Entwicklungspsychologie at Karlsruher Institut Für Technologie | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Entwicklungspsychologie an der Karlsruher Institut für Technologie

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TESTE DEIN WISSEN

Wieso gibt es eine Verbindung von Pädagogik, Psychologie und theoretischer Philosophie?

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TESTE DEIN WISSEN

Bildsamkeit = Menschen haben eine gewisse Freiheit, die sie anders als Tiere nicht auf eine Entwicklung festlegt. Die Bestimmung des Menschen liegt philosophisch in der Selbstbestimmung des Menschen. Diese Selbstbestimmung kann nicht angeboren sein, wie das bei Tieren und ihren Trieben der Fall ist. Der Mensch braucht Gründe dafür, wieso er etwas tut oder unterlässt à Vernunft. Über die Vernunft fällen wir Urteile und wir brauchen das philosophisch elaborierte Reflektieren. Die Psychologie als Gesetzmäßige Wissenschaft muss dem entgegenwirken, dass von einer unbegrenzten Bildsamkeit der Menschen ausgegangen wird.

Herbart: Die Psychologie steckt den Rahmen ab in welchem Maße Menschen durch Erziehung formbar sind. Die Wirkung darf nicht über- aber auch nicht unterschätzt werden. Für die Pädagogik ist von Bedeutung wie sich die Vernunft herausbildet und was das für die Pädagogik bedeutet.  Man muss einen wissenden Erzieher haben, der Beobachtungen richtig deutet (mit der Psychologie). Für Herbart steht die Pädagogik gemeinsam mit der praktischen Philosophie und der Psychologie. Erziehung versteht sich in der Spanne des Lebens: Das Vergangene und die Zukunft spielen eine Rolle.

Tugend: Einsicht und Wille sollen zusammenfinden

(Eventuelle Idee für Hausarbeit: Was heißt eigentlich Vollkommenheit? Oder: Kinder aus normativem Egoismus heraus prosoziale Motive?)

Es gibt eine Kraft im Menschen, die nach Vollkommenheit z.B. in Form von Tugend strebt. Dies muss dem Erzieher klar sein.


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Welche Fragen stellt sich die Psychologie, die für die Pädagogik wichtig sind?

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Was ist die Natur des Menschen? 

Normen etc., welche in der Erziehung nähergelegt werden, könnten sich aus der Natur des Menschen ergeben (Jagdhund wird zur Jagd ausgebildet).

Darwin hat mit fittest nicht unbedingt den Stärkeren gemeint, sondern jene, die am besten an die Umgebung angepasst sind. (Gegen den Sozialdarwinismus). 


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Was hat Tomasello herausgefunden?

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Tomasello sagte: Wieso immer Individuen einzeln untersuchen? Sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Wo unterscheidet sich das Sozialverhalten von Primaten und Menschen?

- Auch Tiere nutzen Werkzeuge (Stöcke, Steine..), der Mensch stellt sie jedoch auch selbst her,   häufig sehr aufwendig.

  • Menschen haben gemeinsame Intentionalitäten und kollektive Intentionalität. Die Phylogenese (Stammesgeschichte) hat uns gegenüber Primaten Vorteile erbracht.

- Vernunft, rationales Denken, Kultur etc. entwickelt sich also aus diesen gemeinsamen Erfahrungen.

Wegen und für kooperativen Beziehungen bilden wir „höhere psychische Funktionen“ aus.

 - Nicht nur die Gene werden geerbt, sondern auch der soziokulturellen Kontext. Der Fisch erbt nicht nur Flossen, sondern auch das Wasser. Wir werden in etwas reingeboren und nehmen es für selbstverständlich (Schulen, Computer, Autos, Sprache..)


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Was unterscheidet den Mensch von den Tieren?

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  • Auch Tiere nutzen Werkzeuge (Stöcke, Steine..), der Mensch stellt sie jedoch auch selbst her,   häufig sehr aufwendig.
  • Selbstregulationsfähigkeiten: Im Vergleich zu Tieren, können wir Belohnungen etc. aufschieben. Ich esse nicht sofort, sondern esse, wenn die Gäste kommen. Wir tun etwas Unangenehmes, um danach eine Belohnung zu bekommen. Die Selbstregulationsfähigkeit verbessert sich durch die „Zwei-Ebenen-Struktur“: Zusammenspiel aus Individualität und Gemeinsamkeit in der Gesellschaft.
  • Menschen haben gemeinsame Intentionalitäten und kollektive Intentionalität. Die Phylogenese (Stammesgeschichte) hat uns gegenüber Primaten Vorteile erbracht.

Vernunft, rationales Denken, Kultur etc. entwickelt sich also aus diesen gemeinsamen Erfahrungen.

Wegen und für kooperativen Beziehungen bilden wir „höhere psychische Funktionen“ aus.

  • Der Mensch kann etwas hemmen: Eine Situation ergibt nicht sofort eine Verhaltensaufforderung. Bei einem Hund geht der Jagdinstinkt durch, wenn er einen Hasen riecht à Instinkte bestimmen maßgeblich das Verhalten. Menschen geben nicht sofort der Situation nach, sondern überlegen und planen Vorgehensweise, die nicht unmittelbar, aber effizienter ans Ziel führen. 
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Wie entwickeln sich Erkenntnisfähigkeiten bei Kindern?

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Grundthese der neo-vygotskijanischen Entwicklungspsychologie von Tomasello.

1.Menschen lernen nicht nur von einander, wie das bei Tieren der Fall ist (Imitationslernen),  sondern sie können sich auch in die Perspektive eines anderen hineinversetzen und hierdurch arbeiten wir kooperativ zusammen und lösen Probleme

Die Konstruktivisten dachten, wir können nicht von außen auf das Gehirn einwirkenà Lehren wäre nicht möglich. Doch dies widerspricht dem: Menschliche Kognition ist nicht nur selbstbezüglich. Wir haben Sprache nicht als Eigentum, wir teilen sie gemeinsam und sie macht uns zu sozialen, kognitiven Wesen. 

 

2. Ebenso können wir „auf den Schultern vorangegangener Generationen stehen“ à „Wagenhebereffekt“ Wir profitieren von den Erfahrungen und Fehlern, die andere vor uns schon gemacht haben. Wir erben also immer auch enorm viel, können es direkt nutzen und unsere eigenen Fähigkeiten darauf aufbauen (Erben positives wie negatives). 

Ein Kind schaut sich nicht nur ein Bilderbuch an, sondern hat ebenso das Bedürfnis, das Gesehene zu teilen. Ihm ist wichtig zu sehen, ob die Mama denn auch hinsieht, ob sie das Gleiche sieht. 

 

Kulturelle Praktiken und Vermittlungen beinhalten Sprache, Gesten, Artefakte, Werkzeuge. Es entsteht eine gemeinsame Form der Daseinsvorsorge und der Zusammenarbeit. Kultur baut darauf auf, dass wir Freiräume haben, etwas anderes zu tun als das unmittelbar notwendige wie Nahrungsproduktion. 


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Verbindung Darwin und Tomasello? 

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Darwins Idee wird bei Tomasello aufgenommen: Es ist ein evolutionärer Vorteil, dass Menschen zusammenarbeiten und eine Wir-Intentionalität herausbilden können. Damit geht Tomasello gegen all das, was damals von Natur aus im Menschen vermutet wurde, nämlich Egoismus. Aber wieso soll denn die Natur nicht auch etwas Soziales hervorbringen? Kinder haben schon von Grund auf ein Bedürfnis nach sozialer Interaktion, ein prosoziales Bedürfnis. 

 

Er sieht die Sprache als eine evolutionäre Ursache menschlicher Kognition, so wie Geld eine evolutionäre Ursache menschlicher Wirtschaftstätigkeit sein könnte. 

 

Entwicklung ist nicht nur Ermöglichung, sondern auch Beschränkung je nach kulturellen Gegebenheiten.

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Weitere zwei Entwicklungslinien entstehen nach Tomasello und was lässt sich hieraus ableiten? 

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TESTE DEIN WISSEN

Es entstehen zwei Entwicklungslinien: Eine soziale/kulturelle und eine biologische Linie. Es sind Reifungsprozesse auf biologischer Ebene zu sehen (Gehirn,Körper etc.) und auch auf sozialer EbeneàTransaktionale Entwicklungsprozesse. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen beiden Leitlinien. 

Es geht darum zu schauen, was die Entwicklung vorantreibt. Was ist Ursache und was ist Folge?

Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch ein kooperatives Wesen ist, dann kann ich das Wesen des Menschen nicht ergründen, wenn ich ihn abgeschirmt von seiner Gesellschaft/Umgebung betrachte. Das hat man lange gemacht und konnte sicher auch Erkenntnisse dadurch gewinnen. Aber wir erzeugen dadurch eine sehr artefaktische Erkenntnis und sind nicht dort, wo sich täglich Entwicklung im Menschen vollzieht. Deshalb kommt man so nicht auf die Schlüsselfrage und Schlüsselprozesse. 

Man braucht also einen Kontext, den man für die Forschung erstmal konstruieren muss


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Was versteht man unter sozialer Kognition?

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Soziale Kognition = kognitive Fähigkeiten und Selbstregulationsfähigkeiten, welche der gemeinsamen Aufmerksamkeit und der geteilten Intentionalität dienen. Hierdurch wird Koordination möglich. 


  • Gemeinsame Aufmerksamkeit – Worauf sich der Blick des anderen richtet, ist vielleicht auch für mich interessant. Der andere soll auch sehen, was ich sehe (Schon bei Baby zu sehen à soziales Bedürfnis)
  • Intentionale gemeinsame Aufmerksamkeit – ich will, dass ein anderer weiß, was ich denke, weil ich etwas mit ihm zusammentun möchte
  • Gegenteil in Konkurrenzsituationenà ich will nicht, dass der andere weiß, was ich denke oder worauf sich meine Aufmerksamkeit richtet (auch bei Schimpansen zu beobachten)
  • Geteilte Intentionalität à mehrere Individuen koordinieren sich geistig, um etwas gemeinsam zu tun. Spezifisch menschliche Fähigkeiten sind dafür verantwortlich, dass Menschen zu geteilter Intentionalität fähig werden (Mathematik etc.).
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Kognitive soziale Fähigkeiten?

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  • Unterscheidung von Subjektivem und Objektivem: Es ist eine ungeheuer schwierige geistige Koordination dies zu unterscheiden. Auch die Unterscheidung von Schein und Wirklichkeit (Kausalzusammenhang); Glaube und Wahrheit; Meinung und Tatsache
  • Man muss verstehen, dass die eigene subjektive Perspektive sich von der objektiven Situation grundlegend unterscheiden kann. Menschliche Perspektiven verändern sich je nach Handlungssituation, da Menschen Gegenständen unterschiedliche Bedeutungen zuweisen kann (Bsp.: Stein schmeißen auf Hund, Uksgühl)
  • Das was wir unter Objektivität verstehen resultiert aus Intersubjektivität: Sicherstellung, dass andere Subjekte mit der Perspektive übereinstimmen = Vogelperspektive. Hieraus resultieren alle wissenschaftliche Vorstellungen, die wir gewinnen. 
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Inwieweit können Tiere die Intentionen anderer entdecken und wie nutzen sie das?

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  • Tiere sind in der Lage sich vorzustellen, dass der andere auch Absichten bzw geistige Zustände hat (=Theory of mind). Menschenaffen gabeln Erfahrungen nicht so wie Menschen. Also sie teilen nicht so in unterschiedliche Perspektiven ein. Es fällt schwer zu erkennen, dass jemand etwas vielleicht nicht so sieht wie man selbst. Geschweige denn, dass sie damit irgendeine objektive Perspektive verbinden. 
  • Vygotskij spricht vom Gesetz der höheren psychischen Funktionen = zuerst sind die sozial, d.h. Funktionen zwischen Menschen (soziale Verhaltensregulation), dann werden sie internalisiert und zu Funktionen der Selbstregulation.
  • Um zu sehen, dass Subjektivität und Objektivität sich unterscheiden, muss ein Individuum mit einem anderen gleichzeitig auf eine gemeinsame Situation triangulieren d.h.: zwei richten die Aufmerksamkeit auf das Gleichen, nehmen es aber unterschiedlich war und realisieren auch, dass ein anderer es anders wahrnimmt. Tomasello nennt es die „Zwei-Ebenen-Strukur“. Die Ebenen lassen sich deshalb unterscheiden, weil wir mit den Ebenen über Sprache ausdrücken können. Sie ist dazu gemacht, zu unterscheiden zwischen „mein, dein, du ich“. Die Sprache ist also unser Gerüst für perspektivisches Denken. 
  • Kinder nehmen am Anfang noch alles verschmolzen und als eins wahr = diadische Beziehung. Ab neun Monaten circa lässt sich feststellen, dass Veränderung geschieht (9-Monats-Revolution). Vorher haut es sich bspw. versehentlich selbst und versteht nicht, dass es das selbst war. Auf das Ich werden erst später Handlungen bezogen. 
  • Es ist wichtig, dass sich Kinder mit Gleichaltrigen auseinandersetzen, vor allem im Vorschulalter. Kinder können sich nicht so frei entwickeln und entwickeln sich auf unterschiedlichem Wege, wenn sie früh frontal von Erwachsenen unterrichtet werden. Für den Erwachsenen ist die Erfahrung schon klar. Kinder übernehmen das soweit, dass sie dann nicht mehr unterscheiden zwischen selbst rausgefundenem oder einfach von Erwachsenen übernommen. Das Wissen hat dann eine andere Qualität, aber sie haben ein hohes Vertrauen in die Erwachsenen und dass das, was diese sagen der Wahrheit entspricht. Bei Gleichaltrigen jedoch überlegen sie eigenständig und koordinieren was die Wahrheit ist und was nicht, da sie auf Gleichaltrige nicht so ein Vertrauen haben. Kritisches Denken wird durch ein Zusammensein mit Gleichaltrigen viel stärker angeregt, als mit Autoritäten, wie Eltern wahrgenommen werden. 
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Unterschiede zwischen Menschen und Affenentwicklung:

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  • Bindungsmotive existieren gleichermaßen, aber die Aufmerksamkeit der Menschen gabelt sich auf der zwei Ebenen-Struktur, bei Affen nicht. Ebenso haben wir eine kooperative und sprachliche Kommunikation (wie Blickverfolgungen), Tiere nicht. Auch bei Affen gibt es irgendwie Objektivität, allerdings zeichnet sie sich nicht dadurch aus, dass Perspektiven ausgehandelt und koordiniert werden.
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TESTE DEIN WISSEN

Wodurch hat Tomasello seine Erkenntnisse gewonnen?

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  • Man hat Essen versteckt von dominanten und untergeordnete Schimpansen. Wenn der untergeordnete es gesehen hat und die Möglichkeit bestand, dass der Dominante es einige Momente vorher gesehen haben könnte, dann haben sie die Nahrung nicht genommen. Sie wussten, dass die dominanten die Nahrung für sich in Anspruch nehmen würden. 
  • False beliefs: Nahrung wurde wieder versteckt. Affen haben vorweggenommen, dass andere Affen etwas nicht wissen können. 
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Beispielhafte Karteikarten für deinen Entwicklungspsychologie Kurs an der Karlsruher Institut für Technologie - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Wieso gibt es eine Verbindung von Pädagogik, Psychologie und theoretischer Philosophie?

A:

Bildsamkeit = Menschen haben eine gewisse Freiheit, die sie anders als Tiere nicht auf eine Entwicklung festlegt. Die Bestimmung des Menschen liegt philosophisch in der Selbstbestimmung des Menschen. Diese Selbstbestimmung kann nicht angeboren sein, wie das bei Tieren und ihren Trieben der Fall ist. Der Mensch braucht Gründe dafür, wieso er etwas tut oder unterlässt à Vernunft. Über die Vernunft fällen wir Urteile und wir brauchen das philosophisch elaborierte Reflektieren. Die Psychologie als Gesetzmäßige Wissenschaft muss dem entgegenwirken, dass von einer unbegrenzten Bildsamkeit der Menschen ausgegangen wird.

Herbart: Die Psychologie steckt den Rahmen ab in welchem Maße Menschen durch Erziehung formbar sind. Die Wirkung darf nicht über- aber auch nicht unterschätzt werden. Für die Pädagogik ist von Bedeutung wie sich die Vernunft herausbildet und was das für die Pädagogik bedeutet.  Man muss einen wissenden Erzieher haben, der Beobachtungen richtig deutet (mit der Psychologie). Für Herbart steht die Pädagogik gemeinsam mit der praktischen Philosophie und der Psychologie. Erziehung versteht sich in der Spanne des Lebens: Das Vergangene und die Zukunft spielen eine Rolle.

Tugend: Einsicht und Wille sollen zusammenfinden

(Eventuelle Idee für Hausarbeit: Was heißt eigentlich Vollkommenheit? Oder: Kinder aus normativem Egoismus heraus prosoziale Motive?)

Es gibt eine Kraft im Menschen, die nach Vollkommenheit z.B. in Form von Tugend strebt. Dies muss dem Erzieher klar sein.


Q:

Welche Fragen stellt sich die Psychologie, die für die Pädagogik wichtig sind?

A:

Was ist die Natur des Menschen? 

Normen etc., welche in der Erziehung nähergelegt werden, könnten sich aus der Natur des Menschen ergeben (Jagdhund wird zur Jagd ausgebildet).

Darwin hat mit fittest nicht unbedingt den Stärkeren gemeint, sondern jene, die am besten an die Umgebung angepasst sind. (Gegen den Sozialdarwinismus). 


Q:

Was hat Tomasello herausgefunden?

A:

Tomasello sagte: Wieso immer Individuen einzeln untersuchen? Sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Wo unterscheidet sich das Sozialverhalten von Primaten und Menschen?

- Auch Tiere nutzen Werkzeuge (Stöcke, Steine..), der Mensch stellt sie jedoch auch selbst her,   häufig sehr aufwendig.

  • Menschen haben gemeinsame Intentionalitäten und kollektive Intentionalität. Die Phylogenese (Stammesgeschichte) hat uns gegenüber Primaten Vorteile erbracht.

- Vernunft, rationales Denken, Kultur etc. entwickelt sich also aus diesen gemeinsamen Erfahrungen.

Wegen und für kooperativen Beziehungen bilden wir „höhere psychische Funktionen“ aus.

 - Nicht nur die Gene werden geerbt, sondern auch der soziokulturellen Kontext. Der Fisch erbt nicht nur Flossen, sondern auch das Wasser. Wir werden in etwas reingeboren und nehmen es für selbstverständlich (Schulen, Computer, Autos, Sprache..)


Q:

Was unterscheidet den Mensch von den Tieren?

A:
  • Auch Tiere nutzen Werkzeuge (Stöcke, Steine..), der Mensch stellt sie jedoch auch selbst her,   häufig sehr aufwendig.
  • Selbstregulationsfähigkeiten: Im Vergleich zu Tieren, können wir Belohnungen etc. aufschieben. Ich esse nicht sofort, sondern esse, wenn die Gäste kommen. Wir tun etwas Unangenehmes, um danach eine Belohnung zu bekommen. Die Selbstregulationsfähigkeit verbessert sich durch die „Zwei-Ebenen-Struktur“: Zusammenspiel aus Individualität und Gemeinsamkeit in der Gesellschaft.
  • Menschen haben gemeinsame Intentionalitäten und kollektive Intentionalität. Die Phylogenese (Stammesgeschichte) hat uns gegenüber Primaten Vorteile erbracht.

Vernunft, rationales Denken, Kultur etc. entwickelt sich also aus diesen gemeinsamen Erfahrungen.

Wegen und für kooperativen Beziehungen bilden wir „höhere psychische Funktionen“ aus.

  • Der Mensch kann etwas hemmen: Eine Situation ergibt nicht sofort eine Verhaltensaufforderung. Bei einem Hund geht der Jagdinstinkt durch, wenn er einen Hasen riecht à Instinkte bestimmen maßgeblich das Verhalten. Menschen geben nicht sofort der Situation nach, sondern überlegen und planen Vorgehensweise, die nicht unmittelbar, aber effizienter ans Ziel führen. 
Q:

Wie entwickeln sich Erkenntnisfähigkeiten bei Kindern?

A:

Grundthese der neo-vygotskijanischen Entwicklungspsychologie von Tomasello.

1.Menschen lernen nicht nur von einander, wie das bei Tieren der Fall ist (Imitationslernen),  sondern sie können sich auch in die Perspektive eines anderen hineinversetzen und hierdurch arbeiten wir kooperativ zusammen und lösen Probleme

Die Konstruktivisten dachten, wir können nicht von außen auf das Gehirn einwirkenà Lehren wäre nicht möglich. Doch dies widerspricht dem: Menschliche Kognition ist nicht nur selbstbezüglich. Wir haben Sprache nicht als Eigentum, wir teilen sie gemeinsam und sie macht uns zu sozialen, kognitiven Wesen. 

 

2. Ebenso können wir „auf den Schultern vorangegangener Generationen stehen“ à „Wagenhebereffekt“ Wir profitieren von den Erfahrungen und Fehlern, die andere vor uns schon gemacht haben. Wir erben also immer auch enorm viel, können es direkt nutzen und unsere eigenen Fähigkeiten darauf aufbauen (Erben positives wie negatives). 

Ein Kind schaut sich nicht nur ein Bilderbuch an, sondern hat ebenso das Bedürfnis, das Gesehene zu teilen. Ihm ist wichtig zu sehen, ob die Mama denn auch hinsieht, ob sie das Gleiche sieht. 

 

Kulturelle Praktiken und Vermittlungen beinhalten Sprache, Gesten, Artefakte, Werkzeuge. Es entsteht eine gemeinsame Form der Daseinsvorsorge und der Zusammenarbeit. Kultur baut darauf auf, dass wir Freiräume haben, etwas anderes zu tun als das unmittelbar notwendige wie Nahrungsproduktion. 


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Q:

Verbindung Darwin und Tomasello? 

A:

Darwins Idee wird bei Tomasello aufgenommen: Es ist ein evolutionärer Vorteil, dass Menschen zusammenarbeiten und eine Wir-Intentionalität herausbilden können. Damit geht Tomasello gegen all das, was damals von Natur aus im Menschen vermutet wurde, nämlich Egoismus. Aber wieso soll denn die Natur nicht auch etwas Soziales hervorbringen? Kinder haben schon von Grund auf ein Bedürfnis nach sozialer Interaktion, ein prosoziales Bedürfnis. 

 

Er sieht die Sprache als eine evolutionäre Ursache menschlicher Kognition, so wie Geld eine evolutionäre Ursache menschlicher Wirtschaftstätigkeit sein könnte. 

 

Entwicklung ist nicht nur Ermöglichung, sondern auch Beschränkung je nach kulturellen Gegebenheiten.

Q:

Weitere zwei Entwicklungslinien entstehen nach Tomasello und was lässt sich hieraus ableiten? 

A:

Es entstehen zwei Entwicklungslinien: Eine soziale/kulturelle und eine biologische Linie. Es sind Reifungsprozesse auf biologischer Ebene zu sehen (Gehirn,Körper etc.) und auch auf sozialer EbeneàTransaktionale Entwicklungsprozesse. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen beiden Leitlinien. 

Es geht darum zu schauen, was die Entwicklung vorantreibt. Was ist Ursache und was ist Folge?

Wenn man davon ausgeht, dass der Mensch ein kooperatives Wesen ist, dann kann ich das Wesen des Menschen nicht ergründen, wenn ich ihn abgeschirmt von seiner Gesellschaft/Umgebung betrachte. Das hat man lange gemacht und konnte sicher auch Erkenntnisse dadurch gewinnen. Aber wir erzeugen dadurch eine sehr artefaktische Erkenntnis und sind nicht dort, wo sich täglich Entwicklung im Menschen vollzieht. Deshalb kommt man so nicht auf die Schlüsselfrage und Schlüsselprozesse. 

Man braucht also einen Kontext, den man für die Forschung erstmal konstruieren muss


Q:

Was versteht man unter sozialer Kognition?

A:

Soziale Kognition = kognitive Fähigkeiten und Selbstregulationsfähigkeiten, welche der gemeinsamen Aufmerksamkeit und der geteilten Intentionalität dienen. Hierdurch wird Koordination möglich. 


  • Gemeinsame Aufmerksamkeit – Worauf sich der Blick des anderen richtet, ist vielleicht auch für mich interessant. Der andere soll auch sehen, was ich sehe (Schon bei Baby zu sehen à soziales Bedürfnis)
  • Intentionale gemeinsame Aufmerksamkeit – ich will, dass ein anderer weiß, was ich denke, weil ich etwas mit ihm zusammentun möchte
  • Gegenteil in Konkurrenzsituationenà ich will nicht, dass der andere weiß, was ich denke oder worauf sich meine Aufmerksamkeit richtet (auch bei Schimpansen zu beobachten)
  • Geteilte Intentionalität à mehrere Individuen koordinieren sich geistig, um etwas gemeinsam zu tun. Spezifisch menschliche Fähigkeiten sind dafür verantwortlich, dass Menschen zu geteilter Intentionalität fähig werden (Mathematik etc.).
Q:

Kognitive soziale Fähigkeiten?

A:
  • Unterscheidung von Subjektivem und Objektivem: Es ist eine ungeheuer schwierige geistige Koordination dies zu unterscheiden. Auch die Unterscheidung von Schein und Wirklichkeit (Kausalzusammenhang); Glaube und Wahrheit; Meinung und Tatsache
  • Man muss verstehen, dass die eigene subjektive Perspektive sich von der objektiven Situation grundlegend unterscheiden kann. Menschliche Perspektiven verändern sich je nach Handlungssituation, da Menschen Gegenständen unterschiedliche Bedeutungen zuweisen kann (Bsp.: Stein schmeißen auf Hund, Uksgühl)
  • Das was wir unter Objektivität verstehen resultiert aus Intersubjektivität: Sicherstellung, dass andere Subjekte mit der Perspektive übereinstimmen = Vogelperspektive. Hieraus resultieren alle wissenschaftliche Vorstellungen, die wir gewinnen. 
Q:

Inwieweit können Tiere die Intentionen anderer entdecken und wie nutzen sie das?

A:
  • Tiere sind in der Lage sich vorzustellen, dass der andere auch Absichten bzw geistige Zustände hat (=Theory of mind). Menschenaffen gabeln Erfahrungen nicht so wie Menschen. Also sie teilen nicht so in unterschiedliche Perspektiven ein. Es fällt schwer zu erkennen, dass jemand etwas vielleicht nicht so sieht wie man selbst. Geschweige denn, dass sie damit irgendeine objektive Perspektive verbinden. 
  • Vygotskij spricht vom Gesetz der höheren psychischen Funktionen = zuerst sind die sozial, d.h. Funktionen zwischen Menschen (soziale Verhaltensregulation), dann werden sie internalisiert und zu Funktionen der Selbstregulation.
  • Um zu sehen, dass Subjektivität und Objektivität sich unterscheiden, muss ein Individuum mit einem anderen gleichzeitig auf eine gemeinsame Situation triangulieren d.h.: zwei richten die Aufmerksamkeit auf das Gleichen, nehmen es aber unterschiedlich war und realisieren auch, dass ein anderer es anders wahrnimmt. Tomasello nennt es die „Zwei-Ebenen-Strukur“. Die Ebenen lassen sich deshalb unterscheiden, weil wir mit den Ebenen über Sprache ausdrücken können. Sie ist dazu gemacht, zu unterscheiden zwischen „mein, dein, du ich“. Die Sprache ist also unser Gerüst für perspektivisches Denken. 
  • Kinder nehmen am Anfang noch alles verschmolzen und als eins wahr = diadische Beziehung. Ab neun Monaten circa lässt sich feststellen, dass Veränderung geschieht (9-Monats-Revolution). Vorher haut es sich bspw. versehentlich selbst und versteht nicht, dass es das selbst war. Auf das Ich werden erst später Handlungen bezogen. 
  • Es ist wichtig, dass sich Kinder mit Gleichaltrigen auseinandersetzen, vor allem im Vorschulalter. Kinder können sich nicht so frei entwickeln und entwickeln sich auf unterschiedlichem Wege, wenn sie früh frontal von Erwachsenen unterrichtet werden. Für den Erwachsenen ist die Erfahrung schon klar. Kinder übernehmen das soweit, dass sie dann nicht mehr unterscheiden zwischen selbst rausgefundenem oder einfach von Erwachsenen übernommen. Das Wissen hat dann eine andere Qualität, aber sie haben ein hohes Vertrauen in die Erwachsenen und dass das, was diese sagen der Wahrheit entspricht. Bei Gleichaltrigen jedoch überlegen sie eigenständig und koordinieren was die Wahrheit ist und was nicht, da sie auf Gleichaltrige nicht so ein Vertrauen haben. Kritisches Denken wird durch ein Zusammensein mit Gleichaltrigen viel stärker angeregt, als mit Autoritäten, wie Eltern wahrgenommen werden. 
Q:

Unterschiede zwischen Menschen und Affenentwicklung:

A:
  • Bindungsmotive existieren gleichermaßen, aber die Aufmerksamkeit der Menschen gabelt sich auf der zwei Ebenen-Struktur, bei Affen nicht. Ebenso haben wir eine kooperative und sprachliche Kommunikation (wie Blickverfolgungen), Tiere nicht. Auch bei Affen gibt es irgendwie Objektivität, allerdings zeichnet sie sich nicht dadurch aus, dass Perspektiven ausgehandelt und koordiniert werden.
Q:

Wodurch hat Tomasello seine Erkenntnisse gewonnen?

A:
  • Man hat Essen versteckt von dominanten und untergeordnete Schimpansen. Wenn der untergeordnete es gesehen hat und die Möglichkeit bestand, dass der Dominante es einige Momente vorher gesehen haben könnte, dann haben sie die Nahrung nicht genommen. Sie wussten, dass die dominanten die Nahrung für sich in Anspruch nehmen würden. 
  • False beliefs: Nahrung wurde wieder versteckt. Affen haben vorweggenommen, dass andere Affen etwas nicht wissen können. 
Entwicklungspsychologie

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