Prüfungsfragen IB at Albert-Ludwigs-Universität Freiburg | Flashcards & Summaries

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Lernmaterialien für Prüfungsfragen IB an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

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TESTE DEIN WISSEN

Nenne die Ursprünge des realistischen Denkens. 

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TESTE DEIN WISSEN

- Thukydides: erster mit realistischen Ansätzen, Historiker, beschreibt Großmachtrivalität zw. Athen und Sparta, Hintergrund: Krieg, Athener belagerten Insel Melos, die mit Sparta alliiert war, schickten Unterhändler in die Stadt, um Melier von Vorteilen einer freiwilligen Unterwerfung zu überzeugen, Athener haben Recht, Stadt zu erobern, weil sie stärker sind, wer Machtressourcen besitzt, kann Macht ausüben, Melier argumentieren mit Gerechtigkeit (normative Argumente), am Ende erobern Athener die Insel und töteten alle Männer (Bestätigung, dass Machtpolitik das ist, was zählt, normative Argumente bringen wenig) -> man sollte sich nach dem verhalten, was die eigenen Machtressourcen hergeben -> internationale Politik: naturgemäß Kampf um Macht, wer Macht hat, trifft Entscheidungen 
- Hobbes (Anarchie im Naturzustand, Krieg aller gegen alle) / Machiavelli (staatliche Moral, Fokus auf Fürst)

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Was sind die Eigenschaften von Staaten im Realismus? 


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1. der Realismus konzentriert sich auf Nationalstaaten: andere internationale Akteure (z.B. innenpolitische oder transnationale Akteure, NGOs…) sind nicht von Interesse, Realismus interessiert sich für Fragen von Krieg, Frieden, Konflikten auf systemischer Ebene 

2. Staaten als einheitliche Akteure (“unitary actors”). Innenpolitik kann von Außenpolitik getrennt werden (z.B. keine Untersuchung von Lobbygruppen, die Einfluss auf Außenpolitik nehmen, Autokratie/Demokratie interessiert nicht), es gibt ein “nationales Interesse”. 

→ Staat als ‘black box’ 

3. Souveränität ist das Unterscheidungsmerkmal von Staaten (intern: Monopol der legitimen Anwendung von physischer Gewalt in ihrem Territorium; extern: es gibt im internationalen System keine Herrschaft außerhalb oder oberhalb der Staaten) 

-> Staaten sind gleichrangig (formal rechtliche Gleichheit, da gleiche Souveränität

4. Staaten sind gleichartig: keine funktionale Differenzierung / Arbeitsteilung unter Staaten (“like units”) 

5. Was Staaten jedoch voneinander unterscheidet ist Macht in Form von Machtressourcen (“capabilities”) 

6. Staaten sind rationale, nutzenmaximierende Akteure 
→ führen Kosten-Nutzen-Berechnungen durch und wählen diejenige Option, die den meisten Nutzen verspricht 
→ es geht um den eigenen Nutzen (Egoismus, nicht wertend) 
→ zentral: “nationale Interessen 

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Was sind die Grundannahmen des Klassischen Realismus? 


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1. Der Klassische Realismus ist die älteste Strömung des Realismus und fokussiert sich ebenfalls auf das rationale, nutzenmaximierende Verhalten von einheitlichen und souveränen Nationalstaaten im anarchischen internationalen System. 

2. Im Unterschied zu den anderen Strömungen geht er von der anthropologischen Grundannahme aus, das Verhalten der Staaten sei aus der Natur des Menschen abzuleiten und das nationale Interesse sei gleichzusetzen mit dem nationalen Überleben. 

3. Die Maximierung der relativen Macht ist daher ein Selbstzweck/Selbsthilfesystem zum Erhalt der eigenen Sicherheit und macht den Realismus zu einer Theorie, die gut Krieg und Konflikte erklären kann.

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Was sind die Grundannahmen des Strukturellen/Neorealismus? 


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Der Strukturelle Realismus ist im Zuge des Reduktionsmusvorwurfes an den Klassischen Realismus entstanden. 

1. Er fokussiert sich ebenfalls auf das rationale, nutzenmaximierende Verhalten von einheitlichen und souveränen Nationalstaaten im anarchischen internationalen System. 

2. Im Gegensatz zum Klassischen Realismus sieht er nicht die menschliche Natur als bestimmend für das Verhalten von Staaten, sondern die Strukturwirkung der Anarchie. Die Machtverteilung („Polarität“) der Großmächte im internationalen System beeinflusst das staatliche Handeln, das von dem Streben nach der Maximierung relativer Macht (offensive Spielart) oder der Maximierung der Sicherheit (defensive Spielart) gekennzeichnet ist.

3. Aufgrund des Sicherheitsdilemmas (Staaten kennen die Absichten anderer nicht, Bedrohung, da Klima des Misstrauens → Aufrüstungsspirale) betreiben Staaten Gleichgewichtspolitik, also internes und externes Balancing, um an relativer Macht oder Sicherheit zu gewinnen und Stabilität im internationalen System herzustellen.  

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Was sind die Grundannahmen des Neoklassischen Realismus? 


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Der Neoklassische Realismus ist die neueste Strömung des Realismus und reagiert auf einige der Kritikpunkte, wie eine starke Vereinfachung. 

1. Auch er fokussiert sich auf das rationale, nutzenmaximierende Verhalten von einheitlichen und souveränen Nationalstaaten im anarchischen internationalen System, sagt aber, dass es keine allgemeinen Muster oder systemischen Outcomes geben kann. 

2. Die Struktur des internationalen Systems determiniere das Verhalten der Akteure noch nicht ausreichend, stattdessen müssten andere Faktoren, wie z.B. innenpolitische Faktoren, die Wahl der außenpolitischen Strategie und kognitive Variablen hinzugezogen werden.

3. Besonderer Fokus des Neoklassischen Realismus liegt auf der individuellen Wahrnehmung von Macht und Bedrohung sowie auf der Selbstwahrnehmung von Staaten und ihren Regierungschefs. Wahrnehmungen politischer Akteure sind ihrerseits geprägt von historisch gewachsenen Vorstellungen, Ideologien, Werten und Normen, die von Staat zu Staat verschieden sein können. 

4. Zudem wird anerkannt, dass es Status-Quo-Staaten gibt, welche mit ihrer aktuellen Position im System zufrieden sind, und revisionistische Staaten, welche unzufrieden sind und einen Willen zur Veränderung besitzen. 

5. Nur vor dem Hintergrund einer synoptischen Betrachtung systemischer und akteursspezifischer Faktoren im historischen Kontext lassen sich die Verhaltensweisen von Staaten in ihrer strategischen Ausrichtung auf militärpolitische, ökonomische und/oder allianzpolitische Zielsetzungen beobachten und erklären. 

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Was sind die Kritikpunkte am Realismus? 


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1. zu vereinfachend

2. Phänomene, der der Realismus nicht erklären kann (Institutionalisierung, Übernahme von Menschenrechten) 

3. Blackbox muss geöffnet werden (R: Demokratie vs. Autokratie spielt eine Rolle) 

4. Souveränität ist „organisierte Heuchelei“ (Schwache Staaten müssen sich dem Willen der anderen beugen) 

5. Normen und Ideen spielen eine Rolle 

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Erläutere Kants Einfluss auf den Liberalismus in den IB. 


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- Zum Ewigen Frieden: Ein philosophischer Entwurf (1795), überlegt sich Friedensvertrag für Beziehungen zwischen Staaten 
- Definitivartikel (Bedingungen für stabilen Frieden): 

I.— „Die bürgerliche Verfassung in jedem Staate soll republikanisch sein.” -> repräsentative Demokratien sind friedlicher, allgemeine Bevölkerung gegen Krieg
II.— „Das Völkerrecht soll auf einen Föderalismus freier Staaten gegründet sein.” -> dauerhaftes Friedensabkommen zwischen Staaten, Einzelstaaten bleiben bestehen, heute = internationale Organisation 
III.— „Das Weltbürgerrecht soll auf Bedingungen der allgemeinen Hospitalität eingeschränkt sein.” -> Menschen sollen sich frei bewegen können, aber nur als Gast, erkennen Rechte ihrer Gastgeber im Land an 


- Überzeugung, dass Frieden eine Möglichkeit sein kann; es kann internationale Abkommen, Kompromisse, Selbstbeschränkung geben 

→ Grundgedanken der liberalen Tradition 
- Wichtige Ideen aus dem Denken Kants, die von verschiedenen Strömungen der liberalen Tradition in den IB aufgegriffen wurden: 
-> Vorstellung, dass Staaten zusammenkommen und Institutionen gründen können, um Frieden zu erreichen und zusammenzuarbeiten → Institutionalismus 
-> Vorstellung, dass innenpolitische Eigenschaften von Staaten wichtig sind, um ihr Verhalten zu erklären → Liberalismus 
-> Überzeugung, dass Demokratien friedlicher sind → Theorie des Demokratischen Friedens 

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Was sind die Grundannahmen des Institutionalismus? 

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1. Der Institutionalismus hat, wie der Realismus, die Grundannahme, dass einheitliche, rational agierende und eigennutzorientierte Staaten die zentralen Akteure sind. 

2. Jedoch interessiert er sich im Gegensatz zum Realismus für Kooperation und Frieden. Das internationale System ist zwar anarchisch aufgebaut, jedoch gibt es zwei Strukturen, die die Folgen der Anarchie mildern: Interdependenz und internationale Institutionen.

3. Interdependenz beschreibt die wechselseitige Abhängigkeit von Staaten, welche dafür sorgt, dass Staaten ihre zentralen Funktionen (Sicherheit, Stabilität, Wohlstand und Befriedigung der Grundbedürfnisse) ohne die Zusammenarbeit mit anderen Staaten gar nicht oder nur unzureichend erfüllen können. Da militärische Macht nicht in andere Formen von Macht konvertierbar ist und daher an Bedeutung verliert, nimmt die Unsicherheit ab. Dies hat zur Folge, dass das Sicherheitsdilemma entschärft wird und sich Staaten auf die Maximierung absoluter Macht konzentrieren können. 

4. Sie haben ein rationales Interesse an der Bildung internationaler Institutionen, da diese einen absoluten Machtgewinn mit sich bringen, Transaktionskosten, Unsicherheit und Risiko reduzieren, Informationsprobleme verringern und eine Kontroll- und Sanktionsfunktion haben. Dies erklärt Kooperation und Frieden trotz Anarchie und sorgt für eine Zivilisierung der internationalen Politik.

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Was sind die Grundannahmen des Liberalismus? 

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1. Der klassische Liberalismus öffnet zum ersten Mal die „Black Box“ des Staates und sieht Individuen und zivilgesellschaftliche Gruppen als zentrale Akteure. 

2. Die erste Grundannahme ist das Primat gesellschaftlicher Akteure, d.h. Individuen, Lobbygruppen, Parteien, Verbände etc. organisieren sich, um Interessen durchzusetzen. Die zweite Grundannahme ist, dass in dem innenpolitischen Prozess der Herausbildung des „nationalen Interesses“ mit Institutionen als Transmissionsriemen staatliche Präferenzen gebildet werden, welche als „nationales Interesse“ zu verstehen sind und welche der Staat nach außen hin repräsentiert. Die dritte Grundannahme besteht darin, dass Staaten die Präferenzen anderer Staaten im interdependenten System berücksichtigen. Wenn staatliche Interessen kompatibel sind mit denen anderer Staaten, kommt es zu Kooperation, wenn sie inkompatibel sind, zu Konflikt

3. Das sog. „Zwei-Ebenen-Spiel“ ist die Vorstellung, dass Staaten bei internationalen Verhandlungen auf I. einer internationalen Ebene mit anderen Staaten und II. auf einer innerstaatlichen Ebene mit gesellschaftlichen Akteuren gleichzeitig verhandeln. Internationale Zusammenarbeit ist möglich, wenn die Positionen der Akteure beider Ebenen Gemeinsamkeiten (Win-Sets) haben. 

4. Das „Paradox der Schwäche“ besteht darin, dass ein kleines Win-Set auf innerstaatlicher Ebene ein Vorteil bei internationalen Verhandlungen sein kann, da Regierungen androhen können, dass sie eine Entscheidung innenpolitisch nicht durchsetzen werden können und die Partner somit eher zum Kompromiss gebracht werden können. 

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Was besagt die Theorie des Demokratischen Friedens? 


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Theorie des Demokratischen Friedens: untersucht die Frage, warum Demokratien gegen Autokratien Kriege führen, aber nicht gegen anderen Demokratien. Die Begründung ist, dass Demokratien andere Demokratien wegen ihrer internen Mechanismen zur friedlichen Konfliktlösung als friedlicher wahrnehmen sowie dass Demokratien über transparente Entscheidungsprozesse verfügen. Dies sorgt dafür, dass sie einander vertrauen. 

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Welchen historischen Hintergrund hat die konstruktivistische Denkschule? Was änderte sich damals? 

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- Das Ende des Kalten Krieges förderte den Konstruktivismus: 

-> plötzliche, einschneidende Ereignisse, die Haupttheorien nicht vorhersagen konnten (da keine Möglichkeit eines friedlichen Endes) 
- Konstruktivismus: Ende des Kalten Krieges war das Ergebnis tiefgreifender, von neuen Ideen angetriebener Veränderungen, die durch transnationale Netzwerke und zunehmende globale Kommunikation gefördert wurde 
- Alte Muster der Feindschaft wurden aufgelöst 

- Konstruktivismus: Der Wandel der Ideen: 
-> neue Ideen und Identitäten sind wesentlich, um Veränderungen in der Weltpolitik zu erklären. 
→ Traditionelle Sicherheitsthemen haben an Bedeutung verloren 
→ größere Bedeutung anderer Themen wie Menschenrechte, an denen Realismus und Institutionalismus nicht interessiert waren 
-> hebt Notwendigkeit hervor, auf soziale Dimensionen internationaler Politik zu schauen, nicht nur auf die Strukturen 

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Definition Globalisierung 

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- Globalisierung beschreibt einen Prozess der Ausweitung, Intensivierung, Beschleunigung und Vertiefung weltweiter Vernetzung, der die Grenzen von Staaten und Gesellschaften überwindet und die Unterscheidung zwischen nationalen und internationalen Angelegenheiten auflöst. 

- oft assoziiert mit der Verdichtung von Zeit und Raum durch neue Technologien und Kommunikationsmittel 
 - Aber: kein einheitlicher Prozess, Ungleichmäßigkeit bei der Inklusivität und den Verteilungsfolgen, umstritten


Ausweitung sozialer, politischer und wirtschaftlicher Aktivitäten über nationalstaatliche Grenzen hinaus, sodass diese direkt oder indirekt einen Einfluss auf Individuen, Gemeinschaften oder Länder in entfernten Regionen haben 
Intensivierung der Verflechtungen in nahezu allen Lebensbereichen 
Beschleunigung globaler Strömungen und Prozesse durch die Entwicklung weltumspannender Transport- und Kommunikationsnetzwerke 
Vertiefung der Verbindungen zwischen lokalen und globalen Faktoren, sodass es immer schwieriger wird, Innen- und Außenpolitik zu unterscheiden 


- Wichtige Veränderungen, die mit der Globalisierung in Verbindung gebracht werden und berücksichtigt werden sollten:
-> Von Staaten-zentrierter internationaler Politik hin zu globaler Politik mit Einfluss unterschiedlicher Akteure (aber: Nationalstaaten weiterhin wichtige Akteure!)
-> Von Intergouvernementalismus (Interaktionen zw. Staaten) zu Global Governance (für globale Probleme gibt es Lösungen, die nicht nur Staaten involvieren, sondern auch andere Akteure)
-> Von der „liberalen Weltordnung“ hin zu einer post-westlichen globalen Ordnung (?), andere Vorstellungen von globaler Ordnung

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Q:

Nenne die Ursprünge des realistischen Denkens. 

A:

- Thukydides: erster mit realistischen Ansätzen, Historiker, beschreibt Großmachtrivalität zw. Athen und Sparta, Hintergrund: Krieg, Athener belagerten Insel Melos, die mit Sparta alliiert war, schickten Unterhändler in die Stadt, um Melier von Vorteilen einer freiwilligen Unterwerfung zu überzeugen, Athener haben Recht, Stadt zu erobern, weil sie stärker sind, wer Machtressourcen besitzt, kann Macht ausüben, Melier argumentieren mit Gerechtigkeit (normative Argumente), am Ende erobern Athener die Insel und töteten alle Männer (Bestätigung, dass Machtpolitik das ist, was zählt, normative Argumente bringen wenig) -> man sollte sich nach dem verhalten, was die eigenen Machtressourcen hergeben -> internationale Politik: naturgemäß Kampf um Macht, wer Macht hat, trifft Entscheidungen 
- Hobbes (Anarchie im Naturzustand, Krieg aller gegen alle) / Machiavelli (staatliche Moral, Fokus auf Fürst)

Q:

Was sind die Eigenschaften von Staaten im Realismus? 


A:

1. der Realismus konzentriert sich auf Nationalstaaten: andere internationale Akteure (z.B. innenpolitische oder transnationale Akteure, NGOs…) sind nicht von Interesse, Realismus interessiert sich für Fragen von Krieg, Frieden, Konflikten auf systemischer Ebene 

2. Staaten als einheitliche Akteure (“unitary actors”). Innenpolitik kann von Außenpolitik getrennt werden (z.B. keine Untersuchung von Lobbygruppen, die Einfluss auf Außenpolitik nehmen, Autokratie/Demokratie interessiert nicht), es gibt ein “nationales Interesse”. 

→ Staat als ‘black box’ 

3. Souveränität ist das Unterscheidungsmerkmal von Staaten (intern: Monopol der legitimen Anwendung von physischer Gewalt in ihrem Territorium; extern: es gibt im internationalen System keine Herrschaft außerhalb oder oberhalb der Staaten) 

-> Staaten sind gleichrangig (formal rechtliche Gleichheit, da gleiche Souveränität

4. Staaten sind gleichartig: keine funktionale Differenzierung / Arbeitsteilung unter Staaten (“like units”) 

5. Was Staaten jedoch voneinander unterscheidet ist Macht in Form von Machtressourcen (“capabilities”) 

6. Staaten sind rationale, nutzenmaximierende Akteure 
→ führen Kosten-Nutzen-Berechnungen durch und wählen diejenige Option, die den meisten Nutzen verspricht 
→ es geht um den eigenen Nutzen (Egoismus, nicht wertend) 
→ zentral: “nationale Interessen 

Q:

Was sind die Grundannahmen des Klassischen Realismus? 


A:

1. Der Klassische Realismus ist die älteste Strömung des Realismus und fokussiert sich ebenfalls auf das rationale, nutzenmaximierende Verhalten von einheitlichen und souveränen Nationalstaaten im anarchischen internationalen System. 

2. Im Unterschied zu den anderen Strömungen geht er von der anthropologischen Grundannahme aus, das Verhalten der Staaten sei aus der Natur des Menschen abzuleiten und das nationale Interesse sei gleichzusetzen mit dem nationalen Überleben. 

3. Die Maximierung der relativen Macht ist daher ein Selbstzweck/Selbsthilfesystem zum Erhalt der eigenen Sicherheit und macht den Realismus zu einer Theorie, die gut Krieg und Konflikte erklären kann.

Q:

Was sind die Grundannahmen des Strukturellen/Neorealismus? 


A:

Der Strukturelle Realismus ist im Zuge des Reduktionsmusvorwurfes an den Klassischen Realismus entstanden. 

1. Er fokussiert sich ebenfalls auf das rationale, nutzenmaximierende Verhalten von einheitlichen und souveränen Nationalstaaten im anarchischen internationalen System. 

2. Im Gegensatz zum Klassischen Realismus sieht er nicht die menschliche Natur als bestimmend für das Verhalten von Staaten, sondern die Strukturwirkung der Anarchie. Die Machtverteilung („Polarität“) der Großmächte im internationalen System beeinflusst das staatliche Handeln, das von dem Streben nach der Maximierung relativer Macht (offensive Spielart) oder der Maximierung der Sicherheit (defensive Spielart) gekennzeichnet ist.

3. Aufgrund des Sicherheitsdilemmas (Staaten kennen die Absichten anderer nicht, Bedrohung, da Klima des Misstrauens → Aufrüstungsspirale) betreiben Staaten Gleichgewichtspolitik, also internes und externes Balancing, um an relativer Macht oder Sicherheit zu gewinnen und Stabilität im internationalen System herzustellen.  

Q:

Was sind die Grundannahmen des Neoklassischen Realismus? 


A:

Der Neoklassische Realismus ist die neueste Strömung des Realismus und reagiert auf einige der Kritikpunkte, wie eine starke Vereinfachung. 

1. Auch er fokussiert sich auf das rationale, nutzenmaximierende Verhalten von einheitlichen und souveränen Nationalstaaten im anarchischen internationalen System, sagt aber, dass es keine allgemeinen Muster oder systemischen Outcomes geben kann. 

2. Die Struktur des internationalen Systems determiniere das Verhalten der Akteure noch nicht ausreichend, stattdessen müssten andere Faktoren, wie z.B. innenpolitische Faktoren, die Wahl der außenpolitischen Strategie und kognitive Variablen hinzugezogen werden.

3. Besonderer Fokus des Neoklassischen Realismus liegt auf der individuellen Wahrnehmung von Macht und Bedrohung sowie auf der Selbstwahrnehmung von Staaten und ihren Regierungschefs. Wahrnehmungen politischer Akteure sind ihrerseits geprägt von historisch gewachsenen Vorstellungen, Ideologien, Werten und Normen, die von Staat zu Staat verschieden sein können. 

4. Zudem wird anerkannt, dass es Status-Quo-Staaten gibt, welche mit ihrer aktuellen Position im System zufrieden sind, und revisionistische Staaten, welche unzufrieden sind und einen Willen zur Veränderung besitzen. 

5. Nur vor dem Hintergrund einer synoptischen Betrachtung systemischer und akteursspezifischer Faktoren im historischen Kontext lassen sich die Verhaltensweisen von Staaten in ihrer strategischen Ausrichtung auf militärpolitische, ökonomische und/oder allianzpolitische Zielsetzungen beobachten und erklären. 

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Q:

Was sind die Kritikpunkte am Realismus? 


A:

1. zu vereinfachend

2. Phänomene, der der Realismus nicht erklären kann (Institutionalisierung, Übernahme von Menschenrechten) 

3. Blackbox muss geöffnet werden (R: Demokratie vs. Autokratie spielt eine Rolle) 

4. Souveränität ist „organisierte Heuchelei“ (Schwache Staaten müssen sich dem Willen der anderen beugen) 

5. Normen und Ideen spielen eine Rolle 

Q:

Erläutere Kants Einfluss auf den Liberalismus in den IB. 


A:

- Zum Ewigen Frieden: Ein philosophischer Entwurf (1795), überlegt sich Friedensvertrag für Beziehungen zwischen Staaten 
- Definitivartikel (Bedingungen für stabilen Frieden): 

I.— „Die bürgerliche Verfassung in jedem Staate soll republikanisch sein.” -> repräsentative Demokratien sind friedlicher, allgemeine Bevölkerung gegen Krieg
II.— „Das Völkerrecht soll auf einen Föderalismus freier Staaten gegründet sein.” -> dauerhaftes Friedensabkommen zwischen Staaten, Einzelstaaten bleiben bestehen, heute = internationale Organisation 
III.— „Das Weltbürgerrecht soll auf Bedingungen der allgemeinen Hospitalität eingeschränkt sein.” -> Menschen sollen sich frei bewegen können, aber nur als Gast, erkennen Rechte ihrer Gastgeber im Land an 


- Überzeugung, dass Frieden eine Möglichkeit sein kann; es kann internationale Abkommen, Kompromisse, Selbstbeschränkung geben 

→ Grundgedanken der liberalen Tradition 
- Wichtige Ideen aus dem Denken Kants, die von verschiedenen Strömungen der liberalen Tradition in den IB aufgegriffen wurden: 
-> Vorstellung, dass Staaten zusammenkommen und Institutionen gründen können, um Frieden zu erreichen und zusammenzuarbeiten → Institutionalismus 
-> Vorstellung, dass innenpolitische Eigenschaften von Staaten wichtig sind, um ihr Verhalten zu erklären → Liberalismus 
-> Überzeugung, dass Demokratien friedlicher sind → Theorie des Demokratischen Friedens 

Q:

Was sind die Grundannahmen des Institutionalismus? 

A:

1. Der Institutionalismus hat, wie der Realismus, die Grundannahme, dass einheitliche, rational agierende und eigennutzorientierte Staaten die zentralen Akteure sind. 

2. Jedoch interessiert er sich im Gegensatz zum Realismus für Kooperation und Frieden. Das internationale System ist zwar anarchisch aufgebaut, jedoch gibt es zwei Strukturen, die die Folgen der Anarchie mildern: Interdependenz und internationale Institutionen.

3. Interdependenz beschreibt die wechselseitige Abhängigkeit von Staaten, welche dafür sorgt, dass Staaten ihre zentralen Funktionen (Sicherheit, Stabilität, Wohlstand und Befriedigung der Grundbedürfnisse) ohne die Zusammenarbeit mit anderen Staaten gar nicht oder nur unzureichend erfüllen können. Da militärische Macht nicht in andere Formen von Macht konvertierbar ist und daher an Bedeutung verliert, nimmt die Unsicherheit ab. Dies hat zur Folge, dass das Sicherheitsdilemma entschärft wird und sich Staaten auf die Maximierung absoluter Macht konzentrieren können. 

4. Sie haben ein rationales Interesse an der Bildung internationaler Institutionen, da diese einen absoluten Machtgewinn mit sich bringen, Transaktionskosten, Unsicherheit und Risiko reduzieren, Informationsprobleme verringern und eine Kontroll- und Sanktionsfunktion haben. Dies erklärt Kooperation und Frieden trotz Anarchie und sorgt für eine Zivilisierung der internationalen Politik.

Q:

Was sind die Grundannahmen des Liberalismus? 

A:

1. Der klassische Liberalismus öffnet zum ersten Mal die „Black Box“ des Staates und sieht Individuen und zivilgesellschaftliche Gruppen als zentrale Akteure. 

2. Die erste Grundannahme ist das Primat gesellschaftlicher Akteure, d.h. Individuen, Lobbygruppen, Parteien, Verbände etc. organisieren sich, um Interessen durchzusetzen. Die zweite Grundannahme ist, dass in dem innenpolitischen Prozess der Herausbildung des „nationalen Interesses“ mit Institutionen als Transmissionsriemen staatliche Präferenzen gebildet werden, welche als „nationales Interesse“ zu verstehen sind und welche der Staat nach außen hin repräsentiert. Die dritte Grundannahme besteht darin, dass Staaten die Präferenzen anderer Staaten im interdependenten System berücksichtigen. Wenn staatliche Interessen kompatibel sind mit denen anderer Staaten, kommt es zu Kooperation, wenn sie inkompatibel sind, zu Konflikt

3. Das sog. „Zwei-Ebenen-Spiel“ ist die Vorstellung, dass Staaten bei internationalen Verhandlungen auf I. einer internationalen Ebene mit anderen Staaten und II. auf einer innerstaatlichen Ebene mit gesellschaftlichen Akteuren gleichzeitig verhandeln. Internationale Zusammenarbeit ist möglich, wenn die Positionen der Akteure beider Ebenen Gemeinsamkeiten (Win-Sets) haben. 

4. Das „Paradox der Schwäche“ besteht darin, dass ein kleines Win-Set auf innerstaatlicher Ebene ein Vorteil bei internationalen Verhandlungen sein kann, da Regierungen androhen können, dass sie eine Entscheidung innenpolitisch nicht durchsetzen werden können und die Partner somit eher zum Kompromiss gebracht werden können. 

Q:

Was besagt die Theorie des Demokratischen Friedens? 


A:

Theorie des Demokratischen Friedens: untersucht die Frage, warum Demokratien gegen Autokratien Kriege führen, aber nicht gegen anderen Demokratien. Die Begründung ist, dass Demokratien andere Demokratien wegen ihrer internen Mechanismen zur friedlichen Konfliktlösung als friedlicher wahrnehmen sowie dass Demokratien über transparente Entscheidungsprozesse verfügen. Dies sorgt dafür, dass sie einander vertrauen. 

Q:

Welchen historischen Hintergrund hat die konstruktivistische Denkschule? Was änderte sich damals? 

A:

- Das Ende des Kalten Krieges förderte den Konstruktivismus: 

-> plötzliche, einschneidende Ereignisse, die Haupttheorien nicht vorhersagen konnten (da keine Möglichkeit eines friedlichen Endes) 
- Konstruktivismus: Ende des Kalten Krieges war das Ergebnis tiefgreifender, von neuen Ideen angetriebener Veränderungen, die durch transnationale Netzwerke und zunehmende globale Kommunikation gefördert wurde 
- Alte Muster der Feindschaft wurden aufgelöst 

- Konstruktivismus: Der Wandel der Ideen: 
-> neue Ideen und Identitäten sind wesentlich, um Veränderungen in der Weltpolitik zu erklären. 
→ Traditionelle Sicherheitsthemen haben an Bedeutung verloren 
→ größere Bedeutung anderer Themen wie Menschenrechte, an denen Realismus und Institutionalismus nicht interessiert waren 
-> hebt Notwendigkeit hervor, auf soziale Dimensionen internationaler Politik zu schauen, nicht nur auf die Strukturen 

Q:

Definition Globalisierung 

A:

- Globalisierung beschreibt einen Prozess der Ausweitung, Intensivierung, Beschleunigung und Vertiefung weltweiter Vernetzung, der die Grenzen von Staaten und Gesellschaften überwindet und die Unterscheidung zwischen nationalen und internationalen Angelegenheiten auflöst. 

- oft assoziiert mit der Verdichtung von Zeit und Raum durch neue Technologien und Kommunikationsmittel 
 - Aber: kein einheitlicher Prozess, Ungleichmäßigkeit bei der Inklusivität und den Verteilungsfolgen, umstritten


Ausweitung sozialer, politischer und wirtschaftlicher Aktivitäten über nationalstaatliche Grenzen hinaus, sodass diese direkt oder indirekt einen Einfluss auf Individuen, Gemeinschaften oder Länder in entfernten Regionen haben 
Intensivierung der Verflechtungen in nahezu allen Lebensbereichen 
Beschleunigung globaler Strömungen und Prozesse durch die Entwicklung weltumspannender Transport- und Kommunikationsnetzwerke 
Vertiefung der Verbindungen zwischen lokalen und globalen Faktoren, sodass es immer schwieriger wird, Innen- und Außenpolitik zu unterscheiden 


- Wichtige Veränderungen, die mit der Globalisierung in Verbindung gebracht werden und berücksichtigt werden sollten:
-> Von Staaten-zentrierter internationaler Politik hin zu globaler Politik mit Einfluss unterschiedlicher Akteure (aber: Nationalstaaten weiterhin wichtige Akteure!)
-> Von Intergouvernementalismus (Interaktionen zw. Staaten) zu Global Governance (für globale Probleme gibt es Lösungen, die nicht nur Staaten involvieren, sondern auch andere Akteure)
-> Von der „liberalen Weltordnung“ hin zu einer post-westlichen globalen Ordnung (?), andere Vorstellungen von globaler Ordnung

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