Betriebliche Anwendungssysteme 5.1 at FernUniversität in Hagen

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Erklären Sie die Unterschiede zwischen Steuerungs-, Kerngeschäfts- und Unterstützungsprozessen. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere den Anteil an der organisatorischen Wertschöpfung.

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Warum ist es sinnvoll, die Architektur von Anwendungssystemen als Schichtenarchitektur zu modellieren?

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Worin unterscheiden sich Transaktionssysteme und Managementunterstützungssysteme?

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Worin liegen die Unterschiede des Einsatzes von Anwendungssystemen auf der Funktionsbereichsebene (Phase 2 in Abb. 2.2, S. 16) gegenüber dem Einsatz einer Business Suite (Phase 4 in Abb. 2.2, S. 16)?

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Welche negative Konsequenz kann eine Abweichung der tatsächlichen von der prognostizierten Nachfrage an Produkten für die Unternehmen einer Lieferkette haben?

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Warum sind betriebliche Anwendungssysteme so wichtig für die Umsetzung des SCM-Ansatzes in der Praxis? 


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Welche zwei grundsätzlichen Funktionsklassen von SCM-Systemen lassen sich unterscheiden und was sind ihre jeweiligen Zielsetzungen?

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Welche Nutzenpotenziale und Herausforderungen ergeben sich durch den Einsatz von ERP-Systemen? 


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Nennen Sie  Beispiele für Lieferantenstammdaten und darauf basierend Beispiele für Bewegungsdaten.

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Ein Unternehmen möchte ein neues ERP-System einführen. Geben Sie Handlungsempfehlungen, die das Unternehmen bei der Einführung beachten sollte, damit das ERP-System effizient und erfolgreich eingesetzt werden kann. 


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Warum setzen Unternehmen neben ERP-Systemen zusätzlich PLM Systeme ein?

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Erläutern Sie kurz das „Source, Make, Deliver“-Paradigma. Geben Sie für jede der drei Phasen ein Beispiel für einen Anwendungssystemtyp an.

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Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Erklären Sie die Unterschiede zwischen Steuerungs-, Kerngeschäfts- und Unterstützungsprozessen. Berücksichtigen Sie dabei insbesondere den Anteil an der organisatorischen Wertschöpfung.

Kerngeschäftsprozesse sind maßgeblich für die Leistungserstellung verantwortlich und daher wettbewerbskritisch. Sie bilden dabei den vollständigen Leistungserstellungsprozess ab, d.h. nicht nur die interne Leistungserstellung, sondern auch die Beschaffung und Leistungsabgabe. 

Für die Durchführung von Kerngeschäftsprozessen sind Unterstützungsprozesse notwendig. Obwohl diese keinen oder nur einen geringen Wertschöpfungsanteil haben, ermöglichen sie erst die Wertschöpfung (z.B. in Form von Rechnungserstellung oder Personalverwaltung). 


Damit die verschiedenen Arten von Kerngeschäfts- und Unterstützungsprozessen aufeinander abgestimmt werden können, werden Steuerungsprozesse benötigt (z.B. damit eine Rechnung erst nach Leistungsabgabe gestellt wird). Diese Prozesse haben keinerlei wertschöpfenden Anteil, sichern aber das langfristige Funktionieren aller anderen Kerngeschäfts- und Unterstützungsprozesse und sind daher essenziell für das Fortbestehen eines Unternehmens.

Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Warum ist es sinnvoll, die Architektur von Anwendungssystemen als Schichtenarchitektur zu modellieren?

Die Modellierung der Architektur von Anwendungssystemen als Schichtenarchitektur (z.B. als Drei-Schichten-Architektur) ermöglicht eine einheitliche Beschreibung und Speicherung von Daten sowie eine logische und physische Trennung von Datenschicht, Logikschicht und Benutzeroberfläche (Präsentationsschicht). Durch diese Trennung können Anpassungen in den einzelnen Schichten effizienter vorgenommen werden, d.h. einzelne Komponenten können ersetzt, verändert oder als Baukastensystem modular zusammengesetzt werden, ohne dass andere Schichten betroffen sind. 


Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Worin unterscheiden sich Transaktionssysteme und Managementunterstützungssysteme?

Transaktionssysteme sind operative Anwendungssysteme, die zur Abwicklung und Unterstützung von betrieblichen Transaktionen genutzt werden. Sie unterstützen damit die operativen Geschäftsprozesse.


Managementunterstützungssysteme umfassen dagegen taktische und strategische Anwendungssysteme, die durch die Bereitstellung von Geschäftsberichten und entscheidungsrelevanten Informationen die Planung, Kontrolle und Entscheidungsfindung im Unternehmen unterstützen. 


Transaktionssysteme und Managementunterstützungssysteme unterscheiden sich entsprechend wesentlich im zeitlichen Bezug der verwendeten Daten, dem Umfang der verwendeten Daten sowie dem Anwenderkreis


Während Transaktionssysteme auf dem Prinzip des Online Transaction Processing (OLTP) beruhen (d.h. einzelne Transaktionen werden in Echtzeit verarbeitet und die daraus resultierenden Daten durch viele Anwender genutzt), basieren Managementunterstützungssysteme auf dem Prinzip des Online Analytical Processing (OLAP) (d.h. große Datenbestände werden über einen längeren Zeithorizont betrachtet, aggregiert und durch wenige Anwender aus den Managementebenen analysiert).

Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Worin liegen die Unterschiede des Einsatzes von Anwendungssystemen auf der Funktionsbereichsebene (Phase 2 in Abb. 2.2, S. 16) gegenüber dem Einsatz einer Business Suite (Phase 4 in Abb. 2.2, S. 16)?

Während in Phase 2 die Anwendungssysteme noch funktionsorientiert aufgebaut waren, wurden sie in Phase 4 zunehmend prozessorientiert gestaltet, d.h. die Anwendungssysteme in Phase 4 unterstützen Geschäftsprozesse auch über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinaus. Zudem lag der Fokus in Phase 2 auf der Unterstützung einzelner innerbetrieblicher Funktionsbereiche, wohingegen die Business Suiten in Phase 4 das gesamte Unternehmen auch unternehmensübergreifend unterstützen. 


Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Welche negative Konsequenz kann eine Abweichung der tatsächlichen von der prognostizierten Nachfrage an Produkten für die Unternehmen einer Lieferkette haben?

Eine Abweichung der tatsächlichen von der prognostizierten Nachfrage an Produkten kann zum Bullwhip-Effekt führen. Schon eine leichte Diskrepanz von prognostizierter und tatsächlicher Nachfrage beim Einzelhändler führt potenziell dazu, dass alle an der Lieferkette beteiligten Unternehmen ihre Lagerbestände ausbauen. Bei mehrstufigen Lieferketten ergibt sich daraus das Problem, dass es immer größere Ausschläge hinsichtlich der Produktmenge bei der Produktherstellung und -lagerung gibt. Als Konsequenz steigen die Lagerhaltungs- und Produktionskosten unnötig an.

Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Warum sind betriebliche Anwendungssysteme so wichtig für die Umsetzung des SCM-Ansatzes in der Praxis? 


Der Einsatz von betrieblichen Anwendungssystemen ermöglicht einen Datenaustausch und eine Datenanalyse zwischen mehreren Unternehmen entlang der Lieferkette. So können Lieferkettenineffizienzen vermieden, der BullwhipEffekt möglichst gering gehalten, Lieferketten über mehrere Kontinente hinweg aufrecht erhalten und das Pull-basierte Modell realisiert werden. Ein regelmäßiger Datenaustausch führt insbesondere zu genaueren Informationen über Lagerbestände, Bestellungen und Lieferzeitpunkte bei allen Unternehmen der Lieferkette. Dadurch können die Unternehmen beispielsweise detaillierter die Produktion und Lagerbestände planen.

Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Welche zwei grundsätzlichen Funktionsklassen von SCM-Systemen lassen sich unterscheiden und was sind ihre jeweiligen Zielsetzungen?

SCM-Systeme können hinsichtlich der Funktionen nach zwei grundsätzlichen Klassen untergliedert werden. Zum einen sind das Lieferkettenplanungssysteme, die im Vorfeld die Planung aller mit dem SCM verbundenen Geschäftsprozesse unterstützen. Dabei handelt es sich um die Bedarfsplanung, Auftragsplanung, Produktionsplanung, Vertriebsplanung und Transportplanung

Zum anderen sind das Lieferkettensteuerungssysteme, welche die Nachverfolgung und Steuerung aller Geschäftsprozesse des SCM unterstützen. Dabei gewährleisten sie, dass Produkte auf effiziente Weise an die richtigen Standorte transportiert werden. Hierfür werden u.a. auch „Tracking and Tracing“-Systeme eingesetzt. Die Hauptaufgaben dieser Funktionsklasse sind die Verwaltung von Auftragsbestätigungen, die Organisation aller Produktions- und Betriebsmaterialien, die für die Produktion benötigt werden, die Koordination der Lieferanten, Lagerbestände und Lagerauffüllungen, die Koordination des Transports der Produkte vom Hersteller bis hin zum Kunden und deren Nachverfolgung sowie die Buchhaltung der rücklaufenden Produkte. 


Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Welche Nutzenpotenziale und Herausforderungen ergeben sich durch den Einsatz von ERP-Systemen? 


Die Potenziale basieren auf der Integration aller Daten in einer zentralen Datenbank sowie auf der Integration der Geschäftsprozesse durch ein ERPSystem: 

  • Dateninkonsistenzen können vermieden werden 
  • Geschäftsprozesse können sowohl effizienter als auch kundenorientierter gestaltet werden 
  • Unternehmen können die Geschäftsaktivitäten ganzheitlich auch über Funktionsbereichsgrenzen hinweg effektiver steuern 
  • Unterstützung der Entscheidungsfindung durch die Erstellung von Berichten 


Die Herausforderungen basieren hauptsächlich auf dem Aufwand bei der Einführung eines ERP-Systems: 

  • Hoher operativer Aufwand durch die Analyse der operativen Tätigkeiten, Anpassung von Geschäftsprozessen, Schulung und Einweisung der Mitarbeiter sowie Definition von Unternehmensdaten und Informationsbedarfen 
  • Hohe Kosten für Lizenzen, externe Berater sowie Schulungen

Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Nennen Sie  Beispiele für Lieferantenstammdaten und darauf basierend Beispiele für Bewegungsdaten.

Beispiele für Lieferantenstammdaten sind Lieferantenname, Kapazität pro Lieferung, Rahmenvertragsdaten oder Bankverbindungen. 


Beispiele für Bewegungsdaten sind Aufträge für Lieferungen, Lieferzeitpunkte oder Nachverfolgungsnummern. 


Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Ein Unternehmen möchte ein neues ERP-System einführen. Geben Sie Handlungsempfehlungen, die das Unternehmen bei der Einführung beachten sollte, damit das ERP-System effizient und erfolgreich eingesetzt werden kann. 


Zunächst sollte der Einführung eine detaillierte Planung vorausgehen. Dabei sollte eine Analyse aller operativen Tätigkeiten stattfinden und definiert werden, aus welchen Geschäftsprozessen das ERP-System welche Daten bekommt und welche Anwendergruppen welche Daten aus dem ERP-System benötigt. Zudem sollten Berechtigungsstufen für den Zugriff auf das ERP-System festgelegt und die Mitarbeiter anschließend geschult werden. Schließlich sollte das ERP-System schon vor der Einführung so angepasst sein, dass ein möglichst reibungsloser Betrieb ermöglicht wird.

Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Warum setzen Unternehmen neben ERP-Systemen zusätzlich PLM Systeme ein?

Ein ERP-System unterstützt nur die Prozesse der primären Leistungserbringung eines Unternehmens (wie z.B. die Produktion). Die Unterstützung vorgelagerter Prozesse wie z.B. die Produktentwicklung wird nicht durch ERP Systeme geleistet. Da Produktentwicklung und Produktion eng miteinander verknüpft sind, benötigen sie eine gemeinsame Daten- und Informationsbasis. Dadurch können z.B. Änderungen bei der Produktzusammensetzung direkt in die Produktion übernommen werden. PLM-Systeme verwalten und steuern produktbezogenen Daten von der Produktentwicklung bis zum Übergang in ein Nachfolgeprodukt (entlang des Produktlebenszyklus). 


Betriebliche Anwendungssysteme 5.1

Erläutern Sie kurz das „Source, Make, Deliver“-Paradigma. Geben Sie für jede der drei Phasen ein Beispiel für einen Anwendungssystemtyp an.

Das „Source, Make, Deliver“-Paradigma stellt die Wertschöpfungskette eines Unternehmens von der Beschaffung bis zur Leistungsabgabe dar. Die SourcePhase beschreibt die Schnittstelle zu den Lieferanten, d.h. den Einkauf von Produktions- und Betriebsmaterialien sowie von Dienstleistungen, die für die interne Wertschöpfung benötigt werden. Die interne Wertschöpfung (z.B. Herstellungsprozesse) wird durch die Make-Phase repräsentiert. Die Deliver-Phase schließlich umfasst die Schnittstelle zu den Kunden, d.h. die Abgabe von Produkten und Leistungen mit dem Ziel der Umsatzgenerierung. 


Source: verschiedene SCM-Systeme, z.B. Lieferantenverwaltungs- und Beschaffungssysteme oder Lieferkettenplanungssysteme; Lieferkettensteuerungssysteme kommen eher in den Make- und Deliver-Phasen zum Einsatz. 


Make: alle Systeme, welche die interne Wertschöpfung unterstützen, z.B. ERP- oder PLM-Systeme. Es ist zu beachten, dass nicht alle Module eines ERP-Systems in gleichem Maße die interne Wertschöpfung unterstützen: Produktionsplanungs- oder Materialwirtschaftssysteme unterstützen direkt die Produktion, während z.B. Systeme des Finanz- und Rechnungswesens hierauf keinen direkten Einfluss haben. Da sie jedoch im Rahmen wichtiger Unterstützungsprozesse zum Einsatz kommen, ohne die langfristig keine interne Wertschöpfung funktioniert, tragen auch diese Systeme indirekt zur Wertschöpfung bei. Auch Lieferkettensteuerungssysteme spielen eine wichtige Rolle in der Make-Phase. 


Deliver: z.B. CRM-Systeme, Abwicklungs- und Zahlungssysteme; im Bereich E- und M-Commerce spielen zudem elektronische Marktplattformen sowie App Stores eine wichtige Rolle; weiterhin fallen auch Kundenportale oder Lieferkettensteuerungssysteme in diesen Bereich.

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