Recht, Qualitäts- & Sozialmanagement at Justus-Liebig-Universität Gießen | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Recht, Qualitäts- & Sozialmanagement an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Recht, Qualitäts- & Sozialmanagement Kurs an der Justus-Liebig-Universität Gießen zu.

TESTE DEIN WISSEN
2. Welche vier Möglichkeiten der vertraglichen Aufsichtspflichtübernahme gibt es?

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TESTE DEIN WISSEN
1. Schriftlich (Betreuungsvertrag)
2. Mündlich (Übergabe: Pass bitte auf mein Kind auf. Ja mach ich)
3. Stillschweigend (Babysitter)
4. Delegation (Leitung macht Betreuungsvertrag mit den Eltern, betreut das Kind aber nicht selbst, sondern Erzieherin)
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN
3. Was sind die Bestimmungsfaktoren der Aufsichtsführung? Erklären Sie sie an einem
Beispiel.
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
-> Ziel der Aufsichtsführung ist es die körperliche und psychische Unversehrtheit des
Kindes herzustellen. Ziel der Erziehung ist die Selbstständigkeit. Je größer das Gefahrenpotenzial, desto sorgfältiger müssen die Faktoren für den Inhalt und den Umfang
der Aufsichtspflicht bestimmen werden:

1. die Person des Kindes,
Beispiel: Der individuelle Entwicklungsstand des Kindes ist entscheidend. Ein
Kind das laufen und sich frei bewegen und sich durch Sprache ausdrücken kann
ist anders zu beaufsichtigen, als ein Kind, das noch krabbelt und nicht sprechen
kann. Außerdem hängt es auch davon an, wie lang und wie genau die Fachkraft
das Kind kennt und die daraus folgend wie gut sie die Situation abschätzen
kann.

2. das Verhalten des Kindes in der Gruppe, Beispiel: Kenntnisse und Erfahrungen über gruppendynamische Prozesse undihre Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder sind erforderlich. Kinder verhalten sich in der Gruppe anders als allein und sind anderen Bedingungen und Einflussfaktoren ausgesetzt.


3. die Gefährlichkeit der Beschäftigung, die örtliche Umgebung,
Beispiel: Kinder entkernen Pflaumen mit einem Küchenmesser, um sie zuPflaumenmus zu verarbeiten. Gefahrenquellen auf dem Gelände wie beispielsweise Scherben auf dem Spielplatz müssen von der Fachkraft entferntwerden.

4. die Art der Spiel- und Beschäftigungsgeräte, Beispiel: Zerkleinerte Pflaumen werden mit den Kindern an einem Kinderkochherd zu Pflaumenmus verarbeitet. Die Gefahr, dass die Kinder sich verbrennen besteht, jedoch wird so der Umgang mit dem Herd erlernt.

5. die Person der Fachkraft,
Beispiel: Die Aufgabe der Fachkraft ist es Bedingungen zu schaffen unter denendie Kinder lernen können und die Kinder zu ermutigen eigenständige Lernerfahrungen zu machen.

6. die Gruppengröße,
Beispiel: Die Fachkraft-Kind-Relation ist abhängig von Alter und Eigenart der
Kinder, die Art und Gefährlichkeit der Beschäftigung, die örtlichen Bedingungen
und auf die besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen der Fachkraft an. Für
Ausflüge und andere externe Unternehmungen gibt es Richtwerte und Vorgaben
von Trägern an die sich die Fachkräfte halten müssen


7. die Zumutbarkeit der Form der Aufsichtsführung.
Beispiel: Wenn eine Fachkraft beispielweise die Aufsicht für Kinder hat, die auf
zwei Ebenen im Raum spielen, dann kann von der Fachkraft nicht erwartet
werden, dass sie sich auf beiden Ebenen gleichzeitig aufhält. Allerdings muss sie
beide Spielsituationen beobachten und ggf, Einfluss darauf nehmen. Sie muss mit
den Kindern Regeln absprechen und in regelmäßigen Abständen, nachsehen ob
die Kinder sich an die Regeln halten.
Lösung ausblenden
TESTE DEIN WISSEN
4. Nennen Sie die sechs Regeln für die Beaufsichtigung Minderjähriger.

Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
1. So viel Erziehung wie möglich, so wenig Aufsicht wie nötig.

2. Auf mögliche Gefahren hinweisen.

3. Verhaltensregeln aufstellen.

4. Überprüfen, ob die Regeln verstanden wurden.

5. Prüfen, ob die Regeln eingehalten werden.

6. Bei Gefahr eingreifen.
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TESTE DEIN WISSEN
5. Seien sie in der Lage diesen Merksatz „Aufsicht ist so zu führen wie es von einem
verständigen Aufsichtspflichtigen in der jeweiligen Situation vernünftigerweise erwartet
werden kann“ wiederzugeben und zu erläutern.


Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Aufsicht ist so zu führen wie es von einem verständigen Aufsichtspflichtigen in der jeweiligen Situation vernünftigerweise erwartet werden kann.


Dabei handelt es sich um die tatsächliche Aufsichtsführung. Unter einem verständigen
Aufsichtspflichtigen versteht die Rechtsprechung eine Person die gemäß ihrem
pädagogischen Auftrag handelt und dabei dir Gesundheit des Kindes und die Sicherheit
anderer nicht außer Acht lässt. Ein verständiger Mensch ist somit jemand, der mit Verstand handelt. Der pädagogische Auftrag ist ausschlaggebend für die Aufsichtsführung. Essentiell sind hierbei die Erziehungsziele. Es kann keine Aufsichtspflichtverletzung vorliegen, wenn das Handeln mit Erziehungszielen
nachvollziehbar begründet ist. Je gefährlicher die Situation ist, umso enger muss die
Aufsicht wahrgenommen werden.
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TESTE DEIN WISSEN
6. Folgen: Welche „drei Folgen" kann eine Aufsichtspflichtverletzung haben?
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
1. Arbeitsrechtliche Folgen
Dienstpflichtverletzung führt möglicherweise zu Ermahnungen, Abmahnungen
bis hin zur Kündigung.

2. Strafrechtliche Folgen
Aufsichtspflichtverletzung als solche ist nicht strafbar, aber wenn ein Kind infolge einer Aufsichtpflichtverletzung körperlich geschädigt, also verletzt oder getötet wird, besteht dann der Tatbestand Körperverletzung oder Tötung. Ohne Vorsatzhandelt es sich dabei um fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung.

3. Zivilrechtliche Folgen
Derjenige der den Schaden angerichtet hat, muss dafür auch aufkommen. In Zusammenhang mit der Aufsichtspflicht heißt das allerdings nicht, dass eine Erzieherin für einen Schaden von 10.000€ aufkommen muss, denn dafür gibt es Versicherungen
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TESTE DEIN WISSEN
7. Welche drei Versicherungen schützen eine Fachkraft im Idealfall vor Haftung bei
einem durch ihr Kind/ihre Kinder hervorgerufenen Schaden? Was decken diese
Versicherungen jeweils ab?
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TESTE DEIN WISSEN
1. Private Haftpflichtversicherung, sichert dann, wenn man bei jemand anderem einen
Schaden angerichtet hat.

2. Dienst- oder Berufshaftpflichtversicherung deckt den finanziellen Schaden ab, der anderen Personen durch die berufliche Tätigkeit entstehen kann. Hierzu gehören Sach- und Personenschäden.

3. Betriebshaftpflichtversicherung durch den Träger, womit sich der Träger selbst
absichert und auch seine Mitarbeiter.


Wichtig: Wenn die Aufsichtspflicht grob fahrlässig verletzt wurde, dann fordert die Unfallversicherung denjenigen der die Aufsichtspflicht verletzt hat, für den Schaden aufzukommen, aber dann greift wiederum die Betriebshaftpflichtversicherung.
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TESTE DEIN WISSEN
8. Was bedeutet „ Verkehrssicherungspflicht"? Erläutern Sie an einem Beispiel!
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TESTE DEIN WISSEN
Die Verkehrssicherungspflicht gehört zu den Pflichten des Einrichtungsträgers und zielt
genau wie die Aufsichtspflicht darauf ab, Kinder vor möglichen Gefährdungen zu schützen. Darunter werden alle Verpflichtungen verstanden, die zu den zumutbaren
Vorkehrungen zur Gefahrenlosen Benutzung der Einrichtung dienen

Mitarbeiter haben die Pflicht mögliche erkannte Gefährdungen weiterzugeben. 
Wenn beispielsweise der Fußboden in einer Kita beschädigt ist, so dass die Kinder leicht
stolpern können, haben MitarbeiterInnen die Pflicht den Träger darüber zu informieren. 

Im besten Fall schriftlich, damit der Mitarbeiter im Falle eines Unfalls abgesichert ist,
denn ansonsten wäre er mitverantwortlich für die möglicherweise entstanden Schädigungen des Kindes. 
Wenn die Sicherheit der Kinder ein sofortiges Eingreifen erfordert, kann die Leitung oder deren Vertretung ohne Auftrag sofort handeln. (Beispielsweise bei Belastung durch Schadstoffe)
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TESTE DEIN WISSEN
9. Ab wann beginnt in Abhol- und Bringsituationen die Aufsichtspflicht? Spielen Sie vier mögliche Handlungsschritte durch, wenn ein Kind nicht aus einer Kita - wie
verabredet -abgeholt wird,
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TESTE DEIN WISSEN
Wenn mit den Eltern vereinbart ist, dass die Kinder gebracht und abgeholt werden
sollen, dann beginnt in den Abhol- und Bringsituationen die Aufsichtspflicht mit der
Übergabe. Bis das Kind übergeben wurde liegt die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Die
Vereinbarung ist in der Regel in der Kindergartenordnung enthalten. Eine Übergabe
sollte zumindest mit Blickkontakt zu der Erziehern stattfinden.

Mögliche Handlungsschritte:
1. Versuchen die Eltern telefonisch zu erreichen.

2. Alle Personen die abholberechtigt sind, telefonisch kontaktieren.

3. Verantwortung delegieren und das Kind beispielsweise bei der Putzfrau oder der
Nachbarin abgeben

4. Ich nehme das Kind mit zu mir nach Hause.

-> Solche Fälle sollten mit dem Träger abgesprochen sein und man sollte davon
absehen die Polizei einzuschalten.

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TESTE DEIN WISSEN
1. Prof. Salgo nennt in seinem Vortrag Hürden für einen wirksamen Kinderschutz (Folien 8-
10). Nennen und erläutern Sie vier solcher Hinderungsgründe bzw. Hürden.
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
1. Defizite in der informativen Vernetzung: Diese verhindern frühzeitiges Erkennen und
Reagieren auf Kindeswohlgefährdungen. Unkenntnis der Handlungslogiken der jeweils
anderen beteiligten Institution/ Personen führt zu falschen Erwartungen hinsichtlich der
Weitergabe des Misshandlungsverdachtes.

2. Verantwortungsdelegation an den ASD: Oftmals wird die Verantwortung für den Umgang mit Kindeswohlgefährdungen an das Jugendamt delegiert. Der allgemeine soziale Dienst soll das Ganze „richten"

3. Maßlose Überhöhung des Elternrechts: Eltern müssen keinen Führerschein machen um
Eltern zu sein, Sie müssen lediglich ein Kind bekommen und sind dann für das Wohl des
Kindes verantwortlich. Jedoch handeln Eltern nicht immer nur im Interesse der Kinder, so
dass der Staat den Schutz der Kinder wachen muss.

4. Arbeitsbelastung/Fallzahlen/Burning-Out-Effekte/Bachelor
Mitarbeiter im sozialen Bereich sind überfordert mit der Anzahl an Fällen, den Überstunden und der allgemeinen Arbeitsbelastung. Dies führt vermehrt zu Burn-out und somit zu noch weniger Mitarbeitern.
Hinzu kommt das Studium mit einem Bachelor Abschluss, der zumeist im Vergleich zu Ausbildungen weniger praxisnah ist.
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TESTE DEIN WISSEN
2. Umschreiben bzw. definieren Sie folgende Begriffe und Abkürzungen im Hinblick auf die
„Kindeswohldebatte“:„Fremdmelder";„FallführendeFachkraft";ISEF; „Vier-Augen-
Prinzip"; NZFH; „bereichsspezifischer Datenschutz“
Lösung anzeigen
TESTE DEIN WISSEN
Fremdmelder: Beispielsweise Nachbarn, Verwandte, Ärzte, Erzieher oder Lehrer
informieren das Jugendamt über mögliche Gefährdungen des Kindeswohls.

Fallführende Fachkraft: Die (fallführenden) Fachkräfte in Einrichtungen und Diensten der
freien Träger sollen den Schutzauftrag nach §8a SGB VIII Abs. 1 , in entsprechender Weise"
wahrnehmen, das heißt vor allem, gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung
erkennen.

ISEF: Die „insoweit erfahrene Fachkraft" soll diese Anhaltspunkte bewerten helfen, das
Gefährdungsrisiko abschätzen, also eine Prognose erstellen und auch Hilfskonzepte
(mit)entwickeln.

Vier-Augen-Prinzip“: Die einzelne Fachkraft soll mit der Verantwortung nicht allein
gelassen werden. Die Wahrnehmung und Bewertung der gewichtigen Anhaltspunkte sowie die Erarbeitung eines Schutzplans soll im Austausch mit mindestens einer weiteren Fachkraft erfolgen.

NZFH: Nationales Zentrum Frühe Hilfen. (Frühe Hilfen sind Angebote für Eltern ab der
Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis drei Jahre. Sie sind niedrigschwellig und
richten sich besonders an Familien in belasteten Lebenslagen.)
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3. Nennen Sie drei Gesetze inkl. eines zentralen Paragraphen/Artikels, in denen der
Kinderschutz bzw. der Schutz von Kindern verankert ist (Vortrag Folie 15).
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TESTE DEIN WISSEN
I. Grundgesetz Art. 6 Abs. 2: 
„Pflege und Erziehung der Kinder sind das
natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über
ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

II. Zivilrechtlicher Kinderschutz §1666 BGB Gerichtliche Maßnahmen bei
Gefährdung des Kindeswohls Abs. 1:
 Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr
erforderlich sind.

III. Sozialrechtlicher Kinderschutz § 8a Abs. 1 SGB VIII
„Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im
Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen. Soweit der wirksame
Schutz dieses Kindes oder dieses Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird, hat das Jugendamt die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder den Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung einzubeziehen und, sofern dies nach fachlicher Einschätzung erforderlich ist, sich dabei einen unmittelbaren
Eindruck von dem Kind und von seiner persönlichen Umgebung zu verschaffen. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den
Erziehungsberechtigten anzubieten.
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TESTE DEIN WISSEN
1. In welchem Gesetzeswerk (Angabe des Paragraphen) wird die Aufsichtspflicht geregelt? Welche
Personengruppen haben demnach in Abs. 1 & Abs. 2 die Aufsichtspflicht?
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TESTE DEIN WISSEN
BGB - Bürgerliches Gesetzbuch (Paragraph 1631 BGB - Aufsicht bei Personensorgeberechtigte)

1
Personen, die die Aufsichtspflicht per Gesetz haben ($ 832 Abs. 1):
Eltern, ggf. ein Elternteil nach Trennung der Eltern und Übertragung der elterlichen Sorge, Vormund und Pfleger gegenüber dem Mündel, Betreuer, Lehrer an öffentlichen Schulen gegenüber minderjährigen Schülern (Besonderheit: Haftungsprivileg von Beamten),
MitarbeiterInnen öffentlicher sozialpädagogischer Einrichtungen (z.B. städtischer Kindergarten)

2
Personen/Institutionen, die die Aufsichtspflicht per Vertrag übernehmen ($ 832 Abs. 2): Kindertageseinrichtung, Erzieherin, Sozialpädagogische Assistentin(privater Träger), Babysitter, Verein, Übungsleiter (unabhängig von derAbsolvierung einer Übungsleiterausbildung), privater Lehrer (z.B. Klavierlehrer,Tennislehrer), Krankenhaus usw



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Q:
2. Welche vier Möglichkeiten der vertraglichen Aufsichtspflichtübernahme gibt es?

A:
1. Schriftlich (Betreuungsvertrag)
2. Mündlich (Übergabe: Pass bitte auf mein Kind auf. Ja mach ich)
3. Stillschweigend (Babysitter)
4. Delegation (Leitung macht Betreuungsvertrag mit den Eltern, betreut das Kind aber nicht selbst, sondern Erzieherin)
Q:
3. Was sind die Bestimmungsfaktoren der Aufsichtsführung? Erklären Sie sie an einem
Beispiel.
A:
-> Ziel der Aufsichtsführung ist es die körperliche und psychische Unversehrtheit des
Kindes herzustellen. Ziel der Erziehung ist die Selbstständigkeit. Je größer das Gefahrenpotenzial, desto sorgfältiger müssen die Faktoren für den Inhalt und den Umfang
der Aufsichtspflicht bestimmen werden:

1. die Person des Kindes,
Beispiel: Der individuelle Entwicklungsstand des Kindes ist entscheidend. Ein
Kind das laufen und sich frei bewegen und sich durch Sprache ausdrücken kann
ist anders zu beaufsichtigen, als ein Kind, das noch krabbelt und nicht sprechen
kann. Außerdem hängt es auch davon an, wie lang und wie genau die Fachkraft
das Kind kennt und die daraus folgend wie gut sie die Situation abschätzen
kann.

2. das Verhalten des Kindes in der Gruppe, Beispiel: Kenntnisse und Erfahrungen über gruppendynamische Prozesse undihre Auswirkungen auf das Verhalten der Kinder sind erforderlich. Kinder verhalten sich in der Gruppe anders als allein und sind anderen Bedingungen und Einflussfaktoren ausgesetzt.


3. die Gefährlichkeit der Beschäftigung, die örtliche Umgebung,
Beispiel: Kinder entkernen Pflaumen mit einem Küchenmesser, um sie zuPflaumenmus zu verarbeiten. Gefahrenquellen auf dem Gelände wie beispielsweise Scherben auf dem Spielplatz müssen von der Fachkraft entferntwerden.

4. die Art der Spiel- und Beschäftigungsgeräte, Beispiel: Zerkleinerte Pflaumen werden mit den Kindern an einem Kinderkochherd zu Pflaumenmus verarbeitet. Die Gefahr, dass die Kinder sich verbrennen besteht, jedoch wird so der Umgang mit dem Herd erlernt.

5. die Person der Fachkraft,
Beispiel: Die Aufgabe der Fachkraft ist es Bedingungen zu schaffen unter denendie Kinder lernen können und die Kinder zu ermutigen eigenständige Lernerfahrungen zu machen.

6. die Gruppengröße,
Beispiel: Die Fachkraft-Kind-Relation ist abhängig von Alter und Eigenart der
Kinder, die Art und Gefährlichkeit der Beschäftigung, die örtlichen Bedingungen
und auf die besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen der Fachkraft an. Für
Ausflüge und andere externe Unternehmungen gibt es Richtwerte und Vorgaben
von Trägern an die sich die Fachkräfte halten müssen


7. die Zumutbarkeit der Form der Aufsichtsführung.
Beispiel: Wenn eine Fachkraft beispielweise die Aufsicht für Kinder hat, die auf
zwei Ebenen im Raum spielen, dann kann von der Fachkraft nicht erwartet
werden, dass sie sich auf beiden Ebenen gleichzeitig aufhält. Allerdings muss sie
beide Spielsituationen beobachten und ggf, Einfluss darauf nehmen. Sie muss mit
den Kindern Regeln absprechen und in regelmäßigen Abständen, nachsehen ob
die Kinder sich an die Regeln halten.
Q:
4. Nennen Sie die sechs Regeln für die Beaufsichtigung Minderjähriger.

A:
1. So viel Erziehung wie möglich, so wenig Aufsicht wie nötig.

2. Auf mögliche Gefahren hinweisen.

3. Verhaltensregeln aufstellen.

4. Überprüfen, ob die Regeln verstanden wurden.

5. Prüfen, ob die Regeln eingehalten werden.

6. Bei Gefahr eingreifen.
Q:
5. Seien sie in der Lage diesen Merksatz „Aufsicht ist so zu führen wie es von einem
verständigen Aufsichtspflichtigen in der jeweiligen Situation vernünftigerweise erwartet
werden kann“ wiederzugeben und zu erläutern.


A:
Aufsicht ist so zu führen wie es von einem verständigen Aufsichtspflichtigen in der jeweiligen Situation vernünftigerweise erwartet werden kann.


Dabei handelt es sich um die tatsächliche Aufsichtsführung. Unter einem verständigen
Aufsichtspflichtigen versteht die Rechtsprechung eine Person die gemäß ihrem
pädagogischen Auftrag handelt und dabei dir Gesundheit des Kindes und die Sicherheit
anderer nicht außer Acht lässt. Ein verständiger Mensch ist somit jemand, der mit Verstand handelt. Der pädagogische Auftrag ist ausschlaggebend für die Aufsichtsführung. Essentiell sind hierbei die Erziehungsziele. Es kann keine Aufsichtspflichtverletzung vorliegen, wenn das Handeln mit Erziehungszielen
nachvollziehbar begründet ist. Je gefährlicher die Situation ist, umso enger muss die
Aufsicht wahrgenommen werden.
Q:
6. Folgen: Welche „drei Folgen" kann eine Aufsichtspflichtverletzung haben?
A:
1. Arbeitsrechtliche Folgen
Dienstpflichtverletzung führt möglicherweise zu Ermahnungen, Abmahnungen
bis hin zur Kündigung.

2. Strafrechtliche Folgen
Aufsichtspflichtverletzung als solche ist nicht strafbar, aber wenn ein Kind infolge einer Aufsichtpflichtverletzung körperlich geschädigt, also verletzt oder getötet wird, besteht dann der Tatbestand Körperverletzung oder Tötung. Ohne Vorsatzhandelt es sich dabei um fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung.

3. Zivilrechtliche Folgen
Derjenige der den Schaden angerichtet hat, muss dafür auch aufkommen. In Zusammenhang mit der Aufsichtspflicht heißt das allerdings nicht, dass eine Erzieherin für einen Schaden von 10.000€ aufkommen muss, denn dafür gibt es Versicherungen
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Q:
7. Welche drei Versicherungen schützen eine Fachkraft im Idealfall vor Haftung bei
einem durch ihr Kind/ihre Kinder hervorgerufenen Schaden? Was decken diese
Versicherungen jeweils ab?
A:
1. Private Haftpflichtversicherung, sichert dann, wenn man bei jemand anderem einen
Schaden angerichtet hat.

2. Dienst- oder Berufshaftpflichtversicherung deckt den finanziellen Schaden ab, der anderen Personen durch die berufliche Tätigkeit entstehen kann. Hierzu gehören Sach- und Personenschäden.

3. Betriebshaftpflichtversicherung durch den Träger, womit sich der Träger selbst
absichert und auch seine Mitarbeiter.


Wichtig: Wenn die Aufsichtspflicht grob fahrlässig verletzt wurde, dann fordert die Unfallversicherung denjenigen der die Aufsichtspflicht verletzt hat, für den Schaden aufzukommen, aber dann greift wiederum die Betriebshaftpflichtversicherung.
Q:
8. Was bedeutet „ Verkehrssicherungspflicht"? Erläutern Sie an einem Beispiel!
A:
Die Verkehrssicherungspflicht gehört zu den Pflichten des Einrichtungsträgers und zielt
genau wie die Aufsichtspflicht darauf ab, Kinder vor möglichen Gefährdungen zu schützen. Darunter werden alle Verpflichtungen verstanden, die zu den zumutbaren
Vorkehrungen zur Gefahrenlosen Benutzung der Einrichtung dienen

Mitarbeiter haben die Pflicht mögliche erkannte Gefährdungen weiterzugeben. 
Wenn beispielsweise der Fußboden in einer Kita beschädigt ist, so dass die Kinder leicht
stolpern können, haben MitarbeiterInnen die Pflicht den Träger darüber zu informieren. 

Im besten Fall schriftlich, damit der Mitarbeiter im Falle eines Unfalls abgesichert ist,
denn ansonsten wäre er mitverantwortlich für die möglicherweise entstanden Schädigungen des Kindes. 
Wenn die Sicherheit der Kinder ein sofortiges Eingreifen erfordert, kann die Leitung oder deren Vertretung ohne Auftrag sofort handeln. (Beispielsweise bei Belastung durch Schadstoffe)
Q:
9. Ab wann beginnt in Abhol- und Bringsituationen die Aufsichtspflicht? Spielen Sie vier mögliche Handlungsschritte durch, wenn ein Kind nicht aus einer Kita - wie
verabredet -abgeholt wird,
A:
Wenn mit den Eltern vereinbart ist, dass die Kinder gebracht und abgeholt werden
sollen, dann beginnt in den Abhol- und Bringsituationen die Aufsichtspflicht mit der
Übergabe. Bis das Kind übergeben wurde liegt die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Die
Vereinbarung ist in der Regel in der Kindergartenordnung enthalten. Eine Übergabe
sollte zumindest mit Blickkontakt zu der Erziehern stattfinden.

Mögliche Handlungsschritte:
1. Versuchen die Eltern telefonisch zu erreichen.

2. Alle Personen die abholberechtigt sind, telefonisch kontaktieren.

3. Verantwortung delegieren und das Kind beispielsweise bei der Putzfrau oder der
Nachbarin abgeben

4. Ich nehme das Kind mit zu mir nach Hause.

-> Solche Fälle sollten mit dem Träger abgesprochen sein und man sollte davon
absehen die Polizei einzuschalten.

Q:
1. Prof. Salgo nennt in seinem Vortrag Hürden für einen wirksamen Kinderschutz (Folien 8-
10). Nennen und erläutern Sie vier solcher Hinderungsgründe bzw. Hürden.
A:
1. Defizite in der informativen Vernetzung: Diese verhindern frühzeitiges Erkennen und
Reagieren auf Kindeswohlgefährdungen. Unkenntnis der Handlungslogiken der jeweils
anderen beteiligten Institution/ Personen führt zu falschen Erwartungen hinsichtlich der
Weitergabe des Misshandlungsverdachtes.

2. Verantwortungsdelegation an den ASD: Oftmals wird die Verantwortung für den Umgang mit Kindeswohlgefährdungen an das Jugendamt delegiert. Der allgemeine soziale Dienst soll das Ganze „richten"

3. Maßlose Überhöhung des Elternrechts: Eltern müssen keinen Führerschein machen um
Eltern zu sein, Sie müssen lediglich ein Kind bekommen und sind dann für das Wohl des
Kindes verantwortlich. Jedoch handeln Eltern nicht immer nur im Interesse der Kinder, so
dass der Staat den Schutz der Kinder wachen muss.

4. Arbeitsbelastung/Fallzahlen/Burning-Out-Effekte/Bachelor
Mitarbeiter im sozialen Bereich sind überfordert mit der Anzahl an Fällen, den Überstunden und der allgemeinen Arbeitsbelastung. Dies führt vermehrt zu Burn-out und somit zu noch weniger Mitarbeitern.
Hinzu kommt das Studium mit einem Bachelor Abschluss, der zumeist im Vergleich zu Ausbildungen weniger praxisnah ist.
Q:
2. Umschreiben bzw. definieren Sie folgende Begriffe und Abkürzungen im Hinblick auf die
„Kindeswohldebatte“:„Fremdmelder";„FallführendeFachkraft";ISEF; „Vier-Augen-
Prinzip"; NZFH; „bereichsspezifischer Datenschutz“
A:
Fremdmelder: Beispielsweise Nachbarn, Verwandte, Ärzte, Erzieher oder Lehrer
informieren das Jugendamt über mögliche Gefährdungen des Kindeswohls.

Fallführende Fachkraft: Die (fallführenden) Fachkräfte in Einrichtungen und Diensten der
freien Träger sollen den Schutzauftrag nach §8a SGB VIII Abs. 1 , in entsprechender Weise"
wahrnehmen, das heißt vor allem, gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung
erkennen.

ISEF: Die „insoweit erfahrene Fachkraft" soll diese Anhaltspunkte bewerten helfen, das
Gefährdungsrisiko abschätzen, also eine Prognose erstellen und auch Hilfskonzepte
(mit)entwickeln.

Vier-Augen-Prinzip“: Die einzelne Fachkraft soll mit der Verantwortung nicht allein
gelassen werden. Die Wahrnehmung und Bewertung der gewichtigen Anhaltspunkte sowie die Erarbeitung eines Schutzplans soll im Austausch mit mindestens einer weiteren Fachkraft erfolgen.

NZFH: Nationales Zentrum Frühe Hilfen. (Frühe Hilfen sind Angebote für Eltern ab der
Schwangerschaft und Familien mit Kindern bis drei Jahre. Sie sind niedrigschwellig und
richten sich besonders an Familien in belasteten Lebenslagen.)
Q:
3. Nennen Sie drei Gesetze inkl. eines zentralen Paragraphen/Artikels, in denen der
Kinderschutz bzw. der Schutz von Kindern verankert ist (Vortrag Folie 15).
A:
I. Grundgesetz Art. 6 Abs. 2: 
„Pflege und Erziehung der Kinder sind das
natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über
ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

II. Zivilrechtlicher Kinderschutz §1666 BGB Gerichtliche Maßnahmen bei
Gefährdung des Kindeswohls Abs. 1:
 Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen gefährdet und sind die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Gefahr abzuwenden, so hat das Familiengericht die Maßnahmen zu treffen, die zur Abwendung der Gefahr
erforderlich sind.

III. Sozialrechtlicher Kinderschutz § 8a Abs. 1 SGB VIII
„Werden dem Jugendamt gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen bekannt, so hat es das Gefährdungsrisiko im
Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte einzuschätzen. Soweit der wirksame
Schutz dieses Kindes oder dieses Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird, hat das Jugendamt die Erziehungsberechtigten sowie das Kind oder den Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung einzubeziehen und, sofern dies nach fachlicher Einschätzung erforderlich ist, sich dabei einen unmittelbaren
Eindruck von dem Kind und von seiner persönlichen Umgebung zu verschaffen. Hält das Jugendamt zur Abwendung der Gefährdung die Gewährung von Hilfen für geeignet und notwendig, so hat es diese den
Erziehungsberechtigten anzubieten.
Q:
1. In welchem Gesetzeswerk (Angabe des Paragraphen) wird die Aufsichtspflicht geregelt? Welche
Personengruppen haben demnach in Abs. 1 & Abs. 2 die Aufsichtspflicht?
A:
BGB - Bürgerliches Gesetzbuch (Paragraph 1631 BGB - Aufsicht bei Personensorgeberechtigte)

1
Personen, die die Aufsichtspflicht per Gesetz haben ($ 832 Abs. 1):
Eltern, ggf. ein Elternteil nach Trennung der Eltern und Übertragung der elterlichen Sorge, Vormund und Pfleger gegenüber dem Mündel, Betreuer, Lehrer an öffentlichen Schulen gegenüber minderjährigen Schülern (Besonderheit: Haftungsprivileg von Beamten),
MitarbeiterInnen öffentlicher sozialpädagogischer Einrichtungen (z.B. städtischer Kindergarten)

2
Personen/Institutionen, die die Aufsichtspflicht per Vertrag übernehmen ($ 832 Abs. 2): Kindertageseinrichtung, Erzieherin, Sozialpädagogische Assistentin(privater Träger), Babysitter, Verein, Übungsleiter (unabhängig von derAbsolvierung einer Übungsleiterausbildung), privater Lehrer (z.B. Klavierlehrer,Tennislehrer), Krankenhaus usw



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