Personalpsychologie at FernUniversität In Hagen | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Personalpsychologie an der FernUniversität in Hagen

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TESTE DEIN WISSEN

Wieso ist Personalarbeit ein multidisziplinär besetztes Feld?

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TESTE DEIN WISSEN

Zu den traditionellen Aufgaben der betrieblichen Funktion Personalwirtschaft (neudeutsch auch Human Resources bzw. HR Management) gehören u.a. Personalbedarfs- und Einsatzplanung, Personalrekrutierung und -auswahl, die Gestaltung von Arbeitszeit und Vergütung, Personalentwicklung und Training, Personalbeurteilung und Laufbahnplanung, das Controlling der Personalarbeit und nicht zuletzt auch die unangenehme Aufgabe der Personalfreisetzung

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Was ist der Unterschied zwischen Berufssoziologie und Berufspsychologie

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Berufssoziologie => Nicht nur Eignung und Neigung, sondern auch die durch familiäre Lebensverhältnisse und Traditionen mit bestimmten gesellschaftlichen Chancen auf Bildung, Einstieg und Aufstieg im Berufsleben spielen eine Rolle zur Berufsauswahl

Berufspsychologie=> psychologischer Perspektive= Berufe werden vorwiegend hinsichtlich ihres Befriedigungspotentials für individuelle Bedürfnisse betrachtet, die insbesondere durch Fähigkeiten und Interessen bestimmt sind 

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Wie stehen die Berufs- oder Laufbahnentwicklungstheorie zu differenzialpsychologischen Konzepten?

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Die Berufs- oder Laufbahnentwicklungstheorie steht dabei keineswegs im Gegensatz zu differenzialpsychologischen Konzepten (auch Super betont die Bedeutung von Eignungs- und Anforderungsmerkmalen sowie, innerhalb tolerabler Bandbreiten, deren Passung)

--> konzentriert sich jedoch auf den entwicklungspsychologischen Aspekt der Genese beruflicher Selbstkonzepte über unterschiedliche Lebensphasen.

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Skizzieren Sie bitte im Kern die 3 differenzialpsychologischen Konzepte der Berufswahl. Worin unterscheiden sie sich und was ist ihnen gemeinsam

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1. "Trait and Factor Theory" bzw.  "Person - Environment - Fit" (P-E-Fit) nach Frank Parsonallgemeines Konzept eines interaktionistischen Kongruenzmodells, in dem die persönlichen Eigenschaften und Interessen einer Person mit den Anforderungen eines Berufs abgeglichen und möglichst optimal "gematcht" werden.

Drei grundlegende Schritte:
1) Informationssammlung über die Person (Herkunft, Erfahrungen, Persönlichkeit, Fähigkeiten und Interessen)
2) Analyse beruflicher Umfelder (Berufsklassifikation, Anforderungen, Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen)
3) Zusammenführung der Informationen mit dem Ziel einer möglichst guten Übereinstimmung zw. Person und Beruf

4) (implizite) Annahme, dass die Kongruenz von Person und Umwelt sich positiv auf Leistung und Zufriedenheit auswirkt. 
2. RIASEC Modell  (Holland)= Person und Umwelt lassen sich gemäß ihren vordringlichen Orientierungen 6 grundlegenden Typen zuordnen ( Realistic/ Investigative/ Artistic/ Social/ Enterprising/ Conventional= RIASEC)

--> Typologisierung ergibt sich durch Zuordnung nach gemessener Ähnlichkeit zwischen individuellen Ausprägungen und den 6 Idealtypen von Persönlichkeit bzw. Umwelt. (es kann neben der höchsten Ausprägung auch das zweit- und ggf. drittwichtigste Merkmal berücksichtigt werden) 

=> Der Faktor mit der höchsten Korrelation führt zur entsprechenden Berufsempfehlung/-wahl.

--> Zwischen den 6 Orientierungen= Ähnlichkeiten (Korrelationen)  in unterschiedlichem Maße= grafisch in Form eines Hexagons= Je geringer der räumliche Abstand zwischen 2 Orientierungen im Hexagon dargestellt ist, desto ähnlicher sind sie sich.

-->  Aus der hexagonalen Anordnung abgeleitete Kennzeichen= 

1) Ausmaß der Kongruenz zwischen Person und Umwelt durch die Abstände im Hexago

2) Konsistenz der Interessenstruktur, die das Ausmaß der Vorhersagbarkeit einer Person mit bestimmt 

3) Differenziertheit, die eine ähnliche Wirkung hat wie die Konsistenz, jedoch das Ausmaß der Unterschiede zwischen den Ausprägungen der Orientierungen beschreibt 

4) Identität, die gleichfalls die Prognostizierbarkeit beeinflusst= wie klar und zeitlich stabil berufliche Interessen bzw. Anforderungen bei Person und Umwelt ausgeprägt sind. 

3. Theory of Work Adjustment (TWA- Dawis)baut auf dem Gedanken des P-E-Fit auf 
--> Prädiktionsteil= Berechnet werden die Prädiktoren für

  • Satisfaction (Arbeitszufriedenheit) aus dem Verhältnis von individuellen Bedürfnissen und Werten zu den Faktoren der Arbeitsumgebung
  • Satisfactoriness (Arbeitgeber/Auftraggeber-Zufriedenheit, Leistung) aus dem Verhältnis von individuellen Fähigkeiten und den beruflichen Anforderungen

--> Prozessteildynamischen Teil, der Anpassungsverhalten (adjustment) an unbefriedigende Zustände erklären soll= Bei Übereinstimmung von Satisfaction und Satisfactoriness wird das Vertragsverhältnis länger aufrechterhalten, bei Divergenz erfolgt Anpassungsverhalten (z.B. Kündigung, Anpassung der Arbeitsbedingungen, Aufgaben oder Fähigkeiten).

=> Moderatorvariable: Anpassungsstile, die bestimmen, wie lange und wie viel mangelnde Zufriedenheit ausgehalten werden kann.

  • Flexibility (individuelle Toleranzschwelle für Unzufriedenheit)
  • Activeness (Versuch, etwas an der Situation zu ändern)
  • Reactiveness (Reduktion der eigenen Ansprüche)
  • Perseverance (Dauer vom Aushalten einer unbefriedigenden Situation)

Im TWA-Modell findet dieser Anpassungsprozess auch nach der Berufswahl in ggf. immer neuen Zyklen statt.

- Gemeinsamkeit=> Grundidee, Personeneigenschaften und Fähigkeiten gegen die Berufsanforderungen abzugleichen, um hohe Arbeitszufriedenheit und hohe Leistung zu erzielen und somit einen möglichst langen Verbleib in einer Berufssparte zu ermöglichen +  Empfehlungen für ein bestimmtes berufliches Umfeld ergeben sich dort, wo die Kongruenz am höchsten ist.

- Unterschied=> zw. TWA mit dynamischen Teil, der Anpassungsverhalten (adjustment) erklären soll und eher beschreibend-prädiktiven RIASEC-Modell

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Worin liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Personal- und Berufspsychologie

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--> Gemeinsamkeit

- gemeinsame Wurzeln, insbesondere bei Ansätzen der eignungsdiagnostischen Messung beruflicher Interessen und Fähigkeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts 

- beide teilen sich eine differenzialpsychologische Perspektive

- gemeinsame Orientierung an interindividuellen Unterschieden

--> Unterschied: Berufspsychologie stärker entwicklungspsychologisch geprägt

Eignungsdiagnostik sucht i.d.R. nach der richtigen Person für eine gegebene Stelle=> Zweck= Selektion der am besten geeigneten Person (=bestenauslese) vs. Berufspsychologie= richtigen Beruf für eine gegebene Person finden=> ZweckPlatzierung (=Zuordnung)= komplexere Aufgabe, sie muss neben der Varianz der Eignungsmerkmale (VarE) zwischen den Personen auch die Varianz der Anforderungen (VarA) zwischen den Stellen berücksichtigen  

=====> Mittelpunkt= Kongruenz oder Passung der Merkmale von Person und beruflicher Umwelt= deswegen wichtig= „personenvironment fit“ (P-E-Fit)

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Was ist das wichtigste Anwendungsfeld der Berufspsychologie?

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Die Berufs- und Laufbahnberatung

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Was kann man über den Begriff Berufswahl sagen? 

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Ist nicht eingegrenzt auf die primäre Berufsfindung am Übergang von der Schule zu Beschäftigung, Studium oder Berufsausbildung, sondern kann als ein prozesshaftes Geschehen mit unterschiedlichen Teilphänomenen beschrieben werden (Bergmann).

--> Gekennzeichnet ist dieser Prozess u.a. durch zunehmende Konkretisierung von zunächst relativ vagen Wünschen und Präferenzen über konkrete Pläne und Absichten bis hin zur eigentlichen Entscheidung, die später mglw. noch verändert oder angepasst werden kann.

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Was versteht man unter Selektion und Platzierung

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Bei der Selektion geht es darum, die geeignete Bewerber:in für eine Stelle auszuwählen (Personenselektion), bei der Platzierung einen geeigneten Beruf, eine geeignete Stelle für eine Bewerber:in zu finden (Bedingungsselektion).


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Welche Anpassungsstile benennt die TWA (Theory of Work Adjustment) und was sind das?

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Moderatorvariable: Anpassungsstile= bestimmen, wie lange und wie viel mangelnde Zufriedenheit ausgehalten werden kann.

  • Flexibility (individuelle Toleranzschwelle für Unzufriedenheit)
  • Activeness (Versuch, etwas an der Situation zu ändern)
  • Reactiveness (Reduktion der eigenen Ansprüche)
  • Perseverance (Aushalten einer unbefriedigenden Situation)

Im TWA-Modell findet dieser Anpassungsprozess auch nach der Berufswahl in ggf. immer neuen Zyklen statt.


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Skizzieren Sie bitte die 3 entwicklungs-lernpsychologischen Konzepte der Berufswahl. Worin unterscheiden sie sich und was ist ihnen gemeinsam

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1- Theorie der Laufbahnentwicklung (Super)= berufliche Entwicklung als einen Prozess der Selbstfindung= in beruflichen Präferenzen und Wahlentscheidungen manifestieren sich aktuelle Ausprägungen des Selbstkonzepts= Prozess vollzieht sich über die Lebensspanne in fünf Lebens- oder Laufbahnstadien („Maxizyklus“), jeweils durch Reihe von Entwicklungsaufgaben gekennzeichnet 

1- Wachstumsphase (4-13)= Entwicklung von Interessen, Werthaltungen und Fähigkeiten 

2- Explorationsphase (14-24)= Kristallisation der Präferenzen durch Ausdifferenzierung des beruflichen Selbstkonzepts + Erkundung beruflicher Umfelder 

3- Etablierungsphase (25-44)= Entwicklung einer Bindung an die Berufsrolle 

4- Erhaltungsphase (45-64)= Erhaltung von Status und Qualifikation 

5- Rückzugsphase ( ab 65)= Verringerung der beruflichen Aktivität 

=> hinsichtlich der idealtypischen Stadien ist Spielraum für Variationen zugelassen und verschiedene Laufbahnmuster werden unterschieden (nach Grad der Stabilität: stabil (einmalige Berufswahl), konventionell (Stabilisierung nach Ausprobieren), instabil (mehrfacher Wechsel ohne Etablierung), multipel (sehr häufige, unsystematische Veränderung)) 

-->  Weiterentwicklung: Theorie der Laufbahnkonstruktion (Savickas)=  beruht in wesentlichen Teilen auf Supers Theorie, aber Abgrenzung= sozialkonstruktivistischer Ansatz

--> Nicht die aktuelle Realität soll beschrieben und für Prognosen über die Zukunft genutzt werden, sondern die Berufslaufbahn wird als der individuelle Versuch aufgefasst, der sich ständig verändernden Berufswelt eine individuelle Bedeutung zuzuschreiben. ( = idiografische Bedeutung der beruflichen Identität )

--> Elemente der Theorie= berufliche Persönlichkeit, Lebensthemen, Anpassungsfähigkeit der Laufbahn (Einstellungen, Fähigkeiten und Verhalten beim Versuch, Persönlichkeit und Beruf in Einklang zu bringen)

=> empirische Bewährung dieser Theorie= bislang noch weitgehend offene Frage.   

2- Theorie von Eingrenzung und Kompromiss / Theory of Circumscription and Compromise (Gottfredson)Konzentration auf die Entwicklung in Kindheit und Jugend bis zur Berufsfindung= Prozess, der über 4  Stufen zur Findung eines angestrebten Idealberufs sowie akzeptabler Alternativen führt:

- Stufe 1 Vorschulalter, nur Unterschied zw. eigene Rolle als Kind und (mächtigen) Erwachsenen 

- Stufe 2= Grundschule, Entwicklung einer Vorstellung über Geschlechterrollen 

- Stufe 3= etwas später, Entwicklung einer Vorstellung über Sozialprestige verschiedener Berufe

=> Verknüpfung von Berufen mit Geschlechtsrolle und Prestige spannt einen zweidimensionalen „sozialen Raum“ auf= persönlicher Ort wird da gesucht, zuerst eher geprägt durch Wunsch nach sozialer Zugehörigkeit als nach beruflicher Selbstverwirklichung.

- Stufe 4= ca. mit 14, Herausbildung der individuelle Identität (unique self)= konkrete Berufsbilder werden dann hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit diesem Selbstbild beurteilt= Vorstellung eines bestimmten Idealberufs + mögliche akzeptable Alternativen, die innerhalb des sozialen Raums eingeordnet werden

=> Trotz indirekter Evidenz für einige Annahmen= Aussagekraft dieser Studien v.a. durch Mängel bei der validen Erfassung des sozialen Rahmens stark eingeschränkt 

3- Sozial-kognitive Laufbahntheorie ( SCCT, Lent)= eher lernpsychologische Prozesstheorie

--> Zentrale Bedeutung= Konstrukt der Selbstwirksamkeitserwartung (Bandura)= (erlernten und veränderlichen) Zutrauen in die eigene Fähigkeit, zur Erreichung bestimmter Ziele notwendige Handlungen ausführen zu können.

--> Selbstwirksamkeit bestimmt zusammen mit den davon teilweise unabhängigen Ergebniserwartungen berufliche Interessen, Ziele, Handlungen + Leistung und Erfolg. 

--> Das Zusammenwirken dieser Variablen und weiterer Antezedenz- und Moderatorvariablen wird in einem recht komplexen, zyklischen Prozessmodell beschrieben 
=> Leistungserleben= Rückwirkung in einem dynamischen Prozess auf die Lernerfahrungen und damit die weiteren Variablen.

=> 3 Submodelle zur Erklärung von Interessen, Wahlhandlungen und Leistung + fügten später auch ein Modell der Zufriedenheit hinzu 

=> metaanalytisch gut bestätigt= Annahmen zur (auch kausal interpretierbaren) Wirkung der Selbstwirksamkeitserwartung auf nachgelagerte Variablen. 

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Was ist das wichtigste Anwendungsfeld der Berufspsychologie?

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Die Berufs- und Laufbahnberatung

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Was versteht man unter klassischen Laufbahnmodellen?

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=> Klassische Laufbahntheorie von Super=  Vorstellung Jahrzehnte andauernder Phasen mit relativ geringfügigen Veränderungen im Anschluss an die primäre Berufswahl

--> Die traditionelle Vorstellung einer Berufslaufbahn geht von einer Karriere durch Aufstieg innerhalb einer bestimmten Organisation (bounded career) aus.

=> Diese Konzepte sind aber der modernen Arbeitswelt nicht mehr gerecht. 

=> Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland= Trend weist schon länger in Richtung zunehmender Instabilität

=> im traditionellen Modell lag die Verantwortung für Laufbahnplanung und - entwicklung zu einem erheblichen Teil bei der beschäftigenden Institution, aber dies wird in einem instabilen Arbeitsmarkt zunehmend zu einem ganz persönlichen Problem des Individuums.

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Q:

Wieso ist Personalarbeit ein multidisziplinär besetztes Feld?

A:

Zu den traditionellen Aufgaben der betrieblichen Funktion Personalwirtschaft (neudeutsch auch Human Resources bzw. HR Management) gehören u.a. Personalbedarfs- und Einsatzplanung, Personalrekrutierung und -auswahl, die Gestaltung von Arbeitszeit und Vergütung, Personalentwicklung und Training, Personalbeurteilung und Laufbahnplanung, das Controlling der Personalarbeit und nicht zuletzt auch die unangenehme Aufgabe der Personalfreisetzung

Q:

Was ist der Unterschied zwischen Berufssoziologie und Berufspsychologie

A:

Berufssoziologie => Nicht nur Eignung und Neigung, sondern auch die durch familiäre Lebensverhältnisse und Traditionen mit bestimmten gesellschaftlichen Chancen auf Bildung, Einstieg und Aufstieg im Berufsleben spielen eine Rolle zur Berufsauswahl

Berufspsychologie=> psychologischer Perspektive= Berufe werden vorwiegend hinsichtlich ihres Befriedigungspotentials für individuelle Bedürfnisse betrachtet, die insbesondere durch Fähigkeiten und Interessen bestimmt sind 

Q:

Wie stehen die Berufs- oder Laufbahnentwicklungstheorie zu differenzialpsychologischen Konzepten?

A:

Die Berufs- oder Laufbahnentwicklungstheorie steht dabei keineswegs im Gegensatz zu differenzialpsychologischen Konzepten (auch Super betont die Bedeutung von Eignungs- und Anforderungsmerkmalen sowie, innerhalb tolerabler Bandbreiten, deren Passung)

--> konzentriert sich jedoch auf den entwicklungspsychologischen Aspekt der Genese beruflicher Selbstkonzepte über unterschiedliche Lebensphasen.

Q:

Skizzieren Sie bitte im Kern die 3 differenzialpsychologischen Konzepte der Berufswahl. Worin unterscheiden sie sich und was ist ihnen gemeinsam

A:

1. "Trait and Factor Theory" bzw.  "Person - Environment - Fit" (P-E-Fit) nach Frank Parsonallgemeines Konzept eines interaktionistischen Kongruenzmodells, in dem die persönlichen Eigenschaften und Interessen einer Person mit den Anforderungen eines Berufs abgeglichen und möglichst optimal "gematcht" werden.

Drei grundlegende Schritte:
1) Informationssammlung über die Person (Herkunft, Erfahrungen, Persönlichkeit, Fähigkeiten und Interessen)
2) Analyse beruflicher Umfelder (Berufsklassifikation, Anforderungen, Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen)
3) Zusammenführung der Informationen mit dem Ziel einer möglichst guten Übereinstimmung zw. Person und Beruf

4) (implizite) Annahme, dass die Kongruenz von Person und Umwelt sich positiv auf Leistung und Zufriedenheit auswirkt. 
2. RIASEC Modell  (Holland)= Person und Umwelt lassen sich gemäß ihren vordringlichen Orientierungen 6 grundlegenden Typen zuordnen ( Realistic/ Investigative/ Artistic/ Social/ Enterprising/ Conventional= RIASEC)

--> Typologisierung ergibt sich durch Zuordnung nach gemessener Ähnlichkeit zwischen individuellen Ausprägungen und den 6 Idealtypen von Persönlichkeit bzw. Umwelt. (es kann neben der höchsten Ausprägung auch das zweit- und ggf. drittwichtigste Merkmal berücksichtigt werden) 

=> Der Faktor mit der höchsten Korrelation führt zur entsprechenden Berufsempfehlung/-wahl.

--> Zwischen den 6 Orientierungen= Ähnlichkeiten (Korrelationen)  in unterschiedlichem Maße= grafisch in Form eines Hexagons= Je geringer der räumliche Abstand zwischen 2 Orientierungen im Hexagon dargestellt ist, desto ähnlicher sind sie sich.

-->  Aus der hexagonalen Anordnung abgeleitete Kennzeichen= 

1) Ausmaß der Kongruenz zwischen Person und Umwelt durch die Abstände im Hexago

2) Konsistenz der Interessenstruktur, die das Ausmaß der Vorhersagbarkeit einer Person mit bestimmt 

3) Differenziertheit, die eine ähnliche Wirkung hat wie die Konsistenz, jedoch das Ausmaß der Unterschiede zwischen den Ausprägungen der Orientierungen beschreibt 

4) Identität, die gleichfalls die Prognostizierbarkeit beeinflusst= wie klar und zeitlich stabil berufliche Interessen bzw. Anforderungen bei Person und Umwelt ausgeprägt sind. 

3. Theory of Work Adjustment (TWA- Dawis)baut auf dem Gedanken des P-E-Fit auf 
--> Prädiktionsteil= Berechnet werden die Prädiktoren für

  • Satisfaction (Arbeitszufriedenheit) aus dem Verhältnis von individuellen Bedürfnissen und Werten zu den Faktoren der Arbeitsumgebung
  • Satisfactoriness (Arbeitgeber/Auftraggeber-Zufriedenheit, Leistung) aus dem Verhältnis von individuellen Fähigkeiten und den beruflichen Anforderungen

--> Prozessteildynamischen Teil, der Anpassungsverhalten (adjustment) an unbefriedigende Zustände erklären soll= Bei Übereinstimmung von Satisfaction und Satisfactoriness wird das Vertragsverhältnis länger aufrechterhalten, bei Divergenz erfolgt Anpassungsverhalten (z.B. Kündigung, Anpassung der Arbeitsbedingungen, Aufgaben oder Fähigkeiten).

=> Moderatorvariable: Anpassungsstile, die bestimmen, wie lange und wie viel mangelnde Zufriedenheit ausgehalten werden kann.

  • Flexibility (individuelle Toleranzschwelle für Unzufriedenheit)
  • Activeness (Versuch, etwas an der Situation zu ändern)
  • Reactiveness (Reduktion der eigenen Ansprüche)
  • Perseverance (Dauer vom Aushalten einer unbefriedigenden Situation)

Im TWA-Modell findet dieser Anpassungsprozess auch nach der Berufswahl in ggf. immer neuen Zyklen statt.

- Gemeinsamkeit=> Grundidee, Personeneigenschaften und Fähigkeiten gegen die Berufsanforderungen abzugleichen, um hohe Arbeitszufriedenheit und hohe Leistung zu erzielen und somit einen möglichst langen Verbleib in einer Berufssparte zu ermöglichen +  Empfehlungen für ein bestimmtes berufliches Umfeld ergeben sich dort, wo die Kongruenz am höchsten ist.

- Unterschied=> zw. TWA mit dynamischen Teil, der Anpassungsverhalten (adjustment) erklären soll und eher beschreibend-prädiktiven RIASEC-Modell

Q:

Worin liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Personal- und Berufspsychologie

A:

--> Gemeinsamkeit

- gemeinsame Wurzeln, insbesondere bei Ansätzen der eignungsdiagnostischen Messung beruflicher Interessen und Fähigkeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts 

- beide teilen sich eine differenzialpsychologische Perspektive

- gemeinsame Orientierung an interindividuellen Unterschieden

--> Unterschied: Berufspsychologie stärker entwicklungspsychologisch geprägt

Eignungsdiagnostik sucht i.d.R. nach der richtigen Person für eine gegebene Stelle=> Zweck= Selektion der am besten geeigneten Person (=bestenauslese) vs. Berufspsychologie= richtigen Beruf für eine gegebene Person finden=> ZweckPlatzierung (=Zuordnung)= komplexere Aufgabe, sie muss neben der Varianz der Eignungsmerkmale (VarE) zwischen den Personen auch die Varianz der Anforderungen (VarA) zwischen den Stellen berücksichtigen  

=====> Mittelpunkt= Kongruenz oder Passung der Merkmale von Person und beruflicher Umwelt= deswegen wichtig= „personenvironment fit“ (P-E-Fit)

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Q:

Was ist das wichtigste Anwendungsfeld der Berufspsychologie?

A:

Die Berufs- und Laufbahnberatung

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Was kann man über den Begriff Berufswahl sagen? 

A:

Ist nicht eingegrenzt auf die primäre Berufsfindung am Übergang von der Schule zu Beschäftigung, Studium oder Berufsausbildung, sondern kann als ein prozesshaftes Geschehen mit unterschiedlichen Teilphänomenen beschrieben werden (Bergmann).

--> Gekennzeichnet ist dieser Prozess u.a. durch zunehmende Konkretisierung von zunächst relativ vagen Wünschen und Präferenzen über konkrete Pläne und Absichten bis hin zur eigentlichen Entscheidung, die später mglw. noch verändert oder angepasst werden kann.

Q:

Was versteht man unter Selektion und Platzierung

A:

Bei der Selektion geht es darum, die geeignete Bewerber:in für eine Stelle auszuwählen (Personenselektion), bei der Platzierung einen geeigneten Beruf, eine geeignete Stelle für eine Bewerber:in zu finden (Bedingungsselektion).


Q:

Welche Anpassungsstile benennt die TWA (Theory of Work Adjustment) und was sind das?

A:

Moderatorvariable: Anpassungsstile= bestimmen, wie lange und wie viel mangelnde Zufriedenheit ausgehalten werden kann.

  • Flexibility (individuelle Toleranzschwelle für Unzufriedenheit)
  • Activeness (Versuch, etwas an der Situation zu ändern)
  • Reactiveness (Reduktion der eigenen Ansprüche)
  • Perseverance (Aushalten einer unbefriedigenden Situation)

Im TWA-Modell findet dieser Anpassungsprozess auch nach der Berufswahl in ggf. immer neuen Zyklen statt.


Q:

Skizzieren Sie bitte die 3 entwicklungs-lernpsychologischen Konzepte der Berufswahl. Worin unterscheiden sie sich und was ist ihnen gemeinsam

A:

1- Theorie der Laufbahnentwicklung (Super)= berufliche Entwicklung als einen Prozess der Selbstfindung= in beruflichen Präferenzen und Wahlentscheidungen manifestieren sich aktuelle Ausprägungen des Selbstkonzepts= Prozess vollzieht sich über die Lebensspanne in fünf Lebens- oder Laufbahnstadien („Maxizyklus“), jeweils durch Reihe von Entwicklungsaufgaben gekennzeichnet 

1- Wachstumsphase (4-13)= Entwicklung von Interessen, Werthaltungen und Fähigkeiten 

2- Explorationsphase (14-24)= Kristallisation der Präferenzen durch Ausdifferenzierung des beruflichen Selbstkonzepts + Erkundung beruflicher Umfelder 

3- Etablierungsphase (25-44)= Entwicklung einer Bindung an die Berufsrolle 

4- Erhaltungsphase (45-64)= Erhaltung von Status und Qualifikation 

5- Rückzugsphase ( ab 65)= Verringerung der beruflichen Aktivität 

=> hinsichtlich der idealtypischen Stadien ist Spielraum für Variationen zugelassen und verschiedene Laufbahnmuster werden unterschieden (nach Grad der Stabilität: stabil (einmalige Berufswahl), konventionell (Stabilisierung nach Ausprobieren), instabil (mehrfacher Wechsel ohne Etablierung), multipel (sehr häufige, unsystematische Veränderung)) 

-->  Weiterentwicklung: Theorie der Laufbahnkonstruktion (Savickas)=  beruht in wesentlichen Teilen auf Supers Theorie, aber Abgrenzung= sozialkonstruktivistischer Ansatz

--> Nicht die aktuelle Realität soll beschrieben und für Prognosen über die Zukunft genutzt werden, sondern die Berufslaufbahn wird als der individuelle Versuch aufgefasst, der sich ständig verändernden Berufswelt eine individuelle Bedeutung zuzuschreiben. ( = idiografische Bedeutung der beruflichen Identität )

--> Elemente der Theorie= berufliche Persönlichkeit, Lebensthemen, Anpassungsfähigkeit der Laufbahn (Einstellungen, Fähigkeiten und Verhalten beim Versuch, Persönlichkeit und Beruf in Einklang zu bringen)

=> empirische Bewährung dieser Theorie= bislang noch weitgehend offene Frage.   

2- Theorie von Eingrenzung und Kompromiss / Theory of Circumscription and Compromise (Gottfredson)Konzentration auf die Entwicklung in Kindheit und Jugend bis zur Berufsfindung= Prozess, der über 4  Stufen zur Findung eines angestrebten Idealberufs sowie akzeptabler Alternativen führt:

- Stufe 1 Vorschulalter, nur Unterschied zw. eigene Rolle als Kind und (mächtigen) Erwachsenen 

- Stufe 2= Grundschule, Entwicklung einer Vorstellung über Geschlechterrollen 

- Stufe 3= etwas später, Entwicklung einer Vorstellung über Sozialprestige verschiedener Berufe

=> Verknüpfung von Berufen mit Geschlechtsrolle und Prestige spannt einen zweidimensionalen „sozialen Raum“ auf= persönlicher Ort wird da gesucht, zuerst eher geprägt durch Wunsch nach sozialer Zugehörigkeit als nach beruflicher Selbstverwirklichung.

- Stufe 4= ca. mit 14, Herausbildung der individuelle Identität (unique self)= konkrete Berufsbilder werden dann hinsichtlich ihrer Übereinstimmung mit diesem Selbstbild beurteilt= Vorstellung eines bestimmten Idealberufs + mögliche akzeptable Alternativen, die innerhalb des sozialen Raums eingeordnet werden

=> Trotz indirekter Evidenz für einige Annahmen= Aussagekraft dieser Studien v.a. durch Mängel bei der validen Erfassung des sozialen Rahmens stark eingeschränkt 

3- Sozial-kognitive Laufbahntheorie ( SCCT, Lent)= eher lernpsychologische Prozesstheorie

--> Zentrale Bedeutung= Konstrukt der Selbstwirksamkeitserwartung (Bandura)= (erlernten und veränderlichen) Zutrauen in die eigene Fähigkeit, zur Erreichung bestimmter Ziele notwendige Handlungen ausführen zu können.

--> Selbstwirksamkeit bestimmt zusammen mit den davon teilweise unabhängigen Ergebniserwartungen berufliche Interessen, Ziele, Handlungen + Leistung und Erfolg. 

--> Das Zusammenwirken dieser Variablen und weiterer Antezedenz- und Moderatorvariablen wird in einem recht komplexen, zyklischen Prozessmodell beschrieben 
=> Leistungserleben= Rückwirkung in einem dynamischen Prozess auf die Lernerfahrungen und damit die weiteren Variablen.

=> 3 Submodelle zur Erklärung von Interessen, Wahlhandlungen und Leistung + fügten später auch ein Modell der Zufriedenheit hinzu 

=> metaanalytisch gut bestätigt= Annahmen zur (auch kausal interpretierbaren) Wirkung der Selbstwirksamkeitserwartung auf nachgelagerte Variablen. 

Q:

Was ist das wichtigste Anwendungsfeld der Berufspsychologie?

A:

Die Berufs- und Laufbahnberatung

Q:

Was versteht man unter klassischen Laufbahnmodellen?

A:

=> Klassische Laufbahntheorie von Super=  Vorstellung Jahrzehnte andauernder Phasen mit relativ geringfügigen Veränderungen im Anschluss an die primäre Berufswahl

--> Die traditionelle Vorstellung einer Berufslaufbahn geht von einer Karriere durch Aufstieg innerhalb einer bestimmten Organisation (bounded career) aus.

=> Diese Konzepte sind aber der modernen Arbeitswelt nicht mehr gerecht. 

=> Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland= Trend weist schon länger in Richtung zunehmender Instabilität

=> im traditionellen Modell lag die Verantwortung für Laufbahnplanung und - entwicklung zu einem erheblichen Teil bei der beschäftigenden Institution, aber dies wird in einem instabilen Arbeitsmarkt zunehmend zu einem ganz persönlichen Problem des Individuums.

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