Sozial Psychologie at Hochschule Fresenius | Flashcards & Summaries

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TESTE DEIN WISSEN

Beispiele für Sensorische (Metaphern-)Effekte auf soziale Urteile:

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TESTE DEIN WISSEN

 Schweres in Händen zu halten führt dazu, dass Themen, Sachverhalte, oder auch Absichten als schwerwiegender / ernsthafter beurteilt werden (u.a. Ackerman et al., 2010, Jostman et al., 2009)


Geruch von Sauberkeit (z. B. Putzmittel an Schaufenster) fördert die Wahrnehmung einer fremden Person, die einen um Geld bittet, als vertrauenswürdig (Und die Bereitschaft, Zeit und Geld für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen)


(Un-)Moralisches Verhalten ist eng mit Ekel assoziiert, entsprechend werden moralische Urteile davon beeinflusst, ob man (unbewusst, z. B. durch bitteren Geschmack im Mund, Gestank oder eine sehr unordentliche Umgebung) auf Ekel geprimt wurde


Temperatur: wenn man ein warmes (vs. kaltes) Getränk in der Hand hält,

− werden andere als wärmer, mitfühlender, etc. wahrgenommen

− und man selbst fühlt sich Freunden und Familie emotional näher


Vertikale vs. horizontale Anordnungen und Zuschreibungen von Macht oder Status:

− Karriereleiter aufsteigen; Die da oben; Er hat ganz unten angefangen; ich bin down

− Größere vertikale (aber nicht horizontale) Distanz im Organigramm zwischen Führungskraft und Mitarbeitern führt zur Zuschreibung von mehr Macht

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Wie kann man Prozesse der Informationsverarbeitung unterteilen?

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TESTE DEIN WISSEN

Klassische Ansicht (z.B. Johnson & Hasher, 1987):

Qualitative Trennung von kontrollierten und automatischen Prozessen

 Automatische Prozesse sind unbewusst, unkontrollierbar, nicht intentional und effizient in Bezug auf kognitive Ressourcen

Kontrollierte Prozesse sind bewusst, kontrollierbar, intentional und erfordern mehr kognitive Ressourcen


• Empirisch jedoch keine klare Trennung zwischen kontrollierten und automatischen Prozessen, es gibt vielfältige Mischformen (Bargh)

− Autofahren und 10-Finger-Schreiben auf einer Tastatur sind z.B. intentional und kontrollierbar (Logan & Cowan, 1984), laufen aber effizient ab und benötigen kein Bewusstsein

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Was sind Einstellungen? Welche spezifischen Sonderformen gibt es?

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Einstellungen sind Assoziationen zwischen Einstellungsobjekten und Bewertungen dieser Objekte (Fazio & Roskos-Ewoldsen)

Sonderformen:

 Vorurteile: (negative) Einstellungen gegenüber sozialen Gruppen

Selbstwertgefühl: Einstellung gegenüber der eigenen Person

Wertvorstellungen: Einstellungen ggü. abstrakten Sachverhalten (z. B. Pressefreiheit)

Implizite Einstellungen: Bewertungstendenzen, die Urteile oder Verhaltensweisen beeinflussen können, ohne dass sich die Person des Einflusses bewusst ist


Abgrenzung: Überzeugungen, dass bestimmte Personen, Gruppen oder Objekte (z. B. Produkte oder sonstige Gegenstände) bestimmte Eigenschaften haben, ohne dass hiermit eine eindeutige Bewertung verbunden ist (z. B. Dieser Jogurt ist cremig)

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Was ist die negativ-state-relief-Hypothese?

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TESTE DEIN WISSEN

Grundannahme: Jedes Hilfeverhalten ist egoistisch motiviert

• Das Leid anderer erzeugt negative Gefühle im Betrachter

− Folgerung: Hilfeverhalten dient der Vermeidung eines negativen Gefühlszustandes -> negative-state-relief

− Anekdote von Abraham Lincoln: Rettung von Ferkeln aus einem Fluss aus Egoismus („konnte den Gedanken an die Trauer der Muttersau nicht ertragen“)


• Experimente zeigen, dass negative Gefühle die Hilfewahrscheinlichkeit erhöhen („feel bad – do good“), wenn durch die Hilfe eine Verbesserung des Gefühls- zustands erwartet wird

− Die Ursache der negativen Gefühle spielt dabei aber offenbar keine Rolle, es sind also nicht nur (antizipierte) Schuldgefühle, sondern allgemein negative Stimmung


• Außerdem spielen diese antizipierten Schuldgefühle bei hoher (situativ induzierter) Empathie keine Rolle – hier wird generell geholfen

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Wie beschäftigt sich der kognitive Ansatz mit der Persuasion?

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TESTE DEIN WISSEN

Petty & Cacioppo (1986): Analyse kognitiver Prozesse, die bei Persuasion ablaufen

− Wie beeinflusst die Verarbeitung persuasiver Botschaften, ob und in welchem Ausmaß Individuen ihre Einstellungen ändern?

− Was und wie denken Individuen, wenn sie mit persuasiven Botschaften konfrontiert werden?


Zentrale Annahme: begrenzte Informationsverarbeitungskapazität

=>Nicht jede Botschaft wird bis ins Detail verarbeitet


Das Elaboration-Likelihood-Model (ELM)

Motivation und Fähigkeit eines Individuums bedingen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Botschaft sorgfältig verarbeitet wird (Elaborationswahrscheinlichkeit, Elaboration-Likelihood)

Zentrale Route: kognitiv aufwendige (tiefe, sorgfältige) Verarbeitung der Argumente

• Periphere Route: Anwendung von Mechanismen, die wenig kognitiven Aufwand erfordern (flache Verarbeitung)

• beschreiben prototypische Modi der Informationsverarbeitung, Extrempole eines Kontinuums, nicht „entweder (Zentral) – oder (Peripher)“

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Wie kann man Verhaltenspriming erklären?

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TESTE DEIN WISSEN

-Spiegelneuronen


• Common-Coding Hypothese:

Gemeinsames Repräsentationssystem von Handlungen und Wahrnehmungen

− Untersuchungen an Affen: Beobachtung und Ausführung einer Handlung führen zur Aktivierung der gleichen Areale im prämotorischen Kortex

− Findet sich auch bei Menschen!

− Für diesen Effekt sind die sogenannten Spiegelneuronen verantwortlich, die Mitgefühl und Gefühlsansteckung verursachen


• Mentale Simulation einer Handlung führt zu gleichen neuronalen Aktivierungsmustern, wie die Ausführung der Handlung (Jeannerod, 1994)

− An etwas zu denken macht es wahrscheinlicher, es auch zu tun… Vgl. auch mentales Training im Sport!


• Weitere Implikation: Es gibt eine natürliche Tendenz zur Imitation

− Beobachtung einer Handlung führt zur Aktivierung deren mentaler Repräsentation  erhöht Wahrscheinlichkeit der Ausführung

− d.h. Imitationstendenz folgt daraus wie Verhalten mental repräsentiert ist!

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Wie wirkt sich der momentane Zustand auf aggressives Verhalten aus?

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TESTE DEIN WISSEN

Gegenwärtiger interner Zustand: Affekt, Kognition und Arousal

​​​​​

Physiologische Erregung (Arousal):

• Erhöhtes Arousal kann die Aggression in Reaktion auf Provokation, Frustration etc. verstärken


Die Excitation-Transfer Theorie (Erregungsübertragung) von Zillman, 1971

•Erhöhte Erregung führt zu erhöhter Aggressionsbereitschaft, auch in Situationen die nicht Ursache der Erregung sind 

− Excitation Transfer vor allem, wenn Erregung nicht wahrgenommen wird oder nicht auf die aktuelle Situation attribuiert wird!

Resterregung (Residualerregung) aus früheren Situationen kann additiv zur Erregung aus einer neuen Situation hinzukommen (Akkumulation)

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Befunde des traditionellen Ansatzes:

Welche Eigenschaften der Botschaft sind wichtig?

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• Botschaften, denen keine Persuasionsabsicht unterstellt wird, sind überzeugender (Walster & Festinger, 1962)

• Bei Persuasionswissen entsteht Reaktanz (= wer merkt, dass er manipuliert werden soll, wird bockig)

=>Zweiseitige Botschaften wirken besser, wenn die Argumente der Gegenposition klar widerlegt werden können


Botschaften, die starke Emotionen auslösen, können überzeugender sein

− Etwa wenn Einstellungsänderung zur Beseitigung negativer Konsequenzen beiträgt, die durch die Botschaft beschrieben werden (z.B. Scare and Rescue Strategie)

− Allerdings nicht für sich, wenn sie in erster Linie Angst auslösen, ohne dass klar wird, wie man den negativen Konsequenzen entgehen kann

⇒ Starke Furchtappelle können sowohl die Akzeptanz von Verhaltensanweisungen erhöhen, als auch defensive Reaktionen (Abschottung und Reaktanz) hervorrufen (Metaanalyse von Witte & Allen, 2000)

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Zusammenfassung zum Verhaltenspriming

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TESTE DEIN WISSEN

• Zahlreiche Befunde belegen mittlerweile die Zuverlässigkeit von Verhaltenspriming, dabei gilt es unterschiedliche Bereiche und Mechanismen zu differenzieren

• Effekte fallen unterschiedlich stark aus, wichtiger Moderator:

• Aufmerksamkeitsausrichtung

-Stereotyppriming (z. B. auf Senioren) kann sogar räumliche Wahrnehmung beeinflussen (Wege als steil, weit; Chambon, 2009)

− Auf Selbst: Primingeffekte auf Selbstbeschreibung und eigenes Verhalten (Kaffeemaschinengeräusch am Flughafen)

− Auf Außenwelt: starke Primingeffekte auf Personenwahrnehmung und soziale Urteile

− Entsprechend fördert Identifikation mit Primingperson (z. B. Ingroupmitglied) Verhaltenspriming


Verhaltensansteckung und Embodiment (s. nächstes Kap.) sind offenbar tief verankert

• Grundlagen für Metaphernpriming und enge Kopplung von Motorik und innerem Erleben formen sich bereits in der frühen Kindheit, sind teils biologisch vorbereitet

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Was ist Mimicry?

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TESTE DEIN WISSEN

Verhaltensansteckung

• Natürliche Tendenz zur Imitation (z.B. von Stimmlage, Körperhaltung, Sprache)

• Nicht nur angesichts eines realen Gegenübers, sondern auch bei Aktivierung von Stereotypen (s.o., z. B. Hooligan, Professor, ältere Menschen)


Imitiert-werden (in Mimik, Gestik und Körperhaltung) führt zu:

-Sympathie und allg. Nähe

-Und zu mehr direktem Hilfeverhalten ggü. Versuchsleiter sowie zu höheren Spenden für von VL vorgestellte Wohltätigkeitsaktion

-Verbal imitierte Gäste geben höhere Trinkgelder


-Verhaltensansteckung ermöglicht koordiniertes und fördert kooperatives Verhalten in Gruppen, was wiederum in vielen Situationen die Aufgabenbewältigung erleichtert und Bindung fördert

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TESTE DEIN WISSEN

In welchen verschiedenen Stufen kann das Fehlen von Bewusstheit auftreten?

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TESTE DEIN WISSEN

− Effekte nicht bewusst wahrnehmbarer Reize

• z.B. Subliminales Priming von Stereotypen (Devine, 1989), Mere Exposure Effekt (Kunst-Wilson & Zajonc, 1980)

− Effekte der unbewussten Kategorisierung eines bewusst wahrgenommenen Reizes (vgl. Eindrucksbildung)

− Unbewusste Effekte eines bewusst wahrgenommenen Reizes auf Denken, Fühlen und Verhalten

• z.B. incidental touch (Crusco und Wetzel, 1984), Mood as Information Hypothese (Schwarz & Clore, 1983)


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Was ist Bodyfeedback?

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Rückkopplung propriozeptiver Reize (z.B. Mimik, Bewegung, Haltung) auf Kognition und Emotion

− James (1884): Ich bin traurig, weil ich weine (James-Lange-Theorie: Gefühle als Begleiterscheinungen körperlicher Reaktionen)

− Valins (1966): if my heart is beating fast, I must like it (s. Misattribution von arousal)

− Lächeln macht glücklich (Facial-Feedback)


• Körperhaltung / Ausdruck bewirkt Gefühle, Wertungen:

− Aufrecht stehend geschriebene Aufsätze machen stolzer als gebückt geschriebene

− Comic mit Stift zw. Zähnen lustiger als mit Stift zw. Lippen, da Ausdruck Lächeln entspricht / hemmt

− Nicken => Mögen

− Aufgabe wird als anstrengender beurteilt, wenn bei Bearbeitung Augenbrauen zusammengezogen werden sollten

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Q:

Beispiele für Sensorische (Metaphern-)Effekte auf soziale Urteile:

A:

 Schweres in Händen zu halten führt dazu, dass Themen, Sachverhalte, oder auch Absichten als schwerwiegender / ernsthafter beurteilt werden (u.a. Ackerman et al., 2010, Jostman et al., 2009)


Geruch von Sauberkeit (z. B. Putzmittel an Schaufenster) fördert die Wahrnehmung einer fremden Person, die einen um Geld bittet, als vertrauenswürdig (Und die Bereitschaft, Zeit und Geld für wohltätige Zwecke zur Verfügung zu stellen)


(Un-)Moralisches Verhalten ist eng mit Ekel assoziiert, entsprechend werden moralische Urteile davon beeinflusst, ob man (unbewusst, z. B. durch bitteren Geschmack im Mund, Gestank oder eine sehr unordentliche Umgebung) auf Ekel geprimt wurde


Temperatur: wenn man ein warmes (vs. kaltes) Getränk in der Hand hält,

− werden andere als wärmer, mitfühlender, etc. wahrgenommen

− und man selbst fühlt sich Freunden und Familie emotional näher


Vertikale vs. horizontale Anordnungen und Zuschreibungen von Macht oder Status:

− Karriereleiter aufsteigen; Die da oben; Er hat ganz unten angefangen; ich bin down

− Größere vertikale (aber nicht horizontale) Distanz im Organigramm zwischen Führungskraft und Mitarbeitern führt zur Zuschreibung von mehr Macht

Q:

Wie kann man Prozesse der Informationsverarbeitung unterteilen?

A:

Klassische Ansicht (z.B. Johnson & Hasher, 1987):

Qualitative Trennung von kontrollierten und automatischen Prozessen

 Automatische Prozesse sind unbewusst, unkontrollierbar, nicht intentional und effizient in Bezug auf kognitive Ressourcen

Kontrollierte Prozesse sind bewusst, kontrollierbar, intentional und erfordern mehr kognitive Ressourcen


• Empirisch jedoch keine klare Trennung zwischen kontrollierten und automatischen Prozessen, es gibt vielfältige Mischformen (Bargh)

− Autofahren und 10-Finger-Schreiben auf einer Tastatur sind z.B. intentional und kontrollierbar (Logan & Cowan, 1984), laufen aber effizient ab und benötigen kein Bewusstsein

Q:

Was sind Einstellungen? Welche spezifischen Sonderformen gibt es?

A:

Einstellungen sind Assoziationen zwischen Einstellungsobjekten und Bewertungen dieser Objekte (Fazio & Roskos-Ewoldsen)

Sonderformen:

 Vorurteile: (negative) Einstellungen gegenüber sozialen Gruppen

Selbstwertgefühl: Einstellung gegenüber der eigenen Person

Wertvorstellungen: Einstellungen ggü. abstrakten Sachverhalten (z. B. Pressefreiheit)

Implizite Einstellungen: Bewertungstendenzen, die Urteile oder Verhaltensweisen beeinflussen können, ohne dass sich die Person des Einflusses bewusst ist


Abgrenzung: Überzeugungen, dass bestimmte Personen, Gruppen oder Objekte (z. B. Produkte oder sonstige Gegenstände) bestimmte Eigenschaften haben, ohne dass hiermit eine eindeutige Bewertung verbunden ist (z. B. Dieser Jogurt ist cremig)

Q:

Was ist die negativ-state-relief-Hypothese?

A:

Grundannahme: Jedes Hilfeverhalten ist egoistisch motiviert

• Das Leid anderer erzeugt negative Gefühle im Betrachter

− Folgerung: Hilfeverhalten dient der Vermeidung eines negativen Gefühlszustandes -> negative-state-relief

− Anekdote von Abraham Lincoln: Rettung von Ferkeln aus einem Fluss aus Egoismus („konnte den Gedanken an die Trauer der Muttersau nicht ertragen“)


• Experimente zeigen, dass negative Gefühle die Hilfewahrscheinlichkeit erhöhen („feel bad – do good“), wenn durch die Hilfe eine Verbesserung des Gefühls- zustands erwartet wird

− Die Ursache der negativen Gefühle spielt dabei aber offenbar keine Rolle, es sind also nicht nur (antizipierte) Schuldgefühle, sondern allgemein negative Stimmung


• Außerdem spielen diese antizipierten Schuldgefühle bei hoher (situativ induzierter) Empathie keine Rolle – hier wird generell geholfen

Q:

Wie beschäftigt sich der kognitive Ansatz mit der Persuasion?

A:

Petty & Cacioppo (1986): Analyse kognitiver Prozesse, die bei Persuasion ablaufen

− Wie beeinflusst die Verarbeitung persuasiver Botschaften, ob und in welchem Ausmaß Individuen ihre Einstellungen ändern?

− Was und wie denken Individuen, wenn sie mit persuasiven Botschaften konfrontiert werden?


Zentrale Annahme: begrenzte Informationsverarbeitungskapazität

=>Nicht jede Botschaft wird bis ins Detail verarbeitet


Das Elaboration-Likelihood-Model (ELM)

Motivation und Fähigkeit eines Individuums bedingen die Wahrscheinlichkeit, dass eine Botschaft sorgfältig verarbeitet wird (Elaborationswahrscheinlichkeit, Elaboration-Likelihood)

Zentrale Route: kognitiv aufwendige (tiefe, sorgfältige) Verarbeitung der Argumente

• Periphere Route: Anwendung von Mechanismen, die wenig kognitiven Aufwand erfordern (flache Verarbeitung)

• beschreiben prototypische Modi der Informationsverarbeitung, Extrempole eines Kontinuums, nicht „entweder (Zentral) – oder (Peripher)“

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Q:

Wie kann man Verhaltenspriming erklären?

A:

-Spiegelneuronen


• Common-Coding Hypothese:

Gemeinsames Repräsentationssystem von Handlungen und Wahrnehmungen

− Untersuchungen an Affen: Beobachtung und Ausführung einer Handlung führen zur Aktivierung der gleichen Areale im prämotorischen Kortex

− Findet sich auch bei Menschen!

− Für diesen Effekt sind die sogenannten Spiegelneuronen verantwortlich, die Mitgefühl und Gefühlsansteckung verursachen


• Mentale Simulation einer Handlung führt zu gleichen neuronalen Aktivierungsmustern, wie die Ausführung der Handlung (Jeannerod, 1994)

− An etwas zu denken macht es wahrscheinlicher, es auch zu tun… Vgl. auch mentales Training im Sport!


• Weitere Implikation: Es gibt eine natürliche Tendenz zur Imitation

− Beobachtung einer Handlung führt zur Aktivierung deren mentaler Repräsentation  erhöht Wahrscheinlichkeit der Ausführung

− d.h. Imitationstendenz folgt daraus wie Verhalten mental repräsentiert ist!

Q:

Wie wirkt sich der momentane Zustand auf aggressives Verhalten aus?

A:

Gegenwärtiger interner Zustand: Affekt, Kognition und Arousal

​​​​​

Physiologische Erregung (Arousal):

• Erhöhtes Arousal kann die Aggression in Reaktion auf Provokation, Frustration etc. verstärken


Die Excitation-Transfer Theorie (Erregungsübertragung) von Zillman, 1971

•Erhöhte Erregung führt zu erhöhter Aggressionsbereitschaft, auch in Situationen die nicht Ursache der Erregung sind 

− Excitation Transfer vor allem, wenn Erregung nicht wahrgenommen wird oder nicht auf die aktuelle Situation attribuiert wird!

Resterregung (Residualerregung) aus früheren Situationen kann additiv zur Erregung aus einer neuen Situation hinzukommen (Akkumulation)

Q:

Befunde des traditionellen Ansatzes:

Welche Eigenschaften der Botschaft sind wichtig?

A:


• Botschaften, denen keine Persuasionsabsicht unterstellt wird, sind überzeugender (Walster & Festinger, 1962)

• Bei Persuasionswissen entsteht Reaktanz (= wer merkt, dass er manipuliert werden soll, wird bockig)

=>Zweiseitige Botschaften wirken besser, wenn die Argumente der Gegenposition klar widerlegt werden können


Botschaften, die starke Emotionen auslösen, können überzeugender sein

− Etwa wenn Einstellungsänderung zur Beseitigung negativer Konsequenzen beiträgt, die durch die Botschaft beschrieben werden (z.B. Scare and Rescue Strategie)

− Allerdings nicht für sich, wenn sie in erster Linie Angst auslösen, ohne dass klar wird, wie man den negativen Konsequenzen entgehen kann

⇒ Starke Furchtappelle können sowohl die Akzeptanz von Verhaltensanweisungen erhöhen, als auch defensive Reaktionen (Abschottung und Reaktanz) hervorrufen (Metaanalyse von Witte & Allen, 2000)

Q:

Zusammenfassung zum Verhaltenspriming

A:

• Zahlreiche Befunde belegen mittlerweile die Zuverlässigkeit von Verhaltenspriming, dabei gilt es unterschiedliche Bereiche und Mechanismen zu differenzieren

• Effekte fallen unterschiedlich stark aus, wichtiger Moderator:

• Aufmerksamkeitsausrichtung

-Stereotyppriming (z. B. auf Senioren) kann sogar räumliche Wahrnehmung beeinflussen (Wege als steil, weit; Chambon, 2009)

− Auf Selbst: Primingeffekte auf Selbstbeschreibung und eigenes Verhalten (Kaffeemaschinengeräusch am Flughafen)

− Auf Außenwelt: starke Primingeffekte auf Personenwahrnehmung und soziale Urteile

− Entsprechend fördert Identifikation mit Primingperson (z. B. Ingroupmitglied) Verhaltenspriming


Verhaltensansteckung und Embodiment (s. nächstes Kap.) sind offenbar tief verankert

• Grundlagen für Metaphernpriming und enge Kopplung von Motorik und innerem Erleben formen sich bereits in der frühen Kindheit, sind teils biologisch vorbereitet

Q:

Was ist Mimicry?

A:

Verhaltensansteckung

• Natürliche Tendenz zur Imitation (z.B. von Stimmlage, Körperhaltung, Sprache)

• Nicht nur angesichts eines realen Gegenübers, sondern auch bei Aktivierung von Stereotypen (s.o., z. B. Hooligan, Professor, ältere Menschen)


Imitiert-werden (in Mimik, Gestik und Körperhaltung) führt zu:

-Sympathie und allg. Nähe

-Und zu mehr direktem Hilfeverhalten ggü. Versuchsleiter sowie zu höheren Spenden für von VL vorgestellte Wohltätigkeitsaktion

-Verbal imitierte Gäste geben höhere Trinkgelder


-Verhaltensansteckung ermöglicht koordiniertes und fördert kooperatives Verhalten in Gruppen, was wiederum in vielen Situationen die Aufgabenbewältigung erleichtert und Bindung fördert

Q:

In welchen verschiedenen Stufen kann das Fehlen von Bewusstheit auftreten?

A:

− Effekte nicht bewusst wahrnehmbarer Reize

• z.B. Subliminales Priming von Stereotypen (Devine, 1989), Mere Exposure Effekt (Kunst-Wilson & Zajonc, 1980)

− Effekte der unbewussten Kategorisierung eines bewusst wahrgenommenen Reizes (vgl. Eindrucksbildung)

− Unbewusste Effekte eines bewusst wahrgenommenen Reizes auf Denken, Fühlen und Verhalten

• z.B. incidental touch (Crusco und Wetzel, 1984), Mood as Information Hypothese (Schwarz & Clore, 1983)


Q:

Was ist Bodyfeedback?

A:

Rückkopplung propriozeptiver Reize (z.B. Mimik, Bewegung, Haltung) auf Kognition und Emotion

− James (1884): Ich bin traurig, weil ich weine (James-Lange-Theorie: Gefühle als Begleiterscheinungen körperlicher Reaktionen)

− Valins (1966): if my heart is beating fast, I must like it (s. Misattribution von arousal)

− Lächeln macht glücklich (Facial-Feedback)


• Körperhaltung / Ausdruck bewirkt Gefühle, Wertungen:

− Aufrecht stehend geschriebene Aufsätze machen stolzer als gebückt geschriebene

− Comic mit Stift zw. Zähnen lustiger als mit Stift zw. Lippen, da Ausdruck Lächeln entspricht / hemmt

− Nicken => Mögen

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