) 
  • Beschreibungen dekonstruieren (verflüssigen); die gewohnte Weise, Dinge zu sehen wird verstört/ durcheinander gebracht >> Tom hat ADHS vs. Tom verhält sich in vielen Situationen aktiver... 
  • Bedeutung von Erwartungs-Erwartungen; Relevanz der Antizipation, wie eine Person von anderen erlebt und gesehen wird -> neue Informationen als Ziel von u.a. Feedback >> Bestimmt fänden die Anderen es blöd, wenn ich sie fragen würde, ob meine Freundin mitkommen kann... 
  • Ressourcensensibilität: Nutzung der bereits im System (steht hier für Person/Klient/Familie) vorhandenen und angelegten Möglichkeiten >>Glaube an das Vorhandensein von potenziellen Ressourcen, Erkundung dieser und Einnehmen einer solchen Haltung gegenüber den Klienten
  •  Betonung von Autonomie und Eigendynamik; keine linear-kausale Wirkungserwartung im Hinblick auf Interventionen; „freibleibende Angebote“ neuer Sichtweisen und Wirklichkeitskonstrukte >> „Realitätenkellner“, „es könnte auch alles ganz anders sein“ (Was im Outcome passiert kann man nicht voraussagen - Klient setzt den Ratschlag ja nicht unbedingt um) 
  • Kooperationsbeziehung aller Beteiligten als Grundlage; Nutzung der Möglichkeiten Aller für ein gutes Ergebnis >> Bsp. VL Familie: Konflikt Schule
  • Wertschätzende Beschreibungen und Umdeutungen; den konstruktiven Beitrag hinter dem scheinbar destruktiven Verhalten suchen (sogenanntes Reframing -> Umdeutung/Umbenennung) 


Q:

"Klassische Konzepte" - Strategische Perspektive - Was gehört dazu? 

A:

"Klassische Konzepte" - Strategische Perspektive 

  • Dominierend seit 1970er - 1990er: Fokus auf familiäre Interaktionsstrukturen & deren Veränderung (>> Wer reagiert hier wie im Familiensystem?) 
  • USA v.a. ausgehend vom MRI (Mental Research Institut) mit vielen anderen (natur)wissenschaftlichen Einflüssen, in Europa von der Mailänder Schule
  • Varianten der Einwegspiegel-Arbeit und strategischer „Verschreibungen“ 
  • Heute bedeutsam: Reflecting-Team, zirkuläres Fragen, Verschreibungen und paradoxe Interventionen (intersession tasks) 
  • Daneben: Neutralität, Hypothetisieren und Zirkularität
Q:

Was sind systembezogene Hypothesen?

-> 3 kernpunkte 

A:

Systembezogene Hypothesen

  • Zentrale Arbeitsform zur Strukturierung des Prozesses (Roter Faden) 
  • Kein “richtig oder falsch“, sondern nur „nützlich oder weniger nützlich“, „anschlussfähig oder weniger anschlussfähig“ 
  • Vier Schritte der Hypothesenbildung nach v. Schlippe/Schweitzer (2019) 
  • Jeder therapeutischen/ beraterischen Handlung liegt mindestens unbewusst eine Hypothese zugrunde -> wir bilden ja immer Annahmen egal in welchem Kontext 
  • Hier: „Explizitmachung“ bei gleichzeitiger zirkulärer Betrachtung/ Infragestellung -> Familientherapie einfache Zirkularität warum Kind so agiert, welche Folgen für Familie. Wechselwirkungszusammenhänge. -> Infragestellung "man darf sich in seine Hypothese verlieben, man sollte sie aber nicht heiraten" - passend für das System? Jederzeit beriet sein es in Frage zu stellen, da es immer jederzeit anders sein könnte  
  • (Verschiedene Architekturelemente und Anwendungshinweise)
Q:

Was versteht man als Konstruktivismus? In wie weit spielt es eine Rolle in der ST? Was ist die Kritik? 

A:

Konstruktivismus, Sammelbegriff für unterschiedliche erkenntnistheoretische Konzepte, die davon ausgehen, daß Menschen mit ihren Wahrnehmungen die Welt nicht einfach "abbilden" können, sondern sie erst "konstruieren".


  •  „inkohärenten Diskurs mit ziemlich unterschiedlichen Stimmen und Verzweigungen“ (Schmidt, 2010, S. 6) --> verschiedene Theorien
  • Ausgehend vom radikalen Konstruktivismus, geprägt von Ernst von Glasersfeld mit dem zentralen Begriff der Viabilität
  • Kritik am Radikalen Konstruktivismus: Selbstanwendungsproblem im Hinblick auf zugrunde gelegte naturwissenschaftliche Argumente, die ihrerseits ebenfalls als Konstruktionen zu verstehen sind
  • Radikaler Konstruktivismus: "Der Mensch kann nur das wissen, was er selbst konstruiert hat"  --> logisch-rationale Theorie; im Grund kein Streit dann möglich, da so jede mögliche Kommunikation beendet werden kann nach dem Motto "Ja gut jeder hat seine Meinung." 
  •  Vernachlässigung der Ebenen Affekt und Körper 
  • tatsächliche Akzeptanz und „Austragung“ von Meinungsverschiedenheiten wird erschwert 
Q:

Konstruktivismus und sozialer Konstruktivismus. Was steckt dahinter? Was bedeutet es für die Psychologie? 

A:

Konstruktivismus und sozialer Konstruktivismus

Bedeutung für die Psychologie: „ihr Gegenstand existiert nicht, er muss erzeugt werden“ (Herzog, 1984)


Abbild und Wirklichkeit im übertragenden Sinne -> Gemälde Pfeife mit Satz "Das ist keine Pfeife" 


  • Sozialer Konstruktionismus betont den Prozess der Erzeugung von Wirklichkeit als sozialen Vorgang
  •  „Wahrheit ist nur innerhalb von Gemeinschaften zu finden“ (Gergen u. Gergen, 2009)
  • Wahrheit wird gemeinsam gesellschaftlich konstruiert 
  • Bedeutung von Sprache -> Bezug zur narrativen Theorie 
  • Dennoch sind es keine reinen Erfindungen, sondern es geht darum, wie sich Gemeinschaften auf etwas verständigen
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Q:

Was sind die Kennzeichen der ST? Zusammengefasst. 

A:

Kennzeichen der ST

  • Systemische Therapeuten weniger als Fachleute für die Inhalte und Ursachen von Symptomen, sondern für Prozesse der Veränderung von sozial-interaktiven und intrapsychischen Strukturen, die diese Symptome aufrecht erhalten und die eigenständige Lösungen blockieren 
  • Zentrale Berücksichtigung des sozialen Umfeldes, der Interaktionsstrukturen und gemeinsamen „Deutungen der Welt“ 
  • Ein bedeutsamer Anteil von sozialer Realität hängt von Wirklichkeitskonstruktionen ab und nicht allein von objektiven Fakten 
  • Weniger erforschende und diagnostische Beschäftigung mit möglichen Ursachen, sondern mit der Frage, was jetzt aufrechterhaltend wirkt und welche Lösungen möglich sind 
  • Fokussierung auf Prinzipien der Selbstorganisation (Veränderung nicht von außen; Rahmen für die Nutzung der vorhandenen Potenziale)
Q:

Was ist die Wunderfrage?

A:

Die Wunderfrage

> locker eine Stunde Zeitaufwand; bringt Einiges ins Rollen

> Klassiker lösungsorientierte Therapie 

> ein Stück Wirklichkeit; Veränderung ist möglich 


Stellen Sie sich vor, über Nacht würde ein Wunder geschehen (Variation: durch Zauberer/Fee etc.) und Ihre Beschwerden/Probleme, weshalb Sie zu mir gekommen sind, wären weg. Da Sie aber schliefen, haben Sie das Wunder nicht bemerken können. 

  • An welchem Verhalten würden Sie es am nächsten Morgen bemerken? Was wäre anders? 
  • Woran würde Ihre Frau/ andere Personen es bemerken? 
  • Wer würde es zuerst bemerken, wer danach, wer zuletzt? 
  • Was müssten Sie machen, um so zu tun, als sei das Wunder geschehen? 
  • Wenn Sie das täten, was wäre die erste Veränderung, die Sie bemerken? 
  • Was wird sich dann sonst noch ändern? 
  • Was würde in der Beziehung zu x/y/z anders sein? 


Frage: Was noch? -> Einladung sich nicht mit der Antwort zufrieden zu geben; fast standardmäßig wird nach gefragt "Noch was?" oder "Was noch?", denn aus Erfahrungen: meist Klient erst ins Gedanken gekommen ist; Klienten Zeit geben -> therapeutische Ungeduld gegenwirken 


Offene Fragen: Fragen, die man nicht dichotom mit Ja/Nein beantworten kann "Wann? Wie? Wohin? Was?" -> Regen zum Nachdenken an; wichtig!! 


Geschlossene Fragen natürlich auch wichtig, bspw. um Informationen anzugleichen 

Q:

Was sind die nützlichen Effekte von Zielen? 

A:
  • Sie orientieren das Handeln auf einen Bezugspunkt hin 
  • Das Nachdenken über Zukünftiges aktiviert eigene Ressourcen („Denken ist Probehandeln“)
  • Sie unterstützen die Motivation, sich für eine angestrebte Veränderung anzustrengen 
  • Sie helfen bei der Klärung, was wirklich gewollt ist, was priorisiert werden soll und somit auch Überforderung zu vermeiden 
  • Sie sind gut für Selbstwert von Klient*innen und Therapeut*innen, denn sie machen Handeln überprüfbar und Erfolge deutlich 


Q:

Was ist die Theorie komplexer dynamischer Systeme?

Ordnungsbildungen? Zentrale Frage? 

A:

Theorie komplexer dynamischer Systeme

  • Wie entstehen in unserer Lebenswelt Ordnung bzw. Ordnungsmuster? 
  • Dynamische Ordnungsbildungen = Attraktoren 
  • Beispiel Applaus: „Versklavung der Elemente“ 
  • Zentrale Frage: wie entstehen unter bestimmten Bedingungen „Muster von Sinn und Bedeutung in dynamischen Interaktionen“? (v. Schlippe u. Schweitzer, 2019)
Q:

Was ist die Theorie komplexer dynamischer Systeme: Personzentrierte Systemtheorie ? 

Welches sind die 4 Prozessebenen? (!!!)

Ordnung durch? 

Reduktion von? 

Was wird radikal verändert? 

A:

Theorie komplexer dynamischer Systeme - Personzentrierte Systemtheorie

  • Vier Prozessebenen: körperliche, psychische, interpersonelle und kulturelle Ebene 
  • Ordnung durch Sinnattraktoren, die eine Person aufgrund der „Sinnangebote“ auf diesen Ebenen entwickelt 
  • Einordnung der sozialen Phänomene ihrer Umwelt 
  • Komplexitätsreduktion, um „lebensfähig“ zu sein (Chaos, Angst und Ordnung), jedoch Neigung zur Überstabilität von Attraktoren 
  • Neue Informationen werden also im Sinne einer Komplettierungsdynamik auf einen vorhandenen Attraktor hin integriert (Beispiel Eigenschaften, Diagnosen) 
  • Musterbildung über den Zeitverlauf, die durch Wiederholung stabiler werden und sich selbst reproduzieren (Emergenz, Iteration)
  • Komplettierung (Zeichnung Gesicht bis Körper) 
  • Es geht um Verstörung/ Irritation solcher (als negativ erlebter) Muster 
  • Nutzung der Instabilität des Phasenübergangs für eine Veränderung (Schmetterlingseffekt) 
  • Kausalitätsverständnis wird radikal verändert: „In vernetzten Zusammenhängen ist es nicht mehr möglich, klar zu entscheiden, was Ursache, was Wirkung ist“ (Simon, 2012) 
  • Konflikt mit einem eher linearen Ursache-Wirkungs-Verständnis im wissenschaftlichen Diskurs (also klassischer faktorenanalytischer und kovarianzanalytischer Modelle)
Q:

"Klassische Konzepte" - Lösungsorientierte und hypnosystemische Perspektive - was gehört dazu?

A:

"Klassische Konzepte" - Lösungsorientierte und hypnosystemische Perspektive

  • Lösungsorientierte und hypnosystemische KZT: explizite Abgrenzung von der systemischen Therapie, da auf das Reden über Ursachen gänzlich verzichtet wird 
  • Ursprung seit Mitte der 1970er Jahre mit dem prominentesten Vertreter Steve de Shazer... (Problem und Lösung haben nicht zwingend miteinander zu tun – Türschlossmetapher) 
  • Heute eher Ziel- und Lösungsorientierung („problem talk creates...“) Ausnahmen, Wunderfrage
  • Hausaufgaben nach Typus 
    • Besucher: Komplimente
    • Klagende: Beobachtungs- und Denkaufgaben
    • Kunden: Beobachtungs- und Verhaltensaufgaben 
  • Vor allem: Kreativität, Leichtigkeit und ungewöhnliche Interventionen 
  • Hypnosystemische Ansätze (Gunther Schmidt): Wertschätzung des problem talk, bei gleichzeitiger Wertschätzung als Informationsquelle für Bedürfnisse 
  • Aufmerksamkeitsfokussierung auf zukünftig Erwünschtes 
  • Daraus folgt: Zielfokussierung, Pacing, Imaginationen, Utilisation
Q:

Was legt die Narrative Theorie da?

NICHT KLASSISCHES KONZEPT 

A:

Narrative Theorien 

  • Kulturwissenschaftliche Wurzeln 
  • Bedeutung von Sprache und Geschichten für die (kollektive) Erzeugung von Wirklichkeit 
  • „Man kann auch mit sich selbst nicht anders kommunizieren als mit den gelernten Kulturwerkzeugen, vor allem der Sprache“ (v. Schlippe u. Schweitzer, 2019, S. 47) 
  • Erzählung ist nicht Erfahrung
  • Gehirn nicht als Speicher (auch hier: Komplettierungsdynamiken)
  • Sinn und Bedeutung werden in sozialen Systemen durch Sprache gemeinsam erzeugt --> Sinnbedeutung
  • „conversational remembering“ als Form des gemeinsamen Sprechens über Vergangenes in einem System (z.B. Familie)
  • Fokus auf die Art und Weise des Erzählens statt auf die Erzählung selbst 
  • Interventionsmöglichkeiten für Veränderung durch Art der (In)Fragestellung 
  • Erzählungen sind nie kulturunabhängig und oft auch kollektives Erinnerungsgut von Familien oder auch Volksgruppen 
  • Weitergabe von Geschichten von Generation zu Generation und hohe Beeinflussung von Kindern (Loyalität)  
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