Persönlichkeitspsychologie at Impulse E.V. Schule Für Freie Gesundheitsberufe | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Persönlichkeitspsychologie an der Impulse e.V. Schule für freie Gesundheitsberufe

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Was ist "Persönlichkeitspsychologie"?

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Die Persönlichkeitspsychologie versucht die Struktur und die Funktion der Persönlichkeit hinsichtlich ihrer Ausprägung und ihrer Entwicklung zu erfoschen und zu beschreiben. Dabei geht es beispielsweise um Fragestellungen wie

- Wodurch wird die Persönlichkeit geformt?

- Warum ist die Persönlichkeit von Individuum zu Individuum verschieden?

- Wie entwickelt sich die Persönlichkeit und wie verändert sie sich im Laufe des Lebens?

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Reziproker Determinismus (Banduras sozialkognitive Persönlichkeitstheorie)

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So sehr man selbst laut Bandura für das eigene Verhalten verantwortlich ist und entscheiden kann, wirkt gleichzeitig auch immer die Umwelt durch Rückmeldungen zum Verhalten ständig auf das Individuum ein. 


Findet man ein Portmonnaie und behält es, sagt die Umwelt vielleicht, dass das falsch ist. 


Findet man ein Portmonnaie und man bringt es zur Polizei, sagt ein anderer aus der Umwelt vielleicht sowas wie "ooohh, so gesetzestreu".


Das eigene Verhalten hängt also nicht ausschließlich von den persönlichen Einstellungen und Überzeugungen ab, sondern erfährt immer wieder durch die soziale Umwelt Rückmeldungen, die das eigene Verhalten und die Entscheidungen die man diesbezüglich trifft, beeinflussen. Ob im Guten oder im Schlechten.

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Welche Kritik kann an kognitiven und sozialkognitiven Persönlichkeitstheorien aufkommen?

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- kognitive Theorien übersehen die Bedeutung von Emotionen als eigenständige Variablen für die Persönlichkeitsentwicklung

- unbewusste Vorgänge werden in ihrer Wirkung vernachlässigt

- grundlegende Begriffe (wie "personale Konstrukte") sind sehr unbestimmt

- der (früh-)kindlichen Entwicklung wird zu wenig Bedeutung beigemessen

- bei den sozialkognitiven Persönlichkeitstheorien kann man schnell auf die Idee kommen, "man hätte alles selbst in der Hand", "man müsse nur genug an sich glauben" usw - das kann auch nach hinten losgehen. Das ist zwar an sich vielleicht nicht gänzlich falsch, aber auch nicht alles. Es gibt immer Momente, in denen man zweifelt und auch zweifeln darf; es existieren nicht nur 'gute' Emotionen, sondern die ganze Bandbreite an Gefühlen will gefühlt und erlebt werden. Nur weil Konzepte wie die Selbstwirksamkeit bestehen, kann man andere Aspekte des Lebens und Fühlens nicht vernachlässigen. Sonst driftet das ganz schnell in etwas Negatives ab

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Welche humanistischen Persönlichkeitstheorien bzw. -theoretiker gibt es? Welche Ansätze zum Verständis der Persönlichkeit haben sie gemeinsam? Was zeichnet diese aus?

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- z.B. Maslows Theorie der Selbstverwirklichung oder der personenzentrierte Ansatz von Carl Rogers


Gemeinsame Ansätze:

  • Betonung der Rolle der bewussten Erfahrung
  • der Glaube an das Entwicklungspotenzial des Menschen
  • Neigung zur Selbstverwirklichung (Selbstaktualisierung) eines Menschen als Motivation zum Handeln und als konstruktiv leitende Kraft
  • eine "sich selbst verwirklichende Person" ist selbstaufmerksam, kreativ, spontan und offen für Veränderungen
  • humanistische Theorien sind entschieden optimistisch, was die Natur des Menschen betrifft


Kennzeichnende Charakteristika humanistischer Persönlichkeitstheorien:

  • holistisch (ganzheitlich): analysieren Handlungen eines Individuums durch Bezugnahme auf dessen Gesamtpersönlichkeit, nicht auf einzelne Aspekte.
  • dispostitionell - sie orientieren sich an den Anlagen und angeborenen Qualitäten einer Person - die einheitliche Neigung sich selbst zu verwirklichen
  • phänomenologisch - besondere Wertlegung auf den Bezugsrahmen des Individuums, seine subjektive Wirklichkeitsauffassung, nicht eine objekte Sicht oder Beobachterperspektive
  • "Hier und Jetzt"-Sichtweise: Einflüsse aus der Vergangenheit finden zwar Berücksichtigung, aber nur hinsichtlich der Frage, wie die Person in die aktuelle Lage gekommen ist. Es geht darum, wie das "Hier und Jetzt" wahrgenommen wird, der Fokus liegt auf der Gegenwart.
  • Existentialistisch - meint die Konzentration auf bewusste höhere geistige Prozesse, die es Individuen ermöglichen, tägliche Anforderungen zu bewältigen. Sie sind einzigartig in ihrer Betonung der Freiheit (im Gegensatz zu Behavioristen/Psychoanalytikern, die deutlich von der Abhängigkeit des Individuums von äußeren Einflüssen ausgehen.


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Konsistenzparadox

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Verschiedene Personen beurteilen die Ausprägung einer bestimmten Eigenschaft bei einer bestimmten Person zu verschiedenen Zeitpunkten gleich, d.h. konsistent. Beispielsweise finden alle Kollegen und Nachbarn Herrn Müller grundsätzlich hilfsbereit. 


Im Gegensatz dazu wird das Verhalten der Person in verschiedenen Situationen hinsichtlich der zu beurteilenden Eigenschaft unterschiedlich eingeschätzt. Beispielsweise in einer Teambesprechung, wenn der Rasenmäher des Nachbarn kaputt gegangen ist, beim Einkauf o.Ä.


Dies wird als Konsistenzparadox bezeichnet.

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Was können Gründe für das Konsistenzparadoxon sein?

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- das Vorhandensein impliziter Persönlichkeitstheorien, also verinnerlichte Theorien über Menschen (z.B. glatzköpfiger Jugendlicher, der laut ist und sich ungehobelt verhält = rechtsradikal; diese verinnerlichten Theorien gehen über ein "normales" Vorurteil hinaus, da nicht nur ein äußeres Merkmal zum Tragen kommt, sondern mit erwarteten Verhaltensweisen verknüpft wird)

- Die Unterschätzung situationsbedingter Zwänge, die sich auf das Verhalten auswirken. Ein Mensch den wir als freundlich charakterisieren kann in einer Situation, in der er unter für uns vielleicht gar nicht nachvollziehbaren Stress gerät, natürlich durchaus unfreundlich reagieren.

- Es gibt häufiger Situationen, in denen andere Menschen sich so verhalten, wie sie denken, dass wir es möchten. z.B. Jugendliche vor ihren Freunden möglichst "cool" und daher  risikofreudiger. Gegenüber den Eltern dann aber eher sicherheitsbewusst.

- Personen werden oft nicht alleine nach ihren Handlungen beurteilt, sondern auch danach, was sie von eigenen Handlungen berichten. Auch wenn Zeugen die Situation möglicherweise ganz anders einschätzen würden.

- Unsere ersten Eindrücke beeinflussen uns stark. In der Folge wird unwillkürlich versucht, zum ersten Eindruck passende Belege im Verhalten zu finden, dem ersten Eindruck widersprechende Belege werden ein Stück weit ignoriert.

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Was ist das heute noch am anerkanntesten geltende Element der Freudschen Theorie, das zu damaliger Zeit auf viel Kritik und Entrüstung stieß?


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- die unbewusste Motivation

- um zu erklären wie es möglich ist, dass unerkannte seuxuelle Triebe so wichtig sein können, setzte Freud die Existenz eines unbewussten Seelenlebens voraus. Dieses Unbewusste, eine Welt von Trieben, wird verborgen gehalten (verdrängt), um die Angst zu vermeiden, die man empfinden würde, wenn man den Trieben gestattete, ins Bewusstsein zu dringen.

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Definition von "Persönlichkeit"

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Es gibt bisher keine allgemein anerkannte Definition des Begriffs "Persönlichkeit" in der Psychologie. 


Es leitet sich von griech. "persona" ab; das war im griechisch-römischen Theater, die Maske der Schauspieler, das Gesicht, das dem Publikum gezeigt wurde. 


Eine der frühesten Definitionen leutete sich wohl vom Ursprung dieses Wortes ab, also der äußere Asprekt des Individuums - wie die Person von anderen Menschen gesehen wird und wie sie sich auf diese auswirkt, wurde als Persönlichkeit betrachtet.


Ein Versuch einer Definition aus der modernen Psychologie lautet:


Persönlichkeit bezieht sich auf die einzigartigen psychologischen Merkmale eines Individuums, die eine Vielzahl von (offenen und verdeckten) charakteristischen sowie beständigen Verhaltensmustern in verschiedenen Situationen und zu verschiedenen Zeitpunkten beeinflussen.


Zentrale Konzepte für die Definition von Persönlichkeit sind demnach Einzigartigkeit und konstistentes Verhalten

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Der klassische Behaviorismus

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- interessiert sich dafür, wie bestimmte Reize, die in der Umwelt des Individuums auf dieses einwirken, das Verhalten des Menschen beeinflusst

- behavioristische Analyse liegt also darin, zu verstehen, wie bestimmte Stimuli (Reize) in der Umwelt bestimmte Reaktionen auslösen

- Behaviorismus beschäftigt sich mit konkreten, direkt beobachtbaren Verhaltensreaktionen auf definierte, messbare Reize (z.B. Frau sieht Maus -> schreit, rennt). Im Gegensatz zum psychoanalytischen Modell, das innere Bedürfnisse, Abwehrreaktionen unterstellt

BehavioristInnen lassen innere Motive und Gefühle außen vor, sie beschränken sich wirklich nur auf das Verhalten das aus ihrer Sicht einzig und allein von Umweltbedingungen bestimmt ist


"Umweltreize -> Mensch -> Handeln"

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Können Persönlichkeitseigenschaften vererbt werden?

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Forschungen in diesem Bereich haben gezeigt, dass fast alle Persönlichkeitseigenschaften durch genetische Faktoren grundsätzlich beeinflusst werden. Diese Aussage gilt auch für Menschen aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen sozioökonomischen Milieus. Es lassen sich Angaben zwischen 20-60% "Erbanteil" finden. 


Der verbleibende, unterschiedlich große "Restanteil" muss sich entsprechend auf die Lebensumstände und die Individualität der / des Einzelnen zurückführen lassen.

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Beschreiben Sie historische Persönlichkeitstheorien

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Zwei Beispiele für historische Persönlichkeitstheorien sind die von Hippokrates sowie die von William Sheldon. Beide beruhen auf Typologien.


Hippokrates ging davon aus, dass je nach Körperflussigkeit eines Menschen ein anderes Temperament vorherrscht. In der Wissenschaft hat dieser Ansatz keine Bedeutung mehr, aber diese Theorie bildete über viele Jahrhunderte eine der Grundlagen der abendländischen Medizin. 


Die Typeneinteilung nach Sheldon ging von Temperamentsunterschieden je nach Körperbau aus. Seine Einteilung kommt uns oft vertraut vor, denn unsere Stereotype bedienen sich dieser Sichtweise auch häufig. Dass dicke Menschen beispielsweise entspannt, gesellig sind, gern essen und auf ihren Bauch hören. Muskolöse Menschen im Gegensatz dazu nicht nur körperlich fit, sondern auch voller Energie, mutig und selbstsicher. usw. 


​Auch wenn uns diese Einteilung vertraut vorkommt, so ist diese Einteilung von sehr geringem Wert. Hat sich herausgestellt, dass man anhand des Körperbaus nicht wirklich das Verhalten oder die Persönlichkeit eines Menschen vorhersagen kann und dadurch, dass die meisten Menschen eher einer Mischform dieser Körperbautypen angehören, ist die Einteilung ohnehin hinfällig.

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Das Burnout-Syndrom

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- es gibt noch keine einheitliche Definition des Burnout-Syndroms

- es gibt drei unterschiedliche Ansätze von Burnout-Modellen:


  1. Persönlichkeitsbezogene (individuenzentrierte) Ansätze mit der Annahme, dass Burnout in individuellen (dysfunktionalen) Persönlichkeitsmerkmalen und Bewältigungsstrategien begründet liegt
  2. (Arbeits-)Organisationsbezogene Ansätze, die von Faktoren aus der Arbeitswelt als Ursache für die Entstehung ausgehen
  3. (Soziologisch-)Sozialwissenschaftliche, welche sich auf soziale Strukturen, moralische Regeln und Normen sowie auf ideologische Entwicklungen innerhalb von Gemeinschaften als Ursache für Burnout fokussieren


Symptome im Verlauf sind sehr unterschiedlich und können bspw sein:

chronische Müdigkeit, Erschöpfung, Gleichgültigkeit, Langeweile, Zynismus, Reizbarkeit, Allmachtsgefühle, Wahnvorstellungen, Desorientierung, psychosomatische Beschwerden und Depression


In der Anfangsphase oft überhöhter Energieeinsatz (nicht nur ein paar Überstunden, sondern Arbeit in großer Anspannung; die ganze Zeit Energie darauf verbrauchen, dass unangenehme Situationen entstehen können etc.) und daraus resultierender Erschöpfung


Nachher reduziertes Engagement für die Arbeit, KundInnen/KlientInnen und andere allgemein. Nach der Phase der idealistischen Überhöhung der Arbeit, folgt also emotionaler, kognitiver und verhaltensmäßiger Rückzug von Allem. Betroffene schalten nun auf das Nehmen (erhöhte Ansprüche) um. Phase kann von Überdruss und innerer Kündigung geprägt sein. 


Hier müsste das eigene Berufsbild neu geformt werden, um die fortschreitende Desillusionierung zu stoppen. Schaffen Betroffene das nicht, besteht die Gefahr, dass sie Schuldzuweisungen sich selbst oder der Umwelt ggü vornehmen. Folge können Depressionen und/oder Aggressionen sein.


Es kommt zum Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Motivation, der Kreativität - es werden immer mehr Fehler gemacht, man ist unkonzentriert, weniger innovativ. "Das haben wir schon immer so gemacht".


Dann kommt es auch zur Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens. Es kommt zu Isolation. 


Es treten psychosomatische Reaktionen auf. Häufig auch Infektionskrankheiten, aber auch Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, Verspannungen, Verdauungsbeschwerden, veänderte Essgewohnheiten, Suchtmittelkonsum, Herzerkrankungen,...


All das führt zu Verzweiflung; ein chronisches Gefühl der Hilfslosigkeit entsteht, die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens geht verloren und kann bis zur Entwicklung von Suizidgedanken gehen.

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Q:

Was ist "Persönlichkeitspsychologie"?

A:

Die Persönlichkeitspsychologie versucht die Struktur und die Funktion der Persönlichkeit hinsichtlich ihrer Ausprägung und ihrer Entwicklung zu erfoschen und zu beschreiben. Dabei geht es beispielsweise um Fragestellungen wie

- Wodurch wird die Persönlichkeit geformt?

- Warum ist die Persönlichkeit von Individuum zu Individuum verschieden?

- Wie entwickelt sich die Persönlichkeit und wie verändert sie sich im Laufe des Lebens?

Q:

Reziproker Determinismus (Banduras sozialkognitive Persönlichkeitstheorie)

A:

So sehr man selbst laut Bandura für das eigene Verhalten verantwortlich ist und entscheiden kann, wirkt gleichzeitig auch immer die Umwelt durch Rückmeldungen zum Verhalten ständig auf das Individuum ein. 


Findet man ein Portmonnaie und behält es, sagt die Umwelt vielleicht, dass das falsch ist. 


Findet man ein Portmonnaie und man bringt es zur Polizei, sagt ein anderer aus der Umwelt vielleicht sowas wie "ooohh, so gesetzestreu".


Das eigene Verhalten hängt also nicht ausschließlich von den persönlichen Einstellungen und Überzeugungen ab, sondern erfährt immer wieder durch die soziale Umwelt Rückmeldungen, die das eigene Verhalten und die Entscheidungen die man diesbezüglich trifft, beeinflussen. Ob im Guten oder im Schlechten.

Q:

Welche Kritik kann an kognitiven und sozialkognitiven Persönlichkeitstheorien aufkommen?

A:

- kognitive Theorien übersehen die Bedeutung von Emotionen als eigenständige Variablen für die Persönlichkeitsentwicklung

- unbewusste Vorgänge werden in ihrer Wirkung vernachlässigt

- grundlegende Begriffe (wie "personale Konstrukte") sind sehr unbestimmt

- der (früh-)kindlichen Entwicklung wird zu wenig Bedeutung beigemessen

- bei den sozialkognitiven Persönlichkeitstheorien kann man schnell auf die Idee kommen, "man hätte alles selbst in der Hand", "man müsse nur genug an sich glauben" usw - das kann auch nach hinten losgehen. Das ist zwar an sich vielleicht nicht gänzlich falsch, aber auch nicht alles. Es gibt immer Momente, in denen man zweifelt und auch zweifeln darf; es existieren nicht nur 'gute' Emotionen, sondern die ganze Bandbreite an Gefühlen will gefühlt und erlebt werden. Nur weil Konzepte wie die Selbstwirksamkeit bestehen, kann man andere Aspekte des Lebens und Fühlens nicht vernachlässigen. Sonst driftet das ganz schnell in etwas Negatives ab

Q:

Welche humanistischen Persönlichkeitstheorien bzw. -theoretiker gibt es? Welche Ansätze zum Verständis der Persönlichkeit haben sie gemeinsam? Was zeichnet diese aus?

A:

- z.B. Maslows Theorie der Selbstverwirklichung oder der personenzentrierte Ansatz von Carl Rogers


Gemeinsame Ansätze:

  • Betonung der Rolle der bewussten Erfahrung
  • der Glaube an das Entwicklungspotenzial des Menschen
  • Neigung zur Selbstverwirklichung (Selbstaktualisierung) eines Menschen als Motivation zum Handeln und als konstruktiv leitende Kraft
  • eine "sich selbst verwirklichende Person" ist selbstaufmerksam, kreativ, spontan und offen für Veränderungen
  • humanistische Theorien sind entschieden optimistisch, was die Natur des Menschen betrifft


Kennzeichnende Charakteristika humanistischer Persönlichkeitstheorien:

  • holistisch (ganzheitlich): analysieren Handlungen eines Individuums durch Bezugnahme auf dessen Gesamtpersönlichkeit, nicht auf einzelne Aspekte.
  • dispostitionell - sie orientieren sich an den Anlagen und angeborenen Qualitäten einer Person - die einheitliche Neigung sich selbst zu verwirklichen
  • phänomenologisch - besondere Wertlegung auf den Bezugsrahmen des Individuums, seine subjektive Wirklichkeitsauffassung, nicht eine objekte Sicht oder Beobachterperspektive
  • "Hier und Jetzt"-Sichtweise: Einflüsse aus der Vergangenheit finden zwar Berücksichtigung, aber nur hinsichtlich der Frage, wie die Person in die aktuelle Lage gekommen ist. Es geht darum, wie das "Hier und Jetzt" wahrgenommen wird, der Fokus liegt auf der Gegenwart.
  • Existentialistisch - meint die Konzentration auf bewusste höhere geistige Prozesse, die es Individuen ermöglichen, tägliche Anforderungen zu bewältigen. Sie sind einzigartig in ihrer Betonung der Freiheit (im Gegensatz zu Behavioristen/Psychoanalytikern, die deutlich von der Abhängigkeit des Individuums von äußeren Einflüssen ausgehen.


Q:

Konsistenzparadox

A:

Verschiedene Personen beurteilen die Ausprägung einer bestimmten Eigenschaft bei einer bestimmten Person zu verschiedenen Zeitpunkten gleich, d.h. konsistent. Beispielsweise finden alle Kollegen und Nachbarn Herrn Müller grundsätzlich hilfsbereit. 


Im Gegensatz dazu wird das Verhalten der Person in verschiedenen Situationen hinsichtlich der zu beurteilenden Eigenschaft unterschiedlich eingeschätzt. Beispielsweise in einer Teambesprechung, wenn der Rasenmäher des Nachbarn kaputt gegangen ist, beim Einkauf o.Ä.


Dies wird als Konsistenzparadox bezeichnet.

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Q:

Was können Gründe für das Konsistenzparadoxon sein?

A:

- das Vorhandensein impliziter Persönlichkeitstheorien, also verinnerlichte Theorien über Menschen (z.B. glatzköpfiger Jugendlicher, der laut ist und sich ungehobelt verhält = rechtsradikal; diese verinnerlichten Theorien gehen über ein "normales" Vorurteil hinaus, da nicht nur ein äußeres Merkmal zum Tragen kommt, sondern mit erwarteten Verhaltensweisen verknüpft wird)

- Die Unterschätzung situationsbedingter Zwänge, die sich auf das Verhalten auswirken. Ein Mensch den wir als freundlich charakterisieren kann in einer Situation, in der er unter für uns vielleicht gar nicht nachvollziehbaren Stress gerät, natürlich durchaus unfreundlich reagieren.

- Es gibt häufiger Situationen, in denen andere Menschen sich so verhalten, wie sie denken, dass wir es möchten. z.B. Jugendliche vor ihren Freunden möglichst "cool" und daher  risikofreudiger. Gegenüber den Eltern dann aber eher sicherheitsbewusst.

- Personen werden oft nicht alleine nach ihren Handlungen beurteilt, sondern auch danach, was sie von eigenen Handlungen berichten. Auch wenn Zeugen die Situation möglicherweise ganz anders einschätzen würden.

- Unsere ersten Eindrücke beeinflussen uns stark. In der Folge wird unwillkürlich versucht, zum ersten Eindruck passende Belege im Verhalten zu finden, dem ersten Eindruck widersprechende Belege werden ein Stück weit ignoriert.

Q:

Was ist das heute noch am anerkanntesten geltende Element der Freudschen Theorie, das zu damaliger Zeit auf viel Kritik und Entrüstung stieß?


A:

- die unbewusste Motivation

- um zu erklären wie es möglich ist, dass unerkannte seuxuelle Triebe so wichtig sein können, setzte Freud die Existenz eines unbewussten Seelenlebens voraus. Dieses Unbewusste, eine Welt von Trieben, wird verborgen gehalten (verdrängt), um die Angst zu vermeiden, die man empfinden würde, wenn man den Trieben gestattete, ins Bewusstsein zu dringen.

Q:

Definition von "Persönlichkeit"

A:

Es gibt bisher keine allgemein anerkannte Definition des Begriffs "Persönlichkeit" in der Psychologie. 


Es leitet sich von griech. "persona" ab; das war im griechisch-römischen Theater, die Maske der Schauspieler, das Gesicht, das dem Publikum gezeigt wurde. 


Eine der frühesten Definitionen leutete sich wohl vom Ursprung dieses Wortes ab, also der äußere Asprekt des Individuums - wie die Person von anderen Menschen gesehen wird und wie sie sich auf diese auswirkt, wurde als Persönlichkeit betrachtet.


Ein Versuch einer Definition aus der modernen Psychologie lautet:


Persönlichkeit bezieht sich auf die einzigartigen psychologischen Merkmale eines Individuums, die eine Vielzahl von (offenen und verdeckten) charakteristischen sowie beständigen Verhaltensmustern in verschiedenen Situationen und zu verschiedenen Zeitpunkten beeinflussen.


Zentrale Konzepte für die Definition von Persönlichkeit sind demnach Einzigartigkeit und konstistentes Verhalten

Q:

Der klassische Behaviorismus

A:

- interessiert sich dafür, wie bestimmte Reize, die in der Umwelt des Individuums auf dieses einwirken, das Verhalten des Menschen beeinflusst

- behavioristische Analyse liegt also darin, zu verstehen, wie bestimmte Stimuli (Reize) in der Umwelt bestimmte Reaktionen auslösen

- Behaviorismus beschäftigt sich mit konkreten, direkt beobachtbaren Verhaltensreaktionen auf definierte, messbare Reize (z.B. Frau sieht Maus -> schreit, rennt). Im Gegensatz zum psychoanalytischen Modell, das innere Bedürfnisse, Abwehrreaktionen unterstellt

BehavioristInnen lassen innere Motive und Gefühle außen vor, sie beschränken sich wirklich nur auf das Verhalten das aus ihrer Sicht einzig und allein von Umweltbedingungen bestimmt ist


"Umweltreize -> Mensch -> Handeln"

Q:

Können Persönlichkeitseigenschaften vererbt werden?

A:

Forschungen in diesem Bereich haben gezeigt, dass fast alle Persönlichkeitseigenschaften durch genetische Faktoren grundsätzlich beeinflusst werden. Diese Aussage gilt auch für Menschen aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen sozioökonomischen Milieus. Es lassen sich Angaben zwischen 20-60% "Erbanteil" finden. 


Der verbleibende, unterschiedlich große "Restanteil" muss sich entsprechend auf die Lebensumstände und die Individualität der / des Einzelnen zurückführen lassen.

Q:

Beschreiben Sie historische Persönlichkeitstheorien

A:

Zwei Beispiele für historische Persönlichkeitstheorien sind die von Hippokrates sowie die von William Sheldon. Beide beruhen auf Typologien.


Hippokrates ging davon aus, dass je nach Körperflussigkeit eines Menschen ein anderes Temperament vorherrscht. In der Wissenschaft hat dieser Ansatz keine Bedeutung mehr, aber diese Theorie bildete über viele Jahrhunderte eine der Grundlagen der abendländischen Medizin. 


Die Typeneinteilung nach Sheldon ging von Temperamentsunterschieden je nach Körperbau aus. Seine Einteilung kommt uns oft vertraut vor, denn unsere Stereotype bedienen sich dieser Sichtweise auch häufig. Dass dicke Menschen beispielsweise entspannt, gesellig sind, gern essen und auf ihren Bauch hören. Muskolöse Menschen im Gegensatz dazu nicht nur körperlich fit, sondern auch voller Energie, mutig und selbstsicher. usw. 


​Auch wenn uns diese Einteilung vertraut vorkommt, so ist diese Einteilung von sehr geringem Wert. Hat sich herausgestellt, dass man anhand des Körperbaus nicht wirklich das Verhalten oder die Persönlichkeit eines Menschen vorhersagen kann und dadurch, dass die meisten Menschen eher einer Mischform dieser Körperbautypen angehören, ist die Einteilung ohnehin hinfällig.

Q:

Das Burnout-Syndrom

A:

- es gibt noch keine einheitliche Definition des Burnout-Syndroms

- es gibt drei unterschiedliche Ansätze von Burnout-Modellen:


  1. Persönlichkeitsbezogene (individuenzentrierte) Ansätze mit der Annahme, dass Burnout in individuellen (dysfunktionalen) Persönlichkeitsmerkmalen und Bewältigungsstrategien begründet liegt
  2. (Arbeits-)Organisationsbezogene Ansätze, die von Faktoren aus der Arbeitswelt als Ursache für die Entstehung ausgehen
  3. (Soziologisch-)Sozialwissenschaftliche, welche sich auf soziale Strukturen, moralische Regeln und Normen sowie auf ideologische Entwicklungen innerhalb von Gemeinschaften als Ursache für Burnout fokussieren


Symptome im Verlauf sind sehr unterschiedlich und können bspw sein:

chronische Müdigkeit, Erschöpfung, Gleichgültigkeit, Langeweile, Zynismus, Reizbarkeit, Allmachtsgefühle, Wahnvorstellungen, Desorientierung, psychosomatische Beschwerden und Depression


In der Anfangsphase oft überhöhter Energieeinsatz (nicht nur ein paar Überstunden, sondern Arbeit in großer Anspannung; die ganze Zeit Energie darauf verbrauchen, dass unangenehme Situationen entstehen können etc.) und daraus resultierender Erschöpfung


Nachher reduziertes Engagement für die Arbeit, KundInnen/KlientInnen und andere allgemein. Nach der Phase der idealistischen Überhöhung der Arbeit, folgt also emotionaler, kognitiver und verhaltensmäßiger Rückzug von Allem. Betroffene schalten nun auf das Nehmen (erhöhte Ansprüche) um. Phase kann von Überdruss und innerer Kündigung geprägt sein. 


Hier müsste das eigene Berufsbild neu geformt werden, um die fortschreitende Desillusionierung zu stoppen. Schaffen Betroffene das nicht, besteht die Gefahr, dass sie Schuldzuweisungen sich selbst oder der Umwelt ggü vornehmen. Folge können Depressionen und/oder Aggressionen sein.


Es kommt zum Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit, der Motivation, der Kreativität - es werden immer mehr Fehler gemacht, man ist unkonzentriert, weniger innovativ. "Das haben wir schon immer so gemacht".


Dann kommt es auch zur Verflachung des emotionalen, sozialen und geistigen Lebens. Es kommt zu Isolation. 


Es treten psychosomatische Reaktionen auf. Häufig auch Infektionskrankheiten, aber auch Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, Verspannungen, Verdauungsbeschwerden, veänderte Essgewohnheiten, Suchtmittelkonsum, Herzerkrankungen,...


All das führt zu Verzweiflung; ein chronisches Gefühl der Hilfslosigkeit entsteht, die Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens geht verloren und kann bis zur Entwicklung von Suizidgedanken gehen.

Persönlichkeitspsychologie

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