Ambulante Und Stationäre Jugendarbeit at IU Internationale Hochschule | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Ambulante und stationäre Jugendarbeit an der IU Internationale Hochschule

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Ambulante und stationäre Jugendarbeit Kurs an der IU Internationale Hochschule zu.

TESTE DEIN WISSEN

Du arbeitest fürs Jugendamt und sollst eine Gefährdungseinschätzung durchführen. Wie gehst du vor

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TESTE DEIN WISSEN

Es gibt bundesweit kein einheitliches Verfahren zur Gefährdungseinschätzung – es werden ganz unterschiedliche Methoden eingesetzt.

Zentrale Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung können sein:

  • „Äußere Erscheinung des Kindes (z. B. massive Verletzungen ohne erklärbare Ursache, starke Unterernährung),
  • Verhalten des Kindes (z. B. Übergriffe gegen andere Personen, apathisches, verängstigendes Handeln, Äußerungen des Kindes, Straftaten),
  • Verhalten der Eltern oder anderer Erziehungspersonen (z. B. unzureichende Ernährung, Gewalt gegenüber dem Kind, Unterlassung von Krankenbehandlung, Isolierung des Kindes),
  • familiäre Situation (z. B. Obdachlosigkeit, Einsatz des Kindes zum Betteln),
  • persönliche Situation der Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten (z. B. häufig unter Alkoholeinfluss, Drogen, verwirrtes Erscheinungsbild),
  • Wohnsituation (z. B. „vermüllte“ oder verdreckte Wohnung).

Bewertung der Lebensumstände im Einzelfall

  • mögliche Schädigungen, die bei den Kindern zukünftig auftreten können oder
  • bereits eingetreten sind,
  •  die Erheblichkeit der Gefährdungsmomente und des erwarteten Schadens,
  •  den Grad der Wahrscheinlichkeit des Schadeneintritts,
  •  die Fähigkeit der Personensorgeberechtigten, die Gefahr abzuwenden,
  •  die Bereitschaft der Eltern die Gefahr abzuwenden.

Vorgehen bei einer Kindeswohlgefährdung

  • „Wahrnehmung gewichtiger Anhaltspunkte für eine mögliche Kindeswohlgefährdung
  •  Einschätzung des Gefährdungsrisikos im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte
  • Einbezug von Erziehungsberechtigten sowie betroffenen Kindern und Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung – soweit dadurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird
  • Wenn erforderlich, Verschaffung eines unmittelbaren persönlichen Eindrucks von dem Kind und seiner persönlichen Umgebung – in der Regel im Rahmen eines Hausbesuchs
  • Angebot von geeigneten Hilfen an die Erziehungsberechtigten, um die Gefährdung abzuwenden
  •  Anrufung des Familiengerichts, wenn erforderlich; auch dann, wenn Eltern nicht bereit oder in der Lage sind, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken
  • Bei dringender Gefahr sofortige Inobhutnahme – auch ohne Entscheidung des Familiengerichts möglich, wenn diese nicht abgewartet werden kann
  • ggf. bei den PSB hinwirken auf die Inanspruchnahme der Leistungen anderer Leistungsträger, der Einrichtungen der Gesundheitshilfe oder der Polizei, wenn dies zur Abwendung der Gefährdung notwendig ist; falls ein sofortiges Tätigwerden von Leistungsträgern zur Abwendung der Gefährdung erforderlich ist und die Erziehungsberechtigten nicht mitwirken, Einschaltung dieser Stellen durch das JA
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TESTE DEIN WISSEN

Beschreibe das Hilfeplanverfahren

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TESTE DEIN WISSEN

Phasen

  • Falleingangsphase (Kontaktaufnahme zu JA) 
  • Hilfeplanung als kooperativer Prozess (Phase vom Antrag bis zum ersten HPG; Aushandlungsprozesse mit allen Beteiligten; Entscheidung über geeignete Hilfen)
  • Beobachtung + Steuerung des laufenden Hilfeprozesses (Umsetzung überprüfen/ anpassen) 
  • Beendigung + Auswertung des Hilfeprozesses (Reflexion/Bewertung in Auswertungsgespräch)

Idealtypischer Ablauf:

  • X Kontaktaufnahme mit JA/ Krisenintervention/ Meldung → Erkennen Problemsituation von Amts wegen (kein Antrag nötig)
  • X Info + Beratung der PSB + Minderjährigen (§14)
  • X Fallbegleitende Fachkraft hält Rücksprache mit Betroffenen, macht eine Bedarfsabschätzung → psycho-soziale/ sozialpädagogische Diagnose
  • X Reflexion im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte (über erzieherischen Bedarf: Problem + geeignete Hilfe: Lösung)
  • X Betroffenen werden beraten, Ergebnisse vorgeschlagen, Konsequenzen + Alternativen (§36) aufgezeigt → PSB haben Wunsch- + Wahlrecht (§5)
  • X Hilfeplan wird gemeinsam mit PSB, Minderjährigen, ASD-externer Fachkräften erstellt
  • X verbindliche Entscheidung über Hilfegewährung (durch Verwaltungsakt)
  • X Durchführung der Hilfe
  • X Begleitende Beratung + Unterstützung der Familien (§37)
  • X Überprüfung + Weiterentwicklung des HP, ggf. Rückkehroptionen überprüfen
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Mitbestimmungsrechte

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§36-Recht auf gemeinsame Aufstellung des Hilfeplans

§4a-organisierte Zusammenschlüsse zur Selbstvertretung

§5-Wunsch- und Wahlrecht

§8-Beteiligung/Beratung von Ki/Ju in verständlicher Form

§9-gleichberechtigte Teilhabe

§45 Abs. 2-Selbstvertretungs- Beteiligungs und Beschwerdemöglichkeiten innerhalb und außerhalb von Einrichtungen

§9a-Einrichtung von Ombusstellen

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Grundprinzipien § 31 (SPFH)

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TESTE DEIN WISSEN
  • die Langfristigkeit der Hilfen,

  • die pädagogische Hilfe innerhalb der Umwelt der Familie,

  • die konkrete, praktische Ausrichtung der Hilfen,

  • die Hilfeleistung durch eine bestimmte Einzelperson, die viel Nähe zu der Familie

    und den Problemen hat,

  • Öffnung der Familie nach außen, um Isolation aufzubrechen und dadurch Ressour-

    cen zu erschließen 

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Traumaarbeit erklären

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Traumata treten auf, wenn Ereignisse eintreten, die die normalen Anpassungsstrategien der Menschen überfordern. Natürliche Reaktionen wie Kampf/ Flucht sind nicht möglich. Die Betroffenen verspüren Gefühle wie lähmende Angst, Kontrollverlust & Hilflosigkeit. Ereignisse die Traumata auslösen können sind bspw. körperliche/ sexualisierte Gewalt oder das Bezeugen von häuslicher Gewalt. Die schwerste Form ist die Bindungstraumatisierung, da sie von den nächsten Bezugspersonen ausgeht. Diese bewirkt desorganisertes/ desorientiertes Bindungsmuster bis hin zu Bindungsstörung. Sie wirkt sich auf alle psychischen, sozialen und körperlichen Bereiche aus und beeinflusst Selbstbild, Erleben & Verhalten. Der Zweck von Störungen sind eine frühe Gefahrenerkennung und Überlebenssicherung in gefährlichen Situationen (durch z.B. misstrauische Grundhaltung, erhöhter Adrenalinausschüttung).

Die Möglichkeit Traumata zu verarbeiten hängt von folgenden Faktoren ab: Mittlerfaktoren: je jünger Kind ist + je häufiger Traumageschehen auftritt, desto schwerwiegender die Folgen & Protektive (schützende) Faktoren: Resilienz (z.B. begünstigt durch Großfamilie, verlässliche erwachsene Bezugspersonen, kontaktfreudiges Temperament).

Traumabearbeitung nach Weiß (Ziele): Veränderung dysfunktionaler Einstellungen, Geschehnisse in Lebensgeschichte einordnen, Sinnfindung, Körperfürsorge, Selbstregulation von traumatischem Stress, respektierende Haltung ggü. eigener Beeinträchtigung, Chancen zur sozialen Teilhabe

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TESTE DEIN WISSEN

Beschreibe die Tagesgruppe

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TESTE DEIN WISSEN

Die Erziehung in der Tagesgruppe ist eine teilstationäre Hilfe zur Erziehung und richtet sich an Kinder und Jugendliche mit besonderem erzieherischen Unterstützungsbedarf, insbesondere im Sozialverhalten und/oder im schulischen Bereich.

Aufgaben:

  • die Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen durch soziales Lernen in der Gruppe.
  • Begleitung der schulischen Förderung und Elternarbeit unterstützen.
  • dadurch den Verbleib des Kindes oder des Jugendlichen in seiner Familie sichern.

Zugang erfolgt über das Hilfeplanverfahren unter Beteiligung von JA, Familie, Fachkräfte der Einrichtung & ggf. der Fachkräfte aus der Schule (z.B. Klassenlehrer, Schulsozialarbeiter). Im Rahmen des HP-verfahrens werden die konkreten Ziele & Handlungsschritte vereinbart.

Wichtig für die Arbeit in TG sind klare Tagesstrukturen sowie berechenbares, verlässliches Interaktionsverhalten seitens der Fachkräfte. Das bietet der Zielgruppe die dringend benötigte Stabilität und Sicherheit.

Angebote/ Methoden: Sozialpädagogische Gruppenarbeit, sozpäd./ heilpäd./ therapeutische Einzelförderung, Förderung der schulischen Entwicklung, Elternarbeit und Erziehungskompetenzen stärken durch z.B. Hausbesuche, Elternnachmittage, Freizeitaktivitäten, etc.)

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Arbeitsweise und Methoden § 31

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  • intensiv und lebensweltorientiert
  • Lebensbewältigung durch modellhaftes Handeln
  • Konfliktmanagement z.B. durch Beratungsgespräche
  • Kommunikation mit Behörden
  • Freizeitaktiviten

->oft Multiproblemfamilien


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Beschreibe die sozialpädagogische Diagnose

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Sozialpädag.-hermeneutische Diagnose nach Uhlendorff & Mollenhauer in 3 Phasen:

  • Sprechen über die Lebenssituation:
    Beschreibung der Schwierigkeiten anhand sprachlicher Äußerungen (in Sprache der Betroffenen) → Konflikthafte Lebensthemen ausloten → Betroffene geben Auskunft an welchen Stellen sie überfordert sind
  • Deutung von Lebensthemen:
    Betroffene sollen ihre Selbst- + Weltdeutung + Lebensthemen genau beschreiben. Jugendhilfe zielt u.a. auf Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit → Vermittlung gesellschaftlicher Entwicklungs- + Normalitätserwartungen.
    Kategorien/ Dimensionen von pädagogischen Interaktionen + Selbstbildungsprozessen, innerhalb derer klassische Entwicklungsaufgaben herausgearbeitet werden: 1. Selbstbild, 2. zeitliche Schemata erwerben, 3. Körperkonzepte entwickeln, 4. moralische, normative Orientierungen bilden 
  • Pädagogische Aufgabenstellung:
    Lebensthemen + dazugehörige Entwicklungserwartungen, die Betroffene überfordern werden genau beschrieben. Fachkräfte machen konkretes Angebot zur Ausgestaltung der pädagogischen Maßnahmen → Angebot = Vorschläge → kann Jugendlicher auch ablehnen. Diagnose + Planung dienen als „Arbeitshypothesen“ im zirkulären pädagogischen Prozess → können korrigiert + angepasst werden
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Arbeitsschritte des Diagnoseverfahrens

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  1. Vorbereitung des Familieninterviews
  2. Hausbesuch von Fachkräften, Genogramm (Rekonstruktion Familiengeschichte)
  3. Interviewphase (alle Familienmitglieder befragen mittels Leitfaden + Tonband)
  4. Teamsitzung: Tonband abhören + Protokoll der Äußerungen erstellen nach Kriterien:
    Biografie, sozioökonomischer Rahmen, Erfahrungen mit öff. Einrichtungen, familiäre Arbeitsteilung + Zeitstrukturen, Selbstbilder + Personenentwürfe, Interaktions- + Fürsorgemuster, Unterstützungs- + Helfersystem, Partnerschaft, Belastungen, Hilfeplan. Zentrale Konfliktthemen gesammelt + ausgewertet → pädagogische Handlungsvorschläge entwickelt
  5. Aushandlungsprozess mit Familie

→ Ergebnisse der Diagnose bilden Grundlage für Hilfeplangespräch

→ Einsatz auch außerhalb der Jugendhilfe im Jugendstrafvollzug → lebenswelterschließende, hilfreiche             Methode, da sie Motivation + Kooperationsbereitschaft fördert → Jugendliche fühlen sich ernst genommen

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TESTE DEIN WISSEN

Janina ist fertig mit dem Studium und möchte in einer Erziehungsberatungsstelle arbeiten. Interessen liegen in Elternarbeit und aufsuchender Arbeit. Erläutere in wie weit die Erziehungsberatungsstelle ihren Wünschen entspricht. Benenne 4 Schwerpunkte

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TESTE DEIN WISSEN

Das Interesse an Elternarbeit passt sehr gut zum gewählten Arbeitsfeld, da der Fokus in der Beratung und Unterstützung von Eltern im Themenbereich „Entwicklung und Erziehung“ liegt. Diese Form der Erziehungshilfe richtet sich speziell an die Eltern, weniger an die zu Erziehenden. Aufsuchende Arbeit wird hierbei allerdings nicht geleistet. Erziehungsberatung kennzeichnet sich durch eine „Kommstruktur. Die Familien suchen die Beratungsstellen meistens auf um Hilfe zu bekommen. Schwerpunkte sind: 

  1. beratende Intervention 
  2. therapeutische Intervention
  3. präventive Multiplikatorenarbeit
  4. präventive Information

Innerhalb der Punkte 3 und 4 kann auch mit Außeneinsätzen an Schulen, in Netzwerktreffen und bei Gremien gerechnet werden

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TESTE DEIN WISSEN

Faktoren Trauma (Verarbeitung)

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TESTE DEIN WISSEN
  • Mittlerfaktoren = je häufiger Trauma-Geschehen auftritt + je jünger Kind ist, desto schwerwiegender sind die Folgen
  • Projektive Faktoren = schützende Faktoren → Resilienz (= psychische Widerstandsfähigkeit → Fähigkeit schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen) → wird zb durch Faktoren wie Großfamilie, kontaktfreudiges Temperament, Unterstützung durch verlässliche erwachsene Bezugsperson, usw. 
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TESTE DEIN WISSEN

Welche Vernachlässigung kommt statistisch gesehen am häufigsten vor?


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TESTE DEIN WISSEN

Die meisten der rund 45.700 Kinder, bei denen 2017 eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (60,8 %).

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  • 1250387 Karteikarten
  • 21526 Studierende
  • 503 Lernmaterialien

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Q:

Du arbeitest fürs Jugendamt und sollst eine Gefährdungseinschätzung durchführen. Wie gehst du vor

A:

Es gibt bundesweit kein einheitliches Verfahren zur Gefährdungseinschätzung – es werden ganz unterschiedliche Methoden eingesetzt.

Zentrale Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung können sein:

  • „Äußere Erscheinung des Kindes (z. B. massive Verletzungen ohne erklärbare Ursache, starke Unterernährung),
  • Verhalten des Kindes (z. B. Übergriffe gegen andere Personen, apathisches, verängstigendes Handeln, Äußerungen des Kindes, Straftaten),
  • Verhalten der Eltern oder anderer Erziehungspersonen (z. B. unzureichende Ernährung, Gewalt gegenüber dem Kind, Unterlassung von Krankenbehandlung, Isolierung des Kindes),
  • familiäre Situation (z. B. Obdachlosigkeit, Einsatz des Kindes zum Betteln),
  • persönliche Situation der Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten (z. B. häufig unter Alkoholeinfluss, Drogen, verwirrtes Erscheinungsbild),
  • Wohnsituation (z. B. „vermüllte“ oder verdreckte Wohnung).

Bewertung der Lebensumstände im Einzelfall

  • mögliche Schädigungen, die bei den Kindern zukünftig auftreten können oder
  • bereits eingetreten sind,
  •  die Erheblichkeit der Gefährdungsmomente und des erwarteten Schadens,
  •  den Grad der Wahrscheinlichkeit des Schadeneintritts,
  •  die Fähigkeit der Personensorgeberechtigten, die Gefahr abzuwenden,
  •  die Bereitschaft der Eltern die Gefahr abzuwenden.

Vorgehen bei einer Kindeswohlgefährdung

  • „Wahrnehmung gewichtiger Anhaltspunkte für eine mögliche Kindeswohlgefährdung
  •  Einschätzung des Gefährdungsrisikos im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte
  • Einbezug von Erziehungsberechtigten sowie betroffenen Kindern und Jugendlichen in die Gefährdungseinschätzung – soweit dadurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird
  • Wenn erforderlich, Verschaffung eines unmittelbaren persönlichen Eindrucks von dem Kind und seiner persönlichen Umgebung – in der Regel im Rahmen eines Hausbesuchs
  • Angebot von geeigneten Hilfen an die Erziehungsberechtigten, um die Gefährdung abzuwenden
  •  Anrufung des Familiengerichts, wenn erforderlich; auch dann, wenn Eltern nicht bereit oder in der Lage sind, bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos mitzuwirken
  • Bei dringender Gefahr sofortige Inobhutnahme – auch ohne Entscheidung des Familiengerichts möglich, wenn diese nicht abgewartet werden kann
  • ggf. bei den PSB hinwirken auf die Inanspruchnahme der Leistungen anderer Leistungsträger, der Einrichtungen der Gesundheitshilfe oder der Polizei, wenn dies zur Abwendung der Gefährdung notwendig ist; falls ein sofortiges Tätigwerden von Leistungsträgern zur Abwendung der Gefährdung erforderlich ist und die Erziehungsberechtigten nicht mitwirken, Einschaltung dieser Stellen durch das JA
Q:

Beschreibe das Hilfeplanverfahren

A:

Phasen

  • Falleingangsphase (Kontaktaufnahme zu JA) 
  • Hilfeplanung als kooperativer Prozess (Phase vom Antrag bis zum ersten HPG; Aushandlungsprozesse mit allen Beteiligten; Entscheidung über geeignete Hilfen)
  • Beobachtung + Steuerung des laufenden Hilfeprozesses (Umsetzung überprüfen/ anpassen) 
  • Beendigung + Auswertung des Hilfeprozesses (Reflexion/Bewertung in Auswertungsgespräch)

Idealtypischer Ablauf:

  • X Kontaktaufnahme mit JA/ Krisenintervention/ Meldung → Erkennen Problemsituation von Amts wegen (kein Antrag nötig)
  • X Info + Beratung der PSB + Minderjährigen (§14)
  • X Fallbegleitende Fachkraft hält Rücksprache mit Betroffenen, macht eine Bedarfsabschätzung → psycho-soziale/ sozialpädagogische Diagnose
  • X Reflexion im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte (über erzieherischen Bedarf: Problem + geeignete Hilfe: Lösung)
  • X Betroffenen werden beraten, Ergebnisse vorgeschlagen, Konsequenzen + Alternativen (§36) aufgezeigt → PSB haben Wunsch- + Wahlrecht (§5)
  • X Hilfeplan wird gemeinsam mit PSB, Minderjährigen, ASD-externer Fachkräften erstellt
  • X verbindliche Entscheidung über Hilfegewährung (durch Verwaltungsakt)
  • X Durchführung der Hilfe
  • X Begleitende Beratung + Unterstützung der Familien (§37)
  • X Überprüfung + Weiterentwicklung des HP, ggf. Rückkehroptionen überprüfen
Q:

Mitbestimmungsrechte

A:

§36-Recht auf gemeinsame Aufstellung des Hilfeplans

§4a-organisierte Zusammenschlüsse zur Selbstvertretung

§5-Wunsch- und Wahlrecht

§8-Beteiligung/Beratung von Ki/Ju in verständlicher Form

§9-gleichberechtigte Teilhabe

§45 Abs. 2-Selbstvertretungs- Beteiligungs und Beschwerdemöglichkeiten innerhalb und außerhalb von Einrichtungen

§9a-Einrichtung von Ombusstellen

Q:

Grundprinzipien § 31 (SPFH)

A:
  • die Langfristigkeit der Hilfen,

  • die pädagogische Hilfe innerhalb der Umwelt der Familie,

  • die konkrete, praktische Ausrichtung der Hilfen,

  • die Hilfeleistung durch eine bestimmte Einzelperson, die viel Nähe zu der Familie

    und den Problemen hat,

  • Öffnung der Familie nach außen, um Isolation aufzubrechen und dadurch Ressour-

    cen zu erschließen 

Q:

Traumaarbeit erklären

A:

Traumata treten auf, wenn Ereignisse eintreten, die die normalen Anpassungsstrategien der Menschen überfordern. Natürliche Reaktionen wie Kampf/ Flucht sind nicht möglich. Die Betroffenen verspüren Gefühle wie lähmende Angst, Kontrollverlust & Hilflosigkeit. Ereignisse die Traumata auslösen können sind bspw. körperliche/ sexualisierte Gewalt oder das Bezeugen von häuslicher Gewalt. Die schwerste Form ist die Bindungstraumatisierung, da sie von den nächsten Bezugspersonen ausgeht. Diese bewirkt desorganisertes/ desorientiertes Bindungsmuster bis hin zu Bindungsstörung. Sie wirkt sich auf alle psychischen, sozialen und körperlichen Bereiche aus und beeinflusst Selbstbild, Erleben & Verhalten. Der Zweck von Störungen sind eine frühe Gefahrenerkennung und Überlebenssicherung in gefährlichen Situationen (durch z.B. misstrauische Grundhaltung, erhöhter Adrenalinausschüttung).

Die Möglichkeit Traumata zu verarbeiten hängt von folgenden Faktoren ab: Mittlerfaktoren: je jünger Kind ist + je häufiger Traumageschehen auftritt, desto schwerwiegender die Folgen & Protektive (schützende) Faktoren: Resilienz (z.B. begünstigt durch Großfamilie, verlässliche erwachsene Bezugspersonen, kontaktfreudiges Temperament).

Traumabearbeitung nach Weiß (Ziele): Veränderung dysfunktionaler Einstellungen, Geschehnisse in Lebensgeschichte einordnen, Sinnfindung, Körperfürsorge, Selbstregulation von traumatischem Stress, respektierende Haltung ggü. eigener Beeinträchtigung, Chancen zur sozialen Teilhabe

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Q:

Beschreibe die Tagesgruppe

A:

Die Erziehung in der Tagesgruppe ist eine teilstationäre Hilfe zur Erziehung und richtet sich an Kinder und Jugendliche mit besonderem erzieherischen Unterstützungsbedarf, insbesondere im Sozialverhalten und/oder im schulischen Bereich.

Aufgaben:

  • die Entwicklung des Kindes/ Jugendlichen durch soziales Lernen in der Gruppe.
  • Begleitung der schulischen Förderung und Elternarbeit unterstützen.
  • dadurch den Verbleib des Kindes oder des Jugendlichen in seiner Familie sichern.

Zugang erfolgt über das Hilfeplanverfahren unter Beteiligung von JA, Familie, Fachkräfte der Einrichtung & ggf. der Fachkräfte aus der Schule (z.B. Klassenlehrer, Schulsozialarbeiter). Im Rahmen des HP-verfahrens werden die konkreten Ziele & Handlungsschritte vereinbart.

Wichtig für die Arbeit in TG sind klare Tagesstrukturen sowie berechenbares, verlässliches Interaktionsverhalten seitens der Fachkräfte. Das bietet der Zielgruppe die dringend benötigte Stabilität und Sicherheit.

Angebote/ Methoden: Sozialpädagogische Gruppenarbeit, sozpäd./ heilpäd./ therapeutische Einzelförderung, Förderung der schulischen Entwicklung, Elternarbeit und Erziehungskompetenzen stärken durch z.B. Hausbesuche, Elternnachmittage, Freizeitaktivitäten, etc.)

Q:

Arbeitsweise und Methoden § 31

A:
  • intensiv und lebensweltorientiert
  • Lebensbewältigung durch modellhaftes Handeln
  • Konfliktmanagement z.B. durch Beratungsgespräche
  • Kommunikation mit Behörden
  • Freizeitaktiviten

->oft Multiproblemfamilien


Q:

Beschreibe die sozialpädagogische Diagnose

A:

Sozialpädag.-hermeneutische Diagnose nach Uhlendorff & Mollenhauer in 3 Phasen:

  • Sprechen über die Lebenssituation:
    Beschreibung der Schwierigkeiten anhand sprachlicher Äußerungen (in Sprache der Betroffenen) → Konflikthafte Lebensthemen ausloten → Betroffene geben Auskunft an welchen Stellen sie überfordert sind
  • Deutung von Lebensthemen:
    Betroffene sollen ihre Selbst- + Weltdeutung + Lebensthemen genau beschreiben. Jugendhilfe zielt u.a. auf Förderung der Gemeinschaftsfähigkeit → Vermittlung gesellschaftlicher Entwicklungs- + Normalitätserwartungen.
    Kategorien/ Dimensionen von pädagogischen Interaktionen + Selbstbildungsprozessen, innerhalb derer klassische Entwicklungsaufgaben herausgearbeitet werden: 1. Selbstbild, 2. zeitliche Schemata erwerben, 3. Körperkonzepte entwickeln, 4. moralische, normative Orientierungen bilden 
  • Pädagogische Aufgabenstellung:
    Lebensthemen + dazugehörige Entwicklungserwartungen, die Betroffene überfordern werden genau beschrieben. Fachkräfte machen konkretes Angebot zur Ausgestaltung der pädagogischen Maßnahmen → Angebot = Vorschläge → kann Jugendlicher auch ablehnen. Diagnose + Planung dienen als „Arbeitshypothesen“ im zirkulären pädagogischen Prozess → können korrigiert + angepasst werden
Q:

Arbeitsschritte des Diagnoseverfahrens

A:
  1. Vorbereitung des Familieninterviews
  2. Hausbesuch von Fachkräften, Genogramm (Rekonstruktion Familiengeschichte)
  3. Interviewphase (alle Familienmitglieder befragen mittels Leitfaden + Tonband)
  4. Teamsitzung: Tonband abhören + Protokoll der Äußerungen erstellen nach Kriterien:
    Biografie, sozioökonomischer Rahmen, Erfahrungen mit öff. Einrichtungen, familiäre Arbeitsteilung + Zeitstrukturen, Selbstbilder + Personenentwürfe, Interaktions- + Fürsorgemuster, Unterstützungs- + Helfersystem, Partnerschaft, Belastungen, Hilfeplan. Zentrale Konfliktthemen gesammelt + ausgewertet → pädagogische Handlungsvorschläge entwickelt
  5. Aushandlungsprozess mit Familie

→ Ergebnisse der Diagnose bilden Grundlage für Hilfeplangespräch

→ Einsatz auch außerhalb der Jugendhilfe im Jugendstrafvollzug → lebenswelterschließende, hilfreiche             Methode, da sie Motivation + Kooperationsbereitschaft fördert → Jugendliche fühlen sich ernst genommen

Q:

Janina ist fertig mit dem Studium und möchte in einer Erziehungsberatungsstelle arbeiten. Interessen liegen in Elternarbeit und aufsuchender Arbeit. Erläutere in wie weit die Erziehungsberatungsstelle ihren Wünschen entspricht. Benenne 4 Schwerpunkte

A:

Das Interesse an Elternarbeit passt sehr gut zum gewählten Arbeitsfeld, da der Fokus in der Beratung und Unterstützung von Eltern im Themenbereich „Entwicklung und Erziehung“ liegt. Diese Form der Erziehungshilfe richtet sich speziell an die Eltern, weniger an die zu Erziehenden. Aufsuchende Arbeit wird hierbei allerdings nicht geleistet. Erziehungsberatung kennzeichnet sich durch eine „Kommstruktur. Die Familien suchen die Beratungsstellen meistens auf um Hilfe zu bekommen. Schwerpunkte sind: 

  1. beratende Intervention 
  2. therapeutische Intervention
  3. präventive Multiplikatorenarbeit
  4. präventive Information

Innerhalb der Punkte 3 und 4 kann auch mit Außeneinsätzen an Schulen, in Netzwerktreffen und bei Gremien gerechnet werden

Q:

Faktoren Trauma (Verarbeitung)

A:
  • Mittlerfaktoren = je häufiger Trauma-Geschehen auftritt + je jünger Kind ist, desto schwerwiegender sind die Folgen
  • Projektive Faktoren = schützende Faktoren → Resilienz (= psychische Widerstandsfähigkeit → Fähigkeit schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen) → wird zb durch Faktoren wie Großfamilie, kontaktfreudiges Temperament, Unterstützung durch verlässliche erwachsene Bezugsperson, usw. 
Q:

Welche Vernachlässigung kommt statistisch gesehen am häufigsten vor?


A:

Die meisten der rund 45.700 Kinder, bei denen 2017 eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (60,8 %).

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