Unternehmensführung at FernUniversität in Hagen

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Skizzieren Sie in historischer Bedeutung zentrale Meilensteine der wissenschaftlichen Untersuchung von Managementfunktionen.

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Erläutern Sie anhand von Interdependenzrelation beispielhaft, welche Beziehungen zwischen den Einzelzielen eines Zielsystems auftreten können? 

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Im Software-Unternehmen ZS arbeiten hochspezialisierte Informatiker in kleinen, eng miteinander verbundenen Entwicklungsteams an neuartigen, maßgeschneiderten Lösungen für Großkunden aus der Versicherungsbranche. Wie sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsaussichten für den Einsatz direkter Führung unter diesem Umständen zu bewerten?

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Unternehmensexterne Rahmenbedingungen

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Formalwissenschaftliche Ansätze

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Nennen Sie die 4 Substitute (Ersatzmaßnahmen) von Führung
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Das skeptische Verständnis von Unternehmensethik - ein Fazit

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Informatorische Unterstützung der Reflexion – organisationales Lernen:

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Erläutern Sie die Grundzüge des Handlungsfelds Unternehmen.

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Beschreiben Sie kurz die Funktionen der Planung.
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Durch welche Grundmerkmale lässt sich Planung kennzeichnen?

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Unternehmensführung

Skizzieren Sie in historischer Bedeutung zentrale Meilensteine der wissenschaftlichen Untersuchung von Managementfunktionen.
  • Henri Fayol interpretierte als erster Unternehmensführung als Ausdruck universell wirksamer Funktionen
  • Fayol unterschied dabei Planung, Organisation, Befehl, Koordination und Kontrolle
  • Grundstein für wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Unternehmensführung aus funktionaler Sicht
  • Unternehmensführung nicht nur logische, sondern auch zeitliche Abfolge der genannten Funktionen

Unternehmensführung

Erläutern Sie anhand von Interdependenzrelation beispielhaft, welche Beziehungen zwischen den Einzelzielen eines Zielsystems auftreten können? 
Zwischen zwei Zielen eines Zielsystems können unterschiedliche Beziehungen vorliegen.
  • Zielkomplementerität= Realisierung eines Ziels A wirkt sich positiv auf Erreichbarkeit eines Ziels B aus (flexible Arbeitszeiten👉🏽Bessere Kapazitätsauslastung)
  • Zielkonkurrenz=konfliktäre Beziehung, Realisierung Ziel A erschwert Erreichbarkeit Ziel B(Rationalisierungsmaßnahmen👉🏽Kundenbedürfnisse nicht mehr hinreichend befriedigt)
  • Zielneutralität= Ziele beeinflussen sich nicht(Reduzierung Produktionskosten und Differenzierung Produktmerkmale schließen sich gegenseitig aus=Zielantinomie), Ziele Kostenführerschaft bei gleichzeitiger Reduzierung Produktionskosten sind identisch=Zielidentität

Unternehmensführung

Unternehmensziele
  • Zielobjekt (gesamtes Unternehmen, Teilbereich, Gruppe Mitarbeiter etc.)
  • Zielinhalt (präzisiert den zukünftig angestrebten Zustand durch inhaltliche Beschreibung der Erwartungen, Unterscheidung Sachziele (Erhöhung Produktionsvolumen oder Verbesserung Produktqualität) und Formalziele (Gewinnmaximierung oder Kostensenkung), grundlegende Zielinhalte des Unternehmens geprägt durch Shareholder-Value (Erwartungen Anteilseigner/Aktionäre besonderes Gewicht bei Festlegung der Zielinhalte des Unternehmens) bzw. Stakeholder-Ansatz (trägt Interessen weiter Stakeholder wie Fremdkapitalgeber, Staat, Lieferanten Rechnung) )
  • Zielausmaß (Planung definiert Maßstab mit dem die Zielinhalte bewertet werden können, in welchen Ausmaß werden Zielinhalte erfüllt)
  • Zeitlicher Zielbezug (zeitliche Befristung über welchen Zeitraum die Zielerfüllungsbemühungen aufrecht erhalten werden sollen)

Unternehmensführung

Im Software-Unternehmen ZS arbeiten hochspezialisierte Informatiker in kleinen, eng miteinander verbundenen Entwicklungsteams an neuartigen, maßgeschneiderten Lösungen für Großkunden aus der Versicherungsbranche. Wie sind aus Ihrer Sicht die Erfolgsaussichten für den Einsatz direkter Führung unter diesem Umständen zu bewerten?
Wichtiger Anhaltspunkt für eine diesbezügliche Einschätzung liefert die Substitutionstheorie der Führung, die sich mit der Frage beschäftigt, unter welchen Bedingungen Einflussversuche auf dem Wege direkter Führung unwirksam bleiben oder wenig Aussicht auf Erfolg haben. Vergleicht man die vorliegende Situation mit den von ihr identifizierten Substitutionen der Führung, dann ergibt sich folgendes Bild:
1. Potenziell zu führende Personen sind Spezialisten, deren langwierige oder schwierige Ausbildung und Identifikation mit dem Beruf dürfte folglich Einflussversuche erschweren oder unterbinden. Damit liegt in der Besonderheit der Berufsgruppe ein erstes Substitut von Führung vor.
2. Durch Arbeitsweise bzw. -struktur in Form der Gruppen ist ein weiteres mögliches Substitut von Führung erfüllt. Arbeitsgruppen sind in der Lage ohne Zutun von Führungsverhalten dem Einzelnen sowohl die für eine optimale Leistung benötigten Informationen zu geben (Ziel,Weg,Ergebnis) als auch die für eine optimale Leistung benötigte Motivation zu gewährleisten. 
3. Drittes Substitut ist schließlich noch in der Beschaffenheit der Arbeitsaufgabe zu sehen. Handelt sich klar um anspruchsvolle Aufgabe, die aufgrund ihres herausfordernden Charakters üblicherweise sehr engagiert ausgeführt werden wird. Programmiertätigkeiten beinhalten ein automatisches Leistungsfeedback, was ebenfalls Führungsverhalten ersetzen zu vermag. Alles in allem ist deswegen einer direkten Führung unter diesen Voraussetzungen wohl wenig Erfolg beschieden. Sie kann, falls dennoch eingesetzt, schlimmstenfalls sogar kontraproduktiv wirken, d.h. z.B. die Mitarbeiter demotivieren. 

Unternehmensführung

Unternehmensexterne Rahmenbedingungen
Die globale Umwelt die sich indirekt auf die Leistungserbringung im Unternehmen auswirken sind im wesentlichen:
  • Ökonomische Umwelt (Faktoren die für gesamtwirtschaftliche Entwicklung von Bedeutung sind und auf Beschaffungs- und Absatzmärkte des Unternehmens wirken (Bruttoinlandsprodukt, Einkommensentwicklung und Investitionen des öffntl. Sektors oder einzelner Unternehmen))
  • Politisch-rechtliche Umwelt (Rahmenbedingungen des Staates oder Körperschaften mit Gesetzgebungshoheit auch supranationaler Ebene wie Europäische Union, die vom Unternehmen berücksichtigt werden müssen (arbeitsrechtliche Regelungen etc.))
  • Sozio-kulturelle Umwelt (gesellschaftliche Werte/Einstellungen, kulturelle Normen)
  • Technologische Umwelt (Produktions-,Verfahrens-, Informations- und Kommunikationstechnologie, Übergang zur neuen Technologie schnell erkennen)
  • Natürliche Umwelt (topographische Gegebenheiten=natürliche Ressourcen, klimatische und ökologische Bedingungen)

Aufgabenumwelt beeinflusst Unternehmen direkt, weil Interaktionsbeziehungen bestehen und vorgeschrieben sind (Kunden, Lieferanten, Gewerkschaften etc.)

Unternehmensführung

Formalwissenschaftliche Ansätze

• Management als exakte Wissenschaft
• Mathematische Entscheidungsmodelle
• Management Science/ Operations Research (OP)
• Erstmals in den 1930er Jahren
• Standardwerk “Introduction to OR”
• Liefert Beiträge zur Bewältigung von Planungsproblemen

Unternehmensführung

Nennen Sie die 4 Substitute (Ersatzmaßnahmen) von Führung
  • Professionelle Orientierung: Einfluss des direkten Vorgesetzten auf die Geführten ist gering, wenn es sich bei den Geführten um Spezialisten/Fachleute handelt, die üblicherweise einen langen und schwierigen Ausbildungsgang absolviert haben und als Folge dessen sich zumeist mit dem eigenen Beruf identifizieren.
  • Aufgabenzuschnitt: maschinengesteuerte und stark repetitive Tätigkeiten ebenso wie äußerst formalisierte Regeln und Verfahrensweisen verringern die Notwendigkeit einer Führung drastisch und machen sie gegebenenfalls sogar überflüssig. Anspruchsvolle und sinnvolle Aufgaben können auch ein Substitut bilden, weil sie aufgrund ihres herausfordernden Charakters üblicherweise sehr engagiert ausgeführt werden.
  • Automatisches Leistungsfeedback: Ein weiteres Führungssubstitut liegt dann vor, wenn die zu bewältigenden Aufgaben so beschaffen sind, dass sie der mit der Erfüllung dieser Aufgaben betrauten Person unmittelbar (also ohne den „Umweg“ eines Feedback-gebenden Vorgesetzten) klare Auskunft darüber geben, ob die Arbeit gut oder schlecht erledigt wurde. Beispiele hierfür sind Recherche-, Reparatur- oder Programmiertätigkeiten, deren Abschluss und Erfolg der Ausführende selbst klar vor Augen hat.
  • Arbeitsgruppen: Als ein viertes Substitut für die Führung ist schließlich die Arbeitsgruppe anzusehen, da diese dem Einzelnen sowohl die für eine optimale Leistung benötigten Informationen zu geben vermag (Ziel, Weg und Ergebnis) sowie auch die für eine optimale Leistung benötigte Motivation zu gewährleisten im Stande ist (Herausbildung von gruppeninternen Leistungsnormen und leistungsadäquaten Verhaltenssanktionen). 

Unternehmensführung

Das skeptische Verständnis von Unternehmensethik - ein Fazit
Es ist nicht zu erwarten, dass Veränderungen im Sinne einer substanziell verantwortungsbewussteren Unternehmensführung von den Unternehmen ausgehen werden. Die Gründe hierfür lauten kurz gesprochen:
  • Das System, gleichsam der „Superkapitalismus“, straft dies ab
  • Die „Natur“ der Unternehmen, deren DNA bzw. ihr „nicht-menschliches Wesen“ stehen originären (nicht erfolgsrational begründbaren) gesellschaftlich verantwortlichen Verhaltensweisen entgegen
  • Das Individuum, gleichsam der „verantwortliche“ Manager mag dies ggf. bedauern, ist handlungspraktisch letztlich aber machtlos
Was die Debatte über CSR bislang zustande gebracht hat, ist von daher mehr Schein als Sein, gleichsam zu 95% Rhetorik und nur zu 5% Aktion und insgesamt heuchlerisch insofern, als hier im Grunde nur die unbegründete Hoffnung geschürt wird, dass Unternehmen sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen verantwortungsbewusst gegenüber der Gesellschaft verhalten werden.
->Kritische Verständnis von Unternehmensethik beim korrektiven und integrativen Verständnis von Unternehmensethik weniger skeptisch. 

Unternehmensführung

Informatorische Unterstützung der Reflexion – organisationales Lernen:

• Formelle und unternehmensweite Kommunikationsstruktur erforderlich
• Kommunikationsmedium und organisationale Wissensbasis
entscheidend:
• Bsp.: Self-Service Business Intelligence: ortsungebundener Zugriff auf aktuelle
Informationen über Apps
• →Verbindung der individuellen und organisationalen Ebene des Lernens

Unternehmensführung

Erläutern Sie die Grundzüge des Handlungsfelds Unternehmen.
Das Handlungsfeld „Unternehmen“ systematisiert aus einer funktionalen Sicht die drei zentralen Handlungsebenen in einem Unternehmen:
  • Unternehmensführung bzw. Management (Management bedeutet Entscheidungen treffen, durchsetzen und hinterfragen und ist somit durch den Fokus „Entscheidung“ gekennzeichnet)
  • Managementunterstützung (umfasst das Beschaffen, Aufbereiten  und Bereitstellen von Informationen die für Managementhandlungen benötigt werden, Fokus liegt auf Informationsbereitstellung)
  • Ausführung (Ausführungsebene bezieht sich auf die bloße Umsetzung des Beschlossenen „Umsetzungsaufgaben“)
Trennung der drei Handlungsebenen aufgabenbezogen und rein gedanklich analytisch, keine Aussage über tatsächliche Zuweisung von Aufgaben zu Personen.
Controlling beschäftigt sich mit der Komplexibilitätsbewältigung (Selektion (Auswahl einer Gesamtheit hat Reduktion von Komplexität zur Folge)/Reflexion (hinterfragt Selektion kritisch und vermeidet so Fehlsteuerungen)) zwischen Management und Managementunterstützung. Reflexionsorientiertes Controlling ist grundlegende Voraussetzung für Flexibilität und Lernen/Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens. Ausführungsebene beinhaltet reine Umsetzungshandlungen und befasst sich nicht mit Problemen der Komplexitätsbewältigung.

Unternehmensführung

Beschreiben Sie kurz die Funktionen der Planung.
Die Planung erfüllt insgesamt Funktionen:
  • Die Selektionsfunktion ermöglicht die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens, indem durch planerisch Aktivitäten das gesamte Feld möglicher Handlungen auf die relevanten Handlungen reduziert wird. Somit wird die Umweltkomplexität handhabbar.
  • Die Flexibilisierungsfunktion ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen, dass Umweltentwicklungen frühzeitig erkannt werden und die geeigneten Maßnahmen getroffen werden können. Dafür muss das Selektionsrisiko der Planung durch geeignete Maßnahmen wie individuelle und organisatorische Lernprozesse kompensiert werden.
  • Die Koordinationsfunktion ergibt sich aus der Notwendigkeit, arbeitsteilige Prozesse im Unternehmen wieder im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel zu vereinen.

Unternehmensführung

Durch welche Grundmerkmale lässt sich Planung kennzeichnen?
Die Planung lässt sich durch fünf Merkmale charakterisieren:
  • Planung ist zukunftsbezogen, d.h. Planung versucht zukünftiges Handeln gedanklich vorzubereiten.
  • Planung ist gestaltungsorientiert, d.h. Planung soll nicht nur eine rechtzeitige Anpassung an sich ändernde Bedingungen ermöglichen, sondern zukünftige Entwicklungen möglichst so beeinflussen, dass angestrebte Ziele umfassend realisiert werden können.
  • Planung ist ein Prozess der Informationsverarbeitung, bei dem durch die zielgerichtete Zusammenarbeit mehrerer Personen Handlungsmöglichkeiten gewonnen und einer Ordnung zugeführt werden.
  • Planung ist subjektiv, da individuelle Erfahrungen und Wertvorstellungen den Informationsverarbeitungsprozess beeinflussen.
  • Planung ist ein rationaler Vorgang, d.h. sie ist zielgerichtet, wird von der Vernunft bestimmt und muss der Argumentation zugänglich sein.

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