Emotion at Hochschule Für Angewandtes Management | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Emotion an der Hochschule für angewandtes Management

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TESTE DEIN WISSEN

Wie lassen sich Emotionen definieren und von anderen affektiven Zuständen abgrenzen (insb. von Gefühlen)?

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TESTE DEIN WISSEN

Es gibt keine festgelegte Definition für Emotionen. Der Begriff ‚Emotion‘ lässt sich allerdings als innere Empfindung und die Reaktion auf diese beschreiben. Sie setzt sich aus Gefühlen, kognitiven Denkprozessen und körperlichen Reaktionen zusammen. Nicht zu verwechseln mit „Gefühlen“, unter denen man ausschließlich Empfindungen versteht, also das, was man in einem Moment fühlst. Der Unterschied zwischen einer Emotion und einem Gefühl besteht also darin, dass ein Gefühl nicht dasselbe wie eine Emotion, sondern lediglich ein Teil davon ist 

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TESTE DEIN WISSEN

Welche zwei dimensionalen Modelle zur Kategorisierung von Emotionen kennen Sie? Beschreiben Sie diese Modelle näher.   

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TESTE DEIN WISSEN

Emotionsdimensionen [engl. emotion(al) dimensions], [EM], bereits sehr früh wurden in der Ps. Versuche unternommen, grundlegende Dimensionen zu erkennen, auf die sich die Vielzahl erlebbarer diskreter Emotionen reduzieren lässt. So hat Wundt (1896) ein System vorgelegt, wonach das emot. Erleben durch die Dimensionen Lust und Unlust sowie Spannung und Beruhigung best. wird. In der moderneren emotionspsychol. Forschung wurden meist sprachliche und math. Methoden verwendet, um grundlegende Emotionsdimensionen zu identifizieren. Hierzu wird zunächst die Häufigkeit des gemeinsamen Auftretens von Emotionen durch Vpn eingeschätzt (Kovarianz-Struktur-Analyse) oder die semantische Ähnlichkeit von Gefühlsbegriffen bestimmt (Ähnlichkeits-Struktur-Analyse). Die auf diese Weise best. Zusammenhänge lassen sich in einer Matrix abbilden, die durch unterschiedliche Dimensionen beschrieben werden kann. Die von Wundt vorgeschlagenen Dimensionen Lust und Unlust (Valenz) sowie Erregung und Ruhe konnten mithilfe dieser Methoden in zahlreichen Untersuchungen empirisch belegt werden. In versch. motivationalen (MIm Circumplex von Russell (1980) stellen die von Wundt konstatierten beiden Dimensionen orthogonale Achsen dar, wobei die Emotionen kreisförmig um den Schnittpunkt dieser Achsen angeordnet werden. Auf diese Weise ist jede Emotion durch einen spezif. Wert von Valenz und Erregung gekennzeichnet.   Die grundlegende Annahme dieser Modelle ist, dass affektiv pos. Zustände eher zu Annäherungsverhalten und affektiv neg. Zustände eher zu Vermeidungsverhalten prädisponieren.



Eine alternative Möglichkeit besteht darin, nicht nach Dimensionen, sondern nach grundlegenderen Emotionskategorien zu suchen. So unterschieden Shaver et al., 1987 in ihrer Untersuchung zu Ähnlichkeitseinschätzungen von Emotionsbegriffen die Kategorien Liebe, Freude, Überraschung, Ärger, Trauer und Angst. Allerdings existiert kein verlässliches Kriterium dafür, wie viele grundlegende Kategorien zu unterscheiden sind. Ein vollkommen unterschiedlicher Weg wurde von Ekman (1992b) beschritten, der annimmt, dass es sechs sog. Basisemotionen gibt (Freude, Überraschung, Trauer, Ärger, Ekel, Angst), die über Kulturen hinweg eine hohe Ähnlichkeit im Gesichtsausdruck aufweisen und die über ein jew. spezif. physiol. Erregungsmuster verfügen. Emotionen, dimensionale Modelle.


  

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TESTE DEIN WISSEN

Was versteht man unter “Komponenten” von Emotionen? Welche kennen Sie? Geben Sie ein Beispiel für eine Situation in der diese Komponenten eine Rolle spielen. 



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TESTE DEIN WISSEN

Die Komponentenmodelle der Emotionen sehen Emotionen als multidimensionales Konstrukt an, das Reaktionen auf verschiedenen Ebenen umfasst: 
 
- Kognition 
- Verhalten  
- körperliche Veränderung 
- Gefühl

 
Situation: Wir denken uns “Weg hier!” (Kognition) --> Zurückweichen (Verhalten) --> Pulsrasen + Schwitzen (körperliche Veränderung) --> wir erleben Angst (Gefühl)  

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TESTE DEIN WISSEN

Was versteht man im Zusammenhang mit Emotionen unter Einschätzungen? Wie nennt man die zugehörigen übergreifenden Theorien und was ist die Kernthese dieser Theorien?  


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Appraisaltheorien (= Einschätzungen und Bewertungen) 

Subjektive Bewertung als Kern eines Emotionsgegenstandes (Ereignis, Person, Objekt) 

Ob ein bestimmtes Ereignis bei einer Person eine Emotion hervorruft – und wenn ja, welche Emotion (z.B. FreudeTrauerAngst) und mit welcher Intensität –, hängt davon ab, wie die Person das Ereignis interpretiert.  

  

Kennzeichen jeder Emotion: spezifisches Muster von Einschätzungen 


Einstellungen, Wünsche, Bedürfnisse, Ziele und Werte -> „heiße“ Kognitionen 

(Heiße Kognitionen werden hauptsächlich durch Emotionen und Erfahrungen im LZG gespeichert und werden auch als motiviertes Denken bezeichnet. Heiße Kognition kann auch zu sofortigen Entscheidungen führen, die auf negativen oder positiven Reizen basieren, welche auf persönliche Emotionen zurückzuführen sind)


Tatsachenüberzeugungen und Ursachenzuschreibungen -> „kalte“ Kognitionen

(Kalte Kognitionen besitzen einen bewussten Prozess, bei dem Fakten und Logik verwendet werden, um zu einer Entscheidung zu gelangen)


 

Diese Bewertungsmuster sind ein wichtiges Kriterium für das Auslösen einer Emotion. 

Allerdings gilt: Man kann sich nicht über ein Ereignis freuen, welches man selbst negativ bewertet (z.B. gute Note geschrieben, entspricht aber nicht dem eigenen höheren Anspruch). Ebenfalls ist es nicht möglich, von einem Ereignis überrascht zu sein, welches man bereits erwartet. 

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TESTE DEIN WISSEN

Nenne emotionsrelevante Einschätzungen

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TESTE DEIN WISSEN
  • Persönliche Relevanz eines Ereignisses 

  • Erwünschtheit aufgrund persönlicher Einstellungen und sozialer Bewertungsmaßstäbe (Moral, Religion) 

  • Zeitliche Lokation (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) 

  • Auftretenswahrscheinlichkeit 

  • Ursachenzuschreibungen der Entstehung (Absicht, Zufall, Anstrengung, eigenes vs. Fremdes Verursachen) 

  • Persönliche Reaktions- und Bewältigungsmöglichkeiten (Kontrolle vs. Hilflosigkeit vs. Angewiesensein) 

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Inwiefern stellt die These von Robert Zajonc (1980) die Bedeutung von Einschätzungen beim emotionalen Geschehen in Frage?  


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TESTE DEIN WISSEN

Affektive Zustände können auch ohne (bewusste) kognitive Einschätzungen entstehen.  
Kognitive Einschätzungen erfolgen oft sehr schnell und automatisch ohne bewusste Wahrnehmung und explizite sprachliche Kodierung. Es gibt keine unbewussten Emotionen (Er ärgert sich, ohne es zu wissen). Zweifel am Status von Präferenzurzeilen durch fehlenden Bezug zu persönlichen Motiven und Zielen.   

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Emotionen und Verhalten sind eng verknüpft. Warum könnte es sich bei dieser Verbindung um eine Scheinkorrelation handeln?  


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TESTE DEIN WISSEN

Die Scheinkorrelation könnte durch die gemeinsame motivationalen Wurzeln (wie die Bedrohung eines persönlichen Zieles) von Emotion und Verhalten erklärbar sein.  

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TESTE DEIN WISSEN

Auf Darwin (1872) geht die These emotionsspezifischer Gesichtsausdrücke zurück. Wie begründet er seine Ansicht? 



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TESTE DEIN WISSEN

Er wollte nachweisen, dass die Emotionen ihren Ursprung im Tierreich haben und keine „Erfindung“ des Menschen sind. Emotionale Reaktionssysteme, wie Furcht, Wut oder sexuelle Lust finden sich auch bei weiteren Primaten und höher entwickelten Säugetieren wider. Emotionen kommen unmittelbar durch den Emotionsausdruck zur Geltung (v.a. Mimik) —> direkter äußerlicher Hinweis auf das Vorliegen einer Emotion.  

(In der Mimik kommen nicht nur Gefühl zum Ausdruck, auch andere psychische Zustände, wie Gedanken und Handlungsabsichten werden auf diese Weise ausgedrückt. Emotionen entstehen nach Darwin in der Aktualgenese, also dem Moment, in dem sie gezeigt werden. Entsprechend der gedanklichen Verarbeitung einer Emotion resultiert ein starker oder weniger starker Emotionsausdruck.) 

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TESTE DEIN WISSEN

Was versteht man unter der kommunikativen Funktion von Emotionsausdrücken? 

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TESTE DEIN WISSEN

Darunter versteht man die Information über Befindlichkeit einer Person, ihre Einstellung oder ihre Verhaltensabsichten. 

Der Ausdruck von Emotionen hat eine verhaltenssteuernde Funktion in sozialen Interaktionen (kann jedoch auch gefaked werden). 

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TESTE DEIN WISSEN

Beschreiben Sie die Theorien von James-Lange sowie Schachter und Singer und benennen Sie für beide Theorien Kritikpunkte:  


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TESTE DEIN WISSEN

Die Theorie von James-Lange (1920) beschreibt den Weg, wie es zu einer Emotion kommt. Als erstes wird eine Situation erkannt, danach folgt eine körperliche Veränderung bzw. eine emotionsspezifische viszerale Reaktion (-> Muster und Intensität beschreiben Qualität und Intensität der Emotionen) und anschließend entsteht eine Emotion als Empfindung der körperlichen Reaktion. 

Kritikpunkte (nach Cannon 1927): 

  • Die vollständige Trennung der Viszera vom ZNS führt zu keiner Veränderung im emotionalen Verhalten 

  • Dieselben viszeralen Veränderungen treten bei verschiedenen emotionalen und nichtemotionalen Zuständen auf 

  • Eingeweide sind relativ unempfindlich 

  • Viszerale Veränderungen sind zu langsam um Ursache für Gefühlserleben zu sein 

  • Künstliche Herbeiführung von emotionstypischen, viszeralen Veränderungen führt nicht zum Auftreten von Emotionen 

  

Die Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion (von Schachter und Singer 1962): 

•  Emotionen entstehen durch das Zusammenwirken eines Zustandes unspezifischer, physiologischer Erregung mit spezifischer, situationsbezogener Kognition (z.B. Bewertung).  

•  Erst die Kognitionen bestimmen, welche qualitative Emotion durch die unspezifische Erregung hervorgerufen wird. 
• „Plastizität“ von Emotionen → dieselbe Erregung kann, abhängig von der jeweiligen Ursachenfindung, unterschiedliche Emotionen hervorrufen  

Kritikpunkte: 

  • Indikatoren für Emotionen zeigen unterschiedliche Ergebnismuster 

  • Verhaltensbeeinflussung in Euphorie-Bedingung nicht überzeugend gelungen 

  • Versuchsplan erlaubt keine Gegenhypothese – Emotionen entstehen ohne Erregung 

  • Konsistent hohe Werte der Placebogruppe sprechen gegen die Hypothese 

  • Ergebnisse konnten in folgenden Untersuchungen nicht repliziert werden (Zimbardo, Maslach) 

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TESTE DEIN WISSEN

Was besagt die Facial-Feedback- Hypothese? Geben Sie ein Beispiel für eine Studie zum Facial-Feedback.  


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TESTE DEIN WISSEN

Die Hypothese besagt, dass ein passender Gesichtsausdruck Emotionen verstärken und ein anderer (antagonistischer) Gesichtsausdruck oder eine Unterdrückung des Gesichtsausdruckes Emotionen reduzieren kann. Es ist jedoch nur eine Modulation von vorhandenen Emotionen möglich, reine motorische Veränderungen können keine Emotion hervorrufen.  

Studie: “Pen Studies” von Strack, Martin & Strepper, 1988 

Hier wurden Versuchspersonen unter einem Vorwand gebeten, bei der Einschätzung der »Lustigkeit« von Bilderwitzen den Stift in den Mund zu nehmen. In einer Gruppe musste der Stift mit den Zähnen festgehalten werden, wodurch eine Lippenstellung entstand, die dem Grinsen ähnelt; in einer anderen Gruppe musste der Stift dagegen nur mit den Lippen fixiert werden, wodurch ein Schmollmund entstand. Die Witze wurden in der »Grins«-Bedingung signifikant lustiger eingeschätzt als in der »Schmollmund«-Bedingung. (Schütz et al., 2015, S. 161) 

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TESTE DEIN WISSEN

5 wesentliche Aspekte der Emotionsentwicklung 


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TESTE DEIN WISSEN

• die Qualität einer Emotion  

• die Form einer Emotion 

 • die Funktion einer Emotion in der individuellen Tätigkeitsregulation  

• die Beziehung der Teilfunktion »Emotion« zu anderen psychischen Teilfunktionen in der Tätigkeitsregulation 

 • der kulturelle Kontext 

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Beispielhafte Karteikarten für deinen Emotion Kurs an der Hochschule für angewandtes Management - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Wie lassen sich Emotionen definieren und von anderen affektiven Zuständen abgrenzen (insb. von Gefühlen)?

A:

Es gibt keine festgelegte Definition für Emotionen. Der Begriff ‚Emotion‘ lässt sich allerdings als innere Empfindung und die Reaktion auf diese beschreiben. Sie setzt sich aus Gefühlen, kognitiven Denkprozessen und körperlichen Reaktionen zusammen. Nicht zu verwechseln mit „Gefühlen“, unter denen man ausschließlich Empfindungen versteht, also das, was man in einem Moment fühlst. Der Unterschied zwischen einer Emotion und einem Gefühl besteht also darin, dass ein Gefühl nicht dasselbe wie eine Emotion, sondern lediglich ein Teil davon ist 

Q:

Welche zwei dimensionalen Modelle zur Kategorisierung von Emotionen kennen Sie? Beschreiben Sie diese Modelle näher.   

A:

Emotionsdimensionen [engl. emotion(al) dimensions], [EM], bereits sehr früh wurden in der Ps. Versuche unternommen, grundlegende Dimensionen zu erkennen, auf die sich die Vielzahl erlebbarer diskreter Emotionen reduzieren lässt. So hat Wundt (1896) ein System vorgelegt, wonach das emot. Erleben durch die Dimensionen Lust und Unlust sowie Spannung und Beruhigung best. wird. In der moderneren emotionspsychol. Forschung wurden meist sprachliche und math. Methoden verwendet, um grundlegende Emotionsdimensionen zu identifizieren. Hierzu wird zunächst die Häufigkeit des gemeinsamen Auftretens von Emotionen durch Vpn eingeschätzt (Kovarianz-Struktur-Analyse) oder die semantische Ähnlichkeit von Gefühlsbegriffen bestimmt (Ähnlichkeits-Struktur-Analyse). Die auf diese Weise best. Zusammenhänge lassen sich in einer Matrix abbilden, die durch unterschiedliche Dimensionen beschrieben werden kann. Die von Wundt vorgeschlagenen Dimensionen Lust und Unlust (Valenz) sowie Erregung und Ruhe konnten mithilfe dieser Methoden in zahlreichen Untersuchungen empirisch belegt werden. In versch. motivationalen (MIm Circumplex von Russell (1980) stellen die von Wundt konstatierten beiden Dimensionen orthogonale Achsen dar, wobei die Emotionen kreisförmig um den Schnittpunkt dieser Achsen angeordnet werden. Auf diese Weise ist jede Emotion durch einen spezif. Wert von Valenz und Erregung gekennzeichnet.   Die grundlegende Annahme dieser Modelle ist, dass affektiv pos. Zustände eher zu Annäherungsverhalten und affektiv neg. Zustände eher zu Vermeidungsverhalten prädisponieren.



Eine alternative Möglichkeit besteht darin, nicht nach Dimensionen, sondern nach grundlegenderen Emotionskategorien zu suchen. So unterschieden Shaver et al., 1987 in ihrer Untersuchung zu Ähnlichkeitseinschätzungen von Emotionsbegriffen die Kategorien Liebe, Freude, Überraschung, Ärger, Trauer und Angst. Allerdings existiert kein verlässliches Kriterium dafür, wie viele grundlegende Kategorien zu unterscheiden sind. Ein vollkommen unterschiedlicher Weg wurde von Ekman (1992b) beschritten, der annimmt, dass es sechs sog. Basisemotionen gibt (Freude, Überraschung, Trauer, Ärger, Ekel, Angst), die über Kulturen hinweg eine hohe Ähnlichkeit im Gesichtsausdruck aufweisen und die über ein jew. spezif. physiol. Erregungsmuster verfügen. Emotionen, dimensionale Modelle.


  

Q:

Was versteht man unter “Komponenten” von Emotionen? Welche kennen Sie? Geben Sie ein Beispiel für eine Situation in der diese Komponenten eine Rolle spielen. 



A:

Die Komponentenmodelle der Emotionen sehen Emotionen als multidimensionales Konstrukt an, das Reaktionen auf verschiedenen Ebenen umfasst: 
 
- Kognition 
- Verhalten  
- körperliche Veränderung 
- Gefühl

 
Situation: Wir denken uns “Weg hier!” (Kognition) --> Zurückweichen (Verhalten) --> Pulsrasen + Schwitzen (körperliche Veränderung) --> wir erleben Angst (Gefühl)  

Q:

Was versteht man im Zusammenhang mit Emotionen unter Einschätzungen? Wie nennt man die zugehörigen übergreifenden Theorien und was ist die Kernthese dieser Theorien?  


A:

Appraisaltheorien (= Einschätzungen und Bewertungen) 

Subjektive Bewertung als Kern eines Emotionsgegenstandes (Ereignis, Person, Objekt) 

Ob ein bestimmtes Ereignis bei einer Person eine Emotion hervorruft – und wenn ja, welche Emotion (z.B. FreudeTrauerAngst) und mit welcher Intensität –, hängt davon ab, wie die Person das Ereignis interpretiert.  

  

Kennzeichen jeder Emotion: spezifisches Muster von Einschätzungen 


Einstellungen, Wünsche, Bedürfnisse, Ziele und Werte -> „heiße“ Kognitionen 

(Heiße Kognitionen werden hauptsächlich durch Emotionen und Erfahrungen im LZG gespeichert und werden auch als motiviertes Denken bezeichnet. Heiße Kognition kann auch zu sofortigen Entscheidungen führen, die auf negativen oder positiven Reizen basieren, welche auf persönliche Emotionen zurückzuführen sind)


Tatsachenüberzeugungen und Ursachenzuschreibungen -> „kalte“ Kognitionen

(Kalte Kognitionen besitzen einen bewussten Prozess, bei dem Fakten und Logik verwendet werden, um zu einer Entscheidung zu gelangen)


 

Diese Bewertungsmuster sind ein wichtiges Kriterium für das Auslösen einer Emotion. 

Allerdings gilt: Man kann sich nicht über ein Ereignis freuen, welches man selbst negativ bewertet (z.B. gute Note geschrieben, entspricht aber nicht dem eigenen höheren Anspruch). Ebenfalls ist es nicht möglich, von einem Ereignis überrascht zu sein, welches man bereits erwartet. 

Q:

Nenne emotionsrelevante Einschätzungen

A:
  • Persönliche Relevanz eines Ereignisses 

  • Erwünschtheit aufgrund persönlicher Einstellungen und sozialer Bewertungsmaßstäbe (Moral, Religion) 

  • Zeitliche Lokation (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) 

  • Auftretenswahrscheinlichkeit 

  • Ursachenzuschreibungen der Entstehung (Absicht, Zufall, Anstrengung, eigenes vs. Fremdes Verursachen) 

  • Persönliche Reaktions- und Bewältigungsmöglichkeiten (Kontrolle vs. Hilflosigkeit vs. Angewiesensein) 

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Q:

Inwiefern stellt die These von Robert Zajonc (1980) die Bedeutung von Einschätzungen beim emotionalen Geschehen in Frage?  


A:

Affektive Zustände können auch ohne (bewusste) kognitive Einschätzungen entstehen.  
Kognitive Einschätzungen erfolgen oft sehr schnell und automatisch ohne bewusste Wahrnehmung und explizite sprachliche Kodierung. Es gibt keine unbewussten Emotionen (Er ärgert sich, ohne es zu wissen). Zweifel am Status von Präferenzurzeilen durch fehlenden Bezug zu persönlichen Motiven und Zielen.   

Q:

Emotionen und Verhalten sind eng verknüpft. Warum könnte es sich bei dieser Verbindung um eine Scheinkorrelation handeln?  


A:

Die Scheinkorrelation könnte durch die gemeinsame motivationalen Wurzeln (wie die Bedrohung eines persönlichen Zieles) von Emotion und Verhalten erklärbar sein.  

Q:

Auf Darwin (1872) geht die These emotionsspezifischer Gesichtsausdrücke zurück. Wie begründet er seine Ansicht? 



A:

Er wollte nachweisen, dass die Emotionen ihren Ursprung im Tierreich haben und keine „Erfindung“ des Menschen sind. Emotionale Reaktionssysteme, wie Furcht, Wut oder sexuelle Lust finden sich auch bei weiteren Primaten und höher entwickelten Säugetieren wider. Emotionen kommen unmittelbar durch den Emotionsausdruck zur Geltung (v.a. Mimik) —> direkter äußerlicher Hinweis auf das Vorliegen einer Emotion.  

(In der Mimik kommen nicht nur Gefühl zum Ausdruck, auch andere psychische Zustände, wie Gedanken und Handlungsabsichten werden auf diese Weise ausgedrückt. Emotionen entstehen nach Darwin in der Aktualgenese, also dem Moment, in dem sie gezeigt werden. Entsprechend der gedanklichen Verarbeitung einer Emotion resultiert ein starker oder weniger starker Emotionsausdruck.) 

Q:

Was versteht man unter der kommunikativen Funktion von Emotionsausdrücken? 

A:

Darunter versteht man die Information über Befindlichkeit einer Person, ihre Einstellung oder ihre Verhaltensabsichten. 

Der Ausdruck von Emotionen hat eine verhaltenssteuernde Funktion in sozialen Interaktionen (kann jedoch auch gefaked werden). 

Q:

Beschreiben Sie die Theorien von James-Lange sowie Schachter und Singer und benennen Sie für beide Theorien Kritikpunkte:  


A:

Die Theorie von James-Lange (1920) beschreibt den Weg, wie es zu einer Emotion kommt. Als erstes wird eine Situation erkannt, danach folgt eine körperliche Veränderung bzw. eine emotionsspezifische viszerale Reaktion (-> Muster und Intensität beschreiben Qualität und Intensität der Emotionen) und anschließend entsteht eine Emotion als Empfindung der körperlichen Reaktion. 

Kritikpunkte (nach Cannon 1927): 

  • Die vollständige Trennung der Viszera vom ZNS führt zu keiner Veränderung im emotionalen Verhalten 

  • Dieselben viszeralen Veränderungen treten bei verschiedenen emotionalen und nichtemotionalen Zuständen auf 

  • Eingeweide sind relativ unempfindlich 

  • Viszerale Veränderungen sind zu langsam um Ursache für Gefühlserleben zu sein 

  • Künstliche Herbeiführung von emotionstypischen, viszeralen Veränderungen führt nicht zum Auftreten von Emotionen 

  

Die Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion (von Schachter und Singer 1962): 

•  Emotionen entstehen durch das Zusammenwirken eines Zustandes unspezifischer, physiologischer Erregung mit spezifischer, situationsbezogener Kognition (z.B. Bewertung).  

•  Erst die Kognitionen bestimmen, welche qualitative Emotion durch die unspezifische Erregung hervorgerufen wird. 
• „Plastizität“ von Emotionen → dieselbe Erregung kann, abhängig von der jeweiligen Ursachenfindung, unterschiedliche Emotionen hervorrufen  

Kritikpunkte: 

  • Indikatoren für Emotionen zeigen unterschiedliche Ergebnismuster 

  • Verhaltensbeeinflussung in Euphorie-Bedingung nicht überzeugend gelungen 

  • Versuchsplan erlaubt keine Gegenhypothese – Emotionen entstehen ohne Erregung 

  • Konsistent hohe Werte der Placebogruppe sprechen gegen die Hypothese 

  • Ergebnisse konnten in folgenden Untersuchungen nicht repliziert werden (Zimbardo, Maslach) 

Q:

Was besagt die Facial-Feedback- Hypothese? Geben Sie ein Beispiel für eine Studie zum Facial-Feedback.  


A:

Die Hypothese besagt, dass ein passender Gesichtsausdruck Emotionen verstärken und ein anderer (antagonistischer) Gesichtsausdruck oder eine Unterdrückung des Gesichtsausdruckes Emotionen reduzieren kann. Es ist jedoch nur eine Modulation von vorhandenen Emotionen möglich, reine motorische Veränderungen können keine Emotion hervorrufen.  

Studie: “Pen Studies” von Strack, Martin & Strepper, 1988 

Hier wurden Versuchspersonen unter einem Vorwand gebeten, bei der Einschätzung der »Lustigkeit« von Bilderwitzen den Stift in den Mund zu nehmen. In einer Gruppe musste der Stift mit den Zähnen festgehalten werden, wodurch eine Lippenstellung entstand, die dem Grinsen ähnelt; in einer anderen Gruppe musste der Stift dagegen nur mit den Lippen fixiert werden, wodurch ein Schmollmund entstand. Die Witze wurden in der »Grins«-Bedingung signifikant lustiger eingeschätzt als in der »Schmollmund«-Bedingung. (Schütz et al., 2015, S. 161) 

Q:

5 wesentliche Aspekte der Emotionsentwicklung 


A:

• die Qualität einer Emotion  

• die Form einer Emotion 

 • die Funktion einer Emotion in der individuellen Tätigkeitsregulation  

• die Beziehung der Teilfunktion »Emotion« zu anderen psychischen Teilfunktionen in der Tätigkeitsregulation 

 • der kulturelle Kontext 

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