Strategien Der Primärprävention Bei Suchterkrankungen at FOM Hochschule Für Oekonomie & Management | Flashcards & Summaries

Lernmaterialien für Strategien der Primärprävention bei Suchterkrankungen an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management

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Was ist Primärprävention?

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- Vermeidung von Schäden durch Exposition oder Verhinderung/ Verringerung eines Risikos

- Vor Eintritt einer Schädigung

- Ziel: Inzidenzrate ( relative Häufigkeit von Ereignissen – insbesondere von neu auftretenden Krankheitsfällen – in einer Population oder Personengruppe innerhalb einer bestimmten Zeitspanne) senken

- Beispiel: Primärprävention des

Tabakkonsums: Verhinderung des Raucheinstiegs, Zielgruppe sind Kinder und

Jugendliche




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Erkläre kurz soziale/ umweltbezogene Aspekte der Sucht!

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- interaktionelle Faktoren und umweltbezogene Stressoren gelten als auslösende und aufrechterhaltende Faktoren

- Konsumentstehung: oftmals primär in privater Umgebung/ Peer-Groups

- Abwendung von Suchtmittel = Abwendung von Peer-Groups/ privaten Kreisen

--> Herausforderung für Therapieerfolg wegen Abwendung von Freunden

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Was Tertiärprävention?

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- Folgeschäden und Rückfälle verhindern oder abmildern

- Behandlung manifester (symptomatischer) Erkrankungen zur Verhinderung bleibender Schäden

- Ziel: Arbeitsfähigkeit erhalten (Rehabilitation), Inzidenz von Behinderungen absenken

- Beispiel: Vermeidung von Rückfall des Rauchens, Rehabilitation



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Erkläre kurz universelle, selektive und indizierte Suchtprävention!


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universeller Prävention:

- richten sich an Personen, die als Gesamtgruppe ein durchschnittliches Risiko für einen späteren Substanzmissbrauch aufweisen (z. B. Gesamtbevölkerung, Klassenverbände), macht insbesondere dann Sinn, wenn die Risiken breit in der Gesamtbevölkerung gestreut sind, Beispiele: Karies, Herz- und Kreislaufproblemen, Bewegungsmangel, Übergewicht oder Verkehrsunfällen, Alkohol, Tabak, Schulprogramme zur Förderung von Lebenskompetenzen, Massenmediale Kampagnen, Maßnahmen auf Gemeindeebene sowie am Arbeitsplatz



Maßnahmen selektiver Prävention:

- richten sich an Personen, die als Gruppe ein überdurchschnittliches Risiko für einen späteren Substanzmissbrauch aufweisen (z. B. Kinder aus suchtkranken Familien, Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Studierende, Klinikpatientinnen und -patienten)



Maßnahmen indizierter Prävention:

- fokussieren auf Individuen, die erste Symptome oder auffälliges Problemverhalten zeigen, bei denen die Diagnosekriterien zum Beispiel für eine Abhängigkeit jedoch noch nicht erfüllt sind (z.B. Angebote für PartybesucherInnen, die regelmäßig in riskanter Weise Alkohol oder illegale Substanzen konsumieren). Indizierte Prävention wird teils mit Früherkennung und Frühintervention gleichgesetzt


Selektive/ Indizierte Suchtprävention:

--> spezifische Ansprache der Risikogruppen und zielgruppengerechte Umsetzung von Maßnahmen

- Verhinderung des Suchtmittelkonsums durch Stärkung von Schutzfaktoren wie Selbst- wertgefühl und Problemlösungskompetenz sowie durch Unterstützung im richtigen Umgang mit Risikofaktoren, wie z.B. einem Umfeld, in dem Drogen konsumiert werden


Zwei Bedingungen für erfolgreiche selektive Prävention:

- Risikogruppen sind bekannt und innerhalb der Bevölkerung möglichst

gut abgrenzbar

- Überprüfte und wirksame Interventionen sind bekannt und werden richtig umgesetzt


Eine Kombination von universeller, selektiver und indizierter Prävention ist in vielen Fällen die beste Strategie.




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Nenne und erkläre kurz Maßnahmen universeller Suchtprävention!

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Alkohol: 

Handlungsfeld Schule: 

- alkoholspezifische verhaltensbezogene Interventionen sowie bestimmte Lebenskompetenzprogramme und Verhaltenssteuerungsprogramme


Handlungsfeld Familie: 

- Elterntrainings und Familienprogramme im Hinblick auf Alkoholkonsum 


Tabak:

- verhaltensbezogene Programme, welche an sozialen Einfluss auf den Konsum oder Lebenskompetenz ansetzen – kombinierte Maßnahmen im kommunalen Umfeld, keine alleinige Informationsvermittlung



- Wirksamkeit von gesetzlichen Rahmenbedingungen: Preiserhöhung, Kontrollen, Sanktionen

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Nenne kurz Maßnahmen selektiver Suchtprävention!

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Familie: 

-Begleitung von erstgebärenden Eltern durch Hebammen und Entbindungspfleger

- Kompetenztrainings mit verhaltensauffälligen Kindern und deren Eltern

- Familienprogramme mit suchtkranken Familien (Alkohol)


Schule:

- Lebenskompetenzprogramme mit zusätzlichen sog. indizierten Elementen für ältere Jugendliche (16–20 Jahre, Alkohol), die ein individuell hohes Risiko für den Konsum illegaler Drogen haben


Hochschule:

- Persönliche Kurzinterventionen,

- Online- und Computerfeedback und normatives Feedback,

- webbasierte Programme,

- geschlechtsspezifische Angebote zur Überprüfung von Wirkerwartungen,

- Mehrkomponentenansätze, bestehend aus Informationsvermittlung, Motivationsförderung und Feedback (Alkohol)


Freizeit bzw. Kommune:

- Mentorenprogramme mit Teenagern (Alkohol),

- Multikomponentenprojekte in den Handlungsfeldern Familie und Freizeit mit

einer Fallmanagerin bzw. einem Fallmanager (Alkohol, illegale Drogen)


Gesundheitsversorgung:

- Persönliche Kurzintervention im Kliniksetting (Alkohol, Cannabis)


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Nenne und Erkläre kurz die Hauptstrategien der Primärprävention!

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- Maßnahmen für Menschen, die noch nicht Drogen konsumiert haben --> Konsumvermeidung


1. Aufklärung

- richtet sich an den Verstand


Prämisse: 

Wer über Gebrauch/Gefahren von Drogen Bescheid weiß, kann Risiken durch „Safer Use“ vermeiden oder verzichtet ganz auf besonders riskante Drogen bzw. Konsumformen.


Umsetzung

- Broschüren und Internetauftritte:

drugcom.de, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA), drogerieprojekt.de aus Thüringen


-Drogenaufklärung innerhalb besonders gefährdeter Alters- und Bevölkerungsgruppen („selektive Prävention“) --> szenenahe Drogenberatung in Subkulturen (Szenen)--> Beispiel: das Musikszeneprojekt Drogerie für die „Techno-/Hardcore-Szene“


- Limitierung: Präventiver Wert nicht endgültig geklärt. Konsum (z.B. Tabak) trotz massiver Aufklärung über Folgen nach wie vor hoch


2. Regulation

Prämisse:  Einzelner ist nicht unbedingt von  fähig, mit Drogen vernünftig umzugehen --> staatlichen Verantwortung durch gesetzliche Vorgaben regulierend einzugreifen, Jugendschutz soll gewährleistet sein


Staatliche Interventionsmöglichkeiten:

- Besteuerung

- Altersfreigaben

- Warnhinweise, Beipackzettel

- Beratungspflicht des Verkäufers

- Ort des Verkaufs (Supermarkt, Drogenfachgeschäft, Apotheke)

- Werbeverbote

- lokale Konsumverbote (Schule)

- Alternativen schaffen (siehe im Bereich Alkohol beispielsweise „Sirupartikel“)


Limitierung: Auf legale Drogen beschränkt


3. Kausale Prävention

Prämisse: Menschen, die psychisch und sozial im Gleichgewicht sind, sind

weniger anfällig für eine Suchtentwicklung.


Ziele: 

- stabiles und menschliches soziales Umfeld, Selbstbewusstsein, Geborgenheit


Interventionsmöglichkeiten im Settingbereich:

- Arbeitsplätze

- Schulpsycholog*innen

- Schulischer Unterricht in sozialem Umgang (z.B. Anti-Gewalt-Training)

- Training von sozialen Kompetenzen

- Sozialarbeit

- Unterstützung von Familien

- Integration von Zuwander*innen


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Was ist Frühintervention?

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- nur teilweise dem Bereich der Primärprävention zuzuordnen

- bezeichnet beraterische, pädagogische, therapeutische oder medizinische Maßnahmen in einem möglichst frühen Stadium der Problementwicklung

- Ausgangspunkt: festgestellte Gefährdungslage eines Individuums oder eines sozialen Systems

- verschiedenen Settings: Schule, Gemeinde, Familie, Freizeit, öffentlicher Raum etc.

- verschiedene Problembereiche: Sucht, Gewalt, Delinquenz, soziale Desintegration 

--> bei Personen aller Altersklassen 


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Erkläre kurz "Sucht"!

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- Abhängigkeit

- behandlungsbedürftige, sozial und psychiatrisch relevante Krankheit mit chronischen Verläufen

- wird begleitet von sozialen, körperlichen und weiteren seelischen Beeinträchtigungen

- hindern betroffenen Menschen ihren sozialen und gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen, bei nicht Behandlung 

- Begriff „Sucht“ (‚addiction‘) wurde 1964 von der WHO durch die Begriffe „Missbrauch“ (‚abuse‘) und „ Abhängigkeit“ (‚dependence‘) ersetzt


körperliche Abhängigkeit:

- Toleranzentwicklung und Entzugserscheinung (bei Alk.: kontinuierlicher Konsum + erhöhte Trinkmengen)


psychische Abhängigkeit:

-Kontrollverlust, Suchgedächtnis, Verlangen nach Alkohol, "Craving"), Mangel an alternativen Bewältigungsfertigkeiten (Rückfallgefahr auch bei längerer Abstinenz)



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Erkläre und Definiere kurz "Abhängigkeit"!

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- zeigt sich, wenn bei Absetzen oder Verminderung von Menge bzw. Frequenz des Konsums/ Verhaltens Entzugserscheinungen auftreten

--> Gegenzustände der typischen Wirkung

--> Entzugssituation so quälend sein, dass sie alles tun würden, um diesen Zustand zu beenden

- psychische Verfassung ist ausschlaggebend

- zusätzlich noch quälende körperliche Entzugssymptome


- Diagnose einer Abhängigkeitserkrankung nach der ICD-10: „wenn irgendwann während des letzten Jahres drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig vorhanden waren“:


1. starker Wunsch/ Verlangen des Konsums

2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung, Konsummenge

3. körperliches Entzugssyndrom bei Reduktion oder Beendigung

4. Toleranznachweis: für gleiche Wirkung höhere Menge nötig

5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen/ Vergnügungen zugunsten Sucht (Beschaffung, Konsum, Erholung)

6. anhaltender Substanzgebrauch trotz Nachweis eindeutiger Schäden (physisch, psychisch, sozial)


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Was ist "schädlicher Gebrauch"

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- wenn zwar noch nicht mindestens drei der unten genannten Kriterien erfüllt sind, aber schon Schädigungen durch den Substanzkonsum eingetreten sind


Kriterien:


Missbrauch:

1. unangepasstes Muster für Substanzgebrauch, in klinisch bedeutsamer Weise zu Beeinträchtigungen/ Leiden führt (ein Kriterium in 12 Monaten):

- wiederholtes Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen --> Schule, Arbeit, Haushalt

- wiederholte körperliche Gefährdung (auch Straßenverkehr) 

- wiederholte Gesetzesprobleme (Verhaftung)

- fortgesetzter Gebrauch trotz wiederholter Probleme (Familienstreit)


2. zu keiner Zeit Erfüllung der Kriterien für Abhängigkeit


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Nenne die vier Säulen der Drogen und Suchtpolitik (2012 bis heute) und erkläre diese kurz!



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1. Prävention

Maßnahmen dienen dazu, durch Aufklärung über die Gefahren des Suchtmittels oder Drogenkonsums dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst zu einem gesundheitsschädlichen Konsum oder einer Sucht kommt


2. Beratung und Behandlung

Angebote sind notwendig, um Suchtkranken beim Ausstieg aus dem Kreislauf der Sucht zu helfen


3. Hilfen zum Ausstieg

Angebote sind notwendig, um Suchtkranken beim Ausstieg aus dem Kreislauf der Sucht zu helfen


4. Maßnahmen zur Schadensreduzierung und Repression bzw. Regulierung

Überlebenshilfen oder Maßnahmen zur Schadensminimierung wie zum Beispiel Drogenkonsumräume mit Angeboten zum Spritzentausch stabilisieren die gesundheitliche und soziale Situation des Suchtkranken. Sie können eine wichtige Voraussetzung für einen späteren Ausstieg aus der Sucht sein.


Zusätzlich:


Angebotsreduzierung und Strafverfolgung: 

gesetzliche Regulierungen zur Angebotsreduzierung und allgemeine Verbote. Dazu gehört das Betäubungsmittelrecht.


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  • 237539 Karteikarten
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Beispielhafte Karteikarten für deinen Strategien der Primärprävention bei Suchterkrankungen Kurs an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Was ist Primärprävention?

A:


- Vermeidung von Schäden durch Exposition oder Verhinderung/ Verringerung eines Risikos

- Vor Eintritt einer Schädigung

- Ziel: Inzidenzrate ( relative Häufigkeit von Ereignissen – insbesondere von neu auftretenden Krankheitsfällen – in einer Population oder Personengruppe innerhalb einer bestimmten Zeitspanne) senken

- Beispiel: Primärprävention des

Tabakkonsums: Verhinderung des Raucheinstiegs, Zielgruppe sind Kinder und

Jugendliche




Q:

Erkläre kurz soziale/ umweltbezogene Aspekte der Sucht!

A:

- interaktionelle Faktoren und umweltbezogene Stressoren gelten als auslösende und aufrechterhaltende Faktoren

- Konsumentstehung: oftmals primär in privater Umgebung/ Peer-Groups

- Abwendung von Suchtmittel = Abwendung von Peer-Groups/ privaten Kreisen

--> Herausforderung für Therapieerfolg wegen Abwendung von Freunden

Q:

Was Tertiärprävention?

A:


- Folgeschäden und Rückfälle verhindern oder abmildern

- Behandlung manifester (symptomatischer) Erkrankungen zur Verhinderung bleibender Schäden

- Ziel: Arbeitsfähigkeit erhalten (Rehabilitation), Inzidenz von Behinderungen absenken

- Beispiel: Vermeidung von Rückfall des Rauchens, Rehabilitation



Q:

Erkläre kurz universelle, selektive und indizierte Suchtprävention!


A:

universeller Prävention:

- richten sich an Personen, die als Gesamtgruppe ein durchschnittliches Risiko für einen späteren Substanzmissbrauch aufweisen (z. B. Gesamtbevölkerung, Klassenverbände), macht insbesondere dann Sinn, wenn die Risiken breit in der Gesamtbevölkerung gestreut sind, Beispiele: Karies, Herz- und Kreislaufproblemen, Bewegungsmangel, Übergewicht oder Verkehrsunfällen, Alkohol, Tabak, Schulprogramme zur Förderung von Lebenskompetenzen, Massenmediale Kampagnen, Maßnahmen auf Gemeindeebene sowie am Arbeitsplatz



Maßnahmen selektiver Prävention:

- richten sich an Personen, die als Gruppe ein überdurchschnittliches Risiko für einen späteren Substanzmissbrauch aufweisen (z. B. Kinder aus suchtkranken Familien, Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Studierende, Klinikpatientinnen und -patienten)



Maßnahmen indizierter Prävention:

- fokussieren auf Individuen, die erste Symptome oder auffälliges Problemverhalten zeigen, bei denen die Diagnosekriterien zum Beispiel für eine Abhängigkeit jedoch noch nicht erfüllt sind (z.B. Angebote für PartybesucherInnen, die regelmäßig in riskanter Weise Alkohol oder illegale Substanzen konsumieren). Indizierte Prävention wird teils mit Früherkennung und Frühintervention gleichgesetzt


Selektive/ Indizierte Suchtprävention:

--> spezifische Ansprache der Risikogruppen und zielgruppengerechte Umsetzung von Maßnahmen

- Verhinderung des Suchtmittelkonsums durch Stärkung von Schutzfaktoren wie Selbst- wertgefühl und Problemlösungskompetenz sowie durch Unterstützung im richtigen Umgang mit Risikofaktoren, wie z.B. einem Umfeld, in dem Drogen konsumiert werden


Zwei Bedingungen für erfolgreiche selektive Prävention:

- Risikogruppen sind bekannt und innerhalb der Bevölkerung möglichst

gut abgrenzbar

- Überprüfte und wirksame Interventionen sind bekannt und werden richtig umgesetzt


Eine Kombination von universeller, selektiver und indizierter Prävention ist in vielen Fällen die beste Strategie.




Q:

Nenne und erkläre kurz Maßnahmen universeller Suchtprävention!

A:

Alkohol: 

Handlungsfeld Schule: 

- alkoholspezifische verhaltensbezogene Interventionen sowie bestimmte Lebenskompetenzprogramme und Verhaltenssteuerungsprogramme


Handlungsfeld Familie: 

- Elterntrainings und Familienprogramme im Hinblick auf Alkoholkonsum 


Tabak:

- verhaltensbezogene Programme, welche an sozialen Einfluss auf den Konsum oder Lebenskompetenz ansetzen – kombinierte Maßnahmen im kommunalen Umfeld, keine alleinige Informationsvermittlung



- Wirksamkeit von gesetzlichen Rahmenbedingungen: Preiserhöhung, Kontrollen, Sanktionen

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Q:

Nenne kurz Maßnahmen selektiver Suchtprävention!

A:

Familie: 

-Begleitung von erstgebärenden Eltern durch Hebammen und Entbindungspfleger

- Kompetenztrainings mit verhaltensauffälligen Kindern und deren Eltern

- Familienprogramme mit suchtkranken Familien (Alkohol)


Schule:

- Lebenskompetenzprogramme mit zusätzlichen sog. indizierten Elementen für ältere Jugendliche (16–20 Jahre, Alkohol), die ein individuell hohes Risiko für den Konsum illegaler Drogen haben


Hochschule:

- Persönliche Kurzinterventionen,

- Online- und Computerfeedback und normatives Feedback,

- webbasierte Programme,

- geschlechtsspezifische Angebote zur Überprüfung von Wirkerwartungen,

- Mehrkomponentenansätze, bestehend aus Informationsvermittlung, Motivationsförderung und Feedback (Alkohol)


Freizeit bzw. Kommune:

- Mentorenprogramme mit Teenagern (Alkohol),

- Multikomponentenprojekte in den Handlungsfeldern Familie und Freizeit mit

einer Fallmanagerin bzw. einem Fallmanager (Alkohol, illegale Drogen)


Gesundheitsversorgung:

- Persönliche Kurzintervention im Kliniksetting (Alkohol, Cannabis)


Q:

Nenne und Erkläre kurz die Hauptstrategien der Primärprävention!

A:


- Maßnahmen für Menschen, die noch nicht Drogen konsumiert haben --> Konsumvermeidung


1. Aufklärung

- richtet sich an den Verstand


Prämisse: 

Wer über Gebrauch/Gefahren von Drogen Bescheid weiß, kann Risiken durch „Safer Use“ vermeiden oder verzichtet ganz auf besonders riskante Drogen bzw. Konsumformen.


Umsetzung

- Broschüren und Internetauftritte:

drugcom.de, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA), drogerieprojekt.de aus Thüringen


-Drogenaufklärung innerhalb besonders gefährdeter Alters- und Bevölkerungsgruppen („selektive Prävention“) --> szenenahe Drogenberatung in Subkulturen (Szenen)--> Beispiel: das Musikszeneprojekt Drogerie für die „Techno-/Hardcore-Szene“


- Limitierung: Präventiver Wert nicht endgültig geklärt. Konsum (z.B. Tabak) trotz massiver Aufklärung über Folgen nach wie vor hoch


2. Regulation

Prämisse:  Einzelner ist nicht unbedingt von  fähig, mit Drogen vernünftig umzugehen --> staatlichen Verantwortung durch gesetzliche Vorgaben regulierend einzugreifen, Jugendschutz soll gewährleistet sein


Staatliche Interventionsmöglichkeiten:

- Besteuerung

- Altersfreigaben

- Warnhinweise, Beipackzettel

- Beratungspflicht des Verkäufers

- Ort des Verkaufs (Supermarkt, Drogenfachgeschäft, Apotheke)

- Werbeverbote

- lokale Konsumverbote (Schule)

- Alternativen schaffen (siehe im Bereich Alkohol beispielsweise „Sirupartikel“)


Limitierung: Auf legale Drogen beschränkt


3. Kausale Prävention

Prämisse: Menschen, die psychisch und sozial im Gleichgewicht sind, sind

weniger anfällig für eine Suchtentwicklung.


Ziele: 

- stabiles und menschliches soziales Umfeld, Selbstbewusstsein, Geborgenheit


Interventionsmöglichkeiten im Settingbereich:

- Arbeitsplätze

- Schulpsycholog*innen

- Schulischer Unterricht in sozialem Umgang (z.B. Anti-Gewalt-Training)

- Training von sozialen Kompetenzen

- Sozialarbeit

- Unterstützung von Familien

- Integration von Zuwander*innen


Q:

Was ist Frühintervention?

A:

- nur teilweise dem Bereich der Primärprävention zuzuordnen

- bezeichnet beraterische, pädagogische, therapeutische oder medizinische Maßnahmen in einem möglichst frühen Stadium der Problementwicklung

- Ausgangspunkt: festgestellte Gefährdungslage eines Individuums oder eines sozialen Systems

- verschiedenen Settings: Schule, Gemeinde, Familie, Freizeit, öffentlicher Raum etc.

- verschiedene Problembereiche: Sucht, Gewalt, Delinquenz, soziale Desintegration 

--> bei Personen aller Altersklassen 


Q:

Erkläre kurz "Sucht"!

A:

- Abhängigkeit

- behandlungsbedürftige, sozial und psychiatrisch relevante Krankheit mit chronischen Verläufen

- wird begleitet von sozialen, körperlichen und weiteren seelischen Beeinträchtigungen

- hindern betroffenen Menschen ihren sozialen und gesellschaftlichen Verpflichtungen nachzukommen, bei nicht Behandlung 

- Begriff „Sucht“ (‚addiction‘) wurde 1964 von der WHO durch die Begriffe „Missbrauch“ (‚abuse‘) und „ Abhängigkeit“ (‚dependence‘) ersetzt


körperliche Abhängigkeit:

- Toleranzentwicklung und Entzugserscheinung (bei Alk.: kontinuierlicher Konsum + erhöhte Trinkmengen)


psychische Abhängigkeit:

-Kontrollverlust, Suchgedächtnis, Verlangen nach Alkohol, "Craving"), Mangel an alternativen Bewältigungsfertigkeiten (Rückfallgefahr auch bei längerer Abstinenz)



Q:

Erkläre und Definiere kurz "Abhängigkeit"!

A:

- zeigt sich, wenn bei Absetzen oder Verminderung von Menge bzw. Frequenz des Konsums/ Verhaltens Entzugserscheinungen auftreten

--> Gegenzustände der typischen Wirkung

--> Entzugssituation so quälend sein, dass sie alles tun würden, um diesen Zustand zu beenden

- psychische Verfassung ist ausschlaggebend

- zusätzlich noch quälende körperliche Entzugssymptome


- Diagnose einer Abhängigkeitserkrankung nach der ICD-10: „wenn irgendwann während des letzten Jahres drei oder mehr der folgenden Kriterien gleichzeitig vorhanden waren“:


1. starker Wunsch/ Verlangen des Konsums

2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich Beginn, Beendigung, Konsummenge

3. körperliches Entzugssyndrom bei Reduktion oder Beendigung

4. Toleranznachweis: für gleiche Wirkung höhere Menge nötig

5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen/ Vergnügungen zugunsten Sucht (Beschaffung, Konsum, Erholung)

6. anhaltender Substanzgebrauch trotz Nachweis eindeutiger Schäden (physisch, psychisch, sozial)


Q:

Was ist "schädlicher Gebrauch"

A:

- wenn zwar noch nicht mindestens drei der unten genannten Kriterien erfüllt sind, aber schon Schädigungen durch den Substanzkonsum eingetreten sind


Kriterien:


Missbrauch:

1. unangepasstes Muster für Substanzgebrauch, in klinisch bedeutsamer Weise zu Beeinträchtigungen/ Leiden führt (ein Kriterium in 12 Monaten):

- wiederholtes Versagen bei der Erfüllung wichtiger Verpflichtungen --> Schule, Arbeit, Haushalt

- wiederholte körperliche Gefährdung (auch Straßenverkehr) 

- wiederholte Gesetzesprobleme (Verhaftung)

- fortgesetzter Gebrauch trotz wiederholter Probleme (Familienstreit)


2. zu keiner Zeit Erfüllung der Kriterien für Abhängigkeit


Q:


Nenne die vier Säulen der Drogen und Suchtpolitik (2012 bis heute) und erkläre diese kurz!



A:


1. Prävention

Maßnahmen dienen dazu, durch Aufklärung über die Gefahren des Suchtmittels oder Drogenkonsums dafür zu sorgen, dass es gar nicht erst zu einem gesundheitsschädlichen Konsum oder einer Sucht kommt


2. Beratung und Behandlung

Angebote sind notwendig, um Suchtkranken beim Ausstieg aus dem Kreislauf der Sucht zu helfen


3. Hilfen zum Ausstieg

Angebote sind notwendig, um Suchtkranken beim Ausstieg aus dem Kreislauf der Sucht zu helfen


4. Maßnahmen zur Schadensreduzierung und Repression bzw. Regulierung

Überlebenshilfen oder Maßnahmen zur Schadensminimierung wie zum Beispiel Drogenkonsumräume mit Angeboten zum Spritzentausch stabilisieren die gesundheitliche und soziale Situation des Suchtkranken. Sie können eine wichtige Voraussetzung für einen späteren Ausstieg aus der Sucht sein.


Zusätzlich:


Angebotsreduzierung und Strafverfolgung: 

gesetzliche Regulierungen zur Angebotsreduzierung und allgemeine Verbote. Dazu gehört das Betäubungsmittelrecht.


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