Altklausurfragen at Justus-Liebig-Universität Gießen | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Altklausurfragen an der Justus-Liebig-Universität Gießen

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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie die Definition, die Diagnosekriterien und die Ausschlusskriterien allgemeiner Lernstörungen nach ICD-10

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TESTE DEIN WISSEN

Definition:

Lernstörungen sind Minderleistungen beim absichtsvollen Lernen; das gewünschte Können, Wissen und Verhalten wird nicht in ausreichender Qualität und Sicherheit sowie in der dafür vorhergesehenen Zeit erworben; erwartete Leistungsergebnisse werden trotz angemessener Lernangebote nicht erreicht.

Diagnosekriterien:

Lernstörungen sind nur dann zu diagnostizieren, wenn gravierende Leistungsdefizite in einem spezifischen schulischen Inhaltsbereich festgestellt werden zugleich aber gilt, dass sich die allgemeine Denkfähigkeit (Intelligenz) im „Normalbereich“ befindet und das Niveau der schulischen Minderleistungen deutlich übertrifft, sprich, das sogenanntes Diskrepanzkriterium erfüllt wird. Im Vergleich zu seiner Altersgruppe muss eine gravierende Minderleistung bestehen. Die Schulleistung liegt 1.2 bis 1.5 Standardabweichung unterhalb seiner Intelligenz.

Ausschlusskriterien:

Mängel in der Beschulung durch Schulversäumnisse oder unqualifizierten Unterricht, Sinnesstörungen oder neurologische Schädigungen.

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TESTE DEIN WISSEN

Was ist ADHS? (Allgmeine Informationen)

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TESTE DEIN WISSEN

- ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) und HKS (Hyperkinetische Störung) stellen zusammen mit den oppositionellen Verhaltensauffälligkeiten die häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindesalter dar

- ADHS und HKS werden in der Regel synoynm verwandt, obwohl diese teilweise unterschiedliche Konzepte aufweisen

- haben häufig einen chronischen Verlauf und führen zu Einschränkungen des psychosozialen Funktionsniveaus im schulischen, familiären und freizeitlichen Bereich

- lösen hohen Leidensdruck bei den Bezugspersonen und meist auch Betroffen aus

- mehr als 1/3 aller wegen Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Problemen in Praxen und Kliniken vorgestellten Kinder weisen eine ADHS auf

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TESTE DEIN WISSEN

Erläutern Sie die möglichen Erklärungshypothesen für Lernstörungen

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TESTE DEIN WISSEN

1. Lernstörungen durch unzureichende Informationsverarbeitung:

Lernstörungen können sich aufgrund von Wissenslücken und der mangelnden Fähigkeit Lerninhalte zu behalten und sicher anzuwenden, entwickeln.

Ein geringes Sprachbewusstsein/Sprachkompetenz, eine allgemeine Entwicklungsverzögerung, Defizite im Arbeitsgedächtnis, Konzentrationsprobleme oder auch längere Fehlzeiten in der Schule stellen mangelnde Lernvoraussetzungen dar. Sie erschweren die notwendige Vernetzung mit Vorwissen und die Tiefenverarbeitung und somit ist die weitere Informationsverarbeitung unzureichend möglich.


2. Lernstörungen durch mangelnde oder ungeeignete Lernaktivität:

Lernstörungen entstehen bei dieser Hypothese durch einen Mangel an geeigneten Lernstrategien, der eine lediglich oberflächliche Auseinandersetzung mit den Lerninhalten zur Folge hat. SuS investieren in Folge dessen nur wenig Zeit und Anstrengung, schlagen unbekannte Begriffe nicht nach, veranschaulichen Inhalte nicht oder fassen sie nicht zusammen. Aufgrund negativer Erfahrungen entstehen Ausweichtendenzen. Außerdem sind die SuS nicht metakognitiv "aktiv" und reflektierend


3. Lernstörungen als Folge sozial-ökologischer Übergänge:

PISA-Studien belegen einen engen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und der sozialen Herkunft. Das Anspruchsniveau der Eltern, der Anregungsgehalt der häuslichen Umgebung, die Vermittlung von Arbeits- und Werthaltungen in der Familie und das Erlernen sozialer Verhaltensmuster beeinflussen das Lernverhalten auf zwei Wegen:

a) Auswirkungen auf die Lernaktivität:

Sind beide Lebenswelten (Elternhaus & Schule) hinsichtlich der Rollen-, Realität- und Wertevorstellungen sehr unähnlich strukturiert, kann dies das schulische Lernen erschweren

b) Auswirkungen auf die Lernvoraussetzungen:

In der sozialen Grundschicht häufen und kombinieren sich ungünstige Lernvoraussetzungen.

Das Diathese-Stress-Modell betont die bedeutende Rolle des Zusammenwirkens biologischer

Risikofaktoren mit sozialen Risiken in Übergangssituationen.


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TESTE DEIN WISSEN

Was ist ADHS? Welche Symtome liegen vor?

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TESTE DEIN WISSEN

- die Auffälligkeiten müssen bereits vor dem Alter von sechs Jahren auftreten UND in mehreren Lebensbereichen nachweisbar sein

- die Auffälligkeiten treten vor allem in fremdbestimmten Situationen auf

- Unaufmerksamkeit: Kind beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler, hat oft Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten oder zu organisieren

- Hyperaktivität: zappelt häufig mit den Händen oder Füßen, rutscht auf dem Stuhl herum, steht häufig
auf obwohl er sitzenbleiben soll, exzessive motorische Aktivität
- Impulsivität: platzt häufig Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist, kann häufig schwer warten bis er/sie an der Reihe

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TESTE DEIN WISSEN

Nenne die Komponenten/Funktionsbereiche SGLs. Was bedeuten sie für das Lernverhalten?

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TESTE DEIN WISSEN

1. Kogitive Komponenten: umfassen neben konzeptuellem und prozeduralen Wissen auch das Wissen über aufgabenspezifische Strategien, einschließlich ihrer Anwednungsbereiche (Lernstrategien und Lernstile)

2. Motivationale Komponenten: Initiierung und Aufrechterhaltung von Lernaktivitäten, positive Selbstwirksamkeitsüberzeugung sowie handlungsfördernde Attributionen von Miss-/Erfolgen

3. Metakognitive Komponenten: Wissen über eigene Fähigkeit, Planung, Überwachung und Korrektur des eigenen Denkens und Handelns

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TESTE DEIN WISSEN

Definition und diagnostische Kriterien von LRS nach ICD-10

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TESTE DEIN WISSEN

LRS zählt zur Gruppe der umschriebenen* Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, welche im ICD-10 in zwei Diagnosekriterien unterschieden werden:

  • die (kombinierte) LRS, bei der sowohl Lese- als auch Rechtschreiben deutlich hinter dem vom Alter zu erwarteten Leistungen zurückbleibt
  • die isolierte Rechtschreibstörung, bei der sich Schwierigkeiten des Kindes auf das Rechtschreiben beschränken, während der Leseprozess nicht gestört ist


*umschrieben, da die Entwicklung des Kindes ansonsten unauffällig, andere Fähigkeiten des Kindes sind weitgehend intakt; Ausschlusskriterium: geistige Behinderung, Sehstörung, erworbene Hirnschädigung oder -krankheit, ungenügende Beschulung


Diagnostische Kriterien:

  • wichtigstes Merkmal: deutliche Beeinträchtigung der Lese- und Rechtschreibentwicklung sowie
    erheblicher Rückstand in zugehörigen Fertigkeiten, Leistungen des Kindes müssen unter dem zu erwartendem Niveau liegen und sich deutlich auf die schulischen Erfolge auswirken
  • sehr fehlerhaftes Lesen: Auslassen, Ersetzen, Verdrehen und Hinzufügen von Wörtern, Wortteilen oder Buchstaben (in ersten Grundschulklassen)
  • langsames, stockendes und mühevolles Lesen: auffallend niedrige Lesegeschwindigkeit, langes Zögern,
    Startschwierigkeiten beim Vorlesen, Verlieren der Zeile und ungenaues phrasieren (höhere Klassen)
  • Beeinträchtiges Leseverständnis: können das Gelesene nicht in eigenen Worten zusammenfassen
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TESTE DEIN WISSEN

Die metakognitive Komponente selbstgesteuerten Lernens

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TESTE DEIN WISSEN

Die metakognitive Komponente beinhaltet das Wissen über die eigenen Fähigkeiten, sowie Planung, Überwachung und Korrektur des eigenen Denken und Handelns

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TESTE DEIN WISSEN

Erläutern Sie die Gruppenpuzzle bzw. Jigsaw Methode und prüfen Sie, inwieweit die Basiselemente kooperativen Lernens innerhalb dieser Methode realisiert werden

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TESTE DEIN WISSEN

- Ziel der Jigsaw-Methode ist neben der Verbesserung der Lernleistungen auch die Verbesserung der sozialen Beziehungen

- die Methode ermöglicht den gemeinsamen Aufbau von Wissen und den Erwerb von sozialen Kompetenzen in einer Atmosphäre gegenseitiger Verantwortung

- es werden 5 Phasen unterschieden:

- Einführungsphase: 

  • Einführung in die Gesamtthematik durch die Lehrkraft
  • Erläuterung der Methode und Verhaltensregeln
  • Aufteilung in heterogene Stammgruppen; die Anzahl der Stammgruppen hängt dabei von der Anzahl der Expertenthemen ab
  • nach der Wahl der Expertenthemen geht in die Erarbeitungsphase

- Erarbeitungsphase:

  • Zusammenkunft der SuS mit gleichem Thema in Expertenteams und gemeinsames und selbstständiges Erarbeiten des Themas
  • sollen sich zusätzlich Gedanken machen, wie sie ihr Thema in der Gruppe Stammgruppe weitergeben wollen

- Vermittlungsphase:

  • nach der Erarbeitungsphase kehren die Experten in ihre Stammgruppen zurück und beginnen mit der wechselseitigen Wissensvermittlung, sodass jeder über jeden Teilbereich Bescheid weiß

- Individuelle Wissensprüfung:

  • Wissenstest mit Fragen zu jedem Teilbereich
  • alle werden über alles gefragt, was die positive Interdependenz und individuelle Verantwortlichkeit besonders deutlich macht

- Phase der Evaluation und Integration:

  • Reflexion positiver und negativer Aspekte der kooperativen Zusammenarbeit
  • Diskussion möglicher Verbesserungen


Basiselemente:

- Positive Interdependenz: Aufgabenspezialisierung und Ziel

- Individuelle Verantwortlichkeit: Aufgabenspezialisierung

- Unterstützende Interaktion: wechselseitiges Lehren und Erklären

- kooperative Fähigkeiten: notwendig für den Gruppenerfolg, Gruppenmitglieder müssen miteinander kommunizieren und ein Vertrauensklima aufbauen, welches durch das teilen von Ideen und dem Darlegen von Informationen etabliert wird, aber auch mit Kontroversen innerhalb des Kommunikationsprozesses umgehen können

- Reflexion über Gruppenprozess: in der letzten Phase; notwendig durch hohe Eigenverantwortlichkeit

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TESTE DEIN WISSEN

Symptome, Problematik und Differenzierung von ADHS durch ICD-10 und DSM-IV

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TESTE DEIN WISSEN

Die Störung ist durch eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, (Aufmerksamkeitsstörung) der Impulskontrolle (Impulsivität) und der Aktivität (Hyperaktivität) gekennzeichnet

  • Unaufmerksamkeit: beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler, hat oft Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten oder zu organisieren
  • Hyperaktitivtät: zappelt häufig mit den Händen oder Füßen, rutscht auf dem Stuhl herum, steht häufig auf obwohl er sitzenbleiben soll, exzessive motorische Aktivität
  • Impulsivität: platzt häufig Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist, kann häufig schwer warten bis er/sie an der Reihe ist, unterbricht und stört andere häufig


- die Auffälligkeiten müssen bereits vor dem Alter von sechs Jahren auftreten UND in mehreren Lebensbereichen nachweisbar sein

- die Auffälligkeiten treten am häufigsten in fremdbestimmten Situationen auf

- die einzelnen Symptome können mehr oder weniger ausgeprägt sein, wesewegen die Differenzierung in Subtypen sinnvoll ist; so tritt bspw. eine Aufmerksamkeitsstörung häufig auch ohne die Kritereien Hyperaktivität/Impulsivität auf

- die Symptome können zudem im Rahmen anderer psychischer Störungen auftreten

Die Auftretenshäufigkeit ist im höchsten Maße abhängig von der untersuchten Altersgruppe, den Kriterien und den Informanten (Eltern neigen im Vergleich zu Erziehrinnen zu einem „schnelleren“ Urteil)

- bei Jungen treten die Probleme häufiger auf als bei Mädchen

- bei etwa 80% der Betroffenen lassen sich außerdem weitere psychische Störungen identifizieren:

- in einer deutschen Studie sind das bei rund 40% aller Kinder und Jugendlichen mit der Diagnose einer ADHS der Fall 

- auch treten gehäuft Ängste und depressive Verstimmungen sowie Lernstörungen, Schulleistungsdefizite und allgmeine Intelligenzminderung auf

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TESTE DEIN WISSEN

Was ist ein ATI-Effekt? Beschreibe diesen anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels

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TESTE DEIN WISSEN

ATI = Aptitude-Treatment-Interaction

- Aptitude = Eigenschaft oder Merkmal der Lernenden

- Treatment = Unterschiedliche Maßnahmen durch den Lehrenden

- Interaction = bezeichnet den statistischen Interaktionseffekt im varianzanalytischen Vorgehen


- bezeichnet die Wirksamkeit pädagogischer Interventionen

- die ATI-Forschung untersucht die Wechselwirkung zwischen Lernermerkmalen und Lehrermaßnahmen

- Nicht jede instruktionale Maßnahme tut allen Lernenden in gleicher Weise gut; trifft die richtige Maßnahme jedoch den richtigen Adressaten, so tritt der angestrebte Effekt auf
- Gewinnbringende Erkenntnis: Die Suche nach der besten Lehrmethode, dem besten Unterrichtsmedium, dem erfolgreichsten Lehrerverhalten stellt sich somit als naiv heraus.
- Ängstliche bzw. leistungsschwächere SuS profitieren eher von einer hohen Strukturierung, einer schrittweisen Stoffpräsentation und klar definierten Aufgabenstellungen; sie lernen durch Anpassung
- Leistungsstärkere bzw. selbstregulierte SuS profitieren eher von offenen und entdeckenlassenden Unterrichtsverfahren; sie lernen durch Selbstständigkeit
- Bei einer Passung zwischen Lernereigenschaften und Lehrmethode ist der Lernzuwachs am größten


Unterrichtsbeispiel: 

Sportunterricht: L. konfrontiert SuS mit einer neuen Situation, diese sollen einen Handstand machen und gibt dazu erstmal keine Anleitung oder Vorgaben. Selbstregulierte SuS würden daraufhin vermutlich einfach loslegen, sich ausprobieren und einen Handstand versuchen zu machen; ängstliche SuS hingegen könnten sich ohne die Anleitung hilflos fühlen und nicht wissen, was sie machen sollen bzw. wie sie anfangen sollen --> schwächere SuS haben hier einen Nachteil, selbstregulierte hingegen weniger Schwierigkeiten, da sie sich einfach ausprobieren (die SuS-Merkmale passen zur Lehrer-Maßnahme)

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TESTE DEIN WISSEN

ADHS: Interventionsmethoden

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TESTE DEIN WISSEN

- ADHS kann die Entwicklung des Kindes erheblich behindern und dessen Umfeld enorm belasten
- Multimodale Therapie notwendig, da Generalisierungen von Therapien von einem Lebensbereich auf den
anderen nur unvollständig oder gar nicht gelingen
- Multimodale Interventionen umfassen:

  • Aufklärung und Beratung (Psychoedukation) der Eltern, der Betroffenen und der Erzieher 
  • Elterntraining und Intervention in der Familie (zur Verminderung der Symptomatik in der Familie)
  • Intervention im Kindergarten/in der Schule 
  • Kognitive Therapie (Selbstinstruktionstraining und Selbstmanagement, um Störungen zu reduzieren)
  • Pharmakotherapie (Ritalin)


- Kindzentrierte Interventionen können in Form von Spieltrainings durchgeführt werden
- Ab dem Schulalter Selbstinstruktionstraining = Aufmerksamkeit zentrieren, Impulsivität kontrollieren,
sich selbst verbal stoppen, Handlungsalternativen reflektieren

- Zusätzlich Selbstmanagement = Verhaltensprobleme wahrnehmen, modifizieren und sich selbst verstärken
- Medikamentöse Therapie vermindert extrem ausgeprägte ADHS Symptomatik,
beeindruckende Wirksamkeit --> 70% bis 90% sprechen positiv auf die Behandlung an; Behandlung ist allerdings nur wirksam, solange sie durchgeführt wird (Langzeitbehandlung), Nebenwirkungen überwiegend gering;
Kombination medikamentöser mit psychologischen und pädagogischen Interventionen unabdinglich

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TESTE DEIN WISSEN

Nennen Sie die sechs Konzeptionen von Lehrertraining in der richtigen Reihenfolge

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TESTE DEIN WISSEN

Dem Anliegen, ein wissenschaftlich fundiertes und praxistaugliches Lehrertraining zu entwickeln, sollten einige wichtige Planungs- und Entscheidungsschritte vorausgehen:

1. Bestimmung des Trainingsbedarfs:

Kriterien formulieren, die für das Erreichen des übergeordneten Ziels, der Verbesserung der Bildungs- und Unterrichtsqualität, als bedeutsam erachtet werden

2. Bestimmung der Zielgruppe:

Beruflicher Status, Berufserfahrung, Alter, Geschlecht, Gruppengröße, Einstellung zu Trainings allgemein, Erwartungshaltung

3. Einschätzungen der Lernvoraussetzungen:

Prüfung der sachstrukturellen/inhaltlichen, methodischen und motivationalen Lernvoraussetzungen

4. Festlegung der Lernziele:

Es sollte spezifiziert werden, welche Einstellungsveränderungen (affektive) angestrebt werden, welche Wissens- und tiefere Verständnisprozesse (kognitive) vermittelt und welche konkreten Fertigkeitskompetenzen aus dem Praxiskontext (verhaltensorientierte) eingeübt werden sollen.

5. Konzeption spezifischer Trainingsaktivitäten:

Alternative Lernformen in Anlehnung an Silbermann (1998):

Analysieren einer Fallstudie, Demonstration eines bestimmten Zielverhaltens, Arbeitsgruppe, Lernquiz, Beobachtung mit dem Ziel der Aufmerksamkeitsfokussierung

6. Implementierung transferförderlicher Maßnahmen:

Der Erfolg solcher Trainings hängt von der längerfristigen Transfermöglichkeit in reale Anwendungskontexte ab. Zur Evaluation oder Optimierung von Trainingskonzepten eignet sich das VIP-Transfermodell (Pickl, 2004). Es postuliert drei Determinanten, die als bedeutsam erachtet

werden:

  • die Art der Vermittlung
  • die Merkmale der vermittelnden Inhalte
  •  die Merkmale der zu trainierenden Person
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  • 223102 Karteikarten
  • 2917 Studierende
  • 45 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Altklausurfragen Kurs an der Justus-Liebig-Universität Gießen - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Nennen Sie die Definition, die Diagnosekriterien und die Ausschlusskriterien allgemeiner Lernstörungen nach ICD-10

A:

Definition:

Lernstörungen sind Minderleistungen beim absichtsvollen Lernen; das gewünschte Können, Wissen und Verhalten wird nicht in ausreichender Qualität und Sicherheit sowie in der dafür vorhergesehenen Zeit erworben; erwartete Leistungsergebnisse werden trotz angemessener Lernangebote nicht erreicht.

Diagnosekriterien:

Lernstörungen sind nur dann zu diagnostizieren, wenn gravierende Leistungsdefizite in einem spezifischen schulischen Inhaltsbereich festgestellt werden zugleich aber gilt, dass sich die allgemeine Denkfähigkeit (Intelligenz) im „Normalbereich“ befindet und das Niveau der schulischen Minderleistungen deutlich übertrifft, sprich, das sogenanntes Diskrepanzkriterium erfüllt wird. Im Vergleich zu seiner Altersgruppe muss eine gravierende Minderleistung bestehen. Die Schulleistung liegt 1.2 bis 1.5 Standardabweichung unterhalb seiner Intelligenz.

Ausschlusskriterien:

Mängel in der Beschulung durch Schulversäumnisse oder unqualifizierten Unterricht, Sinnesstörungen oder neurologische Schädigungen.

Q:

Was ist ADHS? (Allgmeine Informationen)

A:

- ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) und HKS (Hyperkinetische Störung) stellen zusammen mit den oppositionellen Verhaltensauffälligkeiten die häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindesalter dar

- ADHS und HKS werden in der Regel synoynm verwandt, obwohl diese teilweise unterschiedliche Konzepte aufweisen

- haben häufig einen chronischen Verlauf und führen zu Einschränkungen des psychosozialen Funktionsniveaus im schulischen, familiären und freizeitlichen Bereich

- lösen hohen Leidensdruck bei den Bezugspersonen und meist auch Betroffen aus

- mehr als 1/3 aller wegen Verhaltensauffälligkeiten oder psychischen Problemen in Praxen und Kliniken vorgestellten Kinder weisen eine ADHS auf

Q:

Erläutern Sie die möglichen Erklärungshypothesen für Lernstörungen

A:

1. Lernstörungen durch unzureichende Informationsverarbeitung:

Lernstörungen können sich aufgrund von Wissenslücken und der mangelnden Fähigkeit Lerninhalte zu behalten und sicher anzuwenden, entwickeln.

Ein geringes Sprachbewusstsein/Sprachkompetenz, eine allgemeine Entwicklungsverzögerung, Defizite im Arbeitsgedächtnis, Konzentrationsprobleme oder auch längere Fehlzeiten in der Schule stellen mangelnde Lernvoraussetzungen dar. Sie erschweren die notwendige Vernetzung mit Vorwissen und die Tiefenverarbeitung und somit ist die weitere Informationsverarbeitung unzureichend möglich.


2. Lernstörungen durch mangelnde oder ungeeignete Lernaktivität:

Lernstörungen entstehen bei dieser Hypothese durch einen Mangel an geeigneten Lernstrategien, der eine lediglich oberflächliche Auseinandersetzung mit den Lerninhalten zur Folge hat. SuS investieren in Folge dessen nur wenig Zeit und Anstrengung, schlagen unbekannte Begriffe nicht nach, veranschaulichen Inhalte nicht oder fassen sie nicht zusammen. Aufgrund negativer Erfahrungen entstehen Ausweichtendenzen. Außerdem sind die SuS nicht metakognitiv "aktiv" und reflektierend


3. Lernstörungen als Folge sozial-ökologischer Übergänge:

PISA-Studien belegen einen engen Zusammenhang zwischen Schulerfolg und der sozialen Herkunft. Das Anspruchsniveau der Eltern, der Anregungsgehalt der häuslichen Umgebung, die Vermittlung von Arbeits- und Werthaltungen in der Familie und das Erlernen sozialer Verhaltensmuster beeinflussen das Lernverhalten auf zwei Wegen:

a) Auswirkungen auf die Lernaktivität:

Sind beide Lebenswelten (Elternhaus & Schule) hinsichtlich der Rollen-, Realität- und Wertevorstellungen sehr unähnlich strukturiert, kann dies das schulische Lernen erschweren

b) Auswirkungen auf die Lernvoraussetzungen:

In der sozialen Grundschicht häufen und kombinieren sich ungünstige Lernvoraussetzungen.

Das Diathese-Stress-Modell betont die bedeutende Rolle des Zusammenwirkens biologischer

Risikofaktoren mit sozialen Risiken in Übergangssituationen.


Q:

Was ist ADHS? Welche Symtome liegen vor?

A:

- die Auffälligkeiten müssen bereits vor dem Alter von sechs Jahren auftreten UND in mehreren Lebensbereichen nachweisbar sein

- die Auffälligkeiten treten vor allem in fremdbestimmten Situationen auf

- Unaufmerksamkeit: Kind beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler, hat oft Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten oder zu organisieren

- Hyperaktivität: zappelt häufig mit den Händen oder Füßen, rutscht auf dem Stuhl herum, steht häufig
auf obwohl er sitzenbleiben soll, exzessive motorische Aktivität
- Impulsivität: platzt häufig Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist, kann häufig schwer warten bis er/sie an der Reihe

Q:

Nenne die Komponenten/Funktionsbereiche SGLs. Was bedeuten sie für das Lernverhalten?

A:

1. Kogitive Komponenten: umfassen neben konzeptuellem und prozeduralen Wissen auch das Wissen über aufgabenspezifische Strategien, einschließlich ihrer Anwednungsbereiche (Lernstrategien und Lernstile)

2. Motivationale Komponenten: Initiierung und Aufrechterhaltung von Lernaktivitäten, positive Selbstwirksamkeitsüberzeugung sowie handlungsfördernde Attributionen von Miss-/Erfolgen

3. Metakognitive Komponenten: Wissen über eigene Fähigkeit, Planung, Überwachung und Korrektur des eigenen Denkens und Handelns

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Q:

Definition und diagnostische Kriterien von LRS nach ICD-10

A:

LRS zählt zur Gruppe der umschriebenen* Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, welche im ICD-10 in zwei Diagnosekriterien unterschieden werden:

  • die (kombinierte) LRS, bei der sowohl Lese- als auch Rechtschreiben deutlich hinter dem vom Alter zu erwarteten Leistungen zurückbleibt
  • die isolierte Rechtschreibstörung, bei der sich Schwierigkeiten des Kindes auf das Rechtschreiben beschränken, während der Leseprozess nicht gestört ist


*umschrieben, da die Entwicklung des Kindes ansonsten unauffällig, andere Fähigkeiten des Kindes sind weitgehend intakt; Ausschlusskriterium: geistige Behinderung, Sehstörung, erworbene Hirnschädigung oder -krankheit, ungenügende Beschulung


Diagnostische Kriterien:

  • wichtigstes Merkmal: deutliche Beeinträchtigung der Lese- und Rechtschreibentwicklung sowie
    erheblicher Rückstand in zugehörigen Fertigkeiten, Leistungen des Kindes müssen unter dem zu erwartendem Niveau liegen und sich deutlich auf die schulischen Erfolge auswirken
  • sehr fehlerhaftes Lesen: Auslassen, Ersetzen, Verdrehen und Hinzufügen von Wörtern, Wortteilen oder Buchstaben (in ersten Grundschulklassen)
  • langsames, stockendes und mühevolles Lesen: auffallend niedrige Lesegeschwindigkeit, langes Zögern,
    Startschwierigkeiten beim Vorlesen, Verlieren der Zeile und ungenaues phrasieren (höhere Klassen)
  • Beeinträchtiges Leseverständnis: können das Gelesene nicht in eigenen Worten zusammenfassen
Q:

Die metakognitive Komponente selbstgesteuerten Lernens

A:

Die metakognitive Komponente beinhaltet das Wissen über die eigenen Fähigkeiten, sowie Planung, Überwachung und Korrektur des eigenen Denken und Handelns

Q:

Erläutern Sie die Gruppenpuzzle bzw. Jigsaw Methode und prüfen Sie, inwieweit die Basiselemente kooperativen Lernens innerhalb dieser Methode realisiert werden

A:

- Ziel der Jigsaw-Methode ist neben der Verbesserung der Lernleistungen auch die Verbesserung der sozialen Beziehungen

- die Methode ermöglicht den gemeinsamen Aufbau von Wissen und den Erwerb von sozialen Kompetenzen in einer Atmosphäre gegenseitiger Verantwortung

- es werden 5 Phasen unterschieden:

- Einführungsphase: 

  • Einführung in die Gesamtthematik durch die Lehrkraft
  • Erläuterung der Methode und Verhaltensregeln
  • Aufteilung in heterogene Stammgruppen; die Anzahl der Stammgruppen hängt dabei von der Anzahl der Expertenthemen ab
  • nach der Wahl der Expertenthemen geht in die Erarbeitungsphase

- Erarbeitungsphase:

  • Zusammenkunft der SuS mit gleichem Thema in Expertenteams und gemeinsames und selbstständiges Erarbeiten des Themas
  • sollen sich zusätzlich Gedanken machen, wie sie ihr Thema in der Gruppe Stammgruppe weitergeben wollen

- Vermittlungsphase:

  • nach der Erarbeitungsphase kehren die Experten in ihre Stammgruppen zurück und beginnen mit der wechselseitigen Wissensvermittlung, sodass jeder über jeden Teilbereich Bescheid weiß

- Individuelle Wissensprüfung:

  • Wissenstest mit Fragen zu jedem Teilbereich
  • alle werden über alles gefragt, was die positive Interdependenz und individuelle Verantwortlichkeit besonders deutlich macht

- Phase der Evaluation und Integration:

  • Reflexion positiver und negativer Aspekte der kooperativen Zusammenarbeit
  • Diskussion möglicher Verbesserungen


Basiselemente:

- Positive Interdependenz: Aufgabenspezialisierung und Ziel

- Individuelle Verantwortlichkeit: Aufgabenspezialisierung

- Unterstützende Interaktion: wechselseitiges Lehren und Erklären

- kooperative Fähigkeiten: notwendig für den Gruppenerfolg, Gruppenmitglieder müssen miteinander kommunizieren und ein Vertrauensklima aufbauen, welches durch das teilen von Ideen und dem Darlegen von Informationen etabliert wird, aber auch mit Kontroversen innerhalb des Kommunikationsprozesses umgehen können

- Reflexion über Gruppenprozess: in der letzten Phase; notwendig durch hohe Eigenverantwortlichkeit

Q:

Symptome, Problematik und Differenzierung von ADHS durch ICD-10 und DSM-IV

A:

Die Störung ist durch eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, (Aufmerksamkeitsstörung) der Impulskontrolle (Impulsivität) und der Aktivität (Hyperaktivität) gekennzeichnet

  • Unaufmerksamkeit: beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler, hat oft Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten oder zu organisieren
  • Hyperaktitivtät: zappelt häufig mit den Händen oder Füßen, rutscht auf dem Stuhl herum, steht häufig auf obwohl er sitzenbleiben soll, exzessive motorische Aktivität
  • Impulsivität: platzt häufig Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist, kann häufig schwer warten bis er/sie an der Reihe ist, unterbricht und stört andere häufig


- die Auffälligkeiten müssen bereits vor dem Alter von sechs Jahren auftreten UND in mehreren Lebensbereichen nachweisbar sein

- die Auffälligkeiten treten am häufigsten in fremdbestimmten Situationen auf

- die einzelnen Symptome können mehr oder weniger ausgeprägt sein, wesewegen die Differenzierung in Subtypen sinnvoll ist; so tritt bspw. eine Aufmerksamkeitsstörung häufig auch ohne die Kritereien Hyperaktivität/Impulsivität auf

- die Symptome können zudem im Rahmen anderer psychischer Störungen auftreten

Die Auftretenshäufigkeit ist im höchsten Maße abhängig von der untersuchten Altersgruppe, den Kriterien und den Informanten (Eltern neigen im Vergleich zu Erziehrinnen zu einem „schnelleren“ Urteil)

- bei Jungen treten die Probleme häufiger auf als bei Mädchen

- bei etwa 80% der Betroffenen lassen sich außerdem weitere psychische Störungen identifizieren:

- in einer deutschen Studie sind das bei rund 40% aller Kinder und Jugendlichen mit der Diagnose einer ADHS der Fall 

- auch treten gehäuft Ängste und depressive Verstimmungen sowie Lernstörungen, Schulleistungsdefizite und allgmeine Intelligenzminderung auf

Q:

Was ist ein ATI-Effekt? Beschreibe diesen anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels

A:

ATI = Aptitude-Treatment-Interaction

- Aptitude = Eigenschaft oder Merkmal der Lernenden

- Treatment = Unterschiedliche Maßnahmen durch den Lehrenden

- Interaction = bezeichnet den statistischen Interaktionseffekt im varianzanalytischen Vorgehen


- bezeichnet die Wirksamkeit pädagogischer Interventionen

- die ATI-Forschung untersucht die Wechselwirkung zwischen Lernermerkmalen und Lehrermaßnahmen

- Nicht jede instruktionale Maßnahme tut allen Lernenden in gleicher Weise gut; trifft die richtige Maßnahme jedoch den richtigen Adressaten, so tritt der angestrebte Effekt auf
- Gewinnbringende Erkenntnis: Die Suche nach der besten Lehrmethode, dem besten Unterrichtsmedium, dem erfolgreichsten Lehrerverhalten stellt sich somit als naiv heraus.
- Ängstliche bzw. leistungsschwächere SuS profitieren eher von einer hohen Strukturierung, einer schrittweisen Stoffpräsentation und klar definierten Aufgabenstellungen; sie lernen durch Anpassung
- Leistungsstärkere bzw. selbstregulierte SuS profitieren eher von offenen und entdeckenlassenden Unterrichtsverfahren; sie lernen durch Selbstständigkeit
- Bei einer Passung zwischen Lernereigenschaften und Lehrmethode ist der Lernzuwachs am größten


Unterrichtsbeispiel: 

Sportunterricht: L. konfrontiert SuS mit einer neuen Situation, diese sollen einen Handstand machen und gibt dazu erstmal keine Anleitung oder Vorgaben. Selbstregulierte SuS würden daraufhin vermutlich einfach loslegen, sich ausprobieren und einen Handstand versuchen zu machen; ängstliche SuS hingegen könnten sich ohne die Anleitung hilflos fühlen und nicht wissen, was sie machen sollen bzw. wie sie anfangen sollen --> schwächere SuS haben hier einen Nachteil, selbstregulierte hingegen weniger Schwierigkeiten, da sie sich einfach ausprobieren (die SuS-Merkmale passen zur Lehrer-Maßnahme)

Q:

ADHS: Interventionsmethoden

A:

- ADHS kann die Entwicklung des Kindes erheblich behindern und dessen Umfeld enorm belasten
- Multimodale Therapie notwendig, da Generalisierungen von Therapien von einem Lebensbereich auf den
anderen nur unvollständig oder gar nicht gelingen
- Multimodale Interventionen umfassen:

  • Aufklärung und Beratung (Psychoedukation) der Eltern, der Betroffenen und der Erzieher 
  • Elterntraining und Intervention in der Familie (zur Verminderung der Symptomatik in der Familie)
  • Intervention im Kindergarten/in der Schule 
  • Kognitive Therapie (Selbstinstruktionstraining und Selbstmanagement, um Störungen zu reduzieren)
  • Pharmakotherapie (Ritalin)


- Kindzentrierte Interventionen können in Form von Spieltrainings durchgeführt werden
- Ab dem Schulalter Selbstinstruktionstraining = Aufmerksamkeit zentrieren, Impulsivität kontrollieren,
sich selbst verbal stoppen, Handlungsalternativen reflektieren

- Zusätzlich Selbstmanagement = Verhaltensprobleme wahrnehmen, modifizieren und sich selbst verstärken
- Medikamentöse Therapie vermindert extrem ausgeprägte ADHS Symptomatik,
beeindruckende Wirksamkeit --> 70% bis 90% sprechen positiv auf die Behandlung an; Behandlung ist allerdings nur wirksam, solange sie durchgeführt wird (Langzeitbehandlung), Nebenwirkungen überwiegend gering;
Kombination medikamentöser mit psychologischen und pädagogischen Interventionen unabdinglich

Q:

Nennen Sie die sechs Konzeptionen von Lehrertraining in der richtigen Reihenfolge

A:

Dem Anliegen, ein wissenschaftlich fundiertes und praxistaugliches Lehrertraining zu entwickeln, sollten einige wichtige Planungs- und Entscheidungsschritte vorausgehen:

1. Bestimmung des Trainingsbedarfs:

Kriterien formulieren, die für das Erreichen des übergeordneten Ziels, der Verbesserung der Bildungs- und Unterrichtsqualität, als bedeutsam erachtet werden

2. Bestimmung der Zielgruppe:

Beruflicher Status, Berufserfahrung, Alter, Geschlecht, Gruppengröße, Einstellung zu Trainings allgemein, Erwartungshaltung

3. Einschätzungen der Lernvoraussetzungen:

Prüfung der sachstrukturellen/inhaltlichen, methodischen und motivationalen Lernvoraussetzungen

4. Festlegung der Lernziele:

Es sollte spezifiziert werden, welche Einstellungsveränderungen (affektive) angestrebt werden, welche Wissens- und tiefere Verständnisprozesse (kognitive) vermittelt und welche konkreten Fertigkeitskompetenzen aus dem Praxiskontext (verhaltensorientierte) eingeübt werden sollen.

5. Konzeption spezifischer Trainingsaktivitäten:

Alternative Lernformen in Anlehnung an Silbermann (1998):

Analysieren einer Fallstudie, Demonstration eines bestimmten Zielverhaltens, Arbeitsgruppe, Lernquiz, Beobachtung mit dem Ziel der Aufmerksamkeitsfokussierung

6. Implementierung transferförderlicher Maßnahmen:

Der Erfolg solcher Trainings hängt von der längerfristigen Transfermöglichkeit in reale Anwendungskontexte ab. Zur Evaluation oder Optimierung von Trainingskonzepten eignet sich das VIP-Transfermodell (Pickl, 2004). Es postuliert drei Determinanten, die als bedeutsam erachtet

werden:

  • die Art der Vermittlung
  • die Merkmale der vermittelnden Inhalte
  •  die Merkmale der zu trainierenden Person
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