LP16/LP18 - Hören, Hörstörungen Und Hörtherapie (Glückselig Und Dedel-Orth) at Hochschule Für Gesundheit | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für LP16/LP18 - Hören, Hörstörungen und Hörtherapie (Glückselig und Dedel-Orth) an der Hochschule für Gesundheit

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TESTE DEIN WISSEN

Steckbrief „Otitis media acuta“ (akute Mittelohrentzündung) (passagere Schallleitungsstörung)

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TESTE DEIN WISSEN
Definition: akute Mittelohrentzündung

Symptome:
  • heftige Ohrenschmerzen
  • ggf. Fieber
  • Otorrhöe (Ohrenfluss) bei spontaner Trommelfellperforation (verursacht Rückgang der Beschwerden)
  • beim Säugling unspezifische Symptome: Erbrechen, Durchfall oder Reizbarkeit

Ätiologie:

  • aufsteigende virale und bakterielle Infekte über die tuba auditiva ins Mittelohr
  • Adenoide als Reservoir für Bakterien und Viren und häufig Ausgangspunkt der Infektion (1/3 der Infektionen sind viral bedingt)

—> häufigste Erreger: Haemophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae und Branhamella vatarrhalis


Risikofaktoren: 

  • Gaumenfehlstellungen

  • muskuläre Dysfunktion

  • Reflux

  • Allergien

  • Rauchen der Eltern


Therapie:

  • symptomatisch: Schmerztherapie, abschwellende Nasentropfen
  • bis zum 6. Lebensmonat: Otitis media als systemische Erkrankung zu sehen --> Antibiotikumpflicht
  • bei älteren Kindern entscheiden folgende Kriterien über eine Antibiotikavergabe: Fieber über 39°C, Beidohrigkeit, Allgemeinbefinden, Risikofaktoren wie zum Immunmangen, mangelnde Besserung nach 2-3 Tagen
  • nach dem 6. Lebensmonat: keine Antibiotikapflicht, Therapie nach Schweregrad, Ohrkontrolle erforderlich
  • operativ: Paukenröhrchen oder Adenotomie (Entfernung der Rachenmandel)


Komplikationen:

  • Perforation des Trommelfells
  • Sinusvenenthrombose
  • Sepsis
  • Hirnhautentzündung
  • Hirnabszeß
  • Gesichtsnervenlähmung
  • Labyrinthitis mit Ertaubung: Infektion des Innenohrs (der Cochlea)
  • Mastoiditis: akute Entzündung im Warzenfortsatz (prossesus mastoideus) des Schläfenbeins mit Knocheinschmelzung 
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TESTE DEIN WISSEN
Welche 4 Erkrankungen gehören zur permanenten Schallleitungsschwerhörigkeit?
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TESTE DEIN WISSEN
  • angeborene Mittelohrfehlbildungen
  • angeborene Gehörgangsfehlbildungen: Gehörgangsexostose und Gehörgangsatresien (mebranös / knöchernd)
  • angeborene Ohrmuschelfehlbildungen (Ohrmuscheldysplasien nach Weerda)
  • Tympanosklerose
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Einteilung von Schallleitungsstörungen

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TESTE DEIN WISSEN
  • Passager: Cerumen obturans (Ohrenschmalz), Tubenbelüftungsstörung, Paukenerguss, akute Otitis media (Mittelohrentzündung), chronische Otitis media, Cholesteatom, Otitis externa, Trommelfellperforation
  • Permanent (selter): Folge angeborener oder erworbener Defekte der schallübertragenden Strukturen im Gehörgang bzw. Mittelohr (angeborene Gehörgangs- und Mittelohrfehlbildungen, Tympanosklerose)
  • Progredient: z.B. Otosklerose
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Steckbrief „Paukenerguss“ (passagere Schallleitungsstörung)

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Definition:

  • Sekretansammlung in der Paukenhöhle bei nicht perforiertem Trommelfell ohne Zeichen einer akuten Entzündung
  • Erguss kann serös oder mukös sein: unzuverlässiges Kriterium für die Dauer des Ergusses
  • nicht schmerzhaft

Pathophysiologie:
Fehlender Druckausgleich → Unterdruck im Mittelohr → Retraktion des Trommelfells → Schleimhautmetaplasie  und Schleimhautschwellung im Mittelohr → Erguss im Mittelohr

Therapie:

  • Konservativ: abschwellendes Nasenspray, Schleimlöser, Homöopathie, „wait and see“-Strategie
  • Operativ: Paukenröhrcheneinlage (Paukendrainage) und Adenotomie (falls der Paukenerguss über 3 Monate persisiteren sollte, muss eine operative Sanierung angestrebt werden)
  • Zeitpunkt der Therapie: abhängig von Jahreshörbilanz und Sprachentwicklung (die 3-monatige Schallleitungsstörung in der Jahreshörbilanz kann sich negativ auf die Sprachentwicklung auswirken) 
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Steckbrief „Cholesteatom“ (passagere Schallleitungsschwerhörigkeit)

—> Synonym für chronische epitympanale Otitis media

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Definition: 

  • chronisch eitrige Entzündungsreaktion des Mittelohrs mit Knochendestruktion (chronische Reizung der Epidermis der Pars flaccida)

  • gutartige Gewebeneubildung, Einwucherung von mehrschichtig verhornendem Plattenepithel des Trommelfells oder des äußeren Gehörgangs in das Mittelohr


Leitsymptome:
  • einseitige, intermittierende, meist fötide Otorrhö
  • progredienter Hörverlust bis zur Ertaubung im weiteren Verlauf
  • auch rezidivierender Drehschwindel möglich (durch Bodengangsfistel oder Labyrinthitis)
  • Tinnitus
  • bei Befall der Chorda tympani: Geschmackstörung auf der betroffenen Seite
  • evtl. Fazialisparese auf der betroffenen Seite
  • angeborene: zunächst symptomlos

Arten:
  • Traumatisches Cholesteatom: Einwachsen von Plattenepithel in Frakturspalt (z.B. bei Pyramidenlängsfraktur
  • Kongenitales Cholesteatom: hinter dem TF, versprengtes Plattenepithel
  • gutartiger Tumor: destruktiv wachsend, Zerstörung der Ossikel und knöcherne Begrenzung der Mittelohrräume

Prävalenz: gehäuft bei Gaumenspaltenträgern


Ätiologie: angeboren oder erworben durch Einwachsung durch einen randständigen Trommelfelldefekt oder durch Trommelfellretraktion

Pathogenese:
  • primäres Cholesteatom (Retraktionscholesteatom, Schrumpfung, Zurückziehen): chronische Tubenventilationsstörung —> Retraktionstaschen im Bereich der Pars flaccida des Trommelfells —> Cholesteatom entwickelt sich in der Tasche
  • sekundäres Cholesteatom: durch einen randständigen Trommelfelldefekt schiebt sich Epithel in das Epitympanum
  • kongenitales Cholesteatom: embryonal angelegte, unvollständig zurückgebildete hyperplastische Mesenchymrestein der Submukosades Mittelohres


Folgen:
  • Umwandlung zu einem zystischen Gebilde
  • Tiefenwachstum von Epithelleisten
  • Tubenfunktionsstörung
  • Ausbildung tiefer Retraktionstasche im hinteren oberen Quadranten

Therapie: operative Entfernung eines Cholesteatoms und Entfernung eines durch das Cholesteatom angegriffenen Gehörknöchelchens (Tympanoplatik Typ I-IV)

—> auch bei Symptomfreiheit OP-Indikation


Komplikationen ohne Behandlung:

  • Labyrinthfistel
  • Fazialisparese
  • Hirnabszeß
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Steckbrief „Otitis externa“ (passagere Schallleitungsstörung)

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Definition: Ödematöse Schwellung des GHG (Gehörgangs)


Symptome: 
  • Ohrenschmerzen
  • Hörverschlechterung


Ätiologie: Eindringen von Bakterien oder Pilzen durch kleine Risse oder Spalten in den Gehörgang 

—> z.B. durch Manipulationen mit Wattestäbchen o.ä. im Gehörgang oder beim Baden (Badeotitis nach Schwimmbadbesuch in der warmen Jahreszeit)


Folgen: 
  • Schallleitungsstörungen bei starker Verschwellung oder Verlegung möglich
  • Gewebsneubildungen durch virale Infektion möglich

Therapie: rein lokale Behandlung

  • fachärztliche Säuberung des Gehörgangs 

  • lokal desinfizierende, antibiotische oder antimykotische (pilzbekämpfende) mitunter auch corticoidhaltige Salben oder Ohrentropfen

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Wie kann man Hörstörungen einteilen?

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Einteilung von Hörstörungen nach:

  • Art/ Form („Topographische Einteilung von Hörstörungen“)

  • Grad/ Ausmaß („Einteilung von Hörstörungen nach dem Grad bzw. Ausmaß der Schwerhörigkeit“)

  • Lokalisation/ Entstehungsort („Einteilung von Hörstörungen nach der Lokalisation/ dem Entstehungsort (Unterscheidung von Schwerhörigkeiten)“)
  • Ursachen („Einteilung von Hörstörungen nach den Ursachen“)
  • Zeitverlauf/ Lebensalter/ Erkrankungsalter („Einteilung von Hörstörungen nach dem Zeitverlauf/ Lebensalter/ Erkrankungsalter“)
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Definition Schallleitungsschwerhörigkeit/ Schallleitungsstörungen

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Synonym: Luftleitungsstörung, Transmissionsschwerhörigkeit, konduktiver Hörverlust

Definition: akustico-mechanische Störung der Schallaufnahme oder Schallübertragung im äußeren Gehörgang und/oder im Mittelohr (am Trommelfell oder der Ossikelkette)


Therapie: häufig medikamentös oder chirurgisch behandelbar
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Steckbrief „Cerumen obturans“ (Ohrenschmalz) (passagere Schallleitungsstörung)

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Definition: der Gehörgang ist teilweise oder vollständig mit Ohrenschmalz gefüllt


Symptome: das Ohr fühlt sich taub an


Therapie: komplette Entfernung (Cerumenentfernung) führt zum sofortigen „gutem Hören“

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Steckbrief „Tubenventilationsstörung/ Tubenkatarrh“ (passagere Schallleitungsstörung)

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TESTE DEIN WISSEN

Definition: Belüftungsstörung der Paukenhöhle mit Retraktion des Trommelfells


Prävalenz: überwiegender Anteil von Hörstörungen im Kindesalter durch Tubenbelüftungsstörungen

Ätiologie: 

  • Rezidivierende Infekte der oberen Atemwege (Rhinitis, Sinusitis, Pharyngitis, Tonsillitis)

  • Allergien

  • Gaumen- und Muskelfunktionsstörung

  • im Kleinkind- und Vorschulalter: eine im Rahmen der Immunabwehr vergrößerte Rachenmandel (Adenoide, kindliche „Polypen“)


Pathogenese: Schleimhautschwellung der Tubenöffnung im Nasenrachen oder der gesamten Tubenschleimhaut —> kein ausreichender Druckausgleich gewährleistet

Symptome:
  • Druckgefühl, zu Beginn oft stechende Ohrenschmerzen
  • Rauschen, gluckendes oder knackendes Ohrgeräusch
  • Schwerhörigkeit

Pathophysiologie: Fehlender Druckausgleich —> Unterdruck im Mittelohr —> Retraktion des Trommelfells —> Schleimhautschwellung im Mittelohr —> Paukenerguss

Folgen:
  • akut: Paukenerguss, Otitis media
  • chronisch: atrophes Trommelfell, Cholestatom, Tympanosklerose, Perforation
  • im Kleinkind- und Vorschulalter: mechanische Verlegung der (naso-)pharyngealen Tubeneingänge, Gaumenspalten, allergische Erkrankungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Nasenrachentumoren und Nasenatmungsbehinderungen

Therapie:

  • Gabe von abschwellenden Nasentropfen
  • ggf. Verbesserung der Tubenfunktion über Valsalvamanöver
  • beim kind: Otovent-Ballon
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TESTE DEIN WISSEN

Steckbrief „chronische Otitis media“ (chronische Mittelohrentzündung) (passagere Schallleitungsstörung)

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TESTE DEIN WISSEN
Definition: nicht spontan heilende, meist sezernierende Entzündungsreaktion des Mittelohres mit Trommelfelldefekt (bleibende Trommelfellperforation, irreversible Gewebezerstörung)

Prävalenz: 2% aller Erwachsenen in Deutschland


Arten:
  • chronische Otitis media mesotympanalis: 
—> zentraler Trommelfelldefekt
—> meist aufgrund einer chronischen Tubenbelüftungsstörung
  • chronische Otitis media epitympanalis: 
—> typischerweise randständiger Trommelfelldefekt 
—> Synonym für Cholesteatom 
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Welche 8 Erkrankungen gehören zur passageren Schallleitungsschwerhörigkeit?

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TESTE DEIN WISSEN
  • Cerumen obturans (Ohrenschmalz)
  • Tubenventilationsstörung / Tubenkatarrh
  • Paukenerguss
  • Otitis media acuta (akute Mittelohrentzündung)
  • Chronische Otitis media (chronische Mittelohrentzündung)
  • Cholesteatom
  • Otitis externa
  • Traumatische Trommelfellperforation (nach Paukendrainage)


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Q:

Steckbrief „Otitis media acuta“ (akute Mittelohrentzündung) (passagere Schallleitungsstörung)

A:
Definition: akute Mittelohrentzündung

Symptome:
  • heftige Ohrenschmerzen
  • ggf. Fieber
  • Otorrhöe (Ohrenfluss) bei spontaner Trommelfellperforation (verursacht Rückgang der Beschwerden)
  • beim Säugling unspezifische Symptome: Erbrechen, Durchfall oder Reizbarkeit

Ätiologie:

  • aufsteigende virale und bakterielle Infekte über die tuba auditiva ins Mittelohr
  • Adenoide als Reservoir für Bakterien und Viren und häufig Ausgangspunkt der Infektion (1/3 der Infektionen sind viral bedingt)

—> häufigste Erreger: Haemophilus influenzae, Streptococcus pneumoniae und Branhamella vatarrhalis


Risikofaktoren: 

  • Gaumenfehlstellungen

  • muskuläre Dysfunktion

  • Reflux

  • Allergien

  • Rauchen der Eltern


Therapie:

  • symptomatisch: Schmerztherapie, abschwellende Nasentropfen
  • bis zum 6. Lebensmonat: Otitis media als systemische Erkrankung zu sehen --> Antibiotikumpflicht
  • bei älteren Kindern entscheiden folgende Kriterien über eine Antibiotikavergabe: Fieber über 39°C, Beidohrigkeit, Allgemeinbefinden, Risikofaktoren wie zum Immunmangen, mangelnde Besserung nach 2-3 Tagen
  • nach dem 6. Lebensmonat: keine Antibiotikapflicht, Therapie nach Schweregrad, Ohrkontrolle erforderlich
  • operativ: Paukenröhrchen oder Adenotomie (Entfernung der Rachenmandel)


Komplikationen:

  • Perforation des Trommelfells
  • Sinusvenenthrombose
  • Sepsis
  • Hirnhautentzündung
  • Hirnabszeß
  • Gesichtsnervenlähmung
  • Labyrinthitis mit Ertaubung: Infektion des Innenohrs (der Cochlea)
  • Mastoiditis: akute Entzündung im Warzenfortsatz (prossesus mastoideus) des Schläfenbeins mit Knocheinschmelzung 
Q:
Welche 4 Erkrankungen gehören zur permanenten Schallleitungsschwerhörigkeit?
A:
  • angeborene Mittelohrfehlbildungen
  • angeborene Gehörgangsfehlbildungen: Gehörgangsexostose und Gehörgangsatresien (mebranös / knöchernd)
  • angeborene Ohrmuschelfehlbildungen (Ohrmuscheldysplasien nach Weerda)
  • Tympanosklerose
Q:

Einteilung von Schallleitungsstörungen

A:
  • Passager: Cerumen obturans (Ohrenschmalz), Tubenbelüftungsstörung, Paukenerguss, akute Otitis media (Mittelohrentzündung), chronische Otitis media, Cholesteatom, Otitis externa, Trommelfellperforation
  • Permanent (selter): Folge angeborener oder erworbener Defekte der schallübertragenden Strukturen im Gehörgang bzw. Mittelohr (angeborene Gehörgangs- und Mittelohrfehlbildungen, Tympanosklerose)
  • Progredient: z.B. Otosklerose
Q:

Steckbrief „Paukenerguss“ (passagere Schallleitungsstörung)

A:

Definition:

  • Sekretansammlung in der Paukenhöhle bei nicht perforiertem Trommelfell ohne Zeichen einer akuten Entzündung
  • Erguss kann serös oder mukös sein: unzuverlässiges Kriterium für die Dauer des Ergusses
  • nicht schmerzhaft

Pathophysiologie:
Fehlender Druckausgleich → Unterdruck im Mittelohr → Retraktion des Trommelfells → Schleimhautmetaplasie  und Schleimhautschwellung im Mittelohr → Erguss im Mittelohr

Therapie:

  • Konservativ: abschwellendes Nasenspray, Schleimlöser, Homöopathie, „wait and see“-Strategie
  • Operativ: Paukenröhrcheneinlage (Paukendrainage) und Adenotomie (falls der Paukenerguss über 3 Monate persisiteren sollte, muss eine operative Sanierung angestrebt werden)
  • Zeitpunkt der Therapie: abhängig von Jahreshörbilanz und Sprachentwicklung (die 3-monatige Schallleitungsstörung in der Jahreshörbilanz kann sich negativ auf die Sprachentwicklung auswirken) 
Q:

Steckbrief „Cholesteatom“ (passagere Schallleitungsschwerhörigkeit)

—> Synonym für chronische epitympanale Otitis media

A:

Definition: 

  • chronisch eitrige Entzündungsreaktion des Mittelohrs mit Knochendestruktion (chronische Reizung der Epidermis der Pars flaccida)

  • gutartige Gewebeneubildung, Einwucherung von mehrschichtig verhornendem Plattenepithel des Trommelfells oder des äußeren Gehörgangs in das Mittelohr


Leitsymptome:
  • einseitige, intermittierende, meist fötide Otorrhö
  • progredienter Hörverlust bis zur Ertaubung im weiteren Verlauf
  • auch rezidivierender Drehschwindel möglich (durch Bodengangsfistel oder Labyrinthitis)
  • Tinnitus
  • bei Befall der Chorda tympani: Geschmackstörung auf der betroffenen Seite
  • evtl. Fazialisparese auf der betroffenen Seite
  • angeborene: zunächst symptomlos

Arten:
  • Traumatisches Cholesteatom: Einwachsen von Plattenepithel in Frakturspalt (z.B. bei Pyramidenlängsfraktur
  • Kongenitales Cholesteatom: hinter dem TF, versprengtes Plattenepithel
  • gutartiger Tumor: destruktiv wachsend, Zerstörung der Ossikel und knöcherne Begrenzung der Mittelohrräume

Prävalenz: gehäuft bei Gaumenspaltenträgern


Ätiologie: angeboren oder erworben durch Einwachsung durch einen randständigen Trommelfelldefekt oder durch Trommelfellretraktion

Pathogenese:
  • primäres Cholesteatom (Retraktionscholesteatom, Schrumpfung, Zurückziehen): chronische Tubenventilationsstörung —> Retraktionstaschen im Bereich der Pars flaccida des Trommelfells —> Cholesteatom entwickelt sich in der Tasche
  • sekundäres Cholesteatom: durch einen randständigen Trommelfelldefekt schiebt sich Epithel in das Epitympanum
  • kongenitales Cholesteatom: embryonal angelegte, unvollständig zurückgebildete hyperplastische Mesenchymrestein der Submukosades Mittelohres


Folgen:
  • Umwandlung zu einem zystischen Gebilde
  • Tiefenwachstum von Epithelleisten
  • Tubenfunktionsstörung
  • Ausbildung tiefer Retraktionstasche im hinteren oberen Quadranten

Therapie: operative Entfernung eines Cholesteatoms und Entfernung eines durch das Cholesteatom angegriffenen Gehörknöchelchens (Tympanoplatik Typ I-IV)

—> auch bei Symptomfreiheit OP-Indikation


Komplikationen ohne Behandlung:

  • Labyrinthfistel
  • Fazialisparese
  • Hirnabszeß
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Q:

Steckbrief „Otitis externa“ (passagere Schallleitungsstörung)

A:

Definition: Ödematöse Schwellung des GHG (Gehörgangs)


Symptome: 
  • Ohrenschmerzen
  • Hörverschlechterung


Ätiologie: Eindringen von Bakterien oder Pilzen durch kleine Risse oder Spalten in den Gehörgang 

—> z.B. durch Manipulationen mit Wattestäbchen o.ä. im Gehörgang oder beim Baden (Badeotitis nach Schwimmbadbesuch in der warmen Jahreszeit)


Folgen: 
  • Schallleitungsstörungen bei starker Verschwellung oder Verlegung möglich
  • Gewebsneubildungen durch virale Infektion möglich

Therapie: rein lokale Behandlung

  • fachärztliche Säuberung des Gehörgangs 

  • lokal desinfizierende, antibiotische oder antimykotische (pilzbekämpfende) mitunter auch corticoidhaltige Salben oder Ohrentropfen

Q:

Wie kann man Hörstörungen einteilen?

A:

Einteilung von Hörstörungen nach:

  • Art/ Form („Topographische Einteilung von Hörstörungen“)

  • Grad/ Ausmaß („Einteilung von Hörstörungen nach dem Grad bzw. Ausmaß der Schwerhörigkeit“)

  • Lokalisation/ Entstehungsort („Einteilung von Hörstörungen nach der Lokalisation/ dem Entstehungsort (Unterscheidung von Schwerhörigkeiten)“)
  • Ursachen („Einteilung von Hörstörungen nach den Ursachen“)
  • Zeitverlauf/ Lebensalter/ Erkrankungsalter („Einteilung von Hörstörungen nach dem Zeitverlauf/ Lebensalter/ Erkrankungsalter“)
Q:

Definition Schallleitungsschwerhörigkeit/ Schallleitungsstörungen

A:
Synonym: Luftleitungsstörung, Transmissionsschwerhörigkeit, konduktiver Hörverlust

Definition: akustico-mechanische Störung der Schallaufnahme oder Schallübertragung im äußeren Gehörgang und/oder im Mittelohr (am Trommelfell oder der Ossikelkette)


Therapie: häufig medikamentös oder chirurgisch behandelbar
Q:

Steckbrief „Cerumen obturans“ (Ohrenschmalz) (passagere Schallleitungsstörung)

A:

Definition: der Gehörgang ist teilweise oder vollständig mit Ohrenschmalz gefüllt


Symptome: das Ohr fühlt sich taub an


Therapie: komplette Entfernung (Cerumenentfernung) führt zum sofortigen „gutem Hören“

Q:

Steckbrief „Tubenventilationsstörung/ Tubenkatarrh“ (passagere Schallleitungsstörung)

A:

Definition: Belüftungsstörung der Paukenhöhle mit Retraktion des Trommelfells


Prävalenz: überwiegender Anteil von Hörstörungen im Kindesalter durch Tubenbelüftungsstörungen

Ätiologie: 

  • Rezidivierende Infekte der oberen Atemwege (Rhinitis, Sinusitis, Pharyngitis, Tonsillitis)

  • Allergien

  • Gaumen- und Muskelfunktionsstörung

  • im Kleinkind- und Vorschulalter: eine im Rahmen der Immunabwehr vergrößerte Rachenmandel (Adenoide, kindliche „Polypen“)


Pathogenese: Schleimhautschwellung der Tubenöffnung im Nasenrachen oder der gesamten Tubenschleimhaut —> kein ausreichender Druckausgleich gewährleistet

Symptome:
  • Druckgefühl, zu Beginn oft stechende Ohrenschmerzen
  • Rauschen, gluckendes oder knackendes Ohrgeräusch
  • Schwerhörigkeit

Pathophysiologie: Fehlender Druckausgleich —> Unterdruck im Mittelohr —> Retraktion des Trommelfells —> Schleimhautschwellung im Mittelohr —> Paukenerguss

Folgen:
  • akut: Paukenerguss, Otitis media
  • chronisch: atrophes Trommelfell, Cholestatom, Tympanosklerose, Perforation
  • im Kleinkind- und Vorschulalter: mechanische Verlegung der (naso-)pharyngealen Tubeneingänge, Gaumenspalten, allergische Erkrankungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Nasenrachentumoren und Nasenatmungsbehinderungen

Therapie:

  • Gabe von abschwellenden Nasentropfen
  • ggf. Verbesserung der Tubenfunktion über Valsalvamanöver
  • beim kind: Otovent-Ballon
Q:

Steckbrief „chronische Otitis media“ (chronische Mittelohrentzündung) (passagere Schallleitungsstörung)

A:
Definition: nicht spontan heilende, meist sezernierende Entzündungsreaktion des Mittelohres mit Trommelfelldefekt (bleibende Trommelfellperforation, irreversible Gewebezerstörung)

Prävalenz: 2% aller Erwachsenen in Deutschland


Arten:
  • chronische Otitis media mesotympanalis: 
—> zentraler Trommelfelldefekt
—> meist aufgrund einer chronischen Tubenbelüftungsstörung
  • chronische Otitis media epitympanalis: 
—> typischerweise randständiger Trommelfelldefekt 
—> Synonym für Cholesteatom 
Q:

Welche 8 Erkrankungen gehören zur passageren Schallleitungsschwerhörigkeit?

A:
  • Cerumen obturans (Ohrenschmalz)
  • Tubenventilationsstörung / Tubenkatarrh
  • Paukenerguss
  • Otitis media acuta (akute Mittelohrentzündung)
  • Chronische Otitis media (chronische Mittelohrentzündung)
  • Cholesteatom
  • Otitis externa
  • Traumatische Trommelfellperforation (nach Paukendrainage)


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