Journalismusforschung 3-4 at LMU München

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Systemtheoretische Ansätze

Grundlagen der soziologischen Systemtheorie: Niklas Luhmann

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Als was bezeichnen die feldtheoretischen Ansätze den Habitus?

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Binäre Leitcodes

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Systemtheoretische Ansätze

Grundlagen der soziologischen Systemtheorie 2: Niklas Luhmann

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Welche institutionalistischen Perspektiven gibt es?

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Welche diskursbasierten Ansätze gibt es?

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professionelle Autonomie

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Journalistische Programme

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Journalismus als Leistungssystem des Funktionssystems

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Journalismus als Funktionssystem – zentrale Funktion

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Einflüsse auf Nachrichten

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Was bezeichnen die feldtheoretischen Ansätze als soziale Felder?

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Journalismusforschung 3-4

Systemtheoretische Ansätze

Grundlagen der soziologischen Systemtheorie: Niklas Luhmann

Grundannahme: Gesellschaft ist funktional differenziert

  • Umstellung der zentralen Operation von „Handlung“ auf

„Kommunikation“: Systeme entstehen durch Anschlusskommunikation

  • Systeme sind selbstreferenziell, selbsterhaltend,

selbstbestimmt und erzeugen ihre Elemente aus sich selbst heraus (Autopoiese)

Journalismusforschung 3-4

Als was bezeichnen die feldtheoretischen Ansätze den Habitus?

• entscheidendes Bindeglied zwischen Praxis und Struktur, Kapitalbesitz und
Lebensstil sowie zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

• Geprägt durch die spezifischen Existenzbedingungen der sozialen Akteure und die damit verbundene Verfügungsgewalt über Kapital

• sorgt für die stilistische Einheitlichkeit der Lebensführung, die Praktiken eines einzelnen Akteurs oder einer Klasse von Akteuren miteinander verbindet

• bestimmt nicht die Praktiken selbst, sondern steckt die Grenzen ab, innerhalb
dessen sich eine angemessene Praxis realisieren lässt

• generiert die „vernünftigen“ Verhaltensweisen des „Alltagsverstands“, die der Logik des jeweiligen sozialen Feldes angepasst sind und dessen objektive Zukunft sie vorwegnehmen

Journalismusforschung 3-4

Binäre Leitcodes

  • öffentlich/nicht öffentlich (Marcinkowski 1993)
  •  Information/Nicht-Information (Blöbaum 1994; Luhmann 1996)
  •  Aufmerksamkeit/Nicht-Aufmerksamkeit (Gerhards 1994; Hanitzsch 2004)
  •  aktuell/nicht aktuell (Weischenberg 1995; Görke 2000; Neuberger 2000)

Journalismusforschung 3-4

Systemtheoretische Ansätze

Grundlagen der soziologischen Systemtheorie 2: Niklas Luhmann

  • Systeme sind durch binäre Leitcodes operativ geschlossen

  • Kommunikation in Systemen über symbolisch generalisierte
    Kommunikationsmedien
    (Leitwährung)

  • gesellschaftliche Funktionssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass sie exklusiv eine spezifische Funktion erfüllen

  • Systeme interagieren miteinander durch 

strukturelle Kopplung

Journalismusforschung 3-4

Welche institutionalistischen Perspektiven gibt es?

Soziale Institutionen:

  • Von Menschen gemachte Zwänge, um Ordnung zu schaffen und Unsicherheit zu reduzieren 
  • Formale und informelle Regeln, Konventionen und Praktiken sowie ihre organisationalen Manifestationen 

Journalismus als (soziale) Institution:

  • Journalismus als geordnete Ansammlung von gemeinsam geteilten Normen und informellen Regeln, die Handeln leiten 

  • Journalisten erlernen diese Regeln über professionelle Sozialisation und
    demonstrieren dieses Lernen, indem sie immer wieder „das Richtige tun“

  •  Der Schlüssel zum individuellen Handeln ist die „Logik der Angemessenheit“ 

Journalismusforschung 3-4

Welche diskursbasierten Ansätze gibt es?

• Interpretive Communities: Journalisten bilden eine Werte-Gemeinschaft über kollektive Diskurse, in denen professionelle Identitäten und wünschenswerte berufliche Standards
verhandelt werden

• Boundary work: Professionelles Bewusstsein entsteht durch kritische Momente, in denen die Grenzen angemessener Praxis neu verhandelt werden müssen; dieses Bewusstsein stützt sich auf kollektive Erzählungen und Mythen über „guten Journalismus“, womit „Kontrolle“ über die Grenzen von Journalismus ausgeübt wird

• „Journalistische Autorität“: Wird konstruiert über professionelle Diskurse in Reaktion auf die sich stetig wandelnden Bedingungen von Journalismus ausgeübt wird

Journalismusforschung 3-4

professionelle Autonomie

“I have a lot of control over the work that I do.” (Skala: 1-5)

Deutschland: ca. 4

“I am allowed to take part in decisions that affect my work.” (Skala: 1-5)

Deutschland: ca. 4,3

Journalismusforschung 3-4

Journalistische Programme

  • Ordnungsprogramme:
    Zuordnung von Ereignissen zu Rubriken, Ressorts etc.
  •  Darstellungsprogramme:
    bestimmen die Form der Präsentation
  • Informationssammlungsprogramme:
    Methoden zur Beobachtung und Informationserzeugung
  • Selektionsprogramme:
    Auswahl von Umweltereignissen zur Weiterverarbeitung
  • Prüfprogramme:
    zur Überprüfung der Richtigkeit von Informationen

Journalismusforschung 3-4

Journalismus als Leistungssystem des Funktionssystems

  • Massenkommunikation – Funktion: Synchronisation (Spangenberg 1993)
  •  Massenmedien – Funktion: ständige Erzeugung und Bearbeitung von Irritation
    (Luhmann 1996); Selbstbeschreibung der Welt und der Gesellschaft (Esposito 2002)
  • Öffentlichkeit – Funktion: Selbstbeobachtung der Gesellschaft (Gerhards 1994); Koorientierung (Hanitzsch 2004)

Journalismusforschung 3-4

Journalismus als Funktionssystem – zentrale Funktion

  • aktuelle Selektion und Vermittlung von Informationen zur öffentlichen Kommunikation (Blöbaum 1994)
  • Selbstbeobachtung von Gesellschaft (Weischenberg 1995)

Journalismusforschung 3-4

Einflüsse auf Nachrichten

Politische Einflüsse:
Regierung, Politiker, Zensur, Wirtschaftsvertreter: ca. 1,3

Ökonomische Einflüsse:
Erfordernisse der Werbung, Werbeindustrie, Profiterwartungen, Markt- und Publikumsforschung: ca. 2 

Journalismusforschung 3-4

Was bezeichnen die feldtheoretischen Ansätze als soziale Felder?

• der Umfang der jeweiligen Kapitalsorten markiert die Positionen der Akteure (individuelle und korporative)

• diese Positionen stehen in Relation zueinander → ein soziales Feld entsteht

• jedes Feld verfügt über einen spezifischen nomos („Grundgesetz“), der die Felder voneinander unterscheidet
und dafür sorgt, dass Felder das, was sich in ihnen abspielt, nach eigenen Prinzipien und Kriterien bewerten

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