Wirtschafts - und Finanzsoziologie at FernUniversität in Hagen

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Was versteht Polyani unter Redistribution, wie wird Redistribution strukturiert und welches Beispiel eignet sich besonders gut?

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Wie stellt sich das Verhältnis von sozialen Beziehungen und Handlungen durch Granovetter dar?

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Nach Granovetter sind Handlungen wie durch Netzwerke bedingt?

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Gegen welches Spannungsfeld versucht Granovetter seine Idee vom wirtschaftlichen Handeln abzugrenzen?

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Wie denkt Granovetter über das Verhältnis von Netzwerken und ökonomischem Handeln?

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Welche drei grundlegenden analytischen Ansätze unterscheiden Apers und Beckert?

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Welche Minimalanforderungen müssen erfüllt sein, um wirtschaftssoziologisch von Märkten sprechen zu können?

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Auf welche drei Entwicklungsprozesse lässt sich nach Beckert der Aufstieg der Wirtschaftssoziologie historisch zurückverfolgen?

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Die Wirtschafts- und Finanzsoziologie orientiert sich weniger an  ökonomischer Praxis, sondern?

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Wie kritisiert Beckert die Wirtschaftssoziologie?

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Welche Ansätze dominieren in der Wirtschaftssoziologie?

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Was meint Polyani mit Reziprozität und wie wird Reziprozität gesellschaftlich beeinflusst?

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Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Was versteht Polyani unter Redistribution, wie wird Redistribution strukturiert und welches Beispiel eignet sich besonders gut?

  • Redistribution kennzeichnet bei ihm ein Modell, in dem die produzierten Güter durch eine zentrale Instanz (den Staat beispiels- und in der modernen Gesellschaft: typischerweise) verteilt werden.
    • gewisses Maßes von Zentralität nötig
    • Für die konkrete Form und das Ausmaß der Verteilung spielen Aspekte der sozialen Bedürftigkeit und der Gerechtigkeit eine Rolle.
  • Beispiel: Wohlfahrtsstaat

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Wie stellt sich das Verhältnis von sozialen Beziehungen und Handlungen durch Granovetter dar?

  • Soziale Beziehungen stellen für Granovetter sowohl das Ergebnis von Handlungen als auch gleich- zeitig Ressourcen für Handeln dar.

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Nach Granovetter sind Handlungen wie durch Netzwerke bedingt?

  • Handlungen Einzelner sind nicht aus präexistenten gesellschaftlichen Normen lediglich abzuleiten, und sie sind auch nicht auf ein individuelles Interessenkalkül zu reduzieren, sondern diese einzubetten in die konkreten sozialen Beziehungen
  • Menschliches Handeln ist also in soziale Netzwerke eingebunden und ohne diese Netzwerke nicht zu verstehen.
  • In Netzwerken stellen Informationen, Kon- takte, geteilte Normen oder auch Vertrauen Ressourcen dar, die beispielsweise opportunistisches Verhalten eindämmen können (und damit – aus der Perspektive der ökonomischen Vertragstheorien – Transaktionskosten minimieren).

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Gegen welches Spannungsfeld versucht Granovetter seine Idee vom wirtschaftlichen Handeln abzugrenzen?

Gegen 

  1. Polanyis und Parsons‘ (aus seiner Sicht) „übersozialisierte“ Auffassung des Menschen 
  2. die „untersozialisierte“ Vorstellung wirtschaftlichen Handelns, wie sie die Wirtschaftstheorie vertritt

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Wie denkt Granovetter über das Verhältnis von Netzwerken und ökonomischem Handeln?

  1. rekursiv
  2. die für ökonomisches Handeln relevanten Netzwerke ebenso durch dieses Handeln hervorgebracht werden wie sie eine Ressource für Anschlusshandeln darstellen.

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Welche drei grundlegenden analytischen Ansätze unterscheiden Apers und Beckert?

  1. Märkte als Netzwerke, 
  2. Märkte als Institutionen und die 
  3. Performativität des ökonomischen Wissens

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Welche Minimalanforderungen müssen erfüllt sein, um wirtschaftssoziologisch von Märkten sprechen zu können?

  1. Erstens haben Märkte, ebenso wie Medaillen, immer zwei Seiten: die Angebots- und die Nachfrageseite. Wo eine dieser Seiten über längere Zeit ausfällt, sind die Stabilität des Marktes und schließlich seine Existenz bedroht. 
  2. Zweitens müssen, und diese Vorstellung geht bereits auf Max Weber zurück, auf einem Markt auf zumindest einer der beiden Seiten „eine Mehrheit von Tauschreflektanten um Tauschchancen konkurrieren“ (Weber (1980[1922]: 382). Mit anderen Worten: eine Dyade kann kein Markt sein. Es muss zu einer Situation der Konkurrenz um das zu tauschende Gut kommen, und sei es auch nur – wie bei Monopolen – auf der Nachfrageseite. 
  3. Drittens muss es ein Gut geben, um das die Tauschreflektanten konkurrieren. Dieses Gut kann selbstverständlich auch immateriell sein: eine Dienstleistung etwa oder gar ‚Liebe‘ (vgl. Kap. 5.4).
  4. Viertens findet auf Märkten – und auch dies geht auf Max Weber zurück – eine formal friedliche Konkurrenz um Tauschchancen statt. Die gewaltsame Aneignung eines Gutes ist kein Markt- tausch, sondern ein Raubüberfall.
  5. Das führt unmittelbar zu der fünften Voraussetzung von Märkten, der prinzipiellen Anerkennung von Eigentumsrechten und der Praxis, dass diese Rechte auf Märkten von einem Marktteilnehmer auf den anderen legal übergehen.

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Auf welche drei Entwicklungsprozesse lässt sich nach Beckert der Aufstieg der Wirtschaftssoziologie historisch zurückverfolgen?

  • erstens auf den Anstieg von Inflation und Arbeitslosigkeit bei gleichzeitiger Abschwächung des Wirtschaftswachstums seit den 1970er Jahren 
  • zweitens auf die „Entdeckung“ wirtschaftlicher Organisationszusammenhänge, die durch das ökonomische Standardmodell nicht erklärt werden konnten, wie den Aufstieg Japans und den Erfolg industrieller Distrikte, sowie 
  • drittens auf den radikalen Politikwechsel in den 1980er Jahren, der – beginnend mit den Regierungen Thatcher und Reagan in Großbritannien bzw. den USA – die neoliberale Revolution einläutete und den Markt in den Mittelpunkt wirtschaftlicher und schließlich gesellschaftlicher Steuerungsversuche stellte.

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Die Wirtschafts- und Finanzsoziologie orientiert sich weniger an  ökonomischer Praxis, sondern?

  • Zugespitzt formuliert, ist sie weniger an den Ergebnissen ökonomischer Praxis auf der Ebene gesellschaftlicher Makrophänomene interessiert als vielmehr an den Grundlagen der ökonomischen Praxis selbst, umeinen weniger ideologisch gefärbten Blick auf diese Praxis zu ermöglichen (als die Wirtschaftswissenschaften).

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Wie kritisiert Beckert die Wirtschaftssoziologie?

  • „der heutigen Wirtschaftssoziologie das Interesse an gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen abhandengekommen ist“
  • „eine Konzeption gesellschaftlicher Entwicklung den Ausgangspunkt der Dynamik moderner Gesellschaften in der Funktionsweise der kapitalisti- schen Ökonomie lokalisieren sollte“
  • Ökonomie solle als das „Resultat sozialer und politischer Kämpfe“ verstanden werden

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Welche Ansätze dominieren in der Wirtschaftssoziologie?

  • Einbettungs- und Netzwerkperspektive
  • die neo- institutionalistische Organisationsforschung
  • thematisch die Analyse von Märkten.

Wirtschafts - und Finanzsoziologie

Was meint Polyani mit Reziprozität und wie wird Reziprozität gesellschaftlich beeinflusst?

  • Reziprozität stellt demgegenüber eine Form des Tausches dar, die die Verpflichtung zu einer spä- teren Erwiderung beinhaltet.
    • Zeitpunkt und Inhalt dieser Erwiderung nicht exakt festgelegt
    • durch Sitte und Tradition bestimmt
    • spielt eine besondere Rolle in Gemeinschaften wie Verwandtschaft, Nachbar- schaft und Vereinen, hat aber immer auch empirische Anteile am Handeln in modernen Organi- sationen und selbst dem Markttausch.

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