Pflege Als Profession at IU Internationale Hochschule | Flashcards & Summaries

Lernmaterialien für Pflege als Profession an der IU Internationale Hochschule

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TESTE DEIN WISSEN

1.1.1 Der christliche Glaube und die Pflege durch Angehörige

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TESTE DEIN WISSEN

Mit Beginn des Christentums wurde die Pflege als Dienst am Nächsten verstanden und professionelle Pflege außerhalb der Familie religiösen Gemeinschaften zugeschrieben.


Schon im Jahr 140 n. Chr. gab es christliche Fürsorgeeinrichtungen:

  • Klöster wurden nach und nach in ganz Europa errichtet 
  • Ordensbrüder versorgten hilfsbedürftige Menschen
  • die Pflege wurde als Akt der Nächstenliebe ohne finanzielle Gegenleistung erbracht
  • durch Spenden realisiert


Um 1500 n.Chr. entstand der Johanniterorden als bekanntester und ältester Pflegeorden:

  • ursprünglich als Ritterorden gegründet
  • die Menschen wurden von den Johannitern unabhängig von ihrem Glauben und ihrer Nationalität versorgt
  • die medizinische Versorgung stand unter dem Einfluss der arabischen Wissenschaft und war hervorragend
  • es wurden Techniken verwendet, die auch heute noch angewendet werden


Im 17. Jahrhundert entstanden große Pflegeorden, z.B. die Barmherzigen Schwestern

  • erst hier waren auch Frauen in der Pflege tätig


-> auch heute liegen dem Pflegeverständnis noch christliche Ideale und Werte zugrunde


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TESTE DEIN WISSEN

1.1.3 Theodor Fliedner

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TESTE DEIN WISSEN
  • Theodor Fliedner wurde 1800 als Pfarrerssohn geboren
  • studierte Theologie und wurde Pfarrer in Kaiserswerth
  • Er sah die Not in seiner Gemeinde und erkannte es als seine Berufung und sein Lebenswerk an, Menschen zu helfen.
  • er sammelte Spenden und errichtete viele soziale Einrichtungen
  • Die Diakonissenanstalt Kaiserswerth als Bildungsanstalt für evangelische Pflegerinnen war nach dem Mutterhausprinzip aufgebaut:
    • die Pflegerinnen absolvierten nicht nur ihre Ausbildung dort, sondern lebten hier auch
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1.1.4 Florence Nightingale

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TESTE DEIN WISSEN

Florence Nightingale

  • wurde 1820 in Florenz geboren
  • sammelte als zehnjährige erste Erfahrungen in der Pflege mit Grippe-Erkrankten
  • beschloss 1845 gegen den Willen der Eltern ihr Leben der Krankenpflege zu widmen
  • erwarb ihre Kenntnisse in einem dreimonatigen Praktikum im Krankenhaus von Salisbury
  • hospitierte in der Kaiserswerther Diakonie von Theodor Fliedner
  • versorgte in der Zeit des Krimkriegs verwundete Soldaten, bekam hier den Spitznamen "The Lady with the Lamp"
  • erhielt 1910, kurz vor ihrem Tod  den britischen Verdienstorden
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1.1.5 Agnes Karll

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Agnes Karll

  • lebte von 1868 bis 1927 und war Krankenpflegerin
  • 1891 begann ihre berufspolitische Arbeit für die Pflege
  • wollte die Rechte der freiberuflich arbeitenden Schwestern schützen
  • 1903 gründete sie die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BOKD), dem Vorreiter des heutigen Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK)
  • forderte eine dreijährige Ausbildung in der Krankenpflege und die geschützte Berufsbezeichnung Krankenschwester
  • 1906 wurde daraufhin in Preußen erstmals eine Krankenpflegeausbildung gesetzlich geregelt
  • war Gründungsmitglied des, 1904 gegründeten ICN, wurde 1909 zur Präsidentin ernannt
  • war somit auch auf internationaler Ebene aktiv
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1.3.2 Die generalistische Ausbildung

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Gesetz über die Pflegeberufe (Pflegeberufegesetz - PflBG):

  • wurde 2017 erlassen, trat 2020 in Kraft
  • änderte die Berufsbezeichnung in Pflegefachfrau / -mann
  • in § 4 sind vorbehaltene Tätigkeiten aufgeführt
    • die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs
    • die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses
    • die Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege
  • die Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit oder in Teilzeit maximal fünf Jahre
  • das Pflegeziel bezieht sich auf die Pflege von Menschen aller Altersgruppen in unterschiedlichen Settings


Die generalistische Ausbildung:

  • die ursprünglich drei Ausbildungsberufe Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie die Altenpflege wurden zu einem Ausbildungsberuf zusammengefasst
  • generalistische Ausbildung in den ersten zwei Jahren, ein Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung
  • das dritte Jahr kann wahlweise 
    • generalistisch erfolgen -> Berufsabschluss Pflegefachfrau /- mann
    • oder mit Vertiefung in der Alten- oder Kinderkrankenpflege erfolgen, mit der Berufsbezeichnung Altenpfleger/-in oder Kinderkrankenpfleger/-in
  • Anerkennung der generalistischen Ausbildung in anderen EU-Mitgliedsstaaten durch die EU-Richtlinien
  • Anerkennung der gesonderten Abschlüsse, Altenpflege und Kinderkrankenpflege im Rahmen einer Einzelfallprüfung

Das Altenpflegegesetz sowie das Krankenpflegegesetz sind am 31. Dezember 2019 außer Kraft getreten.

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1.3.3 Der Pflegebedürftigkeitsbegriff

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Seit dem 01. Januar 2017 gelten fünf Pflegegrade:

  • bisher beriefen sich die Pflegestufen hauptsächlich auf körperliche Einschränkungen und Defizite
  • jedoch nimmt die Zahl der demenziellen Erkrankungen zu
  • die neuen Pflegegrade berücksichtigen sowohl körperliche als auch geistig-seelische Einschränkungen
  • sie richten sich ebenso nach der  Selbstständigkeit des Patienten
  • der Zeitaufwand wird abgerechnet
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1.3.4 Die Akademisierung der Pflege

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TESTE DEIN WISSEN

Pflege kann mit unterschiedlicher Schwersetzung studiert werden, zu einer Professionalisierung kam es jedoch noch nicht.

Die Studienangebote konzentrieren  sich auf Lehr-, Leitungs- und wissenschaftliche Tätigkeit.

Erst in jüngster Zeit wurde durch die Errichtung von dualen Studiengängen der eigentlichen Pflegearbeit Rechnung getragen.


Nach dem Zweiten Weltkrieg:

  • es gibt Bemühungen, Studienmöglichkeiten für die Pflege aufzubauen
  • Notwendigkeit und Sinn werden weder von der Kirche und der eigenen Berufsgruppe gesehen
  • Pflege könne von jedem Individuum durchgeführt werden, eine höhere Qualifikation sei nicht nötig


Die Anforderungen an die Pflege ändern sich: 

  • mehr chronische Erkrankungen
  • steigende Lebenserwartung
  • demografischer Wandel
  • Multimorbidität
  • ...


Studiengänge in der Pflege:

  • zumeist an der Fachhochschule angesiedelt:
    • zurückhaltende Akademisierung
  • Studium an Universitäten:
    • Forschung wird betrieben
    • höherer Schwerpunkt auf Wissenschaft
  • pädagogisch ausgerichtete Studiengänge häufig an Universitäten
  • erstes Pflegestudium 2004 an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin


Neue Aufgabenbereiche:

  • wissenschaftliche Ausrichtung mit unterschiedlichen neuen Aufgaben
  • wissenschaftliche Laufbahn mit forschungs- und anwendungsorientierten Projekten


Vorteile des Pflege-Studiums:

  • Verknüpfung Examen mit Bachelor
  • Anforderungen an Pflege steigen durch kürzere Liegezeiten, chronische Krankheiten oder Multimorbidität
  • erweiterte Kompetenzen und Verantwortung, mehr Gehalt
  • Zahl der Bewerber steigt durch Attraktivitätssteigerung
  • verbesserte Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegenden, da auf Augenhöhe
  • vorbehaltende, vorrangige Tätigkeiten




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1.3.5 Entwicklung der Akademisierung in der Pflege

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DDR 1963:

  • Implementierung zweier Studiengänge an der Humboldt-Universität Berlin
    • Diplom-Medzinpädagogik
    • Diplom-Pflegepädagogik

Alte Bundesländer Deutschlands:

  • erst 1975 Studiengänge an der Universität Hamburg
  • 1982 in Osnabrück
  • 1990 Fachhochschulen mit Studiengängen für Lehrpersonal


Aktuell zwei parallele Bildungssysteme:

  • Duales Studium:
    • geregelt im Berufsbildungsgesetz (BBiG)
    • Zuständigkeit: Kultusministerien der Länder
    • Ausbildung an öffentlichen berufsbildenden Schulen
    • Lehrerbildung: erstes Staatsexamen an Universitäten
  • Ausbildung in terapeutischen und diagnostischen Gesundheitsfach- und Pflegeberufen:
    • geregelt im Berufszulassungsgesetz
    • Zuständigkeit: Sozial-, Gesundheits- und Arbeitsministerien der Bundesländer
    • Ausbildung an Schulen des Gesundheitswesens
    • Lehrerbildung: Diplom in Pflegepädagogik oder Berufspädagogik an Fachhochschulen
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TESTE DEIN WISSEN

1.2.1 Entwicklung der gesellschaftlichen Anerkennung

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TESTE DEIN WISSEN

Der Pflegeberuf ist eine Frauendomäne.

Er ist der Medizin untergeordnet und auf Anweisungen der Ärzte angewiesen.

Dennoch stellen die beruflich Pflegenden im deutschen Gesundheitssystem die größte Berufsgruppe.

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Krankenpflege erst allmählich zu einem staatlich anerkannte Beruf, daran waren maßgeblich Agnes Karll und Florence Nightingale beteiligt.


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts:

  • kein definiertes Berufsbild, keine einheitliche Ausbildung und keine soziale Absicherung
  • durch unzuverlässige, unqualifizierte und korrupte Wärter, die gesellschaftlich geächtet waren -> negatives Bild der gesamten Berufsgruppe

Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts:

  • Rotkreuzschwesternschaft entwickelt sich
  • die Pflege wird als ärztliche Hilfstätigkeit definiert

Im Laufe des 19. Jahrhunderts:

  • Pflege entwickelt sich zu einem reinen Frauenberuf
  • Frauen gelten als besonders geeignet zu pflegen, emotional zu begleiten und haushaltsnahe Tätigkeiten zu übernehmen



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TESTE DEIN WISSEN

1.2.2 Berufsbezeichnung in Deutschland

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TESTE DEIN WISSEN

Bis Ende 2019:

  • drei Pflegeberufe als Alleinstellungsmerkmal in Deutschland
    • Gesundheits- und Krankenpflege
    • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
    • Altenpflege
  • diese Dreiteilung existiert in anderen Ländern der europäischen Union nicht
  • die Berufsangehörigen konzentrieren sich auf unterschiedliche Lebensphasen des Patienten


Da sich der Fokus der Arbeit stark unterscheidet:

Gesundheitsdienstberufe:

  • Gesundheits- und Krankenpflege
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
  • Fokus liegt auf der Pflege

Soziale Berufe:

  • Altenpflege
  • Fokus liegt auf Biografie und Beschäftigung

Hilfesberufe:

  • Krankenpflegehelfer/in
  • Altenpflegehelfer/in
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TESTE DEIN WISSEN

1.2.3 Das Krankenpflegegesetz

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TESTE DEIN WISSEN

2004:

Erneuerung des Krankenpflegegesetzes von 1985:

  • neue Berufsbezeichnung: Gesundheits- und Krankenpflege, bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
  • Pflege übernimmt auch Aufgaben der Prävention und Gesundheitsfürsorge


Ziele der Pflege als Beruf:

  • festgelegt in einer Ausbildungsordnung
  • Ausbildungsziel in § 3 Abs. 1 des Krankenpflegegesetzes festgelegt:
  • die Ausbildung:
    • vermittelt Inhalte und Aspekte zur Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten
    • integriert die physische und psychische Gesundheit
    • es kommen präventive, rehabilitative und palliative Aspekte zum Tragen
    • es werden die Lebenssituation, das Setting, die Selbstständigkeit des Patienten berücksichtigt
    • findet an einer staatlich zugelassenen Pflegeschule statt
    • es müssen bestimmte Fachrichtungen durchlaufen werden
  • Ausserdem:
    • Zugangsvoraussetzung:  Realschulabschluss oder gleichwertiger Ausbildung
    • Ausbildungsdauer: drei Jahre
    • Theorie: 2.100 Stunden; Praxis: 2.500 Stunden
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1.3.1 Der allgemeine Wandel im 20. und 21. Jahrhundert

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TESTE DEIN WISSEN

In den 1970er Jahren:

Krankenhäuser als gemeinwohlorientierte Einrichtungen, die keinen wirtschaftlichen Zweck erfüllen müssen.

Mitte der 1980er Jahre:

Krankenhäuser werden zunehmend als Wirtschaftsunternehmen geführt, die sich selbst finanzieren und durch den Verkauf ihrer Leistungen wirtschaften müssen.

-> schlechtere Arbeitsbedingungen in der Pflege


Durch das Krankenpflegegesetz aus dem Jahr 2004 wurden die Pflegewissenschaften sowie Bezugswissenschaften in die Ausbildung integriert.

Ein Hochschulabschluss für Lehrkräfte und die praktische Ausbildung durch Praxisanleiter wurde gefordert.

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  • 363 Lernmaterialien

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Q:

1.1.1 Der christliche Glaube und die Pflege durch Angehörige

A:

Mit Beginn des Christentums wurde die Pflege als Dienst am Nächsten verstanden und professionelle Pflege außerhalb der Familie religiösen Gemeinschaften zugeschrieben.


Schon im Jahr 140 n. Chr. gab es christliche Fürsorgeeinrichtungen:

  • Klöster wurden nach und nach in ganz Europa errichtet 
  • Ordensbrüder versorgten hilfsbedürftige Menschen
  • die Pflege wurde als Akt der Nächstenliebe ohne finanzielle Gegenleistung erbracht
  • durch Spenden realisiert


Um 1500 n.Chr. entstand der Johanniterorden als bekanntester und ältester Pflegeorden:

  • ursprünglich als Ritterorden gegründet
  • die Menschen wurden von den Johannitern unabhängig von ihrem Glauben und ihrer Nationalität versorgt
  • die medizinische Versorgung stand unter dem Einfluss der arabischen Wissenschaft und war hervorragend
  • es wurden Techniken verwendet, die auch heute noch angewendet werden


Im 17. Jahrhundert entstanden große Pflegeorden, z.B. die Barmherzigen Schwestern

  • erst hier waren auch Frauen in der Pflege tätig


-> auch heute liegen dem Pflegeverständnis noch christliche Ideale und Werte zugrunde


Q:

1.1.3 Theodor Fliedner

A:
  • Theodor Fliedner wurde 1800 als Pfarrerssohn geboren
  • studierte Theologie und wurde Pfarrer in Kaiserswerth
  • Er sah die Not in seiner Gemeinde und erkannte es als seine Berufung und sein Lebenswerk an, Menschen zu helfen.
  • er sammelte Spenden und errichtete viele soziale Einrichtungen
  • Die Diakonissenanstalt Kaiserswerth als Bildungsanstalt für evangelische Pflegerinnen war nach dem Mutterhausprinzip aufgebaut:
    • die Pflegerinnen absolvierten nicht nur ihre Ausbildung dort, sondern lebten hier auch
Q:

1.1.4 Florence Nightingale

A:

Florence Nightingale

  • wurde 1820 in Florenz geboren
  • sammelte als zehnjährige erste Erfahrungen in der Pflege mit Grippe-Erkrankten
  • beschloss 1845 gegen den Willen der Eltern ihr Leben der Krankenpflege zu widmen
  • erwarb ihre Kenntnisse in einem dreimonatigen Praktikum im Krankenhaus von Salisbury
  • hospitierte in der Kaiserswerther Diakonie von Theodor Fliedner
  • versorgte in der Zeit des Krimkriegs verwundete Soldaten, bekam hier den Spitznamen "The Lady with the Lamp"
  • erhielt 1910, kurz vor ihrem Tod  den britischen Verdienstorden
Q:

1.1.5 Agnes Karll

A:

Agnes Karll

  • lebte von 1868 bis 1927 und war Krankenpflegerin
  • 1891 begann ihre berufspolitische Arbeit für die Pflege
  • wollte die Rechte der freiberuflich arbeitenden Schwestern schützen
  • 1903 gründete sie die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BOKD), dem Vorreiter des heutigen Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK)
  • forderte eine dreijährige Ausbildung in der Krankenpflege und die geschützte Berufsbezeichnung Krankenschwester
  • 1906 wurde daraufhin in Preußen erstmals eine Krankenpflegeausbildung gesetzlich geregelt
  • war Gründungsmitglied des, 1904 gegründeten ICN, wurde 1909 zur Präsidentin ernannt
  • war somit auch auf internationaler Ebene aktiv
Q:

1.3.2 Die generalistische Ausbildung

A:

Gesetz über die Pflegeberufe (Pflegeberufegesetz - PflBG):

  • wurde 2017 erlassen, trat 2020 in Kraft
  • änderte die Berufsbezeichnung in Pflegefachfrau / -mann
  • in § 4 sind vorbehaltene Tätigkeiten aufgeführt
    • die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs
    • die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses
    • die Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege
  • die Ausbildung dauert drei Jahre in Vollzeit oder in Teilzeit maximal fünf Jahre
  • das Pflegeziel bezieht sich auf die Pflege von Menschen aller Altersgruppen in unterschiedlichen Settings


Die generalistische Ausbildung:

  • die ursprünglich drei Ausbildungsberufe Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie die Altenpflege wurden zu einem Ausbildungsberuf zusammengefasst
  • generalistische Ausbildung in den ersten zwei Jahren, ein Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung
  • das dritte Jahr kann wahlweise 
    • generalistisch erfolgen -> Berufsabschluss Pflegefachfrau /- mann
    • oder mit Vertiefung in der Alten- oder Kinderkrankenpflege erfolgen, mit der Berufsbezeichnung Altenpfleger/-in oder Kinderkrankenpfleger/-in
  • Anerkennung der generalistischen Ausbildung in anderen EU-Mitgliedsstaaten durch die EU-Richtlinien
  • Anerkennung der gesonderten Abschlüsse, Altenpflege und Kinderkrankenpflege im Rahmen einer Einzelfallprüfung

Das Altenpflegegesetz sowie das Krankenpflegegesetz sind am 31. Dezember 2019 außer Kraft getreten.

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Q:

1.3.3 Der Pflegebedürftigkeitsbegriff

A:

Seit dem 01. Januar 2017 gelten fünf Pflegegrade:

  • bisher beriefen sich die Pflegestufen hauptsächlich auf körperliche Einschränkungen und Defizite
  • jedoch nimmt die Zahl der demenziellen Erkrankungen zu
  • die neuen Pflegegrade berücksichtigen sowohl körperliche als auch geistig-seelische Einschränkungen
  • sie richten sich ebenso nach der  Selbstständigkeit des Patienten
  • der Zeitaufwand wird abgerechnet
Q:

1.3.4 Die Akademisierung der Pflege

A:

Pflege kann mit unterschiedlicher Schwersetzung studiert werden, zu einer Professionalisierung kam es jedoch noch nicht.

Die Studienangebote konzentrieren  sich auf Lehr-, Leitungs- und wissenschaftliche Tätigkeit.

Erst in jüngster Zeit wurde durch die Errichtung von dualen Studiengängen der eigentlichen Pflegearbeit Rechnung getragen.


Nach dem Zweiten Weltkrieg:

  • es gibt Bemühungen, Studienmöglichkeiten für die Pflege aufzubauen
  • Notwendigkeit und Sinn werden weder von der Kirche und der eigenen Berufsgruppe gesehen
  • Pflege könne von jedem Individuum durchgeführt werden, eine höhere Qualifikation sei nicht nötig


Die Anforderungen an die Pflege ändern sich: 

  • mehr chronische Erkrankungen
  • steigende Lebenserwartung
  • demografischer Wandel
  • Multimorbidität
  • ...


Studiengänge in der Pflege:

  • zumeist an der Fachhochschule angesiedelt:
    • zurückhaltende Akademisierung
  • Studium an Universitäten:
    • Forschung wird betrieben
    • höherer Schwerpunkt auf Wissenschaft
  • pädagogisch ausgerichtete Studiengänge häufig an Universitäten
  • erstes Pflegestudium 2004 an der Evangelischen Fachhochschule in Berlin


Neue Aufgabenbereiche:

  • wissenschaftliche Ausrichtung mit unterschiedlichen neuen Aufgaben
  • wissenschaftliche Laufbahn mit forschungs- und anwendungsorientierten Projekten


Vorteile des Pflege-Studiums:

  • Verknüpfung Examen mit Bachelor
  • Anforderungen an Pflege steigen durch kürzere Liegezeiten, chronische Krankheiten oder Multimorbidität
  • erweiterte Kompetenzen und Verantwortung, mehr Gehalt
  • Zahl der Bewerber steigt durch Attraktivitätssteigerung
  • verbesserte Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegenden, da auf Augenhöhe
  • vorbehaltende, vorrangige Tätigkeiten




Q:

1.3.5 Entwicklung der Akademisierung in der Pflege

A:

DDR 1963:

  • Implementierung zweier Studiengänge an der Humboldt-Universität Berlin
    • Diplom-Medzinpädagogik
    • Diplom-Pflegepädagogik

Alte Bundesländer Deutschlands:

  • erst 1975 Studiengänge an der Universität Hamburg
  • 1982 in Osnabrück
  • 1990 Fachhochschulen mit Studiengängen für Lehrpersonal


Aktuell zwei parallele Bildungssysteme:

  • Duales Studium:
    • geregelt im Berufsbildungsgesetz (BBiG)
    • Zuständigkeit: Kultusministerien der Länder
    • Ausbildung an öffentlichen berufsbildenden Schulen
    • Lehrerbildung: erstes Staatsexamen an Universitäten
  • Ausbildung in terapeutischen und diagnostischen Gesundheitsfach- und Pflegeberufen:
    • geregelt im Berufszulassungsgesetz
    • Zuständigkeit: Sozial-, Gesundheits- und Arbeitsministerien der Bundesländer
    • Ausbildung an Schulen des Gesundheitswesens
    • Lehrerbildung: Diplom in Pflegepädagogik oder Berufspädagogik an Fachhochschulen
Q:

1.2.1 Entwicklung der gesellschaftlichen Anerkennung

A:

Der Pflegeberuf ist eine Frauendomäne.

Er ist der Medizin untergeordnet und auf Anweisungen der Ärzte angewiesen.

Dennoch stellen die beruflich Pflegenden im deutschen Gesundheitssystem die größte Berufsgruppe.

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich die Krankenpflege erst allmählich zu einem staatlich anerkannte Beruf, daran waren maßgeblich Agnes Karll und Florence Nightingale beteiligt.


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts:

  • kein definiertes Berufsbild, keine einheitliche Ausbildung und keine soziale Absicherung
  • durch unzuverlässige, unqualifizierte und korrupte Wärter, die gesellschaftlich geächtet waren -> negatives Bild der gesamten Berufsgruppe

Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts:

  • Rotkreuzschwesternschaft entwickelt sich
  • die Pflege wird als ärztliche Hilfstätigkeit definiert

Im Laufe des 19. Jahrhunderts:

  • Pflege entwickelt sich zu einem reinen Frauenberuf
  • Frauen gelten als besonders geeignet zu pflegen, emotional zu begleiten und haushaltsnahe Tätigkeiten zu übernehmen



Q:

1.2.2 Berufsbezeichnung in Deutschland

A:

Bis Ende 2019:

  • drei Pflegeberufe als Alleinstellungsmerkmal in Deutschland
    • Gesundheits- und Krankenpflege
    • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
    • Altenpflege
  • diese Dreiteilung existiert in anderen Ländern der europäischen Union nicht
  • die Berufsangehörigen konzentrieren sich auf unterschiedliche Lebensphasen des Patienten


Da sich der Fokus der Arbeit stark unterscheidet:

Gesundheitsdienstberufe:

  • Gesundheits- und Krankenpflege
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
  • Fokus liegt auf der Pflege

Soziale Berufe:

  • Altenpflege
  • Fokus liegt auf Biografie und Beschäftigung

Hilfesberufe:

  • Krankenpflegehelfer/in
  • Altenpflegehelfer/in
Q:

1.2.3 Das Krankenpflegegesetz

A:

2004:

Erneuerung des Krankenpflegegesetzes von 1985:

  • neue Berufsbezeichnung: Gesundheits- und Krankenpflege, bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflege
  • Pflege übernimmt auch Aufgaben der Prävention und Gesundheitsfürsorge


Ziele der Pflege als Beruf:

  • festgelegt in einer Ausbildungsordnung
  • Ausbildungsziel in § 3 Abs. 1 des Krankenpflegegesetzes festgelegt:
  • die Ausbildung:
    • vermittelt Inhalte und Aspekte zur Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten
    • integriert die physische und psychische Gesundheit
    • es kommen präventive, rehabilitative und palliative Aspekte zum Tragen
    • es werden die Lebenssituation, das Setting, die Selbstständigkeit des Patienten berücksichtigt
    • findet an einer staatlich zugelassenen Pflegeschule statt
    • es müssen bestimmte Fachrichtungen durchlaufen werden
  • Ausserdem:
    • Zugangsvoraussetzung:  Realschulabschluss oder gleichwertiger Ausbildung
    • Ausbildungsdauer: drei Jahre
    • Theorie: 2.100 Stunden; Praxis: 2.500 Stunden
Q:

1.3.1 Der allgemeine Wandel im 20. und 21. Jahrhundert

A:

In den 1970er Jahren:

Krankenhäuser als gemeinwohlorientierte Einrichtungen, die keinen wirtschaftlichen Zweck erfüllen müssen.

Mitte der 1980er Jahre:

Krankenhäuser werden zunehmend als Wirtschaftsunternehmen geführt, die sich selbst finanzieren und durch den Verkauf ihrer Leistungen wirtschaften müssen.

-> schlechtere Arbeitsbedingungen in der Pflege


Durch das Krankenpflegegesetz aus dem Jahr 2004 wurden die Pflegewissenschaften sowie Bezugswissenschaften in die Ausbildung integriert.

Ein Hochschulabschluss für Lehrkräfte und die praktische Ausbildung durch Praxisanleiter wurde gefordert.

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